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Verlag Langgasse 21

„Tagdlaritzaus".

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin

12 Ausgaben.

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„Tagblatihaus" Nr. tHS5U -53.

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Montag, 17. Iuni 1918.

Kbend-Kusgabe. Nr. 276. . 66. Jahrgang.

Die neue Offensive gegen Italien.

70 000 Italiener, 6000 Zranzosen und Engländer gefangen.

W. T.-B. Wien, 16. Juni. Amtlich wird gemeldet: *

Gestern früh griffen an der Piave und beiderfeits der Brenta unsere Armeen nach mehrstündigem Artillerie- maffenfvucr die Italiener und ihre Verbündeten an. DiS Heeresgruppe des Feldmarschalls v. Boroevic erzwang sich an zahlreichen Stellen den Übergang über die h o ch - gehende Piave. Die Korps des Generalobersten Wurm nahmen nach Niederringen erbitterter Gegenwehr San Dona di Piave und beiderseits der Bahn Lderzo-Trevifo in breiter Front die feindliche» Stellungen. Die Truppen deS Generalobersten sirzherzog Joseph bemächtigten sich überraschend der Verteidigungsanlagen am OstraNd« des Montello und drnngen in dieses Höbengelände ein. General der Kavallerie Fürst Schönbnrg wurde bei dem Übergang seines Korps durch eine Granate verwundet.

Die Zahl der an der P i ave eingebrachten Gefangenen beträgt 10 000, an erbeuteten Geschützen sind bisher etwa 50 gemeldet.

Auch der erste Ansturm beiderseits der Brenta hatte Erfolg. Starken feindlichen Widerstand brechend und alle Hindernisse des zerklüfteten waldreichen Gebirges über­windend, stießen unsere Truppen vielfach bis in die dritte feindliche Stellung uor, wobei 6000 Franzosen und Engländer als Gefangene in unserer Hand bliebe». Die damit gewonnenen Vorteile vermochten wir aber nur teil­weise zu behaupten. Östlich der Brenta nnißte der Berg Ranicro vor überlegenen, durch flankierendes Geschntzfener unterstützten Gegen an griffen des Feindes wieder frei- gegeben werden, indessen der Italiener an den Rordhängeie der Grappa vergebens gegen unsere dort in seine ersten Linien festgeklammerten Bataillone vorstürmte.

I« den Waldzonen der Siebengemrinden trafeu unsere Regimenter auf eine von den Alliierten schon it» den Bortagen vorbereitete AngriffSgruppe, vor deren Gegenstoß ein Teil des eroberten Geländes wieder ge­räumt wurde.

Bei Riv a im Abschnitt des Majors Erzherzog Maximilian entriffen wir den Italiener» den Dosso Alto. Im A d a m e l l o - Abschnitt erstürmten bewährte Hochgebirgs- bataillone den Corno di Cavento, wobei 100 Gefangene und 3 feindliche Geschütze eingebracht wurden.

In Albanien wurde am 14. Juni, abends, ein neuer­licher Angriff der Franzosen im Devoli-Tal abgeschlagen.

Der Chef des Generalstabes.

Der Tagesbericht vom 17. Juni.

W. T.-'B. Großes Hauptquartier, 17. Juni. (Atm/ttich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

Rege Erkundungstätigkeit führte an vielen Stellen der Front zu heftigen Jnfgnteriegefechten. Süd­westlich von Apern und beiderseits der Somme lebte di« Ge- sechtstätigkeit am Abend auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf dem Kampffeld südwestlich von Novo» nahnt die Artiklerietätigkeit aur Abend an Stärke zu. Zwi­schen O u r c q und Marne machten wir bei örtlichen Unters nehmungen 120 Gefangene.

Die Geschützbeute aus unserem Vorstoß zwischen Montdidrer und Novo n hat sich von 150 aus mehr als 300, dabai schwerstes Kaliber, erhöht- Die Beute an Maschinengewehren beträgt weiter über100 0.

Heeresgruppe Gatlwitz.

Zwischen Maas und Mosel fügte» wir den Ame­rikanern durch Vorstoß beiderseits von Xivra» Verluste zu und zerstörten Teile ihrer Stellungen.

Heeresgruppe Herzog Alb recht.

