Verlag Langgaffe 21
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Vienstagx 28. Mai 1918.
Eine neue Schlacht im Gange.
Oer Ehemin des, Oames erstürmt.
W. T.-B- Berlin, 27. M<r-, abends. (Amtlich. Drahtbericht.)
In den Kampfabschnitten in Flandern und an der Lys, auf den Schlachtfeldern zu beiden Seiten der Somme und an der «vre habe» sich die A r tbll eri ek ä mPfe verstärkt.
Südlich von Laon ist seit heute früh die Schlacht um den ghemin des Dames im Gange.' Die Truppen des deutschen Kronprinzen haben den Bergrücken in seiner ganzenAusdehnungerstürmt und stehen im Kamps an der Aisne.
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Die sinnlose Beschießung von Laon.
W. T.-B. Berlin, 27. Mag. (Drahtlbericht.) Die Beschießung von Laon hat in tan rechten Tagen w-ieder erheblich zngenommen. Duvchsthn'ittlich fielen in 'den lechten Tagen seit 20. Mai 200 Granaten auf Laon und feine Bor- Mte. Besonders scharf war trotz des venerischen Wetters >ie Beschießung am 24. Mai. Die Vorstädte sind «nr noch Trümmer, die Oberstadt verMt immer mehr. Die verängstigten Bewehner, unter tanen die Beschießung täglich Opfer fordert, können sich aus -dem Kellern nicht mehr beoanswagen. Es ist, wenn die Beschießung andauert, nur nach eine Frage der Z«t, wann die noch erhaltenem Teile von Laon mit allen Kirchen unid Bautankmälevn ein Raub der Flammen werden.
Die Zerstöruung vou Bethunr und Arras.
Br. Genf, 27. Mai. (Elg. Drahtbericht, zb.) Die seit vier Wochen firtdau-rade B'jchießung hat Bethune vollständig zerstört. ArraS wurde gleichfalls furchtbar heimgesucht, doch ist dort noch eine Straßenorientrerung möglich. Über die so-gen'chweren Verwüstungen rm eigentlichen Gruben gelinde will die Havas-Note , lieber schweigen.
M Sozialistisches Friedcnsverlangcn in Frankreich.
- Bern, 26, Mai. (zb.) R e n a n d e l schreibt in der „Humanit^", dgß alle Welt das Bedürfnis empfinde, über die Friedensbedingungeu klar zu werden. Dre ganze Welt suche einen Weg aus dem Kriege. Es sei erstaunlich, daß gerade in einem solchen Augenblick von gewissen .Zeitungen, u. a. vom „Temps", ein deftiger Feldzug füt das linke Rhein ufer be- gönnen werde. Dieser Standpunkt sei mit den von der Entente vertretenen Forderungen auf das , Selbstbestimmungsrecht der Völker und di? Freiheit aller Völker unvereinbar .
Neuer Kngriff der Italiener.
w. T.-B. Wien, 27. Mai. Amtlich verlautet: Im Anschintz an ein Erkundungsunternehmen vom 25. Mai griffen die Italiener gestern mit mehreren Alpinibataillonen, unterstützt durch schwerstes Artillerie- -und Minenfeuer, unsere Stellungen südlich des T o n a l e - P a' s e I an. Ein kleiner Teck unserer Lrnien wurde etwas zurückgedrückt. Sodann wurde ein weiteres Vordring'n des Gegners verhindert.
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%im Reise des österreichischen Kaisers nach Budapest.
W. 7.-B. Wien, 26. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin sowie die Ereberzcgin Maria Josephs sind nach Budapest abgereist Im Gefolge des Kaisers befinden sich Minister- Präsident Dr. v. Seidler und der Chef des Generalstabes v. Arz.
Graf Vurran über vie pokenfrage.
