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Montag» 10. Juni 1918.

klbend-klusgabe.

Nr. 264. » 66. Jahrgang.

M OlmiAl »Mel BoM MW Hw.

wieder 8000 Gefangene. <

Vordringen beiderseits der Matz zwischen Montdrdier und Eompidgne.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 10. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

, Zwischen Arras und Albert, südlich der Somme und an der A v r e lebte der A r t i l l e r i e k a m p f auf. Rege VrkundunzZtätigkeit hielt an.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In kräftigem Angriff brachen wir gestern in das Höhengelände westlich von N o y o n ein.

Westlich der Mab nahmen wir französische Sttllungen bei Mertemer und OrvillerS und stießen über Curvillp- Ricquebourg hinaus vor. Östlich der Matz wurden die Höhen von Curp erobert. Trotz zähen feindlichen Widerstandes erkämpfte die Infanterie den Weg durch die Wälder von Ricquebourg und L a m »t t e und warf den Feind überBonrmont-Mareuil zurück. Südlich und südöstlich von L a s s i g n y drangen wir weit in den Wald von ThieScourt ein. Heftige Gegenangriffe der Franzosen wurden abgewiesen. Wir machten etwa 8000 Gefangene und erbeuteten Geschütze.

An der /Front von der Oise bis Reims ist die Lage unverändert Örtliche Kämpfe nördlich der Aisne, nord­westlich von Thateau-Thierry und bei Brigny brachten Ge­fangene ein. _ " fr ''

Gestern wurden 3 7 feindliche Flugzeuge und 8 Fesselballone abgeschoffcn. Leutnant Kroll errang seinen 27. und 28., Leutnant Ndet seinen 27., ! Leutnant K i r st c i n seinen 23. Luftsieg.

Der Erste Genernlquartiermeister: Ludendorff.

Die Schlacht von Lnry.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

B. A. Berlin, 10. Juni. (Gig. Drahtbericht. zb.) Die gewonnene Schlacht zwischen Matz und Oise muß zunächst als ein rein örtliches und Erkundungsunter­nehmen betrachtet werden. Schon die Breite der An­griffsfront läßt des erkennen, sie nimmt auf der Strecke Montdidier-Noyon nur etwa 16 Kilometer ein. Der Grund, hier zu einem Vorstoß einzusetzen, ist in der Lage zu finden, die sich nach den beendeten Operationen der Armee Boehn im Gebiete westlich der Oise entwickelt hat. Unsere Front von Montdidier-Soissons bildete hier einen rechten Winkel, dessen Schi eitelpunkt etwa nördlich Nohon liegt, und der natürlick' eine äußerst schwere Flanken- und Rückenbe- drobung für die französisch? Armee bedeutet. Marschall Fach hat lenn auch im Hinterland dieser Frontstellung und in dem südlich gelegenen Gebiet alle' Reserven, die er über Com- viere-Villers-Cottecets heranfnhren konnte, hier zur Ver­wendung bereitgestellt und es ist besonders bemerkenswert, daß es bei diesem Vorstoß, obgleich er glänzend gelungen ist, sich nicht um eine Überraschungsaktion gehandelt bat Vielmehr waren die Franzosen von vornherein zu ernstem Widerstand sowohl wie zu Gegenangriffen bereit, weis der heutige GeneralstabSbericht schon erkennen läßt. Wer.n irgendwo, so ging offenbar die logische Rechnung des französischen Generalstabes, so muhte hier ein deutscher An­griff erfolgen, wo tue Erfolge der Armee Boehn die Franzosen in eine so gefährdete Stellung gebracht hatten.

Die Zernbeschietzuny von Paris.

W. T.-B. Paris, 9. Juni. (Havas.) Die Beschießung des Pariser Bezirkes durch das weittragende Geschütz wurde am Samstag fortgesetzt.

Siegemann über die strategische Lage.

In einem Rückblick ans die drei Offensivstöße der Deut­schen im Westen, die jedesmal eine Frist von zehnTagen ausfüllten, schreibt der Militärkrittker des BernerBund": »Die drei großen Stöße haben die strategische Lage der Alli­ierten sehr schwer beeinträchtigt und nicht nur sämtliche eng­lischen und französischen Reserven in die Front gerufen, sondern auch die amerikanischen Kontingente gezwungen, sich als Abschnittsreserven ins Feuer zu werfen, so daß von der Bildung einer großen strategischen Reserve als Manövrier- Maffe auf seiten der Alliierten kaum noch gesprochen werden kann Dazu bedarf es neuer Gliederungen und frischer Kräfte, über die man sich wohl im sechsten Kriegsrat in Ver­sailles unter dalten hat. Konnte man bisher die französische Front als einheitliche und einheitlich gesicherte Wehrstellung betrachten, als deren Aussollswinkel der Raum von Verdun ;u gelten hatte, so ist beute unleugbar eine Zweiteilung dieser mncbtigen Co-rdonstellung sichtbar geworden. Da die drei deutschen Osfcnfivstöße zu drei deutlich sichtbaren und im Zusammenhang strategisch auswertbaren Erfolgen geführt

haben, ist die deutsche Heeresleitung in der Lage, die Hand­lungsfreiheit voll auszunutzen, um den nächsten Offenfivstoß nach Belieben anzusetzen."

