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Sreilag 7. Iuni 1918.

klbend-klusgabe.

Nr» 260. » 66. Jahrgang.

Unsere U-Voole

in den amerikanischen Gewässern.

Berlin, 7. Juni. DieNordd. Mg. Ztg." erinnert daran, daß schon vor denk Eintritt der Bereinigten Staaten von Amerika in den Krieg ein deutsches Unterseeboot die ameri­kanischen Gewässer besucht hat, allerdings in friedlicher Absicht. Es handelte sich damals um die Ausführung eines Auftrages, dem deutschen Botschafter Grafen Bernftorff dienstliche Weisungen und dem Präsidenten Wilson ein Dankschreiben des Kaisers zu überbringen, als jener sich für -die polnischen Hilfsbedürftigen interessiert hatte.II. 53" blieb damals nur zwei Stunden in dem amerikanischen Hafen ohne Proviant und Kohlen einzunehmcn, was es hätte beanspruchen können. Nichtsdestoweniger pro­testierte England und forderte von Amerika in künftigen Fällen die Zurückhaltung der Unterseeboote. Die Regierung in Washington lehnte diese Forderung damals ab, was sie tun konnte, da das Unterseeboot nur die Gastrechte und keine Unterstützung in Anspruch genommen hatte. Die Be­unruhigung, welche das Erscheinen des deutschen Untersee­bootes in Amerika hervorgerufen hatte, mutete fast komisch an. An der Börse traten enorme Kursverluste ein. Auch jetzt wird eine ähnliche Panikwirkung gemeldet. Jetzt gilt der Besuch dem Feinde. Es ist die e r st e größere und offenbar planmäßige Aktion, die unser Unterseeboots- klieg gegen den Kriegsverlängerer im fernen Westen i nt-rnimmt. Es liegt nahe, an eine besondere Verbindung dieser Fahrt mit dem Landkriege in Europa zu denken. Die europäischen Westmächte rufen, seitdem ihnen das Messer an der Kehle sitzt, immer lauter nach der amerikanischen Hilfe. Die amerikanischen Transporte auf hoher See oder die bereits in den europäischen Gewässern befindlichen unmög­lich zu machen, ist nicht immer leicht. Aussichtsvoller ist dies in der A ä h e d e r A u s l a u f h ä f e n. Zu dieser Wirkung wünscht das deutsche Volk seinen braven Seeleuten Glück und vollen Erfolg.

In derDeutschen Tagesztg." wird gesagt: Berechnun­gen darüber anzustellen, wie diese oder jene kriegerische Maß­nahme auf die amerikanische Politik wirken könnte, ist ganz gegenstandslos, ganz besonders, nachdem die Vereinigten Staaten nach der Erklärung ihres Präsidenten und nach ihren Rüstungen die Parole ausgegeben haben:Gewalt und immer wieder Gewalt."

Weitere Versenkungen.

W. T.-B. Amsterdam, 6. Juni. In den Reutermeldungen aus New Dork werden vier amerikanische Segel­schiffe,Hattie Dun",Huppuge",(Sole" undEdna", als versenkt gemeldet.

Schließung amerikanisch'r Häfen!

W. T.-B. Amsterdam, 6. Juni.Central News" melden aus Wosbington daß der Marinesekretär auch die Schließung der Häfen von Bostvn und Philadelphia und anderer an der atlantischen Küste gelegener Orte angeordnet hat.

Zur Vernichtung vorCarolina".

W. T.-B. New Bork, 5. Juni. (Reuter.) Zum Untersee- booisangriff wird noch gemeloet, daß 58 Personen umge­kommen und vermißt worden sind. Aus Lewis wird berichtet, daß 16 von 35 Personen, die dieCarolina" in einem Motorboot verließen, dadurch ertrinken, chaß das Boot um­schlug.

Voreilige Versicherungen >m amerikanischen Kriegs- kabiuert.

Washington, 3. Juni. - Die Unterseebootsangriffc in den amerikanischen Gewässern standen in der heutigen Sitzung des Wilsonschen Kriegskabinetts zur Be­sprechung. Hoovec teilte später mit, daß die Lebens­mittelversorgung des Heeres über See durch die feindlichen Angriffe nicht gefährdet werde.