W.T.-B. Wien, 25. Mai. Das Korrespondenz, sureau meldet: Die „Polnischen Nachrichten" melden: Auf Einladung des Grasen Bnrian fand eine Konferenz des Ministers des Äußern mit dem Präsi- denten des Polenklubs statt. Wie von führen- der polnischer Seite mitgcteilt wird, erklärte Graf Burian, daß während der lebten Besprechung im deutschen Großen Hauptquartier die polnische Frage in keiner Weise enffchieden wurde und daher als offen st ebend zu betrachten sei. Burian versicherte dem Präsidium, daß er wärmste Sympathien dafür hege, die polnische Frage einer günstigen Lösung enigegenzuführen. Der Minister des Äußern teilte schließlich knit, daß er sich schon in den allernächsten Tagen nach Berlin begeben werde, wo die polnische Frage zur Erörterung gelangen werde. Er erfiichtc das Präsidium, dahin zu wirken, daß das polnische Volk und deffen parlamentarische Vertretung die Ergebnisse der Verhandlungen, die vielleicht in nicht allzu langer Zeit vorliegen würden, geduldig abwarten.
Die staatsfeindlichen Kundgebungen in Prag.
W. T.-B- Innsbruck, 27. Mai. (Drahtbericht.) Der Tiroler LandeSausschuß faßte einen Beschluß, im dom er erklärt: Der Lautasaus-schuß hat mit Entrüstung von tan Verhalten des Lande shauptmannistellvertteters D:. Zonci bei tan hochverräterischem Versammlumgem in Prag Kenntnis erhalten. Er bedauert vs, tan Mamai, der seine ©e° fimnrag in solcher SBei+e gekennzeichnet Hatz reicht aus seiner
Morgen-lsiusgabe.
Mitte enffernen zu können. Auch die MitteMandspartm fu. Tirol sprach Zonci auS dom gleichen Grund seine Mißachtung aus.
Vf T.-B. Triest, 27. Mai. (Drahtbericht.) Der hiesig« italienische politische Verein „Affocatione Pob- tica Mrica" richtete «n tan Ministerpräsidenten Dr. v. Snd- 1er ein Telegramm, in dem dieses Organ der italienisch- national«: Partei der Stadt Triest lebhaft gegen den von dem Mbg. Zon« bei den Prager Festlichkeiten eingenommenrn StoiLpunkt protestiert.
Die mitteleuropäische WirtschaftSkousereuz.
W.TB Wien, Äs. Mai. (Meldung des Korrs- spondenzbureaus.) Die Vorstände der drei mitteleuropäischen Wirtschaftsvereine traten nach Schruß der Tagung zu einer Besprechung zusammen, in der mit Befriedigung festgestellt wurde, daß die hondelspolrtt- schen Verhandlungen zwischen den verbündeten Mach- ten zu ihrer Grundlage und ihrem Ausgangspuntte die Beschlüsse der mitteleuroväischen Wirtschaftsvereine genommen haben und daß das non den Vereinen gewünschte einheitliche Zollschema bereits serliggestellt.sei und eine Einigung über die Zollge-etze erfolgt ist. Weiterhin wurde mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß das von den drei Vereinen empfohlene einverständlickee Vorgehen beim Abschluß non Handelsverträgen mit dritten Staaten bei den lebten Verhandlungen mit Ruß- landk der Ukraine und Rumänien durch alle Staaten verwirklicht wurde._
Dr. Paasche beim König von Bulgarien.
W.T.-B. Sofia, 26. Mai. (Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Agentur.) Der König hat gestern abend tan Vizepräsidenten deö deutschen Reichstags Dr. Paasche noch einmal empfangen. __
kl US der Ukraine.
W. T.-B. Kiew, 2\ Mar. (Drahtbericht.) Nach Moskauer Zeitungen betragen die G a l b j a h r e 8- ausgaben der Sowjetregierung 40 Millionen Rubel. — Der Moskauer Großindustrielle Wtorow wurde am 20. Mai in seinem Bureau ermordet. — Der fiühere Unterstaatssekcetär v. L i n d.e g u i st traf gestern in Kiew ein. Er kehrte von einer Informationsreise durch deutsches Kölonistsnaebiet -in Süden der Ukraine zurück und tritt heute dis Rückreffe nach Deutschland an.
W. T.-B. Kiew» 27. Mai. (Drahtbericht.) Der Ministerrat genehmigte den Entwurf des LcmdwirffchaftsministerS, betreffend SicherungderdieSjährigen Ernte. — Die Zeitungen veröffentlichen heute den Entwurf eines provisorischen Gesetzes über die Regelung des Land- Verkaufs innerhalb des ukrainischen Staatsgebietes Die Kontrclle und Durchführung liegt dem neuen Landkom miffar ob.
