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Verlag Langgaffe 581

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12 Ausgaben

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Tagblatthaus" Nr. 6650-53.

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Berliner Abteil«»« des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57. Au der A p-st-lkirche 7.1. Fer nsprecher: Amt Lützow 6202 und^6203.

Samstag. I. Juni 1918.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 249. . 66. Jahrgang.

wieder an der Marne.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

8. A. Berliu, 31. Mai. (Eig. Drahtbericht. zb.) tfnv're Front läuft am 31. Mai, mrtt a g s, über dje Orte Betheny - Noeuvillette - Thrllors - Boulen e- Ronngny-Olizy-en-Violaine westlich Dormans-hmy- Jaulgonc-Mont St. Pstre-Chßfre-Prugny-Mercm-et-

^aux. Damit ist am 4. Tage der Offensive ein Gelande- aewinn von 428 Quadratkilometer erzielt worden. ^Am ersten Taoe hatten wir gegen 400, am zweiten ^.age 250 am dritten 415 Quadratkilometer erobert, so das; insgesamt während der viertägigen Offensive etwa 1500 Quadratkilometer dem Gegner abgenom­men wurden. Es ist wieder zu bemerken, daß wrr m der Mitte unserer Angrifssfront die gewaltrgsten Er­folge erzielt haben. Leicht nerständlicb wrrd das, wenn man bedenkt, daß, nachdem es schon am ersten Tage möglich war, die Aisne und Vesle zu überwinden, uns hier- kein Grabensystenl mehr entgegenstand und unsere auf die Marne zu marschierenden Truppen tatsächlich im freien Felde kämpften. Dazu kommt, daß es Marschall Fach nicht möglich ist. seine rm Zentrum der Angrifssfront stehenden Truppen in der Weise wre dre Flügel zu unterstützen. Dorthin konnten von vorn- herein örtliche Reserven herangezogen und auch über Paris mit der Bahn befördert werden. Wre es nun­mehr dem feindlichen Oberbefehlshaber möglich fern nitfc Weiterhin SS 8 t 'Ji ri r f u n e n ein die gefährdete Stelle zu schaffen, ist recht unklar, da die Meaür- Pftirnebahn durchriisen ist und wir noch 2 y 2 Kilometer ron Chatean-Thierry stehen. An der Marne dehnen sich die von unseren Truppen erreichten Stellungen, allen Bogen des Flusses folgend, 14 K i l o m e t e r aus. Die deutsche Front hat sich durch den Vormarsch natür­lich um ein bedeutendes verlängert, -m ist letzt rast doppelt so lang als vor dem Angriff vom 27.

Es empfiehlt stch in dem Augenblick, wo unsere Truppen erneut an der Marne stehen, ein Rückblick auf die Marneschlacht des Jahres 1914. ^amald schwebte unser rechter Flügel in der, Lust, da wrr keine zusammenhängende Front hatten, wie sie letzt bis zum Meere hin besteht. Marschall stieß von Pario

aus mit englischen Hilfstruppen gegen diesen rechten Flügel vor, der kurz vor Paris auf Meaur abgebogen hatte Der Führer der bedrängten Armee entschloß sich angesichts der recht kritischen Lage zum Rückzug hinter die Aisne trotz der Erfolge, die die südlich anschließende Armee Kluck errungen hatte und die für den Augenblick ein solches Manöver noch nicht nötig gehabt hatte, ^n- des sah die Oberste Heeresleitung doch ein, daß es an­gesichts der Lage im Osten geboten war feite Stellagen zu beziehen, um zuerst mit den Russen abzurechnen. Diese Stellungen wurden auch hinter der Aisne auSgewählt und wie die 314 Jahre, wahrend deren sie von uns gehalten werden konnten, bewiesen haben, Mit gutem taktischem und ftr a tegtff&tm teil Ein ähnliches Manöver, wie es damals Marschall Joffre ausführte, dürfte seinem Nachfolger Foch, der damals die neunte Armee führte, im jetzigen Augenblick nicht gut möglich sein. Eben aus den oben aiwaefuhr- ten Gründen, die es jeder angegriffenen deutschen Armee ermöglichen, sich auf benachbarte Truppen zu stutzen. So dürfte, wenn Frankreich eine Marneschracht wagen wollte, was angesichts dieser Lage allerdings höchst un­wahrscheinlich ist, der Sriolg auf der andereil Seite liegen. m .

Fortschritte westlich von Reims.

