Verlag Langgasse 21
„Tagblatthaus".'
Schalt«r-Halle geöffnet von 8 Uhr mvrgenS bi» 7 llhr abends.
wöchentlich
«ezugs-Preis für beibe Ausgaben: Mk. 1.20 monatlich, Mk. »60 vierteljSdrlich durch den Lerlag Langgaffe 21, ohne Bringerlohn. MI. 4.65 vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, ausschlietzlich Bestellgeld. — Bezüge. Bestellungen nehmen außerdem entgegen: IN Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckring IS. sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der etabt; in Biebrich: die dortigen Ausgabestellen und in den benachbarten Landvrten und im Rheingau die betreffenden Tagblall-Träger.
12 ftusgafeen.
Fernruf:
„TagblatrhauS" Rr. 6650 -53.
Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntag».
Anzeioeu-Preis für die Zeile: 25 Psa. für örtliche Sinzeigen: Sb Psg. sür auswärtige Anzeigen: 1.25 Mk. sür örtliche Reklamen: 2.50 Mk. sür auswärtige Reklamen. — Bei wiederholter Aufnahme unoer änderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen eutlvrechender Rachlaß. — Anzeigen-Annahme: öur bse Abend-Ausgabe bis 12 Uhr minags: sür die Morgen-Ausgabe bi» S Uhr nachuiittags. — Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine iffewähr übernommen.
Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57, Au der Apostelkirche 7,1« Fernsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203.
Dienstag, 23. Juni 1918.
klbend-Kusgabe.
Nr. 290. ♦ 66. Jahrgang.
Der Tagesbericht vom 25. Juni.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Juni. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.
Das tagsüber mäßige Artilleriefe u er wurde am Abend in einzelnen Abschnitten lebhafter. Dir Erkundungstätigkeit blieb rege. Südlich dev Scarpe und auf dem westlichen Avre-Ufer machten wir Gefangerte.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nach starker Feuerwirkung griff der Feind mit mehreren Kompanien' auf dem Nordufer der A i s n e an. Im Gegenstoß wurde der Angriff abgewiesen.
Heeresgruppe Herzog Aldrecht.
Die Zahl der gestern früh von bvandenburgifcher und Thüringer Landwehr östlich von Badonviller eingebrachten gefangenen Amerikaner nnd Franzosen hat sich auf mehr als 6V erhöht.
Leutnant Billik errang seinen 20. Luftsieg.
Der Erste Generalauartiermeister: Ludrudorfs. •
•
Keutzerst trübe Lage in Frankreich.
Br. Rotterdam, 25. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) In Londoner sozinlistiichen Kreisen sind Mitteilungen der Pariser Genossen eingegangcn, welche die Laac in Frankreich als äußerst trübe schildern. Nach diesen Berichten ist der politische Anstand in Frankreich ein s e h r trauriger. Wirtschaftlich hat sich die Lage verschlechtert, da der Eisenbahnverkehr ins Slocken geraten ist, denn sevt nehmen die Amerikaner die Eisenbahnen hauptsächlich für ihre Zwecke in Gebrauch Alles zusammen, genommen, besonders aber die teilweise R ä n m u n g von Paris hat den Geist der Bevölkerung so unangenehm beeinfliißt wie noch nie während der ganzen Kviegszeit. Die Regierung sieht sich infolgedessen gezwungen, strengste Maßregeln anzuordnen, wa§ die Bevölkerung noch mehr erbittert.
Ein anderer Ton von englischer Seile?
