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Verlag Langgaffe S1

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vienstag, 4. Juni 1918.

klbend-klusgabe. Nr. 254. . SS. Jahrgang.

weitere erhebliche zortschritte südwestlich soisson; und nordwestlich Lhateau-Lhierry.

Einige tausend Gefangene gemacht.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 4. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

Artilleriekampf wechselnder Stärke Rege ErkundungS- täti-keit des Feindes und stärkere Vorstöße an verschiedenen Stellen der Front. Südwestlich von Mecris hat sich der Feind in kleineren Grabenstücken festgesetzt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich der A i 8 n e entrisien wir dem Feind in hartem Kamps einige Grabenstücke. Der zähe Widerstand des auf den Höhen westlich und südwestlich von S o i s s o » s sich anllammernden Feindes wurde gestern g e - brachen. Die Höhen von Bauxbuin und westlich von tzhavdu» wurden genommen. Nach Erstürmung von Pernanr und Missy-anx-BoiS warfen wir de« Feind auf die Linie Le Soulier-DommierS zurück. Mehrere Batterien wurden erobert» einige tausend Gefangene gemocht.

Französische Gegenangriffe beiderseits deS Ourcg- Flusses scheiterten unter schweren Ver­lusten. Nordwestlich von Ehatean-Thierrp haben wir im Kamps die Bahn Vnssiares-BvurrscheS über­schritten und feindliche Gegenangriffe abgewiesen.

An der Marne, zwischen Marne und Reims ist die Lage unverändert.

Der Erste Generalouartiermeister: Ludtndorfs.

Oie Kampftage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

B.A. Berlin, 4. Juni. (Eig. Drahtbericht. zb.) Nach­dem in den Kämpfen vom 30. Mai es der deutschen Heeres­leitung gelungen ist, dem in der Richtung Chateau- Thierrh bis an die Marne vorgetriebenen spitzen Keil eine breitere Basis zll geben und damit den linken Flügel gut gestützt zu sichern, haben diese Kämpfe einen gewiffen Abschluß erhalten. Die Gegenmaßnahmen der feindlichen Heeresleitung können wirksamere Operationen auf diesem Frontte.il nicht ausführen, um so weniger, als das Bahn netz, das die Truppenverbände hierher schaffen sollte, unter deutschem Feuer liegt. Das ist besonders der Fall, seitdem die viergleisiqe Bahn C h a t e a u-T h k e r r h dou uns zum Teil besetzt, die Bahnlinie Reims-Epernah stellenweise durch unser Wickungsfeuer zerstört wurde. Anders ist die Gefechtslage auf dem rechten Flügel. Es war von vornherein damit zu rechnen, daß General F o ch versuchen wird, einen Ausgleich für die schwer erlittenen Nieder­lagen zu suchen, und unsere Heeresleitung rechnete selbstver­ständlich rni einem derartigen Vorgehen. General Fach stobt cm dieser Frontstelle ein Eisenbahnnetz zur Ver­fügung. da? es ihm ermöglicht, die nötigen Reserven herbei- zuschaffen. Auch verlief unsere Front bis zum 1. d. M. von der Gegend Nohon vor SoissonS her, bis in die Gegend vhateau-Thierry für solche Unternehmungen recht günstig. 5-S war daher das Bestreben der deutschen Heeresleitung, auch me Frontlinie auf dem rechten Flügel so zu verlegen, vast sie schweren sicher bevorstehenden Angriffen deS Femdes gewachsen war. Besonders ist eS das Städtchen «lllers-CotteretS, das als Eisenbahnknotenpunkl tur die Ausladungen der neu eintreffenden Truppen wertvoll war. Die Reserven sind in d-m letzten Tagen zum großen Tev mit Automobilkolonnen von Paris her an diese nwutstelle geworfen worden, so weit sie nicht auf dem ^wienemveg schnell genug hierher befördert werden konnten, «ni 2. Juni setzten mm die Gegenmaßnahmen der Obersten ^.^^leitung ein. Es gelang, nördlich der Arsne tn. der -Achtung Blerancourt einen Keil in die französische -zror.t zu treiben und eine gewisse Flankierung der ^arzösischen Linie zu erzielen. Ebenso wurden französische graben an der Ourcg genommen und ebenfalls ein Vor- erzielt, der mit dem nördlicher liegenden Vorsprung ! nc Klammer bildet. Gestern gelang es uns. im Angriff "w neue Frontlinie zu besetzen, die die Vorsprünge '--gleicht und im großen und ganzen eine geradlinig oft 1 °v ^ront berstellt. Durch diesen Geländegewinn ist rJ T ^er Eisenbahnknotenpunkt VillerS-CotteretS unter deut- es Fxuer gekommen und für die Zwecke Fachs un- p, 0u .,, .^ ör geworden. Selbstverständlich hat die feindliche ^areSleitung die acht Tage, die unsere Offensive jetzt an- ». ausgiebig dazu benutzt, von anderen Frontteilen .^gpen heranzuzichen. Diese Reserven werden unseren f r fl ctn selbstverständlich an anderen Front st eilen , i£ n - und damit rechnet die deutsche Heeresleitung. toör auffallend, wie in den letzten Tagen die feindliche «eepe auf die B ed robnngvonParis hohen Wert legte, di- .. in dieser Pressekampagne dieselbe Vorbereitung,

ori« ^Ewerzeit bei unserem weiter nördlich liegenden An- ff Jl fftrieb. als die Unentwegten von der Bedrohung von V 5 schweben. MS damals unsere Offensive ihren ?ck erreich t hatte Mid wir eine Umgruppierung