Ein holländisches Urteil über die Darstellung Reuters.

W. T.-B. Rotterdam, 6. Juni.Nieuwe Rotterdamsche Courant" ironisiert die Reutecmeldung, die das Auf­treten von deutschen Unterseebooten an der atlantischen Küste als für die Entente beinahe erfreuliches Ereignis dar- zustellen versucht. Das Blatt schreibt: Nach einem Bericht aus Washington an denDaily Telegraph" ist der Verlust an Segel- und Dampfschiffen ein Ereignis, das in amerikani­schen Kreisen Genugtuung Hervorrufen wird, erstens, weil bei allen deutschen Erfolgen daraus hervorgeht,

/ doß die Deuffchen in Verzweiflung sind, zweitens, weil die Unterseeboote, die vor der amerikanischen Küste Schiffe versenken, nicht gleichzeitig dasselbe im Sperrgebiet tun können, drittens, weil die Amerikaner jetzt noch kriegs­lustiger würden. Trotzdem überraschte die Polizei in New Dork die Militärbehörde mir der Verordnung, daß die Stadt verdunkelt werden mutz. Es dürfen keine Schiffe mehr den .Hafen vcn New Dork verlassen, .außerdem erachtete das Marinedepartement es für nötig, zu versichern, daß eS über die Mittel verfügt, um den Angriff der Unterseeboote auf Verbindungen, die dem TrupventranSport dienen, zu vereiteln. Man kann daraus schließen, daß die Ameri­kaner über dieses Auftreten der Unterseeboote in ihrer un­mittelbaren Nachbarschaft doch ein wenig erschrocken sind. Das Auftreten der Deutschen hatte denn auch außer der Der- I

senkung an Schiffsraum zur Folge, daß die amerikanischen Behörden gezwungen sind, alle Abwehrmatzregcln zu treffen, die sich niemals als absolute Gegenmittel erweisen, aber immer mit einem beträchtlichen Aufwandan Material, K o st e n und Mühen verbunden sind.

Furcht vor deutschen Lustangriffen.

W. T.-B. New Dork, 5. Jtzni. (Reuter.) Es ist die An­ordnung getroffen worden, daß die K ü st e verdunkelt bleiben muß. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme sind anch die Lichtreklamen auf dem Brodwah verboten. Die Gebäude in denen Licht gebrannt wird, müssen nach außen abgeblendet werden. Gründe für diese Maßnahmen sind nicht angegeben: aber wahrscheinlich haben sie den Zweck, mög'iche Luftangriffe der Deutschen zu verhindern.

Br. Zürich, 7. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der Zürcher Morgenpost" zufolge meldet die Neue Korrespondenz aus New Dork. Die Beböcden der Stadt haben für den Fall einer eventuellen Beschießung New Dorks vom Meer oder Landweg her Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Die ,B. Z" schreibt dazu: Der Zufall will es, daß sich in de.' amerikanischen Presse vor einigen Wochen eine Er­örterung entspannen hat, ob ein Luftangriff auf New Dork möglich sei, und zwar mit Flugzeugen, die, zerlegt in Unterseebooten, bis nahe zur ameri­kanischen Küste gebracht werden können. Diese Erörterung wirkt begreiflicherveeise nach und bestärkt die Angstgeftlble der Amerikaner, die allen Ableugnnngen zum Trotz vorhanden sind.

Tatsächlich schon Luftangriffs erfolgt?

Br. Rotterdam, 7. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die ,Financial Times" spricht in ihrem Börsenbericht von Luftangriffen, oie in Amerika stattgefunden haben sollen. Das gäbe allerdings eine Erklärung für die Ver­dunkelung New Dorks, denn gegen die Unterseeboots­gefahr hat bisher Dunkelmachen nichts genützt, wohl aber gegen Luftangriffe. Diese van anderer Seite noch nicht be­stätigte Nachricht dürfte zweifellos durchgeschlüpft sein, da der amerikanische Zensor wohl eine derartige Meldung unter den Börsenberichten nicht vermutete. Im übrigen scheint sich die Hoffnung der Amerikaner, daß sich die deutschen Unter­seeboote jetzt auf ihrer Rückreise nack ihrer Basis befinden, nicht ganz zu erfüllen. Reuter meldet unter dem gestrigen Datum aus Washington, daß am Dienstag der norwegische DampferE i d s f j o r d" und später der norwegische DamvferC i b b s" von einem deutschen Untersee­boot versenkt wurden. Die Mannschaften wurden gerettet.

