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Verlag Langgaffe 21
„Tagdlauhaus".
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wöchentlich
Ausgaben: M!.I.W monallich, M! »ko vierleljäbrlich durch den «erlag »i! n,' 1 ' °«i' e ® rl J 19 i? • 0b » * it 4 65 vierleliahrlich durch alle deuilchen Poslanstalren. auSlchlieülich
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„Tagbl-tihauS" Nr. 66S0-53.
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Zreitag 28. Iuni 1918.
Morgen-klusgabe.
Nr. 295. ♦ 66. Jahrgang.
Eine Niederlage der Italiener.
W. T.-B. Wien, 27. Juni. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 27. Juni, mittags:
Bei Bezecca im Etfchtal und auf dem Zugna scheiterten italienische Erkundungsvorstöße. Ter heißumstrittene Col d e l R o s s o, am 15. Juni von der Edelweiß-Divtsion im Sturm genommen-- und seither in den schwersten Kämpfen siegreich behauptet, wurde gestern vormittag nach schwerem Trvmi>'.t!fcuer abermals durch starke Kräfte angegriffen. Es war für den Feind ein vergebliches Beginnen, keine Kampffähigkeit mit der unserer Salzburger, Kärntner, Ober- und Nieder-Lsterreicher zu messen, an deren Tapferkeit alle Angriffe zerschellten. Die jungen Regimenter 167 und 114, von der Artillerie an allen Ge- fcchtstngen mustergültig unterstützt, haben sich eines Geistes mit ihren Altbewährten Stammtruvpen, den 59ern, 7crn, I4rr» und 18ern, gezeigt. Der Feind erlitt schwere Einbußen an Toten uird Verwundeten und ließ zahlreiche Gefangene in unserer Hand. Bei Ponte bi Piave versuchte oer Italiener in Booten unser Ufer zu gewinnen. Er wurde zufammengeschosiea.
Der Chef des Generalstabes.
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Die bohen italienischen Verluste.
Br. Genf, 27. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Sine halb amckliche italienische Meldung besagt, daß die Verluste der Diazschen Streitckräfte 160 060 Manu nicht erreichtem. Im Geyensah hierzu stehen Scmdermeldunigen über die notge d-rungene Umyruppierunig aller italienischem und verbündeten Piaveamfgclbote. In Diaz' Hauptquartier wird darüber gegen wärtig bsratem, Ech sind durchgreifende Reformen im VerpßlegungÄvesen erforderlich..
Die Kämpfe nnf der Hochfläche der Siebenqrmcinden.
W. T.-ß. Wie». 27. Juni Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldct: Die schweren Kämpfe auf der Hochfläche der Siebengr- n:einden, östlich der Brenta, dauerten am 24. Juni und noch bis in die Durkilheit fort. Um jeden P t e t 5 wollte der Gegner seine am 15. Juni tcrltrenen Stellungen wicdergewin neu. Heftige, stellenUeise ,'un> Trrmmclfeuer gesteigerte Artillerietätigkeit leitete seine Allionen ein. tte überall erfolglos blieben. Am Col de R o s s o wies das Infanterie-Regiment Nr. 114 zwei starke feindliche Angriffe ab. Am Monte Asolone, wo der Feind in den Abendstunden zum siebentenmale gegen unsere Linien voc- stürmtc, warf ibn der Gegenstoß unserer Reserven unter schwersten Verlusten r c s!! o s zurück. An den anderen Abschnitten der Ge. birgrfrrnt konnten unsere Fildwachen nach crsolgreichem Kampfe merklich trrn<sckrbcn werden. Im Lause der Nacht brachen mehrere feindlich- Vorstöße beiderseits der Brenta schon im Abwehrfeuer zusamnien. In diesen Kämpfen machten ivir einige hundert Gefangene. Infolge der erliltencn ansterordentlichen Verluste wiederholte der Gegner ain 25. Juni seine Angriffe nicht.
Umgruppierung der italienischen Piave-Armee.
Genf, 27. Juni. In auffälligem Widerspruch zu der halbamtlichen italienischen Versicherung, daß die Verluste der Diazschen Streitkräfte 100 000 nicht orueichilen, stehejn Sondermeldungen über die nvtgcdrungene Umgruppierung aller italienischen und verbündeten Piade-Anfgebote.
Warnende italienische Stimmen.