Holländische Urteile über »nsere Erfolge im Westen.

Amsterdam, 9. Juni. ImWochenblatt für Stadt und Larch" schreibt I. Welders über die deutsche Offensive in Frankreich: In Frankreich haben die Deutschen einen

enormen Erfolg erkämpft. Die beiden Hauptstöße mit­einander in Verbindung gebracht, bedeutet dies eine Taktik, die augenscheinlich darauf gerichtet ist, Frankreich in allen seinen Teilen zu analysieren und jeden Teil getrennt zu ver­nichten. Es ist dies die berühmte Umzingelungstaktik, die tzindenburg mit Napoleon gem-in hat und ihn so große Er- folge auf dem östlichen Kriegsschauplatz erringen ließ Die­selbe Taktik wendet er nun in geschmeidiger Weise geformt auf Frankreich an. Er beobachtet hier die Strategie der Vernichtung der französisch-englischen Reserven. Die Trennung der französischen Gefechtsfront in einen westlichen und östlichen Teil ist ihm geglückt. Jeder Teil kann getrennt angegriffen werden. Dr. Küpper schreibt imStandard": Bei "dem ungleichen Machtverhältnis ist es nicht nur über­raschend, sondern selbst ergreifend, den Verlauf des jüngsten Ringens in Frankreich zu beobachten. Daß nicht alles den Deutschen sofort glatt von statten geht und hier und da Hin­dernisse in den Weg treten, ist wohl selbstverständlich. Aber alles in allem kann doch nicht in Abrede gestellt werden, daß bisher das ganze Ringen ans einen beständigen Ge­winn für Deutschland hinausgelaufcn ist. Solch ein ungleiches Kräfteverhältnis, wie es nun in Frankreich herrscht, hat. ehe der Kampf begann, jeder Kenner für undenkbar ge­halten. Mehr als eine Woche lang meldeten uns drahtlose Berichte jeden Tag neue Erfolge für dre Deutschen.'- Selbst der Rücktritt Brocquevilles steht damit in Verbindung.

Sarzini über dieriesigen" amerikanischen Truppenlandungen in Frankreich.

Br. Lugano, 19. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Barzini drahtet aus Paris: Die Ankunft der an­dauernd in Frankreich gelandeten amerikanischen Trup- pen übersteigt alles, was sich die Einbildungskraft aus- zumalen vermag. Es handelt sich um kein bloßes ame­rikanisches Hilfsheer, sondern um ein amerikanisches Wunder. Allerdings läßt die Kriegst üchtig- keit der Amerikaner noch zu wünschen übrig, doch auch diese werden mit der Feit den Anforderungen ent­sprechen.

General FachsWeg zum Sieg".

IV. T.-B. London, 9. Juni. (Reuter.) In der Wochen­schriftFickld" ist ein Artikel von GeneralFoch erschienen, der sich mit dem Weg zum Stög beschäftigt. Fm modernen Krieg, sagt Fach, gibt es nur eiu Mittel, um zum Erfolg zu gelangen: die Vernichtung der organisierten Streit­kräfte des Feindes. Unser erstes Axiom muß sein, wenn eine Schlacht ihren Zweck vollständig erreichen soll, daß sie nicht allein defensiv sei. Daraus geht hervor, daß die Offensive unter allen Umständen den Abschluß der Ope-, vationen billdeu muß, mag sie mm von vornherein ergriffen worden sein oder erst einer Defensive folgen. Da der ent­scheidende Angriff der eigentliche Abschluß der Schlacht ist, müssen alle Aktionen auf diesen berechnet sein. Desto ege a ist das Wesentliche, eine möglichst große Manövrier­armee in Reserve zu halten. Diese Manövrierarmee muß 'o lange sorgfältig zurückgehalten werden, bis die Zeit gekommen ist, einen entscheidenden Angriff au^ufuhren.

Die Admiralslabsmeldung.

W. T.-B» Berlin, 9. Juni. (Amtlich.) Neue 11-Boots- erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz:

, 12 500 Brutto re qistertonnen

Handelsschiffsraum. Unter anderen wurde -ein mittelgroßer französischer Dampfe« aus einem durch vier Zerstörer gesicher­ten Eeleitzug herausoeschossen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Ein englischer 13000-Tonnen-vampfer versenkt.

Br. Stockholm, 19. Jimi (Eig, Drahtbericht zb.) Svenska Telegram-Byrau" vom 8, Juni meldet aus Washington amtlich- Der englische DampferCarpatia" (13 603 Bruttoregistertcmnkm), Eigentum der Cunard- l i n i e, winde am 5. Juni verwnkt. Die Besatzung des Schiffes ist gerettet.

Weitere Schiffsausfälle.