W.T.-B. Berlin, 31. Mai, abenids. (Amtlich. DrahSbericht.) An der Front von Noyon brS westlich von Reims ist nu­fer Angriff in gutem Fortfchreiten.

über vollkommen versteckt gehalten. Das französisch Oberkommando wußte nicht, wo der Angriff erfolgen sollte und war am Morgen des 27. Mai noch ui Ungew tz- heit, ob der Angriff am Chemin des Dame8 der Hailptangrisf sei oder ob dieser an der lothrin­gischen Front oder an der Somme ernsetzen werde, wo gleichzeitig schwere Artilleriekampfe begomgen hat­ten und selbst Infanterie vorgesäuckt worden war. Eist zur Mittagsstunde hafte das Oberkommando erkannt wo die Hauptschlacht geplant lei., Mwtmre erklärt, nach der Schnelligkeit des französischen Ruckzuges zu urteilen, müsie der Schlag ovm 27. Mar furchtbar, ge­wesen sein, aber jeder Tag. der verstreiche, ohne eisten Dui-chbruch der Front herbeigeffihrt zu gaben, eryohe die Aussichten airf erfolgreichen Moerstand.

Oer Verlust an Tnlentegeneraken.

Br. Genf, 31. Mai. (ffifl. DrahDericht. #) Die Zahl 'ber Gnwnte-Generale, die diese Woche, gefallen, verwundet und gefangen genommen worden sind, wird auff 1 2 »ngogebe.!. Dem unter den Gefallenen befindlichen General D e va l i e- res hatte Fach eine best.nd«e Aühgahe ,n lern ein Haupt-

guartier zugedacht. ^ *, ,

Br. Haag, 31. Mai. (Gig. Drahtbericht. zb.) Der Amster­damerTelevraaff" meldet: General Devalieres ist,

46 Jahre alt,' bei SoiffvnS durch einen Granatsplitter getötet wanden. Dieser General hatte den Befchl über dre franzosi- schen Tivisionen, welche am 8. nick 9. April an der Ailleit kämpften .. . .

Das Zugeständnis der vollkommene,, Überrafchung.

W. T.-B. Bern, 31. Mai. Die Überraschung ist, wie die französischen Zeitungen chreiben. bei der Offen,i an der Aisne vollkommn geglucft- 23te ine Frontberichterstatter melden, waren Verstärkungen von der deutschen Heeresleitung nachts an die Etappen und La g r ffj - P-ll->kng «m aebracki worden. Sie werden.tag->-

Tlemenceau will weiter Kämpfen.

8r. Bern, 31. Mai. (Eig. Drahtbericht zb.) Clemeiiceau erklärte, wie ..Gaulois" nieldet. zu Pariser Journalisten: Wir haben einen gewaltigen Schlag er­litten, aber wir kämpfen wer rer.. Trotz de^ Ernstes der gegenwärftgen Stunde mutz dre Lage Mit Ruhe und Kaltblütigkeit betrachtet werden.

S. ©. §."

W. T.-B. Berlin, 30. Mai. Sofort nach dem Einsetzen des deutschen Trommelfeuers gab überall die englische,^n- * anteric Leuchtzeichen, und zwar fürGas urtö außerdem die drei Buchstaben8.0,5.". Niemand wußte zunächst, was diese Zeichen bedeuten sollten. Erbeutete eng­lische Anweisungen gaben den Deutschen dann Aufschluß über die Buchstaben8.0. S.". Diese sind ein Seemanns- zeichen für die Rettung aus höchster Not und be­deutenRette unsere Seelen". Daraufhin hatte sofort das feindliche Sperrfeuer einsstzen müssen, das jedoch immer mehr und mehr verstummte. Bon alleij Seiten meldeten zu tieftr Zeit Beobachter zahlreiche Explosionen in den feindlichen Baiteriestellungen. Die Besichtigung der ge- aenommenen Baiteriestellungen ergab eine bisher uner- reichte Zahl von Volltreffern. In einer Batterie­stellung lagen Won acht Geschützen fünf zerschlagen rn ihren Geschützständen. Zwei weitere Batterien wurden unter den zusaw.menstürzenden Deckungen begraben. Di- Beute an Geschützen ist noch nicht zu übersehen. In einigen Rohren l stecken nrch die Geschosse. Munition liegt in großen Mengen um die Geschütze herum.

Eilige Räumung des Aisne- und Marnegebiets.

