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Viesbs-emr

Verlag Langgaff« 21

„Tagblatthauö".

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12 Ausgaben

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„Tagblatihaus" Ar. 6650 - 53 .

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Mittwoch, 3. Iuni 1918.

Berliner Abteilung des Wiesbadener T-gbl-ttS: Berlin W. 57, An der Apostellirche 7,1. Fer nsprecher: Amt Lützo« 6202 »nd 6203.

Nr. 236. . 66. Jahrgang.

Kbend-klusgabe.

Das Vordringen auf dem Züdufer der Aisne.

ver Feind auf Amblenq-Lutrq zurvchgeworfsn.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 5. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Erfolgreiche Vorstöße in Flandern brachten Gefangene ein. An der ganzen Front hielt rege Erkundungstätigkert an. Der Arttlleriekampf lebte vorübergehend auf.

Heeresgruppe Denticker Kronprinz.

In Erweiterung unserer Erfolge auf dem Süd- n f e r der Aisne warfen wir den Feind auf Ambleny- C u t r h zurück und nahmen seine Stellungen nördlich von T o m m i e r S. Örtliche Kampfhandlungen beiderseits deS L n re q - Flusses. Im übrigen ist die Lage unverändert.

Leutnant Loewenhardt errang seinen 26. Luftsieg.

Der Erste Generalouartiermeister: Lndrudorff.

*

Der erste Tag der zweiten Woche.

W. T.-B. Berlin, 4. Juni. Die berühmte erste Woche der neuen Schlacht ist vorüber. Entgegen der Behauptung Clemenceaus und Fochs hat auch der erste Tag der zweiten Woche trotz verstärkten französischen Widerstandes und zahl- veickfer heftiger Gegenangriffe der Franzosen den Deutschen weitere wichtige Erfolge gebracht. Wichtige Höhen und Dörfer wucdea dem Feinde entrissen. Seine Truppen fluteten unter schweren Verlusten zurück. Allein westlich Soissons und südlich der Aisne wurden hier­bei über 1500 Gefangene gemacht, zahlreiche Maschinen- gewehre und mehrere Geschütze erbeutet. Eine Kompanie nahm eine feuernde Batterie im Sturni, während bei Missy zwei Batterien, in Gegend der Werke Feuillh Ferme eine weitere Batterie im Kampf erobert wurde. Östlich des Ost- vandes des Waldes von Villers-Cotteret nahmen die Deutschen am 2. Juni über 1000 Mann gefangen und entrissen dem Feinde einen Hang sowie drei Batterien.

Bei einem dicht massierten verlustreichen Angriff am 8. Juni beiderseits der Ourcq verwandten die Franzosen zahlreiche Tanks ilnd Kampfgeschwader.

lliis.'re Batterien vernichteten eine auf der Strecke südlich Fernp abfahrenl-e feindliche Battecie. Deutsches Flakfeuer brachte durch Volltreffer einen Zug auf der Bahn südlich Villcrk-Cctteret znm Stehen, während deutsch« Bombenge­schwader auf dem Bahnhof Nanteui: zwei große Brände ver­ursachten Wichtige Verkehrspunkte, u. a. Amiens, St Inste, Breteuil. Cowvi^-"w. VillerS-Cotteret, lagen unter wirksamem deutschen Feuer. Zahlreiche Brände und Explosionen wurden beobachtet.

Jnraesamt weit über 50 000 Gefangene.

Br. Berlin, 5. Juni. lEig. Drahtbericht, zb.) Der Kriegs­berichterstatter OSborr^ teilt mit, daß die Zahl der ' in den Lagern eingelieferten Gefangenen bis gestern absnd sich ge­nau auf 1299 Offiziere, 48 782 Mann belief. Mer noch lange nicht sind all« Gefangenen in die Lager ei «gebracht, noch sind große Massen unterweis. Fortwährend sieht man auf allen Straßen einzelne Trupps, di« oft ohne Begleitung,

' friedlich auf dem Weg zur nächsten Sammelstelle sind. Über­dies wird aus den Kämpfen westlich Soissons eine Menge neuer Gefangener gemeldet. Rechnet man nach den üblichen Prozentsätzen di« Toten und Verrvunoeten hinzu. so überblickt man di« rein zahlenmäßige außer­ordentlich« Schwächung der feindlichen Truppenmvcht innerhalb einer Woche.

Der frantzösDcke Rrserven-Einsat».

