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Verlag Langgaffe 21

TagklattlravS".

tzchatter-Hake grAffnet v»n 8 ühr morgen» b» 7 Uhr abend».

wöchentlich

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mMri und tn den benadiiSarten Laud-rlcn und im Rheinguu die betreffende» Tagdlntt-Träger.

12 Ausgaben.

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,,T«gbl»ttI»lu«" Nr. 6650-L3.

Bon 8 Uhr morgen« bl« 7 lldr abends. »über Sonnt»,»

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rCÄ w.rd .eine «em.br Übernommen.

66. Jahrgang.

Die Wirkung draußen.

Die Telegramme haben uns schon eine Vorstellung von den üblen Folgen der Kühlmann-Reden «uffl feindlichen und neutralen Ländern gegeben. Mr llam mertcn uns aber noch immer an die Hofinung, daß dort wenigstens in den p o z if r st N chc n Krei'en du! «m- sicht gefördert worden wäre, dre deutsche Reichsleitung sehe es' darauf ab. der Welt ihren Friedenswillen er- neut kundzulun. Run ist aber das Unheil das Su.ch die Kühlniannschen Jmvrovisatronen angerrchtet wor- den ist, doch noch weil größer, als uns die ersten tele- graphischen Berichte abnen ließen. Erst durch oen Einblick in die zu uns gelangte feindliche und neu­tral c Presse gewinnen wir den richtigen Umrvim über die Wirkungen der letzten Reichstagserergnrsie. Wenn derCorriere della Sera' vom 26 .vsunt) iu mächtigen Buchstaben seinen Gläubigen verkuiidet: Xübimauu contossÄ ai Reichstag i impossibilita tedosea di nsolvere ij confMtto eouG le orrni (Kühlmann gesteht vor dem Reichstag, dag es Deutsch­land unmöglich ist. den Krieg Mit Waffengewalt zu b«. end'w.f lg können wir einen solchen Satz auf das Konto des 'italienischen Übermuts stellen, der jetzt alle Damme eingerissen hat. Aber selbst in Blättern wieAvanti , Stampa",Sera", die in Italien die nentralistnche Richtung vertreten hatten, findet sich unter dem Ein­druck von Kühlmanns Reden die Austastung vertreten, daß Deutschland zu Kreuze frechen müsse, daß Kühlmann unmöglich ohne höheren Auftrag Reichen des c e t r o dre it e n Sregeswrllens ge geben haben könne, daß. er aber der Sache des Frre. dcns in keinem Falle gedient habe, wenn er rm selben Atemzuge nicht auch die Schlußfolgerungen aus der Not- läge ziehe, sondern Forderungen aufstelle, wie sie die Alldeutschen immer vertreten hätten. Es, rann urn wirklich nicht ganz gleichgültig sein, wenn wir sehen. daß Blätter, die in Italien die Kriegsraserei nicht mrtmach- ten, jetzt erklären, mit einem Deutschland, das zusammen- mibrechen drohe, das aber selbst daun noch wildeGesten mache, wäre kein Frieden möglich. Und dann seye man sich nur gefälligst die französischen Blatter an, lese, was für eine d r e i st e Sprache sie setzt im Gegen- satz zu früher sichren, -nie derMatin" hognt, wie rer Figaro" frohlockt, wie all das Gelichter um ©fernen- ceau herum beiten Mut faßt und frischen, Mut dem Volke einflößt, das schon zu Boden sank und nn Glau- b en an die Unbesiegbarkeit des Fent des den Kriegsfanatiker Clemenceau zu allen weufeln zu jagen drohte. Brauchen wir erst noch zu den engli­schen Zeitungen zu greifen, um uns bewußt 8 « wer- den wie mächtig der Nachhall der Kühlmannschen Reden dort auf das Volk gewesen ist? Der Ausgang der Ar- beiterkonf<renz, die eben erst in London nc.acjt. hat, dürfte auch Herrn v. Kühlmann belehrt haben, wie ge­fährlich es ist. den Feind neu? Wahuaebilde Herstellen zu lassen. Man wird auch in Kreisen, die Herrn v. Kühl- mann Wohlwollen, heute kaum mehr ableugnen, datz der Ton der Verhandlungen auf der Londoner Arbeiter- kouscrenz ein ganz anderer und weniger kriegerisch ge­wesen wäre, wenn sieh dort nicht dre Vorstellung von der B e s i e g b a r k e i t des deutschen Volkes ein- gestellt hätte. Für alle Stellen innerhalb der Reichs- leitung aber ergibt sich die Aufgabe, in den für die Öffentlichkeit berechneten Äußerungen doppelte und dreifache Vorsicht walten m lassen. Entgleisungen, wie diesenige des Herrn v. Kühlmann, wiegen zentnerschwer. Sie sind kaum wieder ganz autzumaebsn.

