Verlag La»gg«fse 21
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Donnerstag. 20. Juni 14,8. MvrgeN-KUSgabe. _ Nr. 281.
66. Jahrgang.
Stetes Vordringen in Ventilen.
Oer rrannl Zosetta überschritten.— Km Montello mehrere italienische Linien durchstotzen!
W. T.-B. Wie». 19. Juni. (Dr^bericht.) Amtlich »erlantet vom 19. Juni, mittags:
Der Südflügel der Heeresgruppe des Feldmarschalls v. Borocvii erkämpfte in stetem Vordringen neue Vorteile. Der Kanal Fosetta wurde au ernt= gen Punkten überschritten. Der Jtalrener setzt alles daran, unserem Vordringen W herumen. In engen Räumen werden Gefangene zahlreicher zu- s a mm engewürfelter Verbände eingebracht. Heftige Feindcsanqriffc, die namentlich beiderseits der Bahn Oderzo-Trcviso mit grob:er Zähigkeit geführt Wur- deri, brachen »ntrr schwere« Verlusten teils in unserem Fruir, teils im Nahkampf zusammen.
Die Divisionen des Generalobersten Erzherzog Joseph durchstieße« bei Sovilla am Südslust des Montello mehrere italienische Linie«. Die Zahl der Gefangenen erhöht sich.
An der Gedirgsfront waren die von uns am 15. Juni genommenen Stelluagcn zwischen Piave und Brenta und südöstlich von Asing» abermals- das Ziel erbitterter Anstürme. Der Feind vermochte trotz großer Opfer nirgends Vorteile zu erreiche«. Auch «tf dem Dosso Alto stießen die Italiener immer wieder vergebens vcr. An der T i r o l e r Westfront harte KLwgche. Der Chef des Geurralstabs.
»
Lin Schweizer Sachverständigenurteil.
W. T.-B. Bern, 19. In«. (Drahtbericht.) Zu dem österreichischen Vorstoß schreibt Oberst Egli in den „Basler Rvchr.": SS ist natürlich auSgeschloffen, datz an d.er ganzen Front von mehr alt- 150 Kilometer Breite eine gleichmäßig starke Ofsenfive angesetzt worden ist. Schon ans den ersten Telegrammen läßt sich erkennen, daß sich der Druck hauptsächlich gegen einzelne Stellen richtet, aber auch da kann jetzt noch nicht festgestellt werden, wo eS sich um den Hauptstoß oder wo mir um einen Scheinangriff bandelt, der die italienischen Reserven anziehen und festhakten soll. Die Lage an der italienischen Front war in letzter Zeit so bekannt, daß die österreichisch-ungarische Heeresleitung von vornherein auf eine Überraschung verzichten mußte. Daran» ergab sich die Notwendigkeit eines Angriff» auf der ganzen Front. Nach de« Erfolgen der ersten Ecklackütage erscheint es nicht aasgcschlofsen. daß die öster- reichisch-kntgaiische Heeresleitung ihre Haupt kr äste in der italienischen Ebene angesetzt h>rt, zumal sw von vornherein sicher annehmen konnte, daß Diaz vor allem versacken werde, im Grappagebiet und auf der Hochfläche der Siebengemeinden standzuhalten, um die Ausrolluug der Piavestont zu verhindern. > K
Italienische Fugeständnifse.
Br. fiunen», 19. Juni. (Sig. Drahtbericht, zb.) Der Kriegsberichterstatter des „Seeolo" meldet unter dem 17. d. M„ nachmittags: Der Vormarsch der Österreicher
«eicht nur bis zu einer Tiefe von 4 Kilometer. Der Wagenpark und die Kanonen de» Erzherzog: stehe« noch auf dem linken User der Piave und erwarten die Fertigstellung der Drücken, deren Bau von den italienischen Kanonen schwer bebindert wird. Weiter südlich von San Andrea bis Foffalto, eine Strecke von 40 Kilometer, ist der hier stellenweise bis 2 Kilometer breite Fluß von ö st e r r e i ch i s ch e n T r u p p «n belebt, die auf Booten und Flößen ihn zu übersehen der- suchen, fortgesetzt gestört durch das italienische Feuer, das hier den Fluß beherrscht. Zwischen Fossalto und Masile wird das Flußbett schmal und vielfach gewunden mit steilen lttrrn Hier konnte« die Österreicher das dies- seitige User gewinnen und «inen Brückenkopf her» stellen, den sie mit großer Kraft hatten und verbreitern. Es gelang ihnen auch, eine vollwertige Verbindung mit 'ihren Truppen nördlich von Fossalto herzustellen. Wir muffen unsere Lage mit Vertrauen betrachten. Sie ist ernst und s ch w i e r i g nn Abschnitt von Montello und in dem von San Dona. Dazu kommt, daß der Feind ungeachtet seiner großen Verluste noch über viele Reserven verfügt.
