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Mittwoch, 14. Juni 1418. !st0r6EN-AU§aabe» Nr. 274. , 66. Jahrgang

zortschritte an der Piave und am Montello.

Bisher 30000 Gefangene, 720 Geschütze!

W. T.-B. Wien, 18. Juni. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 18. Juni, mittags:

Dir Schlacht in Vencticn nimmt ihren Fortgang. Die Armee des Generalobersten Freiherr» v. Wurm ge­wann an zahlreichen Stellen Raum. Ihr Süd­flügel erreichte in zähen Kämpfen den Kanal F o s e b b a. Generaloberst Erzherzog Joseph baute seine Erfolge im Montellogebiet aus. Italienische Gegenstöße scheiterten: an drei Kampftagen wurden in diesem Gebiet 78 italienische Gc- s ch ü tz e eingebracht, darunter zahlreiche schwere Kaliber. Beiderseits der Brenta rannte der Feind abermals gegen unsere neuen Stellungen an. Ebenso erfolglos ver- | liefen südlich von Asiago mehrere englische Angriffe. Die Zahl der Gefangenen ist ans 30 00Ö gestiegen, jene der erbeuteten Geschütze auf 120. Die Beute an Minenwerfern und Maschinengewehren sowie sonstigen Kriegsmitteln ist noch nicht gezählt.

Der Chef des Generalstabs.

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Zur Eroberung von Tapo Stle.

M. Wien, 18. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Vom süd­westlichen Kriegsschauplatz wird unter dem 17. d. M. gemeldet: Am gestrigen Tag erzie-IIten die österreichisch-ungarischen A;r- grrffsuntern-ehmungelii neue bemerkenswerte Er­folge. Im Gebirge wurde freilich die K-a-mpstLtigAe.it durch schlechtes Wetter und Nebel beträchtlich ckngeschräniki. Mit rücksichtslosam Einsatz von Reserven versuchte die italienische Fülhrurig an allen Abschnitten die Angreifer aus den tags vorher eroberten Räumen zurüätzudrämgen oder den Fort­schritt der Offensive zum Stillstand zu brlingem. So wurden westlich der Brenta heftige Gegen st ötze vereinigter '.taliemischer, französischer und englischer Divisionen auf die neugewonnenen Knien eingesetzt. Alle Stürme brachen jedoch unter schwersten Verlusten vor den unerschütterlichen Stellungen der öfterreichisch--nngarischen Alponvegimenter zu­sammen. Ihn Hochgelänide des Montello schöben sich die Truppen des FeÄdmarschalls Gviginger, den zähen Wider­stand des Gegners meiderringand, weiter gegen Westen vor Beiderseits der Bahn Oderzo-Treviso scheiterten wiederholte Massenstüvme italienischer Reserven in unserem Artilleriefeuer. Hier ist das Gelände mit Feindes- Gleichen übersät. Die am Südflügel der Heeresgruppe des Felbmarschallis v. Boroevic vordringendcm Streitkräste des Generals der Infanterie v. Csteserio emtriffen den Italie­nern westlich von San Dona an der Piave weiteres Gelände und eroberten Capo Eile.

warum die Offensive erst jetzt begann?