Bei ten ukrainisch - russischen Berhand- l u n g e n in der gestrigen Abendsihunq wurde die Erörterung der Wasfei-stillitandsbedingungen nicht beendet. Rakowski erbob Einspruch gegen die vorgeschlagene Demarkationslinie, die den augenblicklichen militärischen Stellungen nicht entspreche. In der Debatte warf- RakoMski die Frage auf, welche Rolle die deutschen Truppen spielten. Der ukrainische Vorsitzende Schluckin lehnte die Beantwortung ab, da er nichl bevollmäcktigt sei, für die deutsche Kommandogewalt zu sprechen. Deutschland sei ein Verbündeter der Ukraine.
Gerüchtweise verlautet, Baron Steinheil, Mitglied der ersten Duma in Kiew, sei zum ukrainischen Gesandten in Berlin ernannt.
Nach einem Roitower Telegramm ist ein Don- Ministerium gebildet worden. Ministerpräsident ist Gererclmasor Bogajewski, Verweser des Auswärtigen, gleichzeitig Krieg und Marine Generalmajor Densiow. Finanzen" Korschenewski, Handel und Industrie der bekannte Rostower Liberale und Grotzindustcielle Poramonow, Unter- richt Lwjetosurow. Justiz Sacharow, Wegebau Ingenieur Kanelin, Inneres Jauow, Landwirffchaft Semenotv.
Gerüchtweise verlautet, daß Trotzki und der Kom- misiar für Nationalitätenfragen Stalin demnächst in Kiew eintreffen._
Nachprüfug ves Zriedensvertrags von Vrest-Litomsk.
W. T.-B. Moskau, 25. Mai. Nach einer Meldung der Petersburger Telsgraphen-Agentiir überreichte das Volkskommissariat für auswärtige Angelegenheiten am 22. Mai dtzm deutschen Botschafter Grasen Mirbach eine Note, in welcher es als Sitz des Sonderausschusses zur Regelung einiger sich aus dem Friedensverttag von Brest-Litowsk ergebender Punkte Moskau vorjchlägt und folgende Fragen, als DerhnudlungSgegenstände in Vorschlag bringt: 1. Die Lage im Kaukasus. 2. Die
Lage in der Krim. 3.'Die im Artikel 3 des Friedensvertrages Vorbehalten? lSrenzsührrmg und die Frage des zeitweilige BesatzungSrechtes Deutschlands. 4. Die politische Lage Estlands und Livlands. 5. Krregs- gefangenenfragen. 6. Die Grundfragen der Wirtschaft. > licheu Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland.
Nr. 243. . 66. Jahrgang.
n ;? Trennung Transkaukasiens von Kutzland,
W. T.-B. Stockholm. 26. Mai. Nach einer Meldung bei Petersburger Telegraphrn-Agentur in Moskau sprach das Kommiffariat für auswärtige Angelegenheiten dem Minister des Auswärtigen in Tiflis durch Funffpruch seine Befriedigung was, durch den deutschen Botschaft-".- Grafen Dki r- b a ch gehört zu haben, daß die tttniStau'asijchr äiegieru-ig durch einen Betttater über die Trennung Transkau- kasiens von Rußland und die Selbständigkeit zu verhaut ein wünsche. Sie schlägt, ohne die Unabhängigkeit Trans- kaukasiens schon anerkennen zu wollen, die von der Mehrheit der transkaukasischen Bevölkerung nicht gewünscht wird, als Verhandlungsort die Stadt Wladikawkas vor, da Kiew ungünstig gelegen sei. Sie teilt tan Wunsch der deutschen Regierung, taß die Verhandlungen möglichst bald ausgenommen und zu Ende geführt werden. Zugleich überreichte das Volkskommiffrriat für auswärtige Angelegenheiten am 26. Mai dem deutschen Botschafter Grafen Mirbach eine Not«, aus der sich folgender Verlauf der Dinge ergibt: Am
13. Mai hatte das Volkskommii'ariat das Angebot des Grasen Mirbach angenommen, die Beziehungen zwischen der rusii- schen Regierung und der „angeblicbeiE transkaukasischen Regierung zu vermitteln. Am 1t. Mai schlug der deutsche Botschafter vor, die ruffische Regierung möchte ihre Wünsche in dieser Beziehung schriftlich mitteilen. Diese hatte geantwortet, daß ihrer Meinung nach ein Bevollmächtigter Rußlands an den Verhandlungen in Batum zwischen Denttckland und der Türkei einerseits und TranSkaukasien andererseits teilnehmen müßte, da Rußland andernfalls den dort zustande kommenden Vertrag nicht würde anerkennen können Am 22. Mai teilte der deutsche Botschafter dem Volkskommiffariat mit, daß die transkaukasische Regierung . den Bürger Maffchabeli zu ihrem Vertreter bei den Ver- hantlungen über die Unabhängigkeit Transkankasiens er- nanitt und zugleich Kiew als Ort der Verhandlungen vorge- scblr.gen und eine schnelle Einigung emvfohlen habe. Diesen Verschlag nimmt die russisch- Regierung an. — Wie baS „B T." hierzu noch hört, sind gegenwärtig Erwägungen darüber, an welchem Ort- die neuen Verhandlungen stattfintan fallen, noch im Gange.