Br. Basel, 31. Mai. (Etg. Drahtbericht. zb.)Daily Mail" meldet, daß große Flüchtlingszüge aus dem AiSwcgcbiet sich in das französische Hintenland bewegen. De französische HeereZleituNlg hat besondere Züge eingSlagt, um die Bewohner der geräumten Ortschaften aus dem Aisnsgebiet tu das südliche und mittlere Frankreich bringen zu lassen. Diese Züge dürfen Paris nicht passieren. Ein Erlaß der alliierten obersten HeereÄeitnng erklärt dos gesamte Aisrie- und Marnegebiet als Kriegsgefahrzone. Die zwischen Vesle und Marne gelegenen Orffchaften werden von lder bünger- lichen Bevölkerung eiligst geräumt.

elmtlich« Vorbereitung auf die Aufgabe von Reims.

Bt. Genf, 31. Mai. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die heutige Havasnote über den lwitten Tag eMärfi -daß durch lden Druck ^ ständig durch neue Regimenter verstärkten Feindes die allsierten Truppen noch weiter zurückgcheu müßten. Falls der feindliche Druck, so erklärt die Note, sich noch weiter nach Süd- wösteu beckunden sollte, so würde u.nse»-e Position vor Reims dadurch umgaben mtd unhaltbar werden. Die Note erhoffst von dem 'Eingroisen der Reserven die Wieder­herstellung der Lage.

Die Frage ber Verteidigung von Paris.

Br. Genf, 31. Ndai. (Eig. Drahtbericht, zlb.) Die aus Paris vorliegenden privaten Meldungen lassem erikenaien, daß die Nachricht von ^dem >Derlufft Soiffons und der Räumung von Reims in allen Schichten der Bevölkerung einem geradezu panischen Schrecken hervorgerusen hat: Die flucht­artige Abreise der wohlhabendem Bevölkerung nach Bordeaux nimmt vom Stunde zu Stunde größeren Umfang an. Der Pariser Stadtrat, der sich am die Front begeben batte, ist Hals über Kopf nach der H auvtstad't zurückgekehrt und hat dem Ministerprä­sidenten die Frage vorgelegt, ab Paris angesichts des deutffchsn Bormarschss gegen die Marne gefährdet wäre, und ob d:e Hauptstadt im Falle ihrer Gefährdung als Festung vertei­digt werden soll, C l e m e n c e a u gab eine a u s - w e i che nd e A n tw o rst und erklärte, daß er erst nach Rück­sprache mit dmu Oberbeffeihlshaber Foch Äüskumst erteileir konnte.

Uitf . Erregung in Paris.

Br Lugano, 31. Mai. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der mili­tärische Mitarbeiter desCorriere della Sera" stellt dem tief- traurigen Eindruck des Rückzugs fest. Der Verlust des Ebemin des Domes, sagt er, war ja schließlich begreiflich, doch hätte man südlich der AiSme, wo starke Stellungen vorbereitet waren, eine Wider st anjosschlacht erwarten können. Statt dejiku suiM zanze Hochebenx zwischen

Bazoches und Fismes alsbald von 'der deutschen Sturmflut überschwemmt. Hoffentlich hat man dort einem großen Teil des Kriegs-materrals zerfftörenkönnen. Der Pariser Vertreter desCorriere" drahtet, die offenÄiche Meinung in Paris sei hailptsächlich durch dem Rückzug tief erregt.

Anklagende Stimmen.

Br. Genf, 31. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Schon er- heben sich in einigen Zeitungen auklagemde Stimmen, twm die Zensur zwar den Mund verbietet, &ie aber einzeln doch durchdringen. So schreibt dieLiberte"^: Wie war es möyl«^ daß die Deutschen uns nochmals überraschten und mit Überlegenheit vor uns anrücken konnten. Das werdc» wir später gn prüfen haben. Es besteht kein Zweifel darüber, daß man von ungehewren Anffammlungen von Truppen mid Tanks Kenntnis hatte, die sich uns gegenüber vollzogen, ^etz. heißt es, eilig parieren, aber durch Gegsuhilfe allein wird es nickt gelingen.Populaire" erhebt Fragen bezüglich C-Hemin des Dames, die die Zensur gestrlchoik hat, und fayri fort: An ufferen Führern liegt es, diese dunkeln Pu «k t« aufzuklären un>d die nötige Sanktion zu erlassen. Auch Mutier deutet imEchode Paris" au. man hätte die Offen- s i v e an der Aillette besser parieren sollen Wieder werden Klagen laut wegen Forffchaffung der Zivn- bevölkeruiiy. In derLauterne" erklärt Ceccaitp man hatte keine Vorkehrungen getroffen.Petit Journal teilt mit. Am Dienstag sind zahlreiche Flüchtlinge aus dem Gebiet Kv-- schen Aisne uird Vesle und aus tee Umgebung von Soissvn« .»nd Paris eingetroffen, wo sie sofort nach dem Sicken um dem Zentrum weiter transportiert wurden.