Br. Haag, 25. Juni (Eig. Drahtbericht. zb.) Englische Blätter veröffentlichen Auszüge aus einer der jüngsten Reden des Generals S m u t s. Dieser sagte bei der Erwähnung einer Kommission die zum Zweck der Propaganda für enalische KriegZziele ins Leben gerufen werden sollte, man werde nun endlich Klarheit darüber erhalten, wofür En gl and jetzt kämpfe. Einen entscheidenden Sieg einer Partei der kriegführenden Mächte halte er für a n s g e s ch l o s - s e n. Wenn eine Partei völlig siegen wolle, dann müsse der Krieg noch endlos fortaesetzt werden. Darüber würde die ganze europäische Z i r> s l i s a t r o n zugrunde gehen. Biele Blätter sagen, diese Äußerung habe in ganz England größtes Aufsehen hervorgerufen. Die Arbeiterpresse meint, Smnts habe dies im Einverständnis niit Llovd George gesagt, der seine Knock-out-Politik anfgegeben habe.
Deutscher Reichstag.
Nach der Rede des Staatssekretärs Dr. v. Kühlmann, die wir bereits in der heutigen Morgen-Ausgabe mitgeteilt haben, nahm zunächst Abg. Gröber (Ztr.) das Wort. Der Redner fiihrte u. a. aus- Wir erblicken in Finnland und der U k r a i n e ein herrliches Absatzgebiet sür die Zukunft und auck ein gutes Siedelungsland. Auf die glückliche Lösung der polnischen Frage muß in unserem eigensten Interesse das größte Gewicht gelegt werden. Vor allen Dingen muß die polnisch-russische Grenze strategisch geschützt werden. Die Litauer werden behandelt wie Gefangene. So gewinnt man ihre Herzen nicht. (Sehr richtig!) Das Sprachverbot und die Schließung der Schulen muß Erbitterung schaffen. Die anfangs ausgezeichnete Stimmung wird sür Deutschland immer schlechter. Die deutschen Balten wollen sich uns anschließen, da darf- die Heimat sie > nicht znrücksteßen. Es muß verhütet werden, daß England sich in den Ostseeprobinzen festsetzt. Die Ukraine ist und bleibt eine Schafts m me r, wie sie reicher nicht gedacht werden kann Wir müssen nur die richtigen Mittel anwenden, um, die Schätze zu heben, dann werden sie uns zugute kommen. Deutschland muß zeigen, daß es alle Vertoagsbestimmungen von Brest- Litcwsk zu erfüllen gewillt ist. Auch jeder Einzelfriede ist der Weg zum Weltfrieden und Deutschland ist kein Hindernis für einen allgemeinen dauerhaften Frieden. Das Seebeuterecht, das Blockaderech: und das Konterbanderecht müssen verschwinden, dann haben wir die Freiheit der Meere, dann haben wir, ,vas wir brauchen für unseren deutschen Handel. Dann haben wir auch, wasandere Länder und andere Völker für ihre Freiheit brauchen, um aus Englands See- und Gewaltherrschaft herauszukommen. Friedensangebote sind genug geniacht worden. Wir vertrauen auf die Entscheidung des scharfen deutschen Schwertes auch im Westen. lLebhaster Beifall.)
Dr. David, (Soz.): Formell hat der deutsch- rumänische Friedensvertrag den Frieden im Osten
vollendet, trotzdem schlagen noch Flammen dort hervor und erfordern noch deutsches Blut. Der Friede mit der Ukraine sollte ein Brotfriedeu werden, aber weder Brot noch Friede sind uns geworden. Die Hauptgründe liegen darin, daß dort verkehrt regiert wird. Dort herrscht der Geist aus Ostelbien. Die parlamenracftche Vertretung in den bisherigen russischen Landesteilen muß eine wirkliche Volksvertretung werden. Erst wenn sie eine • freigewählte Volksvertretung -haben, wird das Volk die Entscheidung zwischen Republik und Monarchie treffen können. Die Friedensresolution des Reichstags ist noch nicht beseitigt, sie ist vielmehr hochaktuell. Alle Reichstagsnachwahlen haben gezeigt, daß das Reich für den Verständigungstrieden ist. Leider besteht bei unseren Gegnern die-gleiche Friedensbereitschaft noch nt ch t. Auch fiir Belgien gilt das Angebot eines Friedens ebne Annexionen und obne Vergewaltigung Indirekt bat Herr v. Kühlmann diesen Standpunkt geteilt, er sollte es aber klar aussprechen. In dem gleichen Moment hört Belgien auf, eine Waffe zu sein für England bei der Weiterfiibrung des Krieges. England würde sich dann sofort für den Frieden erklären. (Lebhaftes Sehr richtig!) Elsaß- Lothringen ist ein altes deutsches Land. Sein Landtag, der allgemeinen und gleichen Wahlen enffprungen ist, zeigt nur eine ganz kleine, französisch denkende Minderheit. Das deutsche Volk ist ebenfalls bereit, einen für beide Teile gleich ehrenvollen Frieden abzuschließen. Der Krieg gebt um das Ziel der Friedensbereitschaft der Gegner. An dem Tage, an dem die Bereitschaff zu Bei Handlungen erklärt wird, hört das Morden auf. (Sehr richtig!) Das deutsche Volk will seinen Aufstieg zur politischen und sozialen Höhe sickern. (Beifall bei den Soz.)