Eilt Bericht de» stzLienischsn Öterstkommamdrovenden.
Br. £b*üi«, 19. Juni. tzSig. DraHLsricht. zjb.) Die Agoncia Stefan, veröffentlicht den Bericht des italienischen Oret'?' .. a-nfeievtnfeen über die Lage, in dem es heißt: Auf der Geüirgefront und dem MvnLello erneuerte feer Feind seine Ins anter i e u-nqri sse wÄhrend des Tages nicht. Borstöße unserer Trvsftien waren von «Grsofeg gekrönt. Wir beisetzten eine feindliche Stellung, nahmen Maschinengewehre und einige hundert Eilefangene. Wichtige Aktionen entwickelt«« sich südlich des Montello und längs fevr Piave in der iNogenid Mischen Ze-nson i»ckd Foffatto, aber überall wurden die Feinde durch unsere Angriffe aufgckhakten. Sie ließen fes-bei mehrere hundert G-fcin-gene in unserer Hand. Die seiwdlichen Borsuche, den Muß Mischen Maseraba urtd Tan. dein zu ikbevstbreiten. -wurde« «mit blutigen Verlust«! suw den Feind -abgeschlagen. An feer unter», Wghp *tMHSCW jfevvtz uajtcc Kegonaffgnffe Vv-rtetße.
Zwischen kjostnung und Sorge.
W. T.-B. Beim, lg. Juni. (Drahtbe eicht.) Der „Corriere della Sera" erfährt aus Rom: Die Hauptstadt erwartet mit größter Spannung, aber ruhig, die Nachrichten von der Front. Es sei rätlich, wenn das Land auch auf die Möglichkeit wechselnden Wassenglücks vorbereitet werde, im festen Vertrauen darauf, daß das Heer unter allen Umständen seine Pflicht tun werde. Die Entscheidungsschlachr sei endlich da. Wie „Secolo" berichtet, sind trotz des Kammer» beschluffeS zahlreiche Deputierte in Rom geblieben, um rascher Nachrichten zu erhalten.
ver Kbendbericht vom 19. Iunt.
W. T.-B. Berlin, 19. Juni, abends. (Anatkich. -Draht- bericht.) Von den Kampffronten nichts Neues.
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vor großen Ereignissen in der Picardie?
Br. Genf, 19. Juni. (E'g. Drahtbericht. zb.) Durch untrügliche Anzeichen wird laut den Pariser ministeriellen Abendmeldungen die Picardie der Schauplatz von Zusammenstößen auf breiter Front sein. Ob auch gleichzeitig südwestlich Royon die großen Kämpfe sich erneuern werden, lasse sich nicht voraussehen.
Die Beschießung von Comviegne.
W. T.-B. Berlin, 14. Juni. Am Bahnhof von Com- piegne rief unser Feuer Brände hervor. Desgleichen erzielten ausgiebige Bombenabwürfe auf die feindlichen Flug- bösen von B a r a h und V e r i n e s sowie im Waldlager von La-Moiiere Brände und Explosionen.
Die rrriegsanrgaben der Alliierten.
W. T.-B. London, 19. Juni, (Drahtbericht.) Reuter meldet: Bonar Law brachte im Unterhaus eine Vorlage über einen Kredit von 500 Millionen Pfund Sterling ein und erinnerte daran, daß am 7. März ein Kredit von 600 Millionen Pfund vewilligt worden sei. Die Itter ächt über die Ausgaben von 69 Tagen bis zum 4. Juni zeigt, daß die veranschlagten Ausgaben für diesen Zeitabschnitt 482 Millionen Pfund betragen, während die tatsächlichen Ausgaben auf 4721h Millionen Pfund kämen, also um 9 Millionen Pfund hinter der Schatzung zurückgeblieben seien Die täglichen Ausgaben seien aus 6 986 000 Pfund geschätzt gewesen, tatsächlich aber um 188 000 Pfund täglich geringer. Obwohl man nicht immer mit solchen Ersparnissen rechnen könne, sei der Voranschlag doch einigermaßen kennzeichnend ftir die allgemeine Lage. Die Gesamtschuld der Alliierten betragt 1370 Millionen und die der Dominions 206 Millionen Pfund Sterling.