Vornahmen, verbreiteten unsere Feinde, daß die ganzen deut­schen Offensiven mißlungen seien, da sie ihr Ziel nicht erreicht hätten. Wenn nun jetzt mit der Erreichung der 'Marne, da wir die Pläne der Obersten Heeresleitung nicht kennen, und nicht wissen können, ob die Offensive an dieser Stelle nicht weiter vorwärts getragen werden soll, ein gewisser Still- stand hier eintrittz so werden wir fraglos einen Jubel in der feindlichen Presse erleben. Sie wird schreiben, daß das Ziel der Offensive, Paris, nicht erreicht worden sei, und man wird versuchen, die schwere Niederlage zu einem Sieg der Entente zu machen. Davon kann selbstverständlich gar keine Rede sein. Wenn unsere Oberste Heeresleitung wirklich an dieser Stelle nicht weiter Vordringen will, so wird sicher an einem anderen Frontteil der Feind bald genug erfah­ren, daß von einer Lähmung der deutschen Offensive n i ch t d i e R e d e ist. Bei allen Offensiven haben wir stets den Grundsatz verfolgt, daß wir unsere Erfolge nur so weit

anAbauen, als es unter möglichster Schonung des Men­schenmaterials geschehen kann. Ohne die genauen Ab­sichten Hindenburgs und seines Stabes zu kennen, weiß jeder Deutsche gang genau, daß es sich um keinen Tageserfolg be: den Kämpfen der letzten Monate handelt, sondern daß ihnen ein woh I d urchdach tes System, das automatisch den End er folg bringen muß, zugrunde liegt.

*

Cie Ausschaltung der Marnebahn.

W. T.-B. Berlin, 3. Juni. Die waldgekrönten Höhen, die das Nordufer der Marne begleiten und die breite Flußniederung beherrschen, fielen bereits am Spätnach­mittag des Donnerstags sowohl bei Jaulgonne wie bei Treloup in die Hand der in einen: Zuge nachdrängen- den vordersten deutschen Divisionen. Damit ist die Aus­nutzung der für die französischen Truppenverschicbun- gen entscheidend wichtigen und daruni auch im Laufe des Krieges zur erhöhten Leistungsfähigkslt ausgebau- ten Marne-Bahn, der stärksten Frontwechsellinie des Gegners zwischen der Ehamvagn e und der Nordfront, praktisch ausgeschaltet. Die Bahn liegt auf dem wichtigen Südufer der Marne, zwei Kilometer vor den Mündungen uifferer Geschütze, wie auf dem Präsentierteller. Sie ist damit, selbst wenn wir darauf verzichten, die Schienenipur zu besetzen, praktisch ge­sperrt. Das Gewicht diek»s mit beispielloser Schnellig­keit eingebrachten Erfolges kann nicht hoch genug ver­anschlagt werden. Der Erfolg, der sich in der mit de? Erreichung Montdidiers gegebenen Avre-Tgl-Derbin- dung Paris-Amiens zeigte, hat im Marnetal eine glück­liche Abrundung erfahren.

General Maurlee über die Lage.

W. T.-B. Rotterdam, 4. Juni. (Drahtbericht.) Nach einer Meldung des „Nieuwe Rotterd. Courant" schreibt General M.rurice im „Daily Chronicle": Jetzt, wo der Feind zwischen DormanS und Chateau-Thierry die Marne erreicht hat, ist für ihn durch ein weiteres Vorrücken nach Süden nichts zu gewinnen. Die. Marne bildet hier, da sic durch eine Schlucht läuft, ein großes Hindernis. Andererseits verfügt der Feind jetzt, wo er an der Marne steht, über eine kostbare Flankendeckung für den Vor­marsch dcs linken Flügels r-ach Südwesten. Es war deshalb zu erwarten, daß der Schwerpunkt der Schlacht