IV. T.-E. j^cnt, 27. Juni. Bei einer Kundgebung der Beamten ses Schatzmi niste ciumS anläßlich des österreichischen Rückzuges erklärte der Schatzmini,rer Nitti, er verstehe zwar die hochgebenden Wogen der Begeisterung - m Italien, empfehle aber, sich mit Gleichmut und unerschütterlicher Zuversicht auf v-eitere harte Kraftproben gefaßt zu inachen, da es falsch wäre, sich über die Dauer des Krieges Täuschungen hinzuneben. Der Krieg werde sich noch lange hinziehen und noch lange seine stahlharte Faust fühlen lassen. Der Feind werde den gescheiterten Versuch erneuern.
IV. T.-B. Bern, 27. Juni. Barzini meldet dem „Corriere della Sera" von der italienischen Front, daß die kleinen italienischen Vorstöße im Gebirge in den lebten Tagen hauptsächlich unternommen wurden, um festzustellen, ob die Schlagkraft und Moral des österreichischen Heeres durch den Piaverückzug erschüttert 'eien. Dies müffe nunmehr verneint und deshalb über kurz oder lang mit einem neuen österveich,scheu Vorstoß gerechnet werden.
Die englische Meinung von der Lage.
W. T.-B. Rotterdam, 26. Juni. Nach dem „Nieuwe Rorterd. Courant" schreibt der „Manchester Guardian", es wäre unbillig, jetzt von den Italienern einen großen Vormarsch über die Piave zu erwarten. Der Rückzug der öfter- reichis-hen Armee nach der Aloenlinie sei keine Flucht gewesen. Für die Italiener würde es drrum schwierig sein, einen raschen Vormarsch größeren Stiles über den Fluß hin zu Unternehmer, und mom darf daher die Erwartungen nicht allzu hoch spannen.
Die österreichisch« Rrise.
h. Wien, 26. Juni. Im Lause des heutigen Tages hat der Kaiser die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie, Sertz und Dr. Renner, ferner die Vertreter der Tschechen, Süds! awen, Italiener und Rumänen empfangen. ES steht bisher noch nicht fest, ob die Entscheidung heute abeud bereits fallen wird.
W. T.-B. Wien, 26. Juni. Den Abendblättern zufolge setzte Graf Sylva-Tarouca heute gemäß dem kaiserlichen Auftrag die Prüfung der Frage fort, ob die Staatsnotwendigkeiten auf parlamentarischem Wege gesichert werden könnten. Er verhandelte vormittags mit den Polen. Nach den Äußerungen einzelner Blätter würden sich die Polen nicht veranlaßt sehen, von ihrem stingsten Beschlüsse abzu gehen. Mehrfach überwieyt die Ansicht, daß Minifterpräst dent S e i d l e r neuerdings mit der Kabinettsbildung betraut werden dürfte, wobei allerdings die Zusammensetzung des Kabinetts eine wesentliche Änderung gegenüber der jetzigen eifabren dürfte. Seidler würde im Falle neuerlicher Betrauung zunächst wieder die Verhandlungen mit den Partei«: fortletzen. Das Gerücht, wonach das Parlament für den 0 oder 10. Juli einberufen werden soll, gilt vorerst mindestens für verfrüht.
Eine Entschließung der deutsch-nationalen Partei.
W. T.-B. Wien, 27. Juni. (Drahtbericht.) Die „Den: scheu Nvchrickten" melden: Ter Derbandsausschuß der deutsch- nationalem Partei faßte eine Entsckließung, in der er jede Verantwortung ftir alle Folgen a b l« h n t, die sich an den durch den Polenklub herbeigesülhrten Sturz des Ministerpräsidenten v. Seidker knüpfen werden.
Oie Lage im westen.
Oer klbenöbericht vom 27. Jun?.
W. T.-B. Berlin, 27. Juni, abends. (MmÄich. Draht- bericht.) B-n den Kampffronten nichts Neues.
Wachsende Unsicherheit der Entente vor dem neuen deutschen Stotz.
W. T.-B. Berlin, 26. Juni. Heute vormittag wurden im Ostteik Verduns zwei Explosionen beobachtet, di- g r ö ß e r e B r ä n d e zur Folge -hatten. In den in der Nacht zum 25. .Juni beiderseits der Straße A r ra s - C a m b r a i gescheiterten 'englischen Angriffen waren nachweisbar Teile von drei verschiedenen Divisionen, darunter einer kanadischen, beteiligt. Auch am 25. Juni griff die Entente wiederum an vielen Stellen -der Freut von der Scarpe bis Chateau Thiorrp, zum Teil mit stärkerem Kräften, an. In allen die fen täglichen Angriffen und Erftundungsvorstöhe-n, die sämtlich unter schweren Feindverlusten ergebnislos verliefen, zeigte sich Unruhe und Unsicherheit der Entente vor neuen Ereignissen in Nachwirkung ihrer letzten großer: Niederlagen zwischen der Aisne nnd Marne und zwischen Moutdidier und Noyon. Die ungeheuren Verluste der Entente, die allein in der kurzen Zeit von 3 Monaten 1 Million betragen. werden durch die täglichen vergeblichen Anstrengungen der Engländer und Amerikaner weiterhin erhöblich gesteigert.