ErtundungSabteilungen holten in den Vogesen und i« Sundgau Gefangene aus französischen und amerikani- schen Gräben. _

Gestern wurden 8 feindliche Flugzeuge und 8 Frffel» ballone znm Absturz gebracht.

Der Erste (veneralquartiermeister: Ludtndorss.

ver r«Messt«rkch1 vom 76. Juni.

W.T.-B Große? Hauptquartier, 16. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Siitwesilrä, von Merris und nördlich von Bethuue wur­den englische Teilangrstse, bei denen der Feind westlich von L o c o n in unsere vorderen Linien kindrang, im Nahkompf abgcwiesen. An der übrigen Front blieb die Jnsanterietätigkeil auf CrkimüuitgS- gestchte beschränkt. Tcr Artillerielamps lebte am Abend nördlich der Lvk-, nördlich der Scarpe und beiderseits der Somme auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Ktcuvere Jnsanteriegeiechte ans dem Kampsselde Mweststch von

Loh«»

Südlich der Aisne dauert die rege Gefechtstätigkeit an Starke Angriffe der Franzosen gegen Dommiers wur- den dnrch Gegenstoß aus der Höhe westlich von Dommiers zum Scheitern gebracht Ebenso brach ein gegen unsere Linien im Walde von Billers-Cotterets gerichteter Angriff ver­lustreich z u s a rn ni e n.

Leutnant M e n k h o f f errang seinen 34. Lustsieg.

Der Erste Generalquartiernieister: Luvendorsf.

Oie Lldmiralstabsmeldungen.

"VV. T.-B. Berlin, 15. Juni. (Amtlich.) Eines un­serer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Remy (Walter), hat neuerdings im Atlantischen Ozean drei Dampfer mit zusammen

28 000 Bruttoregistertonncn

vernichtet, und zwar den mit vier 15.2-Zentimcter-Ge- schützeir bewaffneten amerikanischen Truppen­transporter „Präsident Lincoln" (18168 Br.-R.-T.) und die bewaffneten englischen Dampfer „Begum" (4646 Br.-R.-T.) und „Carlton" (5262 Bc.- R.-T.). Die militärische Besatzung . des „Präsident Lincoln" bestand aus 40 Offizieren und zirka 650 Mann der Marine. Außerdem befanden sich noch etwa 20 Offiziere und Mannschaften der Armee an Bord, die nach Amerika zurückbefördert werden sollten. Vermutlich ist der größte Teil der Besatzung bei der Versenkung des Schiffes umgekommen.

Der Chef des Admiralstabscher Marine.

W. T.-B. Berlin, 16. Juni. (Amtlich.) Deutsche u.rd österreichisch-ungarische Unterseeboote versenkten im Mittelmeer fünf Dampfer und neun Segler, zusannnen rund

22 000 Bruttoregistertonnen.

Unter den versenkten Dampfern befand sich der englische Truppentransporter „Leasows Castle" (9737 Br.-R.-T.).

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Var 30 jährige Regierungsjubiläum der Raijerr.

Die Feier im Großen Hauptquartier.

W. T.-B. Berlin, 16. Juni. (Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser verbrachte den heutigen Jahrestag zusammen mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Heinrich im Großen .Hauptquartier. Hierbei wurden folgende Reden gewechselt:

Ansprache des Generalfelümarschalls von Krudenburg.