W. T.-B. Wien, 18. Juni. (Doihtberrcht.) Die Blätter melden: Seit Beginn der deutschen Angriffsschlacht im Westen wurde in der Öffentlichkeit sehr oft die Frage erörtert, weshalb der österreichisch-ungarische Angriff an der Südwestsront nicht gleichzeitig eingesetzt habe, um so einen schlagenden BeweiZ von'der Einheitsfront des Bier- lundeS zu liefern. Angesichts der fortschreitenden Erfolge an der deutschen Westfront konnte man der sich steigernden und vielleicht bis zu einem gewissen Grade verständlichen Ungeduld stets nur entgegenhalten, daß eS der Obersten Heeresleitung überlassen bleiben müsse, jenen Zeitpunkt für den Beginn auch unserer Offensive an der Südwestfront zu wählen, der ihr auf Gruno einer eingehenden Erwägung der ihr bekannten Momente als hierzu geeig-iet erscheiuen must re. Wenngleich sich aus begreiflichen Gründen die Operation auf dem südwesllichen Kriegsschauplatz oer Erörterung derzeit entzieht, muß doch kurz auf einige Momente hingewiesen werden, deren Unkenntnis oder Außerachtlassung Fernstehende zu einer vorschnellen und gewiß nicht zutreffenden Beurteilung der Lege verleiten könnte. Es gibt keinen Kriegsschauplatz, der auch nur annähernd eine derartige Verschiedenheit mit Bezug auf die Gliederung und Beschaffenheit des Geländes, vor ollem aber rat Frühling und im Frühsommer, auch hin­sichtlich des Klimas und der Witterangsverhältnisse auf­weisen würde, wie die zusammenhängende Front vom Stilfser Joch bis z^rLayunenküste von Venedig. Während in der venetianischen Ebene bereits trockenes, schönes Sommerwetter den geeigneten Zeitpunkt für den Beginn größerer Aktionen als gekommen erscheinen lassen kann, stehen im Gebirge schwere Nebel und Regen und in den höheren Lagen noch starker Schneefall und selbst Schnee sturm einer Offensivbewegung hin­dernd rat Wege. ' So wurde noch am 16. Mai an der Gebirgs- ffont eine starte Bewölkung und Schnee, am 6. Mai ein M) Zentimeter hoher Neuschnee und Lawinengefahr gemeldet. Ter Eintritt warmen klaren Frühlingswetters, mit rascheste: Schr cercbinelze verbunden, kann im Gebirge den Beginn des Angriffs erhoffen lassen, aber gerade die rasch abfließenden Schnecwässer verwandeln die bisher fast ausgetrockneteu Torrenten der Ebene in reißende Ströme und schaffen durch das steigende Grundwasser im Mündungsgebiet weite Sümpfe und hierdurch Hindernisse, welche dem Vorrücken und Hör allem dem Nachschub Hindcrrujse bereiten lömuäo. Auch

die Frage der für den Vormarsch bezw. die Wersammlüing uiid den Nachschub großer Truppenkörper zur Verfügung stehen­den Verbindungslinien und Bahnen liegt infolge der Terrainverhältmisse weitaus schwieriger, als dies z. B. an der Flandernfront der Fall ist. Daß die glückliche Lösung dieses überaus schlwierigen PröblSms eirre der bedeutendsten Auf- gaberi der Führung bildet, um das für den Angriff so nötige Überraschungsmoment nicht ansznschaltein, bedarf keiner Er­örterung. Die vorstehenden Momente lassen erkennen, mit welchen Schwierigkeiten die beste Führung oftmals zu rechnen hat, und daß die scheinbar berechtigte Ungeduld ihre Quellen aus Umstärüwn schöpft, die in der ÖffcnÄichSeit nicht voll .erfaßt werden.

Eine Wirtschaftskonferenz in Sofia.

Br. Berlin, 18. Juni. (Eig. Drahtbericht.) DieBoss. Ztg." berichtet, daß voraussichtlich im September d. I. in Sofia eine Konferenz unter dem Vorsitz des Zaren F-erldi- , nand stattfindet, an der Vertreter Deutschlands, Österreich-Ungarns, Bulgariens, der Türkei, Rumäniens und der Ukraine teilnehinon werden. Diese Konferenz wird sich mit >de: endgültigen Regelung der Fragen, die zur Neugestaltung des WirtschaftlAlebsns auf dem Balkan gehören, zu beschäftigen l aben. JnAbüfondeve sollen Mittel und Wege Largestellt werden, um den Balkan an die internationalen Berkclhrs- und Hartdelswege arizuschlieheN. .

ver ukrainische Nahrungsmittelrat.

W. T.-B. Triest, 18. Juni. (Drahibericht.) Der deutsche und der österreichisch-ungarische Bot­schafter Unterzeichneten heute gemeinschaftlich mit dein ukrainischen Ministerpräsidenten das Abkommen über die Errichtung eines ukrainischen Nahrungsmittrlrates, der für das ganze Gebiet der Ukraine einheitlich die Aufbringung der NohrungS- und Futtermittel zu regeln Und die Ver­sorgung der in der Ukraine stehenden Truppen, der Städte und der Industriezentren sowie die Ausfuhr nach den M it t elm ächten zu übernehmen hat.

W. T.-B. Kiew, 17. Juni. Das ukrainische Ernährungs­amt -hat die Ausfuhr von ISO 000 Pud Zucker nach Weiß­rußland durch die weißrussische Handelskammer gestattet.

Line rumänisch-ukrainiiche Verständigung?