W. T.-B. London, 9. Juni. (Reuter.) Alm Sonntag Tan} in einem irischen Hascm ein im Sinken begriffener Belfaster Dampfer mit drei Toten an, der durch ein deutsches Unter­seeboot nach seiner Abreise aus einem englischen Hafen tor­pediert worden ist.

Ein norwegischer Dampfer gestrandet.

IV. T.-B. Rotterdam, 8. Juni. (Drahtbericht.) Dem Maasbcde" zufolge ist der norwegische DampferTelabot" gestrandet.

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weitere Versenkungen an der amerikanische» Büste.

Sr. Zürich, 10. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Nene Korrespondenz" berichtet: Es wurden weitere Schiffe an der amerikanischen Küste versenkt. Sechzehn Schiffe werden noch als überfällig gemeldet. Bis jetzt wird der durch die deutichen Unterseeboote vernichtete Frachtraum an der amerikanischen Küste auf mindestens 40 000 Tonnen geschätzt. Neuerdings sind dort ein französischer Damvfer sowie die norwegischen SchiffeEidsvjald" und , Neida" vernichtet worden.

Die Zrage der versoraung der U-Voote.

Br. Zürich, 10. Juni. (Eig. Drahtbericht, zlb.) Wie der Züricher Anzeiger" berichtet, neigt mau in amerikanischen Kreisen der Ansicht zu, daß die auf weite Fahrt entsandten U-Boote von einem Reserveschiff begleitet werden, aus welchem ihre Vorräte ergänzt werden können. Wie ja auch die Hochseeflotten auf langer Fahrt von einer ganzen Reibe von HilsSschtsfen begleitet werden. Man glaubt in­folgedessen nicht, daß die deutschen U-Boote an der ameri­kanischen Küste desondere Schlupfwinkel besitzen.

Doch Besorgnisse wegen des Truppen- und Materialiransporis.

Sr. Zürich, 10. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Dte Züricher Morgenpost" meldet von besonderer Seite, daß trotz gegenteiliger Versicherungen der Transport der ameri­kanischen Soldaten und des amerikanischem Materials nach dem europäischen Kriegsschauplatz infolge der U-Bvotstättg- keit empfindlich gestört ist. Unter den einzelnen Re­gierungen der Entente finden Verhandlungen statt, waS ge­schehen soll, wenn durch dre Wirkung dos neuerlich verstärckten U-Booiskriegs die Rechnung der Alliierten auf volle AuS- nutzungsmöylichkcit der amerikanischen Hilfe nicht stimm­men sollt«.

Explosion in einer italienischen Pulverfabrik.

W. T.-B» Rom, 10. Juni. (Reutet.) Gestern fand in der -Pulverfabrik Cvstellacco bei Bollate in lder Provinz Mailand eine Explosion statt, durch die 36 Personen ge­tötet und 100 verletzt wurden. Dagegen ist der angertch- tete Sachschaden sehr gering.

Die Ergänzung des Srest-Lilowsker Friedensvertragr.

Br. Berlin, 10. Juni (Eig. Drahtbericht, zb.) Me dieDost. Ztg." hört, ist am Samstag eine Abordnung der russischen Sowjetrepublik in Berlin eingetroffen, um in Ergänzung des Vertrags von Brest-Litowsk über einige dort nicht geregelte Fragen eine Vereinbarung zu erzielen. Es handelt sich vor allem um die Lage im Kaukasus und in der Krim, um E st l a n d und Livland, um Kriegsgefangenenfragen und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Rußland.

Die bolschewistische Mobilmachung ' geaen die Gegenrevolution.

W. T.-B. Moskau, 9. Juni. (Meldung der PeterA- burger Telegraphen-Agentur.) Der ausiübrende Haupt­ausschuß nahm in seiner gestrigen Sitzung einen bolsche­wistischen Antrag an, durch den das Kriegskommtssariat aufgefordert wird, innerhalb einer Woche die zwangs­weise Mobilisation der Bauern und Arbeitep- zu proklamieren. Diese Maßnahme wurde getroffen angesichts der Agitation der Gegenrevolutionäre, welche die Verpflegungskrise dazu zu benutzen suchen, die Herr­schaft der Kapitalisten und Agrarier wieder herzustellen. Die Erhebung der Nosaken im rkubangebiet. Dir Lage in Turkestan,

W. T.-B. Kiew, 9. Juni.Kiewskaja Mhsl" -erfährt, daß die Erhebung der kos-akischen Bevölkerung gegen di« Bo!» schewiki im Kubangebiet Fortschritte macht. Die Kofakenn begannen ihren Vormarsch von Temruk gegen An« Pa und Noworoffisk und erreichten das Ufer des FluffeS Kuban. Aus einem in Melitopol aufgefangenen bolschewisti» scheu Funkspruch aus Taschkent n«ch Moskau geht hervor, datz die Stellung der Sowjetregierung in Türkest«« stark erschüttert ist infolge Hungersnot, Cholera-, -epidemie und Arbeitslosigkeit der Bevölkerung. Der Tasch» keirtcr Scwjet fordert die svforttge Verladung von Getreide und 10 Million«« R»:lbel W» dr; tz^Zgabeu des Sowjet. DrH