„Eure Majestät bitte ich als ältester vor dem Feinde stehender preußischer Feldmarsthall, meine und des Feld­heeres ehrfurchtsvollsten Glück- und Segenswünsche zu dem heutigen 30jährigen Jahrestag des Regierungsantritts aller- untertänigst zu Füßen legen, zu dürfen. Wenn Preußen- Deutschland in den ersten 26 Jahren dieses Zeitraumes sich trotz aller Ränke seiner Gegner eines goldenen Friedens erfreute, und wenn es seinen glänzenden Aufstieg in allen Werken des Friedens Nachweisen durfte, so dankt es dies der weisen Fürsorge seines Königs und Kaisers, und wenn seit nunmehr fast vier Jahren Volk und Heer den bisher in der Geschichte noch niemals in solchem Maße geforderten und erbrachten Beweis ihrer S r ä r ke und Lebensbercch- tigung einer Welt von Feinden gegenüber abzulegen ver­mögen, so danken sie dies wiederum ihrem allergnädrgsten kaiserlichen und königlichen Kriegsherrn, der unermüdlich über die Schlagfertigkeit des Heeres gewacht und sie mit weitem Blick gefördert Hai. Einem Volke von solcher geistigen, schöpferischen und sittlichen Kraft wollen die Neider den Platz an der Sonne nicht gönnen. Hat sich doch der englische Ministerpräsident erst kürzlich erdreiftet, das mannhufte Ringen Deutschlands unter Eurer Majestät erhabener Füh­rung gegen die ErdroffelungSvecsuche der Entente eine bös­artige Krankheit, eine Pest zu nennen, die ausgerottet wer­den müßte! Eure Majestät erweisen an dem beutigen Ge­denktage dem General stabe, der Verkörperung eines einheitlichen deutschen Heeres, die hohe Ehre, in seiner Mitte zu weilen. Da verbinden wir mit unserem ehrerbietigsten Danke dt; alleruntertänigfte Bitte in dieser Festosst nrde, während welcher Deutschlands Söhne vorn in Feindesland mit Begeisterung den entschei­denden Kämpfen entgegenziehen, auch mit in deren Namen bas Gelübde unverbrüchlicher Treue bis in den Tod erneuern zu dürfen. Möge der alte Wahlsvruch „Vorwärts mit Gott für König und Vaterland, für Kaiser und Reich!" dahin führen, daß Eurer Masestät nach sieggekrönter Heimkehr eine lange Reihe gesegneter Frie­densjahre beschieden sei,, umgeben von Liebe und Ver­trauen eines in schwerer, aber auch in großer Zeit bewährten Volkes. Das walte Gott! Unsere ganze Arbeit, all unser Denken und Tun gilt diesem erhabenen Zweck! Alle unsere unbegrenzte Lieb«, Treue, Dankbarkeit und Ehrfurcht für unseren Herrn fasten wir zusammen in den Ruf. „Unser Preußcukömg, des Deutschen Reiches Lüfeclichc Majestät, JwgmT

Die Antwort des Kaisers.

„Eure Exzellenz bitte ich aus tiefbewegtem Herzen, meinen Dank für den Glückwunsch cntgegcnzunehmeii. Sie haben der Friedensjahre gedacht, die diesen Kriegsereignisten vorausgingen. 26 Jabre schwerer, aber lohnender Arbeit! Obwohl sie nicht imrnec in politischer Hinsicht erfolgreich sein konnten und Enttäuschungen brachten, so war doch für mich die Erholung die Beschäftigung mit meiner Armee, ihre Fort­entwicklung und Streben, sie auf der Hohe zu erhalten, in der sie mir mein Großvater übergeben hat.

Der nunmehr eingesetzte Krieg läßt mich diesen Tag in Feindesland feiern, und da kann ich ihn nirgends bester feiern als unter dem Dach Eurer Exzellenz und Ihres treuen und hochbegabten Mitarbeiters und des deutschen Generalstabes. Als in der Frieden-zeit, in der Vorbereitung meines Heeres für den Krieg, allmählich die alten KviegS- gefähiten meines Großvaters dahinstarben, und als all- imiblich der Horizont um Deutschland sich verfinsterte, da hat wohl mancher Deutsche und nicht zum mindesten habe ich ge-> hcffl, daß Gott uns in dieser Gefahr die rechten Männer zur Seite stellen werde. Die Hoffnung hat uns nicht getäuscht. In Eurer Exzellenz und Ihnen, Herr General, hat der Himmel devi Deutschen Reiche und oem deutschen Heere und unserem Generalstab Männer geschenkt, die dazu berufen sind, in dieser großen Zeit das deutsche Volk in seinem Ent­scheid ugigskampf um >die Existenz und LelbenSberech- tigung zu führen und mit seiner Hilfe den Sieg zu er­zwingen.