sich verschieben würde. An der östlichen Flanke dcs Schlachtfeldes, zwischen Dormans und Reims, zeigt der Feind sich rorläusia mit der Ausbreitung des von ihm eroberten Gebietes zufrieden gestellt. Jetzt haben die in Reims zu­sammentreffenden Eisenbahnlinien weniger Wichtigkeit sür ihn als die, welche in Soissons zusammentreffen. Man kenn darauf rechnen, daß er alles aufbieten wird, um diese Eisenbahnen rasch wiederherzustellen. Durch die Ausbreitung der Schlachtfcont in nördlicher Richtung muß die Zahl der feindlichen Divisionen, die vor der Schlacht die vorderste Linie besetzt hielten und der Divisionen, die jetzt im Kampfe sieden, gestiegen sein, da anzunehmen ist, daß der Reserve zahlreiche Divisionen entzogen werden. Es ist die Frage, ob tie Schlacht sich noch weiter in großem Stile entwickeln wird oder ob Kronprinz Rupprecht neue Angriffe auf einem oder dem anderen Abschnitt der Front unternehmen wird. Das eigentliche Ziel der Deutschen ist so gutwie sicherweder Reims noch Paris, son­dern die Reserven Fochs. Die Lage bleibt ernst, aber wir können bestimmt erN'arten, daß Fach an alle Ver­suche, die der Feind noch unternehmen kann, denkt und daß er seine Reserven für daL kritische Stadium der Schlacht zurückhält.

Die Verteidigung von Reims den Negern Lberlaffen.

W. T.-B. Berlin, 3. Juni. Nachdem die Deutschen die starken Abschnitte der Aillette, Aisne und Vesle innerhalb vier Tagen in siegreichem Vordringen über­wunden und die Marne-Linie erreicht hatten, verkündete der Eiffelturmbericht der Welt als Frankreichs Trost: Wir halten Reims! Es sind jedoch nicht Fran­zosen, die hier kämpfen, sondern Frankreich hat den Schutz der alten Krönungsstadt und der ehrwürdigen Kathedrale seinen braunen und schwarzen Soldaten an­vertraut. Die Deutschen wallten Reinrs schonen: ihr Angriff ging an der Stadt vorbei. Von drei Seiten halten sie jetzt Reims umfaßt. Aber d-ie Franzosen klam­mern sich an den Fleck Erde, der keinerlei taktischen oder strategischen Wert hat, denn die die Stadt umschließen­den fortgekrönten Höhen sind fast restlos in deutscher Hand. Statt die Stadt zu räumen, lassen die Franzosen sie völlig in Trümmer schießen und opfern sie. Die gewissenlose Verteidigung von Reims kostet ja keinen Travfen französischen Blutes. Neger sind es, die man für eine zwecklose Prestige- Politik hinopfert. Die Verluste der Schwarzen sind furchtbar. Aus den Wem- und Schnapsvorröten der großen Stadt l'dnmfin gemacht vor sich die Deutschen und hinter sich die von weißen Franzosen besetzten Ma'chinenacii ehre, so liemn d'e Neger vom Senegal, von Madagaskar und Martinique in den Gräben um Reims. Vor sich, hinter sich den Tod. wehren sie sich verzweistlt. Fmchtlor fchl-rgt der Granatbagel zu- iammengefaßter deuffcher Artilleriegruppen in ihre Stellungen. Fassungslos siebt man sie in den Gräben hin- und herrennen. Für sie gibt es kein Entrinnen. Sie wagen nicht überzulaufen, da man ihnen ver­sicherte, daß die Denffchen ihre Gefangenen zu Tode martern. So werden ihre Verluste schwerer und schwerer. In einem schmalen Grabenstück bei Schloß Malle kamen auf über hundert Tote nur vier Gefangene. Alle Schwar­zen tragen das Coupe-Conpe, das große schwere Schläch­termesser. Wehe dem Deutschen. der in ihre Hände fällt. Dennoch' werden die Reger von den Deutschen wie andere Gefangene behandelt. Tie Masse der im Artilleriefeuer gefallenen Neaer erinnert an die russi­schen Leichenfelder am Stochod und bei Tarnopal. Zu Tausenden lieaen hier die lebsoscn Leiber. Die große französische Stadt aebt in Flammen auf und der französische Funkspruch verkündet der Welt: „Wir hal­ten Reims!"

Alles Bisherige nur noch ein Vorspiel?

Berlin, 4. Juni. Zu den neuen deutschen Fort­schritten heißt es im „Berliner Tageblatt": Es ist be­merkenswert, daß die feindliche Presse alles, was bis­her seit dem 2t. März geschehen ist, noch immer als ein Vorspiel anstebt, dem die Krise des welterschütternden Dramas nach folgen werde. Die Schürzung des .Kno­tens läßt für Deutschland einen glücklichen. Ausgang er­warten.

In der „Täglichen Rundfch.au" wird unter der Überschrift „Clemenceans Entscheidungsstunde" gesagt: Wäre Clemenceau wirklich ein großer Mann, so würde er beute sein Volk aus dem Blntsumps, in dem es zu ertrinken und zu ersticken droht, zu retten suchen. Clemencecm wird aber die Franzosen noch weiter i n s U n g l ü ck jagen.

Geheucheltes Selbstvertrauen der parise r Presse.

W. T.-B. Bern, 4. Juni. (Drahtbericht.) Ten Verlauf der Offensive sieht die französische Presse heute mit noch größerer Fassung als gestern an. Sie erklärt, daß die Fort­schritte der Denffchen immer geringer würden und daß das Eingreifen der französischen Reserven das Festwerden der Fron: bewirke. Das Hauptgewicht liege noch immer auf dem