Abg. Gros Westarp (kons.)' Unsere Politik im Osten sicht jetzt vor einer Fülle von neuen Schwierigkeiten, vor Aufgaben, deren Lösung für die Geschichte, kür Jahrhunderte von Bedeutung sein wird. Amerika und England bemühen sich zielbewnßt, in Rußland und Rumänien uns Schwierigkeiten'zu bereiten. Wie haben im Osten änch deshalb so keine sicheren Zustände, weil die russische Revolution tillkommen versagt hat. Sie hat nur erreicht, daß alle Ordnung dahin ist. Der Staatssekretär nannte dies einen Gärungsprozeß. Es darf nickt wieder Vorkommen, daß O st ■ Preußen der Gefahr anheimfällt, ein russisches Einfall t o r zu sein. Wir müssen seine Grenzen sichern, ebenso die Posens und Schlesiens. Jetzt ist unsere Politik lediglich, den Krieg auch im Westen zu gewinnen. Auch wir wünschen, mit dem künftigen Polen in freundschaftlichen Be- ziebuugen zu leben, wenn dies auch erst noch zu großen Schwierigkeiten führen sollte. Eiye polnisch-ö st erreich! s ch e Personal-Union halten wir nicht sür gut. Dir fürchten Störungen und Trübungen unseres Verhältnisses zu Österreich-Ungarn. Wir brauchen eine feste Politik, namentlich auch- hinsichtlich der Verhandlungen für den künftigen Frieden nach Westen hin. (Sehr richtig!) Niemand in Deutschland will die Wellherrschaft. Mit einfachen Verträgen lassen sich das Seebeuterecht, das Blockaderecht und das Konterbandereckt nicht beseitigen. Wir müssen von der Regierung ein festes Programm fordern, das sie auch überzeugt und überzeugend vertritt. An diesem Programm muß üe bei den Verhandlungen festhalten, und in dieser Hinsicht bestehen bei uns die schwersten Sorgen. (Sehr richtig!) Der Streit über die Schuld am Kriege war schon erledigt; jetzt wird die Streitaxt neu ausgegraben. England möchte die Weltherrschaft an sich reißen und möckte uns vernichten. England, nickt Rußland war der Anstifter des Krieges. Es handelt sich auch nicht um einen Kampf der Weltansckauungen. einen Kampf um ten Götzendienst des Geldes (Lachen links; Sehr richtig! reckts.) Wir müssen uns sichern und dazu brauchen wir die belgische und die flandriscke Küste. Nicht wie der Staatssekretär sind wir der Meinung, daß es außer der Integrität unseres Landes nichts gibt, über das nicht ver- bandelr V erden könnte; unsere Bli-.topfer sind um anderen Lohn gefle'sen. (Lebhaftes Sehr richtig! rechts.) Die Worte des Staatssekretärs können als ein neues Friedensangebot aufgefaßt werden. Ein Avpell an den guten Willen Englands nützt nichts. Zeigen dir Feinde nicht den Willen zu Verhandlungen, so müssen sie dazu gezwungen werden durch unseren Sieg, der von uns erfochten werden wird. (Lebhafter Beifall rechts )
Darauf vertagt das Haus die Weiterberatuug aus Dienstag 2 Uhr; vorher Anfragen. — Schluß 714 Uhr.