Dis Beschießung der flandrischen Städte.
Br. Genf, 27. Juni. sEig. Drahtbericht, zb.) Das „Journal des Debats" veröffentlicht einen Artikel über die Beschießung der flandrischen Städte. Über 10000 Granaten seien in Amiens niedergegangen. Der Kommandant der Stadt bemüht sich, die Kunstschätze, die noch in AmienS sind, nach Möglichkeit zu beschützen. Bethune sei nicht weniger beschädigt als AmienS. Besonders aber wurde Abeville heimgesnchr. Seit Mitte Mai sei die Stadt achtmal bombardiert wordoit.
Schwerstes deutsches Schlagseuer.
W. T.-B. Berlin. 27. Juni. (Drahtbericht.) Am 26. Juni wurden Lstrees-St. L e n i s und Margny mit schwerstem deutsch:» Schlagseuer beschossen.
Die Rrbeiterkonferenz in London.
Br. Rotterdam, 27. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Gestern wurde die Konferenz der englisch-en Arbeiterpartei in London eröffnet. Von auswärtigen Sogialistenfübrern ware-i Branting. Thomas, van der Velde, Huhsman, Longuet uns Reuaudel anwesend. Auch Kerenski war erschienen, der gleich zu Beginn der Versammlung eine Rode hielt, in der er sagte, das ruffffche VE sei bereit. Len Kampf wieder aufzunehmen. Aus der Versammlung ertönten softirl Ätufe, wenn Kerer ski da ist, warum nicht auch Troelstra. Als die Anwesenheit Kerenskis verteidigt wurde, felgte ein Bild größter Unordnung. Nach Herstellung der Ruhe erklärte Kerenski, er sei aus Moskau gekommen, um als Staatsmann und Sozialist der -ganzen Welt zu erzählen, daß das russische Vclk gegen die Vergeuialligung kämpfe. Die Peli.tik der Mittelmächte gegenüber Ri mänien und Rußland zeige am besten, was man vom Frieden des Feindes zu er- warten hätte. Henderson sprach dann von der Zweckmäßigkeit der Kündigung deis Burgfriedens mit der Regierung. Aus >der Mitte der Versammlung wandke- m>an sich scharf gegen die Regierung und die Beteiligung der Soziä. listen an derselben. Die Entschließung über die Kündi- gung des Bnrgfriedens wnvde mit 1700000 gegen 950000 Stimmen angenommen.
Die Ermordung des Lxzaren bestätigt.
w. T.-B. Tarmstadt, 27. Juni. (Drahtbericht.) Ter grrßhcrzogliche Hof hat au? Moskau ein von Tschitscherin, dem Volkskommissar sür auswärtige Angelegenheiten, unter- zei.bnetcs Telegramm erhalten, wonach "der Exzar zwischen Jekcüerinnrburg- und Peru: errnordet wurde. (F. Z.)
79 Milliarden 500 Millionen russischer Staatsschuld.
Br. Zürich, 27. Juni. (Erg. Drahtbericht. zb.) Der Berichterstatter der „Deutschen Tageszeitung" meldet: Die Schweizerische Telegravhen-Jnformarion meldet aus Petersburg: Die Sowjetregierung gibt offiziell bekannt, daß gegenwärtig die russische Sta:rtsschuld 79 Milliarden 500 Millionen beträgt.
Bewaffnetes Eingreifen Englands in Rußland.
W. T.-B. Stockholm, 26 Juni. Wi; _ „Svenska Dagbladet" aus Moskau erfährt, bestätiat die englische (Heiandtschast in Moskau daß England ein bewaffnetes Eingreifen in Rußland beschlossen habe, während die Vereinigten Staaten eine friedliche Einwirkung wünschten. Das Blatt der russischen Regierung, „Jtzwestija", behandelt die englischen Pläne. Rußland aufs neue in den Weltkrieg hineinzuziehen, und ecklärt. selbst wenn die Japaner und Engländer den Kamps gegen die Deutschen aus russischem Boden anfnähmen, fo könne Rußland doch nicht die Grundlage einer neuen Front bilden.