W. T.-B. London, 18. Juni. Das Unterhaus hat den Kvedit vcn 500 Millionen Pfund Sterling einstimmig angenommen.
3ur Knlwort vurrans on Lord Milner.
IV. T.-B. Budapest, 18. Juni. Der „Pester Lloyd" schreibt über die Äußerungen des Grasen Burran im „Fremdenblatt": Es ist nicht etwa ein n e u e s F r i e - densangek ot. daS der Minister des Äußern der Entente macht, sondern vielmehr eine Aufforderung an die Entente, sich auf den Weg aufrichtiger und konkreter Verhandlungen zu begeben, und die Erinnerung daran, daß wir niemals die Ziele, die uns vorschweben, unbedingt nur auf dem Wege der Gewalt verwirklichen wollen. — „Vilag" sagt: Die Äußerungen Burians sind um so bedeutungsvoller, als er hinzufügt, daß er diese auch im Namen Deutschlands mache.
Oer chinesisch-japanische Vertrag.
IV. T.-B. Bern, 19. Juni. (Drahtbericht.) Über fern Mitte Mai geschlossenen chinesisch-japa-nischen Vertrag mcklfeet feie „Associated Preß" anS Peking vom 17. Mai: Die Koiweutisn. feer-em Wortlaut nacht veröffentlicht worfesn ij*i, betreffe eventuelle gsmeuchame Verüeidigu-ngS- schritte an fee« Rorfeefftzvenzai. Jhoe 12 Artikel enthicklien eingehenfee Rbmvchunge-n -über feie Um terst e lluwg vom sämüichen dazu vsrwenfeetisn Trappen unter feem Befehl japamifchler Offiziere, ferner Liber feem Austausch von Waffen, Kriegskarten und sonstigem Kriegsmaterial und über feie Fimamzierumg feer Operation«» durch Japan. Sie' LehieLem fee« Japanern die Kontrolle über feie Eisenbahnen vor und sehen feie Anlage von japanischen Befesti- gu-ngem und die Einrichtung einer japanischen Militärpolizei in den OperationSdistrikten vor. China habe auf fevei Klauseln bcistanfeen: 1. Daß die Konvention nur zux Durchführung gelange, falls feie Lage tatsächlich chinesisch- japanische Operationen erforderlich mache; 2. daß die Konvention mit oer DeeiMgung >de§ Kriegs außer Kraft trete; 3. daß feer Umfang feer militärischem^ Operatiomen auf feie Norfecchgremge befchräM bleibt.
Englische Absichten auf feie Lofoten vor Narwik,
Berlin, 18 . Juni. Wie in Rvtterfeam, feer .FSaH. Ztg." zufolge, in durchaus zuverlässig autorisierten Kveisen verlautet, versucht die -englische Regierung durch ihren Gasomfeten Mrstvr Finfelatz in Christiamia, feie Lofoi«« vor R»rtoi! « sich zu bringen. Der Gffanfefee hat tun frfater SSe^CUmg Weisung qfoxftcay ckewe MLWittkL feavei M-Manem,
Hamburger Ausblicke.