Staatssekretär v. Uühlmann über den rumänischen zrieden.
Vre Verhandlung im Neichstagshauptausschuh.
W. T.-B. Berlin. 24. Juni. Im Hauptausschuß des Reichstags war die an d>e vertraulichen Ausführungen des Staatssekretärs v. Kühlmann sich anknüpsende Aussprache über die politische Seite des Friedensvertcages' mit Rumänien ebenfalls für vertraulich erklärt worden. Auf die aufgeworfenen Fragen ging sodann der Staatssekretär v. Kühlmann näher ein. Abg. Dr. Müller-Meiningen wünschte, daß die letzten Äußerungen des Staatssekretärs in die Presse kämen. Die alldeutsche Presse habe die Meinung ern-eckt, als ob die Deutschen bei den Friedensverhandlungen in Bukarest leer ausgegangen seien. Das sei falsch. Daß. die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes dabei be
rücksichtigt worden seien, liege auch int deutschen Interesse. Der r ech t s p o li ti sch e Teil des Friedensvertcages sei vorzüglich cwsgearbeitet und verdiene Anerkennung. Die beßarabische Frage berühre uns stark. Es wäre wichtig zu wissen, ob wir mit dem Entgegenkommen gegenüber Rumänien nicht die Ukraine ungünstig stimmten. Unseren Landsleuten dort müsse der Besitz für alle Fälle gesichert werden. Dem Artikel 3. des SchiftahrtsabkommenS (Abtretung eines Länderstceifens) sehe man in Bayern mit einigen Besorgnissen entgegen, weil er Anlaß zu. Verwicklungen geben könnte. Zu sorgen sei dafür, daß die Bestimmungen über die Rechtsgleichheit der Juden auch durchaeführt würden. Die Freundschaft mit Bulgarien nock fester zu bauen, miiffe die Aufgabe unser:,: Politik sein. Seine Freunde stimmten deni Friedensvertrag zu.
In Erwiderung auf die Aussprache führte Staatssekretär v. ttühlmann ans: In meinen Darlegungen zur allgemeinen politischen L-eite des Beratungsstoffes kann ich mich wohl kurz fassen, da hierüber in der Öffentlichkeit schon ein sehr reger Meinungsaustausch ftattgefunden hat. Die schwierigsten Fragen des Friedensschlusses waren die territorialen Fragen. Österreich-Ungarn konnte als ein ohne Kriegserklärung überrollen >?r Nachbar auf eine neue Grenzgestaltung dringen, welche derartige Vorgänge sür die .Zukunft ausschloß. Bulgarien hatte v o l l b e r e ch t i rt t e u Anspruch darauf, einesteils alles das wiederzugewinnen, was Rumänien durch seinen heimtückischen Überfall im zweiten Balkankriege ihm cntrilsen hatte, und darüber hinaus in Erfüllung alter nationaler Wünsche nicht nur diesen Teil der Dobrudscha, sondern auch die Nord-Dobrudscha mit dem Mutterlande zu vereinigen. Für die Wiedergewinnung an Rumänien verlören gegangenen Gebietes hatten die Zcntvalmächts Bulgarien Zusicherungen' gegeben. Für die Nord-Dobrudscha wax das nicht in gleichem Maße der Fall, aber alle drei Verbündeten hielten cs einstimmig für billig und gerecht, die von-den verbündeten Tri'ppen besetzte Nord-Dobrudscha später gleichfalls an Bulgarien fallen zu lassen. Da dieses Gebiet aber gemeitisäm von Deutschland, Bulgarien und der Türkei erobert war, schien, es billig — und das wurde auch im Prinzip von allen Seiten anerkannt — , daß der Übergang dieses Gebietes an Bulgarien erst nach einer Auseinandersetzung unter den Bundesgenossen erfolgen sollte. Die Auseinandersetzungen