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Ein allgemeiner Zcitungsstrrik in Warschau.
Br. Warschau. 27. Mai. (Eig. Drahtbericht. zb.) Hier herrscht seit Anfang des Monats ein Streik, der in der Ge- schichte der gewerkschaftlichen Ausstände ohne Beispiel sein dürfte. Die ZeitunqSangestellten, Setzer, 'Drucker und Redakteure, haben die Arbeit niedergelegt und seit vollen drei Wochen erscheint mit Ausnahme der amtlichen deutschen „Warschauer Zeitung" in der Hauptstadt kein einziges Blatt. Der Streik hat keinen politisck)eu Hintergrund, sondern ist rein geweckschaftlich. Die Zeitungsange, stellten verlangen eine Lohnerhöhung von hundert Prozent, die die Verleger unter keinen Umständen bewilligen zu können erklären. Die gesamten Redakteurvev- bände haben sich mit den technischen Angestellten solidavffch erklätt.
Oie Politik der klllsrerten und der Union aeyenffder Rutzland.
W.T.-B. London, 27. Mai. (Drahtbericht. Reuter.) Di« Blätter melden aus Wishington: Die Alliierten und die
Unicusstaaten haben sich üb-r eine Politik des Nichtein- g r e i f e n s in Rußland geeinigt. Gleichzeitig haben sie Rußland Zufuhren und jede mögliche Hilfe angeboten. Augenblicklich findet also kein Eingreifen statt. Engl-md und die Unionsstaaten haben der japanischen Regierung mitgeteilt, daß ihr neuer Kurs nicht von einem Verdacht gegen Japan eingegeben sei, sontacn daß es sich dabei nur um eise politische Frage handelt.
Lardieu über Nordamerikas Nriegsle stungen.
W.T.-B. Paris, 24. Mai. In einer Unterredung mit dem Vertreter der „Agence Havas" erklärte, der französische Oberkommissar für Nordamerika Tardien, der Truppenstand des nord amerikanischen Heeres werde am 1. Juni zwei Millionen Mann übersteipen, eine weitere Aushebung oon einer Million Mann werde sofort folgen. Die Überführung dieser Truppen sei gesichert. Darauf fprach Tardieu von den geldlichen Leistungen. Die Anleihen der Vereinigten Staaten beliefen sich auf 63 Milliarden, die alle 14 Tage aufge- legten Schuldverschrsibungen mit kurzer Umlaufszeit machten 3 Milliarden aus, die D a r l e h e u an die Alliierten bis zum 30„ Mai überstiegen 30 Mil- liarden. Freiwillige und gesetzlich durchgeführte Verbrauchseinschränkungen hätten einen Überschuß von 3120 000 Tonnen zur Ausfuhr ergeben. Der Übergang der Alliierten in Europa zur neuen. Ernte fet gesichert, die Herstellung von K r i e g -? g e r ä t fei kräsftg , entwickelt, die Betätigung der französischen und englischen Offiziere im Heere habe zugenommen. sie beteiligten sich an der Ausbildung der Führer und der Formierung der Truppen. Die Verschiffungen von Amerika nach Frankreich in zwölf Monaten betrauen mehr als vier Millionen Tonnen Getreide, Stahl, Petroleum usw. Die Bedürfnisse an Kriegsgerat seien bis zum Jahres- e^e und teilweise tzsrübsr burcms gedeckt.