Mehrere Tage war sin Großteil deS Reichstags zv Besuch in Hamburg, man veranstaltete Zusammenkünfte. Besprechungen, es wurden Reden gehalten und bei diesen Gelegenheiten ftel so manches geistreiche, kluge Wort: Es wurde davon gesprochen, daß gegenwärtig Leute, die vor dem Kriege die Valuta für einen weih- licheii Vorncunen gehalten hafte«, jetzt befugt seien, Entscheidungen über diese so wichftge Angelegenheit zu treffen und Herr Ballin warnte im Uhleuhorster Föhr- hause davor, Weltwirffchast im Kasernenhose betreiben zu wollen. Es ist kein .Znfall, daß gerade die Stadt Hamburg, die Lunge Deutschlands, am meisten Sorgen hegt, daß die Entwicklung des Wirtschaftsbeüens nach dem Kriege für den deutschen Kaufmann große Gefahren und Schwierigkeiten bringen werde, denn gerade darf, wo der h a n s e a t i s ch e G e ist noch unverfälscht erhalten ist, blickt die Kmiftnannschast auf urafte ftberftese- rungen zurück, ans eine große Vergangenheit und am eine fast nicht minder ehrenvolle Gegenwart, die durch den Krieg jäh unterbrochen worden ist. Kaum irgend^ wo anders im ganzen Deutschen Reich haben die Kriegs- folgen so einschneidende Wirkung auf das Gesamtlebea gehabt wie gerade in Hamburg und kaum wo anders darf man von einem siegreichen Ausgang deS europäischen Kampfes soviel erwarten wie im größten Hafen . des Deutschen Reiches. Nirgendwo anders aber sind die Mienen der Bürgerschaft sorgenvoller als geraüe hier und dies nicht ohne Wmnds
Wiederholt hat sich die Hamburger Bürgerschaft, Großkaufleute. Expoctenre, Schisssreeder mft der A»- gelegenheit einer diplomatischen Reform b»- schäftigt; es wrrrden Eingaben an den Reichstag g> macht und auch an das AuswÄtrge Amt selbst hak mau sich gewendet. Bisher ist der Erfolg kaum zu spürest gewesen, man hat diesen Darlegungen platonische Aberkennung gezollt, ihnen beigepflichtet, ohne aber datz man sich dazu aufgerafft hätte, etwas Greffbares. Wirb liches zu unternehmen. Der zähe Geist, der in Hcnn- burg daheim ist. gibt aber nicht nach und deshalb hgt man sich entschlossen, den gesamten ReichStwst cinzuladen, um mit den Dolksverftetsrn einmal mr- miftelbar Fühlung zu nehmen, in der Hoffnung, durch mündliche Aussprache schneller zu dem gewünjchtm .Ziele zu kommen. Doch nicht allein um grundLgwft» diplomattsche Neuerungen handelt es sich, sondern vorwiegend auch darum, in ^welcher Weise di« Über» g a n g s w i r t s ch a k i gestaltet werden soll, und d^ Aussichten, die sich nach dieser Richtung bieten, erscheinen den Hamburgern nicht minder grau und trübe als jene über eine Neugeburt der deuffchen Diplomatie. Hauptgegenstand der> ernsten «nd tiefgehenden Bedenken weitblickender und unternehmungslustiger Leu«, deren aroßzügigkr Geist die Welt umspannt, ist djtz Überzeugung, daß sich immer mehr und mehr das Bestreben geltend machen wird, jede freie Regungs- mvglichkcit des Handels, im besonderen aber auch jede Ilnternehniungstätigkeft im allgemeinen zu unterbinden und den Staat als Vormund über die p r i- pate Initiative zu setzen. Schon heute bestehen Richtungslinien für die Zeit der Übergangs: virtschast. aus- denen ersichtlich ist. daß nicht allein an Einschrcnv- knngen gedacht worden ist, denen mit Rücksicht aus die Schwierigkeiten der kommenden Verhältnisse Rechnung getragen werden mirßte. sondern daß^ man viel weiter zu gehen beabsichtigt und Zustände, wie sie gegenwärtig herrschen und wie man sie eben jetzt duldsam hrrmirmn^ gewissermaßen verewigt werden sollen. In seltsamer Verquickung einen sich hierbei militärischen: Gefft und sozialistische Bestrebungen: beide gehen wohk von verschiedenen Gestchtspnnkten aus, treffen sich jedoch am dem Wege zum gleichen Ziel. Einerseits hat die Regierung, in dieser Beziehung militärisch beeinflußt, das unklare Empfinden, dürch bleibende ZwangS- niaßregeln größeren Einfluß auf die Gelamthert zu gewinnen und sie gewissermaßen in Abhängigkeit zu halten, in einer Abhängigkeit, die zwar verfassungsmäßig nicht f-chgelegt ist sich aber aus den neu zu bildenden Verhältniffen ganz von selbst ergäbe. Bei den Sozialdemokraten hingegen sind es doktriuire über- legungim, die aus den Staatssozialismus hinarbeiten. Don diesem drohenden dovvelten Druck fühlen sich Handel und Industrie stark bedroht und sie treffen bereit» jetzt ihre ALwchrmaßnahinen, die nicht früh genug ein- .setzen können. Man sagt sich: — mit Recht — daß Deutschland gerade durch die freie BewegEich- k e i t des ft n t e r n e h m u n a s S « i st e s groß und mlichtio geworden ist und daß es einen Rückschrift. ja sogar einen Niedergang bedeuten müßte, wenn mau den deutschen Kaufmann der Freiheit bera«. ben Nullte. Freilich kann da nicht mekm angeknüpst werde», wo inan im Auairst 1914 auf gehört hat. aber 5atf aui ds r BMi. Ä? t eM MW ÄMtz