Neu? Friedensaerüchte ous der Schweiz.

Br. Zürich, 2. Juli. (Eiq. Drahtbericht, zb.) Di« Basler Nationalztg." meldet zu den Gerüchten über einen neuen Fnedensfübler in der Schweiz durch etrt- betroffene hochgestellte deutsche und englische Persönlich keilen: Am Donnerstag war unter dem Namen eine» her Vorraa enden Diplomaten ein Vertreter der e n a l i k cki c n V o l i t i? in Basel anst-esend, beglei- t?t von konsularischem Personal.

Nekne holländische Friedensinitiative.

Br Zürich, 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wie oon zuverlässiger Seite aus dem Haa g gemeldet wird, hat da?- Ministerium Cort van der Linden erklärt, datz es nicht daran denke, irgendwelche FriedenZinrtratrve zu erareifen, und begründet diese Mitteilung damit, daß ihm erst vor kurzem aus London bedeutet wurde, daß England in jedem Friedensschritt erne un­freundliche H andlung erbli cken müsse.

vre erdmiralstabsmelduna.

zv. 7.Berlin, 1. Juli. (Amtlich.) Im Sperrgebiet am England wurden durch unsere Unterseeboote neuerdingS 17 000 Bruttsregistrrtonnen Kirchlichen Handelsschiffs caums vernichtet.

Der .Chef des der Marine.

ver englische Bericht zum Seegefecht vor Gstende.

W. T.-B. London, 1. Juli. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Admiralität teilt mit: Am Abend oes

27. Juni sichteten vier englische Zerstörer, während sie an öer englischen Küste patrouillierten, acht feindliche Tor­pedo b o o t s z e r st ö r e r. Unsere Zerstörer fuhren mr östlichem Kurs und voller Geschwindigkeit und verwickelten den Fcird auf großen Abstand in ern Gefecht. Nach r^stünü'gcm Kampfe stießen drei weitere Torpedoboots- xcrstörer zum Feinde, worauf sich unser Geschwader auf dre Sauptfront z u r ü ck z o y. Der Fernd folgte nrcht und das Gefecht wurde abgebcocben. Keines unserer Schiffe wurde beschädigt. (Vergl. dazu die Feststellungen des deut.chen Admiralstabschefs vom 28. Juni.)

Der Tagesbericht vom 2. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 2. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

An vielen Stelle.» der Front leiteten starke Feuer- Überfälle Unternehmungen des FeindrS ein. Sie wurden abgewicfen.

Heeresgruppe Dcsttscher Kronprinz.

Westlich der Oise und südlich der Aisne rege Erkun­dungstätigkeit. Stärkere Teilangriffe des Feindes südlich des O n r c q und westlich von Chateau - Thierry wurden in unserem Kamyfgelände zum Scheitern gebracht.

Leutnant Udet errang seinen 37. und 38., Leutnairt Kroll feinen 28. »ud 29. Luftsteg.

Der Erste Generalauartiermeister: Ludrndorff.

Eine Moskauer Erklärung zur Rückkehr der Schwarzmeer- flotte nach Sewastopol.