Der Tagesbericht vom 7. Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

Zeitweilig auflrbendcr Artilleriekampf. Rege Erkun- dungstätigkeit. Bei einem Vorstoß in die französischen Linien westlich vom K e nr m c l nahmen wir 2 Offiziere und 50 Mann gefangen.

s Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf dem Schlachtfeld blieb die Gefechtstätigkeit auf ört­liche Kampfhandlungen beschränkt. Nördlich der A i s n e und nordwestlich von Chateau-Thierrv wurden Tcil- angr'ffe des Feindes abgewieseu. Südöstlich von S a r c y nahmen wir nach starker Artillerievorbereitung die feindlichen Linie beiderseits der A r d r e. Wir machten 3 06 Gefangene.

Der Erste Generalauartiermcister: Ludlndorff.

*

Die stolzeManövrierarmee" der Tnt»nte in unseren Schlägen zerschmolzen!

Die schwere weitere Einbuße a» Kampfmitteln,

Produktionsmöglichkeiten und Verkehrslinien.

W. T.-B. Berlin, 6. Juni Der große Sieg des Deuffchen Kronprinzen zwischen der Aisne und Marne hat wiederum einen bedeutenden Teil der feindlichen Streitkräste und Kampfmittel vernichtet.

Zu der bereits gemeldeten Gefangenenzahl von über 56 000 sind die schweren blutigen Verluste der Franzosen an Toten, Verwundeten und Vermißten hinzuzurechnen!

Bereits im März mußt: das französische Heer in­folge des Zurückwoichens der Engländer beiderserts der Somme starke Teile der 'i?c:itgestellt»n F o ch s ch e n Manövrierarmee einsiwen, die mit in die schwere blutige Niederlage hinemgerissen wurden.

Als in Flandern die Engländer aufs schwerste erneut bedroht waren, 'ab sich der Sntente-Generalffsi- mus zum zweiten Male aczivunaen, auch dorthin starke Kräfte cinzusetzen. Ilm Verlause der Kämpfe an der Nordfront fetzte er a I! e: n 18 französische Divisionen zur Unterstützung der Engländer in Flandern ein und hielt weitere Kräfte dort in Re­serve bereit. Die verlustreichen Kräfte im Semmel* gebiet erhöhten dann die Blutovier der Franzosen ganz außerordentlich.

Die Schlacht zwischen Aisne und Marne mit ihren täglichen rieiiaen Fortschritten riß aufs neue die schon stark gelichteten französischen Ne- serven auseinander. Sie zwang General Foch zum abermaligen überhasteten Einsatz seiner Divisionen an der von der deuffchen Führung gewählten Stelle. Da­mit sind wiederum erhebliche französische Streitkräfte gebunden, ein Umstand, der dem Enienteführer der operativen Armfrciheir gänzlich beraubt.

Die stolze Manövrierarmee der Enrente. an die sich die kühnsten Hoffnungen und Erwartungen der Feinde knüpften, besteht als solche n i ch t m e h r.

Von schwerwiegender Bedeutung ist auch die Ein­buße des Feindes an K a in v f in i t t e l n während der Schlacht zwischen Aisne und Marne. Die große Anzahl der erbeuteten G e s ch n n e. Maichinenaewehre und an­derer Waffen Her Verlust des ge'amten einge­bauten Materials aiff der ausgebanten Kampffront, der Derlust ferner von fünf umfangreichen Pionrer- d epots, von Werk!t ätreu verschiedenster Art, von Barackenlagern und sieben großen mit allen Be­dürfnissen ausgerüsteten Lazaretten, der Ausfall vieler Fabriken, Eilen b a i, n iv a gen, M a s ch i n e n und Brückentrains und dergleichen trifft die feindliche Kriegsführung auis empfindlichste. Erhöht wird die Bedeutung der 'chiveren französischen Nieder­lage durch den Verlust nvn weit über 3000 Quadrat­kilometer zum Teil f r u ft I b a ! st e n Geländes mit bedeutenden strategischen Punkten. Von tief einschnei­dender Bedeutung ist schließlich die Ausschaltung wich­tigster Eisenbahnlinien für die Versorgung des gesamten französischen Landes und Heeres, rv'llstommsner Geländeyewinn.