mit den beiden Zentralmächten boten keine Schwierigkeiten. Zwischen Bi'lgarien und Deutschland bezw. Österreich schwebten einige laufende Fragen ökonomischer Natur, deren Erledigung keineswegs unüberbrückbare Schwierigkeiten llietet. Ander» lag es zwischen Bulgarien und der Türkei. Die Ti) r ke i dar sick mit erheblichen Trnvpenmengen an der Eroberung-der Dobrudscha beteiligt und hierbei durch Krankheit und Gefechte viele Leute liegen lassen, mithin hierfür erhebliche Opfer an Gut und Blut gebracht. Die Türkei suchte hierfür Kompensationen auf dem Gebiet, das unmittelbar vor Eintritt Bulgariens in den Krieg an Bulgarien von der Türkei an der Maritza abgetreten war Diese damals in ziemlicher Hast durchgeführten Konzessionen haben in der Tat eine höchst unerwünschte Grenze geschaffen. Namentlich ist die Vorstadt Karagatsch von Adrianopel an Bulgarien übergegangen. Jedem objektiv Betrachtenden war es unzweifelhaft, daß hier etwas geschehen sei, was auf die Dauer nicht bestehen konnte und daß hierüber frenndschaft- licke Auseinandersetzungen und Klarstellungen ein Gebot der Notwendigkeit seien. Leider bestehen zwischen unseren beiden Verbündeten noch aus den B alkankriegen gewisse gefühls- ni ä h i g e Unstimmigkeiten, welche die Behandlung der so heiklen Grenzfrage dornig erscheinen lassen. Deutschland und Österreick-Ungarn haben sich bis heute nach Kräften be- müht, einen Ausgleich zu sckaftcn, welcher den beiderseitigen Wünschen und Interessen entspricht. Je eher ein solcker Ausgleich erfolgt, se eher der endgültige Übergang der Nord- Dobrudscha an Bulgarien vor sich gehen kann, desto besser fstr das Interesse des gesamten Bündnisses. Der Vorschlag eines Kondominiums ist von der Türkei und Bulgarien -auS- gegangen/die gleichzeitig mit einer Reihe von Alternativvorschlägen an uns herangetreten sind; unter diesen war der einzige, auf den beide sich einigen könnten, der eines Kondominiums. In diesein Sinne wurde dann auch beschlossen« Die Einrichtung des Kondominiums wird einer gründlichen Beratung zwischen den Verbündeten bedürfen. Es wäre sehr erfreulich, werrn eine Einigung zwischen Bulgarien und der Türkei un§ dieser Aufgabe entheben würde. Die österreichisch - ungarischen Grenzregulierungen baben in der deutschen Öffentlichkeit kauin eine Kritik erfahren. Der rumänische Friede ist -ein Teil des gesamten Ostfriedens. In B r e st - L i t o w s k hat Österreich-Ungarn die deutsche Politik in uneigennützigster und loyalster Weise unterstützt, obgleich die dortigen Verhandlungen in territorialer Hinsicht österreichisch-ungarische Interessen nur sehr wenig berührten. Deshalb war es nur selbstverständlich, daß wir hier unseren Bundesgenossen bei den Grenzsrmen in den Karpathen gleichfalls loyal unterstützten. Die ganz genaue Größe des abgetretenen Grenzstreifens wird sick erst an- prken lassen, wenn die endgültige Festsetzung erfolgt ist. Das Beftreben Deutschlands, welches von beiden Seiten sehr häufig als Vermittler angerufen wurde, ging dahin, die Bevölkc- rungsüb ertraguing so minimal wie irgend Möglich, zu machen. Es handelt sich um eine Bevölkerung vcu etwa 200 000 Köpfen, welche eventuell mit übertragen werde!-..