W. T.-B. Kiew, 16. Juni. Der Odessas: Mtarbeiter des Podzlednija Novesti" erfährt aus angeblich autoritativer Quelle, daß die rumänische Regierung mit der Angliederung der Kreise Akkermann und Schotin an die Ukraine einverstanden sei. 1

W. T.-B. Bukarest, 17. Juni. Die ukrainische Regierung ernannte Tschebotarenko znm Generalkommissar der ukrainischen Kriegsvecwaltung in Rumänien. Gleich­zeitig wurde Tschebotarenko znm Generalkonsul ernannt und mit der Einrichtung ukrainischer Konsulate in Rumänien be­traut. Tschebotarenko ist bereits in Jassy eingetrofsen, wo er vom Minister des Äußern empfangen wurde, dem er sein Beglaubigungsschreiben überreichte.

Ver klbendbericht vom 18. Iuni.

W. T.-B- Berlin, 18. Juni, a-bemlds. (AmMch. Draht­bericht.) Bon den Kampffronten nichts Neues.

PershingsAusarbeitung für den Feldzug 1019"

W. T.-B. London, 17. Juni. (Reuter.) Die Limes" mel­det aus New Dort vom 14. Juni: Stach einer Depesche des Mitarbeiters derNew Donk Times" befasse sich Pershing, -mährend di« amerikanischen Truppen einstweilen die den Engländern und Franzosen dringend benötigte Unterstützung gewähren, eifrig mit der Ausarbeitung für den Feldzug 1 9 1 S. Nach Interviews, die in derNew Dork Times" ver­öffentlicht wurden, w-erdc-n die leitenden militärischen Stellen, wenn sich die Notwendigkeit ergeben sollte, nicht zögern, <rme-- rikanische Regimenter unter das Kommando erprobter prak­tischer Offiziere der 'A l l i i e r t e n zu stellen.

Englische Polizeigewalt in französischen Städten!

Berlin, 18. Juni. Nach neuerlichen Meldungen, heißt es in derNordd. Allg. Ztg/', maßen sich die Engländer immer mehr die Polizeigewalt in den französischen Städten an. Be­sonders empört hierüber sei begreiflicherweise die Bevölke­rn»-. von Paris. Dort verhindere englische Polizei mit Gewalt die Abreise von Familien, die infolge der dent- scheti Bombenangriffe nach Süden ziehen wollen.

Ein neues Todesurteil gegen eine Spiouin.

Basel, 18. Juni. Havas de eichtet aus Grenoble: Das Schiedsgericht verurteilce die Sidonie Ducret, 21 Jahre alt, aus Bernex in Hoch-Savoyen gebürtig, wegen Spionage zum Tode. Zwei andere Angeklagte, aus Gens gebürtig, wur­den fteigesprochen. ___________

verschärfter rtriegszusiand in Irland.

Sr. Berlin, 18. Juni. -Eig. Drahtbericht. zb.) Die ,B. Z." meldet aus Genf: Eine Londoner Havasncrchricht besagt, daß in 14 irischen Grafschaften der verschärfte Kriegs­zustand verkündet worden ist. Die ordentlichen Gerichte Wer­der, aufgehoben und KrregMerichte an ihrer Stelle eingesetzt.

Eine Thronrede des Rönigs von Rumänien.

W. T.-B. Bukarest, 18. Juni. (Drahtbericht.) Die vom König bei der Eröffnung des Pari am e n t S in Jassy gehaltene Thronrede lautet: Meine Herren Senatoren und Abgeordneten! Ich empfinde die innere lebhafte Befrie­digung darüber, mich in der Mitte der Vertreter der Nation zu befinden, die vor kurzem ans den allgemeinen Wahlen her. vrlgegangen sind. Sie bringen mir die wirkliche» Empfindungen des Landes über die schweren Ent­schlüsse mit, die unserer sorgfältigen Prüfung unterliegen werden. Auf seine eigenen Mittel angewiesen, hat das Land voll Edelmut und hohem Patriotismus die Blüte seiner tapferen Söhne geopfert. Aber die Verlängerung des be­waffneten Widerstandes hcit seine Kräfte bis zur Ver­nichtung erschöpft. Rumänien hat Frieden ge- scklossen, der sich ibm wie eine Lebensbcdingung aus­drängte. Der Friedensvertrag wird unverzüglich gemäß den Bestimmungen der Verfasser der gesetzgebenden Körperschaft zur Billigung unterbreitet werden. Er legt uns schmerzliche Opfer auf. aber das rumänische Volk wird sie mit jener Mannhaftigkeit prüfen, die die genaue Erfassung des Staat s- interessec angesichts der wirklichen Lage verleiht. Danken Sie indec dem Himmel, wcnrn er gerade in der Stunde dies« Prüfungen im Gefühl der Rassengemeinschaft daS schöne mcldauische Land, das dem Boden der Väter entrissen war, zum Mutterland zurückgeführt und daS , best arabische Volk in seine Arme geworfen hat, um seine Arbeitskraft und den Glauben an seine Zukunft zu er­beben. Die gute Aufnahme, die dieses große Ereignis b« den Mächten, mit denen wir über den Frieden verhandeln, gefunden hat, bat den Weg geebnet für die Wied er her- stellnng unserer Freuildschaft, ioi« sie in der Vergangenheit bestand. Indem wir gute Beziehungen mit den anderen Ländern aufrecht erhalten, werdeu wir Ber- snchen, mit den neuen in Bildung begriffenen Staaten nur- male nachbarschaftliche Beziehungen wieder auszunehulen.