W. T.-B. Berlin, 4. Juni. Schon in der Schlacht zwischen Noyon und R o y e hatte General Humpert seine Reserven überhastet nnd tropfenweise in den Kampf werfen müssen. Damals fochten jedoch die Fran­zosen immer noch in geschlossenen Verbänden. Der Ein­sturz der Front am Chemin des Dames wirkte jedoch so gewaltig, daß der geordnete Aufmarsch der geringen französischen Reserven von der unaufhaltsamen deutschen Verfolgung gefaßt und zerschlaaen wurde. Die Trup­pen des Generals v. Conta bekämpften in den letzten Tagen ein buntes Gemisch von Divisionen. In einem Wäldchen westlich borst Chckry wurden Gefan- slne von allen Trnvpenanttnneen gemacht: Reger

vom 12 m.id,gast:'chi'N Bataillon das leivöbn'ich ofo A> britstrnpve diente, in der bedrängten staqe aber als Kampftrnppe eingesetzt wurde. Angehörige der zehnten Kolonialdivision, der 73. nnd 164. Division und einige Leute von der 43.. die sich in ragelangen Kämpfen ver­bluteten, ferner französische Kavalleristen von der 4. und 5. Kavalleriedivision.

Der abgewiesene feindliche Angriff in Flandern.

W. T.-B. Berlin, 4. Juni. In Flandern richtete sich der gemeldete feindliche Angriff gegen die ganze Front von Metevem einschließlich bis in die Gegend von MerriS. Der Sfran*« wurde unter blutigen Verlusten abgewiesen.

Nur südwestlich MerriS konnte er sich in kleineren Graben- '

stücken fest setzen. Tagsüber hielt starkes Artilleriefeuer vom Aserkanal bis in die Gegend MerriS an und richtete sich auch mit größerer Stärke gegen oas Kemmelgebiet. Zahlreiche seirckliche Patronillen wurden abgewiesen und Gefangene einbehalten. Die feindlichen Anlagen lagen unter schwerem deutschen Feuer. Südöstlich Areas halte sich der Feind bei mebrfechen Erkundttngsvorstößen blutige Schlapven. Ein eigenes Unternehmen in der Gegend von Beaumoni brachte zwei englische Offiziere und zahlreiche Gefangene ein.

Deutsche Flieger wieder qeqen Paris.

W. T.-B. Paris, 4. Juni. (HavaS.) Amtlich wird ge­meldet: Nachdem oie W-achoesten gestern abend feindliche, auf Paris ziehende Flieger gemeldet hatten, wurde um 10,54 Uhr das Alarmsignal gegeben. Um 11,25 Uhr hörte die Alarm­bereitschaft auf. Es ist uichts zu melden.

Die Fernbeschießung von Paris wieder ausgenommen.

W. T.-B. Paris, 3. Juni. (Havas.) Die Beschießung des Pariser Gebietes durch das weittragende Geschütz hat heute wieder begomien.

Anfänge einer Friedensbewegung in Frankreich?

W. T.-B. Stockholm, 4. Juni. „Stockholms Dag- blad" zitiert Clemenceaus „Homme Libre", in dem ge­fragt wird, ob Frankreich tatsächlich von einer Panik ergriffen sei, die den Beginn einer Friedens­bewegung bedeute. Wenn ja, dann werde den Mittelmächten damit ein größerer Dienst geleistet als mit der Eroberung französischer Häfen. Das schwedi­sche Blatt schreibt: In Clemenceaus Organ wird also die Frage aufgeworfen, ob die französische Friedens­bewegung ein entscheidender Machtfaktor werden kann. Das scheint zu beweisen, daß diese Be­wegung bereits ein Faktor ist, mit deni gerechnet wer­den muß und der schließlich die Oberhand gewinnen kann. Damit wäre man dem Frieden einen großen Schritt näher gekommen.

Einstweilen ein neues Vertrauensvotum der Kammer für E^inene»«'«!