Eine Neuqruppierung der Tschecho-Slowaken.
~W T.-B. Stockholm, 27. Juni. (Drahtbericht.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphenageutur nahmen d:e Tschecho-Slowaken in der Richtung Ufa-Eiatz eine Neug.ruppierung ihrer Streitkräste vor. DieSowjet- t r u p t e n ergriffen Anstalten zur Verteidigung von Pedro- srwcidsk. Eine tschecho-flowakische Abteilung bemächtigte sich des- Bahnbvfs vor: Nowo-Sergiewskki. Nach dem letztem Gerücht hat der Oberbefehlshaber der Roten Garde an der Front Ural-Sibiri-en, Berzin, -den Güterbahnhof Shsma an de: Wötza und Rozbianka genommen.
Die Unabffänysgkeit Raullasisch-Rrmeniens.
W. T.-B. Kiew, 26. Juni. Kaukasisch-Armenien hat vor einigen Tagen seine staatliche Unabhängigkeit erklärt. Ministerpräsident ist O. R. Katschazrruni. Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. A. Chrftffi.rn. — Eine arme* niscbe Delegation, an bereit Spitze der Präsident des arme- nisck>en Nationalrates A. A. aronian steht, und zu deren Mitglieder auch der Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. A. Ehaftffian und der frühere Dumaabgeordnete Dr. Papadianian zählen, ist zur Besprechung der schwebenden transkaukasisch'n Fragen am 19. Juni in Konstanti- n o p e l eingetroffen.
Lin rumänischer Rmnestieerlatz zugunsten her deutWen Staatsanaefförrgen.
IV. T - B Bukarest, 27. Jum. (Drabtbericht.) Das rumänische „Amtsblalt" verösscmlicht einen von König Ferdinand Unterzeichneten Amnestiecrlof,. Cs werden alle deutschen Staatsangehörigen, die wegen Vergebens zugunsten ihres Vaterlandes oder wegen B e r sr r f e s gegen Ausnahmegesetze für die scindlichcn Staateangebörigen gerichtlich verfolgt werden, begnadigt. Allen deutschen Siaatsangehörizen, 'die wegen der obigen Vergehen bereits öern'.tcili sind, wird die Strafe crlasien. Ebenso denjenigen Derttschcn, die sich iräkrend der Internierung eine Ver» urtelluno zuzogen. _
Die älteste veutsch-amerikanische Zeitung einqegangen.
Bu. Berlin, 27. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Das älteste deutsch-amerikanische Blatt, die „New Dorker Staats zeit u n g", hat wegen schwerer finanzieller Verluste ihr Erscheinen eingestellt. Die Zeitung wurde vor 85 Jahren von Jakob Uhl in ganz bescheidenem Umfang gegründet. Nach Kriegsausbruch trat die „New Dorker Staatszeitung" mannhaft für die deutsche Sache ein. doch flaute diese Haltung allmählich recht bedenklich ab. so daß die Zeitung größtenteils ihren noch deutsch- ftihlenden Leser- und Abannentenbestand einbüßte. Vor kurzer Zeit war dieser Rückgang so weit gediehen, daß die Zeitung sogar vorübergeheUd in englischen Besitz überging. Englische Kapitalisten, hinter denen Lord Northcliff stand, hatten sich de? alten Blattes zu benlächtigen gewußt. Dem energischen Dazwischentr^ten einiger hervorragender Deutsch-Amerikaner, an ihrer spitze Herr Pagenstecher, gelang es jedoch, den Handel rückgängig zu machen. Daß das bedauerliche Ende dieser einst so hochanyesehenen Zeitung größtenteils auch durch die böswillige Verfolgung beschleunigt wurde, deren sie von seiten des Präsidenten Wilson ausgesetzt war, wird von Kundigen behauptet und klingt keineswegs unwahrscheinlich.
Deutsches Reich.
Rbreife öes Reichskanzlers in bds Große Hauptquartier.
Br. Berlin, 27. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Reichs- kanzler Graf H e r t l i n g begibt sich, wie die „Voss. Ztg." erfährt, morgen zu wichtigen Besprechungen in das Große Hauptquartier.
Rüfflmann bleibt im Rmt.
Br. Berlin, 27. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die .Germania", welche aus Reoierungskreisen sehr gut unterrichtet zu sein vflegt, schreibt: Es steht nunmehr fest, daß der Staatssekretär des Auswärtigen Amts auf seiuem
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