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Montag, 3. Juni 1918.
kibend-klusgabe.
Nr- 252, . 66. Jahrgang.
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Die höhen westlich von Chateau- Thierrq genommen!
Südwestlich von Soistons Tffaudun erobert. Der Tagesbericht vom 3. Juni.
V/. T.-B. Großes Hauptquartier, 3. Juni. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.
Zeitweilig auflebender Artilleriekampf. Feindliche Tcilangriffe westlich von Bailleul und nördlich der Lys wurden abgewirfen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zum Ersatz der durch unseren Angriff zerschlagenen französischen und englischen Armeekorps und zur Stützung der bisher von den Nachbararmecn eiligst auf das Schlachtfeld hcrangeführten und stark gelichteten Divisionen lind neue französische Verbände weithergelegener Fronten in den Kampf getreten.
Nördlich der A i s n e versuchten sic vergeblich, die ihnen angewiesenen Stellungen zu halten. Wir schlugen sie ^in Hartem Grabe^kampf auf Moulin-sous-Touvent und St. Christovhe Bingrc zurück. Südwestlich von Soiffons wurde p fl a u b ungenommen. Wir stießen im Angriff über den , Saviercsorund bis an den Ostrand der Wälder von Billers- Kotierets vor. Südlich von Ourcq führte der Feind heftige Gegenangriffe. Sie wurden blutig abgewiesen, über Eourchamps und Monthiers hinaus gewannen wir Boden and nahmen die Höhen westlich von E h a t e a u-T h i e r r y.
An der Marne, zwischen Marne und Reims, ist die Lage
unverändert. . . ^
• Die auf das Schlachtfeld führenden mrt Truppenbewegungen stark belegten Bahnen wurden durch unsere Bombengeschwader erfolgreich angegriffen. Wir schossen 31 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Menkhoff errang feinen 29>und 30., die Leutnants Löwenhardt und Udet ihren 25. Lustsieg.
Der Erste Generalquartiermrister: Ludtndorff.
Zn 10 Wochen über 175060 Gefangene.
weit über 2000 Geschütze, unzShlige Maschinengewehrs.
W T.-B. Berlin, 1. Juni. Vom 21. März bis 1. Juni 1918, also in 10 Wochen, sind in den Kämpfen an der Westfront den Deutschen über 175 000 Gefangene und weit über 20 0 0 Geschütze in die Hände gefallen. Die Zahl der Maschinengewehre, die unzählige Tausende beträgt, und der Umfang des sonstigen unübersehbaren erbeuteten Kriegsmaterials läßt sich vorläufig auch nicht annähernd angeben. Dazu, kommen die großen Be- kleidungs-, Verpflsgungs- und Gerätedepots, die Lazarette, ferner ' ausgedehnte, unversehrte Munitionslager schwersten ' Kalibers, Grabenwaffen, Flengzeugc, Flugzeughallen, Lokomotiven, Eisenbahnwagen. Kraftfcchrzeuge, Tanks und p>elde lager. Bon den in der Aisnegegend Vorgefundenen Munitionslagern enthielt ein einziges allein 100 000 Schuh oller Kal'ber. Die Werte, die die Entente-an eingebautem Material, an Holz, Draht, Beton, Feldbahngerät, Telephonleitungen usw. an den mehreren hundert Kilometer langen Angriffsfronien in den zahlreichen übereinanderliegenden Verteidigungslinien verloren fiat, lassen sich ebenfalls kaum, adschntzen. Die weiten, von den Deutschen eroberten Gebiete mit der: bebauten Feldern verschärfen die E r n ä h - runas'chwierigkeiten Frankreichs, zumal eine groß« Reihe' der wichtigsten Bahnen der Benutzung entzogen sind und die Zufuhrmöglichkeiten erschweren. Mehr als je mutz der überseetransport zur Ergänzung der verlorenen Bestände in Anspruch genommen werden, was bei dem Schiffsraum- manael doppelt ins Gewicht fällt. Die hohe Zahl der Gefangenen und der blutige Verlust vermindern jedoch gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Kriegsindustrie und der Cchiffsbanwerften. Die Z e rt rü m m e ru n g d c r fe in d- lichen Mitter und Kampfkraft ist damit ihrem Endziel wieder einen großen Schritt nähergekommen.
Gewaltige Truppenlager erbeutet.