Der 8sterreichl''ch-ungarifck>e Tayesberlcht.

W T -B Wien, 31. Mai. (Drahtbericht.) Amtlich ber- lautet von 31. Ma>. mittags: Die Kampstätigkett iw

Tonalegebiet beschränkte sich gestern auf zeit rege. Artilleriefeuer. Sin Angriff östlich C-po Sile wird« abgewiesen. Der Chef des GeneralstabeS.

Der Besuch des bayerischen Rönigspaares am Wiener ^of.

w T -B. Wien, 31. Mai. (Drahtbr.ncht.l Der König Mit die Könia-n von Bayern sind heute vormittag :» schloß Laxenburg eingetroffen, um Kaiser Karl und Kaiserin Z^ einen Gegenbesuch abzustatten, «re wurden am Bahuho von dem Kaiserpaar empfangen. Nach u^e«mS inniger Begrüßung schritt der König an der^ Serie de-, Kaiiers die Front der Ehrenkompanie, ab, worauf das gegen­seitige Gefolge vorgestellt wurde. Nach eiiiLM kurzen Ctrclr trat das Kaiserpaar mit seinen hohen Gasten dre 8«^' ML Schlctz an, von der Bevölkerung mit Jubel bsg^tztz^m Schloß wurde das .Königspaar von den Ob er sten Hofwü^n trögern empfangen. Laxenburg tragt reichen -flaggenschmuck.

ver Zriedensvertrag

zwischen Desterreich-Ungarn und Zinnland.

" w T -B Wien, 30. Mai. Der heute veröffentlichte Ffte- densvertvag zimschcn Osterrsich-Uirgaru und Furnland be­sagt in Mr Einleitung: Österreich-Ungarn und Finnland find von dem Wunsche geleitet, nach der Erklärung der Selb-

ständ'flkeit Finnlands und der Anerkennung durch ÖsterEch- ben Zustand des Friedens und der Freundschaft zwischen ihnen aus eine dauernde Grundlage zu stellen. Es wurM beschlossen, einen Friede,rsvertrag zu vereinbaren. Die Vertragsbestimmungen lauten: Artikel 1-

Österreich und Finnland erklären, daß zwischen 'hnen krn Krieg? z'üiar.d besieht und find entschlossen, fortan in Friede» und ^Freundschaft miteinander zu leben. Artikel 2. Lre diplomatischen und konsularischen Bezichungen zwischen den vertiagschließenden Teilen werden sofort nach der Rattstkatton 'des Ffl-densvertrages ausgenommen. Wegen Zulassung der beideisettigen Konsuln werden besondere Vereinbarungen vor- belclteir Arrikel 3. Die vertragschließenden Teile verzichten auf den Ersatz der .Kriegskosten, d. h. der staatlichen Auf- Erdungen für die Kriegführung, sowie auf Kriegsschaden^ ersatz d h- derjenigen Nachteile, die ihnen unü ftren Auge- höriaen im Kriegsaebiet durch militärische Maßnahmen mtt fl'-^lutz aller in Feindesland vorgenommenen Regui- sttiorwn enfistanden sind. Artikel 4. Die wirtschastlichen Be- ziebungen zwischen den vertragschließenden Teilen werden i» einem ^besonderen Vertrag geregelt, der einen we,sittlich«^ Bestaickteil des Friedensvertcages biloet. Das aleiche M sicn der Herstellung öffentlicher und privater R«^sbe- flebungen. Regelung der Zivilschaden, dem Austausch der Krieasgefanaenen, Zibiliniernierten und dem Erlaß von Ainnestien sowie der Behandtzmg der m der Gewalt deS Gcaners geratenen Handelsschiffe und Ladungen. A rti kel o. Ter FrikdenSvertrag wird ratistzwrt. Die Ratistkatzwns. urkunden sollen in Wien ausgetauscht w-erden. Er ttitt s« weit darin nichts anderes bestimmt ist, mit der Ratrstkatrow in Kraft. « » '

Staatssekretär v Rühlmann über vrest- Litowsk.

W T.-B Wien, 30. Mai. Das Präsidium der ukrainischen parlamentarischen Dertre- tung, Obmann Petruscewyez und Obmann Dr. Eugen LeivinÄtz, vetzösfimtücht in igt §fi)rrejLan^ktza