IV. T.-B. Paris, 6. Juni. (Drahtbericht. Deputier­tenkammer.) Vor vollbesetztem Hause erklärte Clemen- ceau, die Interpellation über die militärische Lage nickt beantworten zu können. Er habe sich vor der Heereskommission ausgesprochen, könne aber in der weiteren Öffentlichkeit nickst mehr lagen. Außerdem widersetzte er sich dem, daß die Kammer als Geheim- komitee sich konstruiere. Im Namen der Sozialisten bat C a ch i m Clemenceau, Erklärunaen abzngeben und verwahrte sich gleichzeitig gegen jeden Gedanken von Feindseligkeit, denn es handle sich um das Wohl des Vaterlandes. Clemenceau wiederholte, daß es ihm un­möglich sei, nach Verlauf von sechs Tagen der Schlacht Erklärungen über die militärische Lage ab­zugeben. Die Untersuchung über die Verantwort­lichkeit sei im Ganae er werde aber nicht die Feig­heit begehen, Maßregeln gegen Führer zu ergreifen, die sich zum Wohl des Vaterlandes verdient gemacht batten Am Schlick'? der ^ainmersitznng bestanden mehrere Abgeordnete auf Festsetzung eines naben Termins zur SnH’nnn der Interpellationen über die militärische Lag?. Clemenceau^ verweigerte jede Fortsetzung ^er Debatte und stellt' die Vertrauens­frage. Man stch-ikt ?nr Adst'N'mnng. Die Ver- taanng ans unbestimmt? Zeit, welche die Regierung for. derte, wurde mit 377 Stimmen ano-nommen, 110 waren dagegen. *

Der bolaBck'e M'nlsterwec^le^.

W. T.-B. Havre, 4. Jum. In einer HnvaSw eildnng über den belgckcken Ministerweckckel heißt es: Der Rücktritt

BroconevilleS wurde nickt durck eine Meinuugsverfckieden- beit tn Fragen der inneren und äußeren Politik bervorgernsen. sondern ist des Ergebnis gewisser Vertckieben- beiten der Anschauungen über die Regierungsmetboden. Cooreman ülwrnimmt daS Portefeuille der wissenschaftlichen Angelegenheiten. ein Departement, welchem die Befugnisse doS Departements deS nationalen Wiederaufbaus an- geschlossem sind __

Mo<4eu im velager«na«z»ftand.

-er. Berlin, 5. Juni. Was alles in Rußland vorgehl, da» wir in Deutschland mcht Nässen, incht wißen dürfen! Es ist doch im höchsten Maße auffallend, daß die Sowjetregierunq sozusagen mitten : m schönsten östlict«» Frieden den KriegS- ziisiand über die derzeitige Haupt- und Residenzstadt Moskau verhängen muß. Das ist nicht mehr geschehen seit den Tagen deS Zaren, als nän.lick Nikolaus II. Ende Oktober 1915 durch einen UkaS aus dem Hauptauartier Witebsk den verschärften Belagerungszustarzd über Moskau und den Moskauer Kreis verhängte, „angesichts der Notwendigkeit von außerordent­lichen Maßnahmen zur Sicherung der bürgerlichen Ordnung ruck» Ruhe". Sogar in de» stürmische» Februartage» des

Jahres 1917, als Hundsrttausende drohend durch die Straßen Mockaus zogen und Holztafeln vorangetragen wurden, aus denen geschrieben stanv: „Wir hungern, gebt Bcot! Schließt Frieden! Nieder mit England!" — selbst damals blieb di« Stadt frei von der letzten llotmaßriubine des Belagerungs­zustandes, zu der sich oie Bolschewikircgicrung jetzt entschlossen hat. Offenbar hat sich die Wucherpflanze der englische» P r o p a o a n b a im Innern dc? republikanischeg Rußlands ausgedehnt. Sie droht das ohnehin noch schwächliche Gefüge der Sowjetregierung zu svrengeil und die Gegenrevo­lution auf den Plan zu nckeii. In gefährlichster Stunde hat die ruffische Regierung die Flucht in die Öffentlichkeit angetreten und durch die Peters: urger Telegraphcn-Agentuv die Aufdeckung eine: B e r s ch w ö r u n g melden kaffen.

,Heren Leiter in London sitzen" und deren AuSbcuch „mit dem Aufstand der r s ch e ch o - s l o w a k i s ch e n Ab­teilungen in verschiedenen Städten in ursächlichem Zu­sammenhang" stehe. Die Rädelsführer sind verhaftet, so heißt es, und die Bewegung unterdrückt. Aber warum wird nun dock der Belagerungsnistano über Moskau verhängt? Ist di« Entente im Innern Rußlands wieder so mächtig ge­worden? Wie uns ein Stockholmer Gewährsmann schreibt, trifft die Entente Vorbereitungen, um an einem dem Einfluß der Mittelmächte entrückten Punkte ln Rußland eine russische S o n d e r r e g i e r u n g zu crrickten, die den Brest-Litowsker Frieden nicht anerkennt uns den Krieg, wenn auch nur m-hr oder weniger theoretisch fortsetzt. Die Entente will diese Sonderregiernng durch dipiomaiischc und militärische Ver­treter unterstützen. Der Betuch der französischen Mission Berthelot im Innern Rußlands stehe mit diesem Plan offen­bar im Zusammenhang. Das sind ja recht erbauliche Dinge! Es ist an der Zeit, Lereg. Jn ffe. den russischen Gesandten in Berlin, zu einer' easchva-Aufklärung über die Lage in seiner Heimat zu veranlassen.