Berlin, 2. Juli. Wie aus dem Haag gemeldet wird, teilte der Volkskommissar des Auswärtigen in Moskau der Presse mrt, daß ein Teil der Schwarzmeerflotte nach L>ewasw- pol zurückkehven wird. Die Regierung habe dieser Rückkehr zugestimmt unter der Bedingung, daß Deutschland und fern« Bvi.desaenossen während des Krieges von diesen Schissen keinen Gebrauch machen und sie nach Friedensschluß an Nutz­land sofort zurückgeben.

vis Nervosität km Feindeslager.

W. T.-B. Berlin. 1. Juli. Die Nervosität der Fochschen Heeresleitung hält an. A n der g e f a m t e n F r o n t vom Nienwport-Kanal bis Mülhausen suchte sie am 30. Jum und in der Nacht zum 1. Juli durch Vorstöße von Patrouillen und ErkundungSabteilungen Einblick in die deutschen Absichten zu bekommen. An der Amiensfront »eriuajten Engländer und Franzosen bei Albert und Castei durch größere Vorstöße ihre Linien zu verbessern. An allen Stellen wurde der Angreifer verlustreich im Handgranaten- und Maschlncn- gewehrfeuer abgewieseu oder im Gegenstoß völlig zurückge- schlagen. Gefangene blieben zahlreich in deutscher Hand.

poincars über <klsatz-Loti,r»naen.

Dir Tschecho-Slowuken an der Westfront.

W. T.-B. Genf, 1. Juli. Nach einer Havasmeldung fand heute vormittag in Anwesenheit Poincards dre Übergabe der Fahne an die tschechisch-slowakische Armee statt. Poinearst hielt bei dieser Gelegenhelt eine An- spräche, in. der er den Wunsch aussprach, daß dre sringe tschechisch-slowakische Armee bald durchdie Heldenhaften tschechischen Legionen, die sich durch Sibirien erneu Weg bobnten" verstärkt werden möge. Porncarä schloß: Nicht weit von hier wartet eine alte französische Pro­vinz. die uns entrissen wurde, gleichfalls auf den Sieg str ihre Treue. Der Tag, der über dem befreiten Elsatz- Lothrrngen aufgehen wird, wird alle Martyrernationen mit einem neuen Lichte bestrahlen. Bald werden stsre am Horizonte die ersten Schimmer dieser Morgenrote erblicken.

Zu den Fliegerangriffen auf parrr.

Br. Basel, 2. Juli. ''Erg. Drahtbericht, zb.) Alle Pariser Blätter verlangen in der, Besprechung der letz- ten Flieger anorisfe auf Paris, daß die Bevölkerung sich klüger zeige da die meisten Opfer unter den Unvor­sichtigen zu beklagen seien. Es werden dringend« Der- geltungsmaßnahmen gegen deutsche Städte ge­fordert. n

Bertagunz de? Prozesses Malvp.

Genf, 2. Jul». Das franMscbe Senatspräsidium läßt bekannt geben, daß dis Verhandlungen des Staatsgerichte« gegen Malvh zwar »m 15. Juli beginnen, aber wegen des umfangreichen Unterfuchungsbecicht-'s auf den Oktober ver- tngl werden sollen. Begründet wird dieie Entschließung von Reoierungsfreunden damit, daß bei den gegenwärtigen par­lamentarischen Wirrnissen ein solcher Prozeß für die Entente ungünstige Wirkungen haben könnte.

Kmerrsta und die Lacre in Rußland.

Br. Bern, 2. Juli. (Erg. Drghtbericht. zb.) Einige Mitglieder der gmerikgnischen Botschaft rn Rußland sind in Washington angelangt. um den Präsidenten Wilson über die Lage in Rußland und die Möglichkeit eines javanischen Eingreifens oder einer gemeinsamen Jnt--rvention der Entente in Sibirien zu unterrichten. Wasb'mgtoner Blätter Nüssen zu berichten daß sich die betreffenden amerikanischen Diplomaten auf das ent» schiedenste gegen eine sapanrsthe Intervention ausße- sprachen hoben. Ein Einoreifen Japans wurde ledig- lich ein Defensivbündnis zwischen Rußland und Deutsch­land zur Folge haben.