W. T.-B. Berlin, 6. Juni. Für die künftige Ver­sorgung unseres Heeres stellen die bisherigen Er­gebnisse des Vorbruchs zur Marne eine willkommene Stärkung von rund 55 Kilometer Raum in einer Breite zwi­schen 70 und 54 Kilometer dar. Das bedeutet jenseits der militärischen Bedeutung, daß der land- und der forst­wirtschaftlichen Ausnutzung weit über 8000 Quadrat­kilometer Boden zugeführt sind. Die Kampfzone am Da m e n=. weg scheidet in einer Breite von 3 bis 5 Kilometer als Brachftreifen aus. Hier ist der Boden durch die schwere Dauer der Artillerieawstvühlung bis auf weiteres für eine geordnete Nutzung verloren gegangen und kann nur als dürftige Wiese dienen.. Unmittelbar jenseits des Damenwegs aber bis hin­unter zur Marne ist das Land weit und breit mit aner­kennenswertem Eifer bestellt. Von großer Wichtigkeit sind die weit ausgedehnten Wiesenflächen, die für unsere Pferde und die Viehernährung einen ganz hervorragenden Weidegang bieten. Die Felder, worauf hauptsächlich Gerste und Hafer, dazwischen auch Weizen stehen und eine reiche Heuernte verheißen, sind im allgemeinen gut im­stand, nur in wenigen Eemeindebezirken steht das Getreide im Halm mäßig, offenbar als.Folge später Aussaat und Be­stellungsschwierigkeiten. Für die Armeeversorgung sind die ausgedehnten Gemüsekulturen und Gärten besonders will­kommen, der Etappenarbeit harrt in dem neueroberten Ge­biet eine ftuchtbare Arbeit.

Unsere Bombengeschwader über Calais und Boulogne.

W. T.-B. Berlin, 6. Juni. Außer zahlreichen anderen Zielen wurden die wichtigen feindlichen Umschlageplähs Calais und Boulogne erfolgreich mit Bomben belegt.

Swon wieder eine Erplosion in St. Denis.

Br. Genf, 7. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Gestern fand wieder eine Explosion in einer Kriegsmaterial- werkslätte des Vororts St. Denis statt. Sie forderte 2 0 Opfer und richtete sehr bedeutenden 'Sachschaden an.

Die 5ldmira1stabsmelduny.

W. T.-B. Berlin, 6. Juni. (Amtlich.) Im Mittelmeer versenkten deutsche und österreichisch-ungarische Unterseeboote fiinf Dampfer und sechs Segler von zusammen über

20 000 Brutto reqistertonnen.

Die Dampfer wurden aus stark gesicherten Äeleitzügen her­ausgeschossen. Einer von ihnen war ein Kriegsmaterial- * transporter. Der Chef des Admiralstabes der Marine.

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17 000 Tonnen durch ein einziges U-Boot an einem Tag?

XV. T.-B. Berlin, 6. Juni. Das in dem gestrigen Bericht erwäbnte Unterseeboot des Oberleutnants z. S. L o tz har seine Erfolge in erstaunlich kurzer Zeit erzielt. An einem Tage konnte eS vom Morgengrauen bis Mitternacht 17 000 Brutioregistertonnen in die Tiefe schicken, trotzdem die Angriffe durch starke feindliche Gegenwirkung erheblich erschwert wurden. Nach Verlegung des Tätigkeitsge­bietes traf das Unterseeboot an einer anderen Stelle des Kanals auf di? Spuren der Tätigkeit eines Swwefter­bos tos: es passierte nämlich ein großes Trümmerfeld mit vielen toten Pferden. Ochsen, Futterkrippen, Ställen, Sirob- und Heubündeln usw. Wahrscheinlich war an dieser Stelle ein das englische Heer in Frankreich versorgender Dampfer einem anderen Unterseeboot zmn Opfer gefallen.