*

Der deuttch-finnische Friedensvertray.

Berlin, 5. Juni. Der finnische Landtag hat gestern den Friedensvertrag mit Deveschlemd- -ki -dritter Lesung .ange­nommen.

Die ukrainische Flagge.

W. T.-B. Kiew, 4. Juni. Nach einer Verordnung der ukrqinischen Regierung zeigt die Flagge der ukrai­nischen Handelsflotte die beiden Farben Blau-Gelb.

Der Friede mit Rumänien.

W. T.-B. Berlin, 4. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundetaal? wurde der Friedensvertrag zwischen Deutsch­land, Österreich-Ungarn, Bulgarien nnd der Türkei einerseits und Rumänien andererseits angenommen.

Die vedränqunc, der Italiener in Tripolis.

W. T.-B. Konstantinopel, 4. Juni. Amtlicher Tagesbericht vom 3. Juni. Pa lässtinafront: An der Küste steigerte sich das beiderseitige Artilleriefeuer zeitweise zu großer Hestigikeit. In der Nähe der Straße I e r « s a l e m-Nablus löste das Vor­gehen unserer Patrouillen nachts starkes feindliches Artillerie- feuer aus. Unsere Artillerie nahm Bewegungen des Gegners am Jordanbrückenkopf unter wirksames Feuer. Feind­liche Kavallerie griff des Jordantal an. Unsere Flieger warfen erfolgreich Bcmben. Eines unserer Seoflugyeschiwader belegte die Signalstation und Baracken auf der Jrtsel Mavro mit vielen Bomben. Es wurde gute Wirkung beÄiachtet. Un­sere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. — Mit dem Ein­tritt Italiens in den Weltkrieg begannen unsere in die Pro­vinz Tripolis entsandten tapferen Truppen in anfopse- rurwkovllen Kämpfen, auf die schwierige Verbindung mit der Heimat angewiesen, die Italiener schrittweise andie Küste zu drangen. Heute klammert sich der Italiener nur noch an einige von uns eng umschlossene Küstenpunkte, wo er unter dem Feuer unserer Batterien und U-B o o t e steht. Jeder Versuch, die Lage zu verbeffcrn, wurde bisher glücklich von uns unterbunden. Bei seinem letzten Ausfall aus Sugra am 12. April wurde er von uns in der Flanke ge­faßt. Viele Gefangene, zahlreiche Waffen, Pferde und viel Kriegsmaterial blicven in unserer Hand. Auch mehrfache kleiner« andere Zusonunenstöhe verliefen durchweg zu unse­ren Gunsten. . _

Ein neuer versuch mit der Freiwilligkeit der ÖisnNpflicht in I»-lc,nd.

Eine Pri-kkailiiltion FrenchS.

V/. T.-B. London, 4. J'.mi. lMeldung des Reulerschen BureauS.l Der Lordlentnant von Irland und General- gcuverneur von JAund F r >: n ch hat folgend« Proklamation rrlaffen: Unseren. Versvrechen .gemäß mrchen wir jetzt einen Verschlag, der den Erfolg erzielen wird, daß Irland in dem Kampf um die Freiheit seine Rolle in vollem Umfang und ibne Zwang spielen kann. Unsere Borsckläge gehen 1. dahin, t-atz Irland freiwillig die Zahl von Männern liefert, die zu der Leistung der übrige» Tnl« SeS Reiches in einem an­gemessenen Verhältnis steht. 2. Um diese zu fixieren, kann nia» mit Billigkeit verlangen, daß Irland bis zum 1. Oktober d. I. 5 0000 Mann ausstellt, um die irischen Divisionen in, Felde auszufülleu, und danach monatlich 2- bis 3000 Mann Rekruten, um die Kopfstärke aufceckst zu erhalten. S. Wir wisse» es jedermann deutlich zu machen, Latz nicht bi*