ver verlauf ver Sktzun«.

W. T.-B. Bukarest, 17. Juni. Aus Jassy wird gemeldet: Die heute im Jassper Nationaltheatcr erfolgte Eröffnung des Parlament» verlief in durchaus ruhiger und würdiger Weise. Die Königin und die Piinzesstnncn waren zur Feier nicht erschienen. Die Vertreter des diplomatischen Korps hatten kein« Einladung erhalten. Als der König, der bei feinem Erscheinen von den Volksvertretern lebhaft begrüßt wurde, keim Verlesen der Throirrede sagt«, daß die Ver­längerung deS Widerstandes eine vollkommene Erschöpfung her Kräfte des Lande? herbeigeführt haben würde, und daß den Frieden abgeschlossen habe, der sich Ihm als «ine öebenS- bedmgung aufdrängte, brachen di; Kammern in ein -1 e -chrer« Minuten N ährenden Beifallssturm aus. Mt den gleichen stürmsch». langanhaltenden Kundgebungen wurde die Stelle uonrnren, tu der von der Angliedcrung Beßarabienz an e? '"mttev- land die Rede ist. Auch die Worte von der Wied-- 'nähme der früheren Freundschaft zu den Mächten, mit denen de- Fried« fl»- schlosscn wurde, fanden aufrichtigen Beifall,

Kbsesrdnetenhaus

$ Berlin, 18. Juni. (Drahtbericht.) Am Mrniftertffch: Finanzmiirifter Dr. Hergt. Dizeprästdent Dr. L shman« eröffnet die Sitzung um 10,20 Ahe. Bei der zweüeti Be­ratung des Gesetzentwurfs über die

Erhöhung der Tagegelder bei Staatsbea. rir«

beantragt Abg. Graf v. d. Grüben (kons.), den Antrag der Kommission in folgender Fassung anzunehmen: Die Staat-», regiernng zu ersuchen, die Tagegelder der Staatsbeamten bei Dienftrsiseii für die Dauer der Gewährung von KriegS- teuerunqszulagen an die Beamten angemessen zu erhöhen, und zwar bis zu 75 Prozent in umgekehrtem AeüchältrriS z» der jetzigen Höhe der Tagegeld«. Der Antrag wird ange- nommen und der Gesctzentwlrrf damit in zweiter und dritter Beratung erledigt.

EL folgt die Becatftng des Antrags d« verstärkten StaatShaushaltskommiffion auf Annahme deS Entwurf» eines A b ä n d e r « n g s g e s e tz e s zu dem Gesetz, betr. die Errichtring einer Zentralstelle zur Förderung deS ge- rwflenfchaftlichen Personal!cedit? vom 31. Juli 1395. Nach dem Errtwurf soll das

Grundkapital der Zentralgenvssenschastskaffe

um 75 Prozent, ans 125 Millillonen, erhöht werden. Arrf Antrog des Abg. L ü d i ck e (fceikons.) wird daS Grundkapital imr um 50 Millionen Mark erhöht und d« Gefeh- eritwnrf mit dieser Änderung angenommen.

Hierauf wird die Beratring des Haushalts deS Innern fortgesetzt in Verbindung mit dem Antrag Fuhr- mann und Genossen auf Sicherstellung

des Rechts der Staatsbeamten zur politische» Betätigung.

Die Kommiiffion beantragt, den Antrag in folgend« Form anzunehmen: D-e Stuatsregierung zu ersuchen, eine Verfügung zu erlassen, durch die das den Staatsbeamterr zu­stehende Recht der politischen Betätigung sicherzustellen, ihnen jedoch untersagt wird, innerhalb der Diensträume oder auf dienstlichenr Wege oder sonst durch Ausnützung der Trenstgewalt zur Betätigung für politische ©e-c- etnigunaen oiut Parteien