W T.-B. Berlin, 2. Juni. Als ein Zeichen dafür, welche Planlosigkeit hinter der französischen Front hervorgerufen war und wie über Erwarten schnell der Vormarsch unserer Divisionen durchgeführt wurde, müssen die gewaltigen Truppenlager gelten, die der flüchtende Feind ' uns'völlig unversehrt hinterlieh. Erweckt es schon Efftaunen, daß auf den Flugplätzen so viele Flugzeuge unversehrt vorgefnndrn wurden, so ist es geradezu unerklärlich. daß unter den flüchtenden Franzosen niemand mehr den Entschluß oder die Zeit fand, die so leicht zu vernichtenden großen Truppenplätze zu zerstören. Bei FismeS ist eine : "iesige Baracken st a dt ohne die geringste Beschädigung in deutsche Hand gefallen. Noch größer vielleicht, ganzen Regimentern bequemste Unterkunft gewährend, ist eine wahre Mi-iropole aus Lagerbaracken, die uns der Franzose zwischen Chery und Mareuil überlassen hat. Man muh dabei der Organisationsgabe des Gegners vollauf Gerechtigkeit wideriabren lasten. Die Anlagen können als Musterbeispiele großer Truppenunterbringungsplätzc gelten. Sie sind mit
Weitblick nach einheitlichen Bläuen angelegt und nichts fehlt ' an den Einrichtungen Den nachrückenden Divisionen und Kolonnen kommt diese Soldaten-Billenkolonie jetzt zugute. Bei Fere-en-Tardenois ist uns ein reich gefülltes Pionier, l a a e r von riesenhaftem Ausmaß zugefallen, mit mächtigem Wagenpark und allen Arten von Wagenersatzteilen, auch mn ansehnliches Kohlen- und Brennstofflager, die zu vernichten der Gegner bei der überiill offenkundigen Planlosigkeit seines Rückzuges die Zeit nicht fand.
vom Vormarsch an die Marne.
W T.-B. Berlin, 2 Juni. Am Morgen des 30. Mai Hatzen dieselben Divisionen, die den Chemin des Domes stürmten, die sogenannten tiefgestaffelten Re- , e r v e n von denen die feindlichen Berichte rmmer wieder sprechen, bis an die Marne zurückgeschlagen:
ÜM/amtfdil um- ssis
mit an der Spitze marschierte eine badische Dlvrston, die im März von St. Quentin bis an die Avre stieß. Die 20. und die 43. französische Division flüchtete Uber das Plateau östlich der Stadt Före-en-Tardenors. Die 4. französische Kavalleriedivision warf vergebens abgesetzte Kürassiere und Radfahrer-Bataillone m den Kampf Erst am Rande des Plateaus, wo große, orchte Laubwälder sich dem Abstieg ins Marne-Tal entgegenstellen, klammerte sich der Franzose zu starkem Wider- stand an. Hier kam es zu einem erbitterten Gefecht, das durch das Einarchten leicht w Artillerie- kräste auf beiden Seiten verschärft wurde. Die franzö- fischen Batterien die von der Pesle ab hier und da nni wohlbekanntem Schneid und Gewandtheit den Vormarsch aufzuhalten versucht hatten, feuerten von den Waldböhen südlich der Manw auf unsere den nördlichen Höhenkamm überschreitenden Truppen. Unsere Batterien fuhren im Galopp aus und kämpften mit direktem Schuß die feindlichen Geschütze nieder uiid zwangen die französische Artillerie sich in verdeckte Stellungen zurückzuziehen. Eme deuffche Kanonen- batterw war so ffühzeitiq auf den Rordbanaen dw- Marne erschiene, daß es ihr aelani eine vom Nord- ans das Süduser von Barrens fliichtende französische Nachhut, Infanterie und Artillerie, auf der B r u ck e zu fassen und blutige Verwirrung nnzurrchten.
Die neue Front «in der Marne bereits 23 km breit. ,
W T -B Berlin, 2,'Jnni. Mit der Einnahme des Nordteils von Chateau-Thierry und der Erstürmung von Verncuil stt die Marnefront bereits auf mebr als 25 Kilometer verbreitert. Der spitze Stoßkeil hat sich zur breiten Kampflinie geformt.
vie neue Rampsfront Soissons-Nonon.
Br. Zürich, 3. Juni. (Gig. Drahtbericht, zb.) Der Zürcher Tagesanzeiger" berichtet' Der Kampf an der Marne, Aisne und Oise ist in eine kritische Periode emge- t'reten Die bisher ruhig geb'iebene Front zwischen SoissonS und Noyon ist in Bewegung geraten, so daß sick, jetzt die deutschen Sturmfluten in unheimlicher Breite rorwälzen. Foch hat jetzt schon die allergrößte Mühe mit -einen Reserven die auf einer Ausdehnung von über 60 Kilometer wankende Front vor den: völligen Einsturz zu bewahren.
Sollte sich die rückläufige Bewegung noch mehr in die Breite nvsdehnen, so dürfte die Aufgabe Fachs seine Kräste uns Mittel leicht überschreiten. Die Lage ist jedenfalls kritisch er als je zuvor.
Die Bedrohung von Reims.
Br. Basel, 3. Juni (Eig. Drahtbericht, zb.) Den Basler Blättern zufolge berichtet „Journal des Debats", die Bedrohung von Reims halte an. Die Eisenbahnlinie Reims - Chalons sei an mehreren Stellen unterbrochen, da Lie deutschen schwerkalibrigen Granaten diese strategische Bahnlinie erreichen können.
60 Kilometer von den Anßenwcrken von Pnris-
Br. Rotterdam, 3. Juni. (Eig. Drahtbericht. K.) Der „Corriere della Sera" berichtet, der Feind stehe nur noch etwa 60 Kilometer von den AußenfestungAwerken von Paris enffernt Man könne nicht leugnen, daß die französische Hauptstadt bedroht sei.