#,7 cfen Tsc/iecfiti iesr/z/a beHi/H/e

fler Tschechen-Feldzug in Sibirien

Die finnische Monarchiefraye.

Br. Stockholm. 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die finnischen Vtonarchrsten haben die Hoffnung auf­gegeben, die Monarchie derzeit dirrchzusetzen, da selbst im jetzigen Parlament, das von 200 auf 110 Ab­geordnete znsammcnaeschmolzen ist, nur d 8 Abgeordnete für die Monarchie stnd. was die für eine Verfassungs- änderring notwendige Zweidrittelmehrheit gusschlreßt. Ein Referendum ist schwierig da die Monarchisten selbst einen republikanischen Ausgang des Referendums be­fürchten. Darum halten die schwedischen Finnen, welche mit den Alt-Finncn die Monarchie verfechten, eine KönigSwohl vor 1920 für unmöglich. Die Einwenduna, der von feiten derRechten voraebrachtsn jueistischenKon- struktion, daß Finnland gemäß der Verfassung von 1772 noch Monarchie s«i und der König eins ich gewählt werden könne, ohne die Verfassung abzriändcrn, lief auf einen Staatsstreich hinaus, welchen die Monarchisten anaesichts der wrtdmiernden durch Hungersnot ver­schärften inneren Krise ablehnen. Vorläufig will der Recht-iblock regieren. Es ist aber fraglich, ob die Mehr- heit lange besieben bleibt. Die Monarchisten werfen den Republikanern vor, daß sie unter Einfluß der Entente arbeiteten. Tatsächlich sind bei den Linksparteien antideutsche Strömungen bemerk­bar die aberBefüichtnngen entstammen, daß,Finnlands Selbstbestimmnngsrecht in der Monacchresrage de- schränkt werden soll. ^

Beschäftigung roter Gefangenen aus Finnland in veutfchiand.

Br. Berlin, 2. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Im finnischen Landtag ist beantragt worden, drr roten G«.

! fangenen nach Deutschland zu senden. Es han- ^ delt sich um solche, die mindestens zu 3 >^ahren ver­urteilt'sind und denen es freigestellt worden ist, auf diese Weise ibre Strafe zu verbüßen. Sie sollen ru Deutschland bei der K o b l e n r n d u st r i e beschäftrgZ werden, wofür Finnland eine festgesetzte Menge Katr erhalten würde. ___

Verschärfung der hoNändikch-sngl'schen Gegensätze.

Br Zürich, 2. Juli. (Eig. Trahtbericht. zb.)^ Der Haaaer Berichterstatter derNeuen Zürcher Ztg. mel- det' Zwischen Hcllond und England droht wegen dev deutschen .Kies- und Sandbefördcrnng auf der Lrmbur- gi'schen Bahn ein neuer Streit auszubrechen. Dre britische Regierung fordert da§ Recht, diese Zufuhr durch einen enalifcheu Kommissar kontrollieren zu losten, was Holland nicht zuaesteben will. Es findet darüber ern Depesch-nwechsel zwischen London und dem Haag itatt.

Br Zürich, 2. Juli. (Erg. Drahtberrcht. zb) Die Neue'Zürcher Ztg." meldet aus dem Hang: Dre An- qelegeuheit des niederländischen Geleitzuas nach Nre^r- ländisch-Jndren verschärft die engli'ch-hollandrschen Geaeniätze. Balfour verstandrqte den. holländischen Gefandten in London, daß er in der Begleitung der niederlän.di'chen Dampfer durch Kriegsichifie ern unbe- rechtrgtes Mißtrauen gegenüber der Euteytz eOWM