Das deutsche Volk ist beim Ausbruch des Krieges sich nicht darüber klar gewesen, waS dieser Krieg be­deuten wird. Ich wußte eS ganz genau, deswegen ha! niich auch der erste Ausbruch der Begeisterung nicht getäuscht oder irgendwie in meinen Zielen und Erwartungen eine Änderung hervocbringen können. Ich wußte ganz genau, um was es sich handelte, denn der Beitritt Englands bedeutete den Weltkampf, ob gewollt oder nicht. Es handelte sich nicht um einen strategischen Feldzug, es handelte sich um dev Kampf von zwei Weltanschauungen. Entweder soll die preußisck-deutsch-.grrmanischr Weltanschauung über Recht, Freiheit, Ehre und Sitte in Ehre bleiben, oder die angel­sächsische, das bedeutet, dem Götzendienste des Geldes ver­fallen und die Völker der Welt arbeiten als Sklaven für die angelsächsische Herrenraffe, die sie unterjocht. Diese beiden Anschauungen ringen miteinander, und da muß die eine unbedingt überwunden werden, und das geht nicht in Tagen und Wochen und auch nicht in eine»' Jahre. Dieses war mir klar, und da danke ich dem Himmel, der Euie Exzellenz und Sie, mein lieber General, mir als Berater zur Seite gestellt hat, irnd daß das deutsche Volk unt Heer — Volk und Heer ist ja jetzt dasselbe — zu Ihnen voll Dankbarkeit hinaufblickt. Ich brauche nicht zu sagen, ein jeder draußen weiß, wofür er kämpft, da§ gibt der Feind selbst zu, und infolgedessen werden >o irden Siegerring en! T en Sieg der deutschen Weltanschauung, der; gilt e§! Ich trinke mein Gla? auf das Wohl des hoher Führers meines Heeres, des Generalstabes und des gesamter; deutschen Heeres. Hurra!"

Der Glückwunsch des BundeSrats.

W. T.-B. Berlin, 15. Juni. Der Stellvertreter bei- Reichskanzlers sandte an den deutschen Kaiser ür Großen Hauptquartier folgendes Telegramm:

„Eurer Majestät melde ick alleruntertänigst, daß der Bundcsrat in seiner heutigen Sitzung mit den wärmste,; Segenswünschen für Eure Majestät de? 30jährigen Regie iungsjubiläum? gedachte, das Eure Majestät heute unter Schlochtendonner, aber dank Gottes Hilfe mit begrün­deter Aussicht auf eine glückliche Beendigung des uns aufgezwungenen Krieges begehen. Er beauftrag- mich, Eurer Majestät aus diesen! Anlaß seine Huldigiing und seine ehrfurchtsvollen Glückwünsche darzubringen.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers (Gez.) v. Pape v,"

Der Halfer an öen Reichskanzler.

W. T.-B. Berlin, 16. Juni. Auf da? Glückwunfchtelegranm! des Reichskanzlers an den Kaiser ztrm 30. Jahrestag seines Regierngsantritts traf folgende Antwort ein:

Für die mir von Eurer Exzellenz und dem Staats­ministerium übersandten freundlichen Segenswünsche zu dem Tage, an dem ich vor 30 .Jahs-n den Thron bestieg, sage ich meinen herzlichen Dank. Als ich mein 25jährigeS Regie­rungsjubiläum beging, konnte ich mit besonderem Danke dar­auf Hinweisen, daß ich meine Arbeit als Frieoensfürst tun konnte. Seitdem hat sich das Weltbild geändert. Seit beinahe vier Jahren stehen wir, von unseren Feinden ge­zwungen, in dem schärfsten Ringen, da? die Geschichte sah, Eine schwere Last hat Gott der Herr auf meine Schultern ge­lugt. Aber ich trage sie in dem Bewußtsein unsere» guten Rechts und im Vertrauen auf unser scharfes Schwert und unsere Kraft,

tu der Erkenntnis, daß ich das Glück Hube, an der Spitze des tüchtigsten BolkeS der Erde zu stehen.

Wie unsere Waffen sich unter starker Führung alS unbe, f i e g ü a r erwiesen haben, so wird a'ttfi die Heimat unter Anspannung aller Kräfte das Leid und die Entbehrungen, weiche gerade heute schärfer in die Erscheinung treten, wille,isstark ertragen. So habe ich den heutigen Tag in­mitten meiner Armee, wenn auch »m Innersten bewegt, so doch vcll tiefster Dankbarkeit für Gottes Gnade, verlebt. Ich Lech, daß der vom Feuide viekgefchMähte preußisch^