Umfassende verteidigungsmatznahmen von Paris.
Br. Genf, 3. Juni. (Eia. Drahtbericht zb.) Mit der Wahrscheinlichkeit eines großen Zusammen- stoßes bei Compidzne rechnen die französischen und englischen Heerführer P e t a i n und H a r g. Mit dieser Erklärung sucht die ministerielle Presse das Auf- fahren der Reserven und Unterbleiben von Entente- angriffen gegen die deuffche Marne-Linie zu erklären. Echo de Paris" zitiert ->ine Äußerung Hargs, der Augenblick sei gekommen, die Verteidigung der französischen Han otstadt in großem Sti le
zu beginnen. Hierzu bemerkt der „M-rtm", man müsse die Pariser Bevölkerung darauf vorbereiten, daß die Beschießung infolge der unvermeidlichen Neuaufstellung weittragender Geschütz(e an Jtensität erheblich zunehmen werde, doch verschweigt das Blatt, was rm Hinblick. auf diese Gefahr zwischen Foch Petam und dem Pariser Militärgouverneur vereinbart worden sei.
ver gescheuerte große feiffdUche Zlankenstotz von Zoissons.
W. T.-B. Berlin, 2. Juni. Dis schon gestern gemeldeten harten- örtlichen Kämpfe bei Soiffons haben sich zu einer großen Schlacht entwickelt. Der Gegner hatte alle verfügbaren Kräfte in einem groß angelegten Flankenstoß mit der Absicht zusammengefaßt, Soiffons wieder zu nehmen. Die dort befindlichen alten Stellungen gaben ihm vorzügliche Stützpunkte. Er ließ nichts unversucht. So attackierte seine Kavallerie bei Bucancv deuffche Degleitbatterien, die unserer Infanterie auf dem Fuße folgten. Es gelang ihr, die Bespannung zu erreichen; dann wurde sie durch wohlgczieltes Mafchinengewehrfeuer aufgerieben. Am Nachmittag griff ein großes T a n k g e sch w a d e r, ans der Linie Mffsy- Chaudun kommend, zu beiden Seiten der großen Straße Paris-Soissons erfolglos an. Fünf der Tanks liegen westlich Bauxbuin zerschossen im Gelände. Überaus starke feindliche Schlachtgeschw ader griffen unsere Artillerie und Infanterie an, während zu gleicher Zeit Bombengeschwader das Innere der Stadt Soiffons bewarfen. Die besten Truppen Frankreichs, das 1. Eiserne Korps mit einer marokkanischen Division, sind südwestlich SoissonS eingesetzt worden. Es hatte schwere Verluste, 2400 Gefangene wurden schon gemeldet. In der Nacht.zum 1. Juni flaute das Feuer bei Soiffons ab. Mächtige B r ä n d e wüten inr Stadttnnern. Die beiden großen Herde befinden stcb nördlich der Kathedrale und im östlichen Stadtteil an der Aisne. Sechs 24-Zentt- meter-Gescbütze wurden an einer Stelle erbeutet, und bei Ternh-it-Serny wurden nicht weniger als sechs schwere 24 -Zentimeter-Gescbütze erbeutet, die in einem kleinen Raum fest einaebaut waren. Diese außergewöhnliche Anhäiifung von schwersten Gesebützen. die tonst nur verinzelt austreten, und der Zweck der Geschütze, nämlicb die wirksame Beschießung unseres nach Baris feuernden Geschützes, beweiseii, wie nn- angcnehm den . Feinden unsere Beschießung von Poris ist.
Liemonceau verunglückt?
Br. Stockholm, 8. Juni. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Srvenö«»' Dagblcdet" erfährt von fernem Genfer Vertreter: Auf der Fahrt zur Front verunglückte das Automobil, in dom Clemenceau und Minister Favre saßen. Beide sind so s-bwer verletzt, daß eine Öperatton nötig weüdem wird. (Diese seüsationelle Nachrichit ist bis jetzt unbestätigt. Man wird daher abwarten muffen, bis anck, von anderer Seite Meldungen eingehen, die für die Richtigkeit der Nachricht bürgen unid genauere Einzelheiten bringen. So lange dies niöbt geschchen ist, wird man die Meldung des iMiwdffchÄi Mattes mit Vorsicht aufnchmen muffen. Die Schrift!-)
Die -^ernhe?chistzung von Poris.
W T.-B Paris, 3t. Mai. (Havas.) Eine der von dem weittragenden Geschütz heute abgeschossenen Grana- ten fiel aus eine Kirche im Bezirk von Paris.
Neuer Fliegerangriff auf Paris. w T -B Paris, 2. Juni. Amtlich wird gemeldet: Heute nacht um 12.03 Uhr wurde Alarm gegeben. Mehrere Abteilungen feindlicher Flugzeuge ginffen die Gegend rou Paris an. Sie wurden f-hr lebhaft von den Abwehr-
