Einzelbild herunterladen
 

wöchentlich

Verlag Langgasse 21

tagblattliauS".

ßSEer-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens ln» » Uhr abends,

«--«»-Lrei» für beide Rnsgnben: «l. 1.« monatlich. Ml. 3.60 vierteljährlich durch den «erlog ohne Bringerlohn. Ml « SS vierteljährlich durch alle deurjchen Pofto»holten. ou«ub',kffl,ch

r'ti. oo «...

12 Busgaben.

->Ä?lloeld Beruqs-Bestellungen nehmen ougerdem entgegen^ in Wiesbaden die Zweigstelle Brs>

SS « sowie die Ausgobestellen in ollen Teilen der Stadt: in Biebrnd: »>e von,ge» «US- godestellen und in den benachbarten Londorten und ia Rheingau die betreffenden Togdlorr. Träger.

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57,

Montag. 27. Mai 1918. AbeNd-KUSgabtz.

Fernruf:

TagblatthanS" Nr. 6650-53.

Bon » Uhr morgens bi» 7 Uhr abends, -über Sonntag».

SbwCp«" v°-gefchri-b-en Togen und Plötzen wird kerne Gewähr übernommen.

All der Ap-steMrche 7,1. Fernsprecher: Amt Lütz-w K202 und 6203^

Nr« 242.. 66. Jahrgang.

Der Tod des Neichstagspräsidenten Dr. Rasmpf.

8. A. Berlin, 27. Mai. (®ig. Dcahtbericht. zb.) _ Die Tmuerfeier für den Reichstagspräfidenten Dr. Kaempf findet, wi« wir hören, am Mittwochvormittag 11 Uhr, und zwar ln besonders feierlicher Weise im Reichstag statt. Der Tra.icrakt wird von dem Reichstag veranstaltet. Die Aus- behrurtg dürfte in der Wandelhalle erfolgen. Vom Reachs- taosgebäude aus wird dann die übersührung der Leiche nach l em Erbbegräbnis der Familie auf dem Matthäikirchhof statt-

* ,tU W.T.-B. München, 26. Mal. König Ludwig hat zum Ab- leben des Reichstagspräsidenten Dr. Kaempf dem Präsidium des Reichstags telegraphisch sein Beileid ausgedrückt. Staatsminister v. Tandl hat die Teilnahme der bayerischen Regierung zum Ausdruck gebracht, va- Beileidstelegramm des Reichskanzlers.

Berlin, 27. Mai. (zb.) Der Reichskanzler hat. wie die , Nordd. Wg. Ztg." mitteilt, an daZ ReichStagsprasidrum folgendes Telegramm gerichtet:Dem Reichstag spreche ich, zugleich im Namen der ReichSieitung. mein aufrichtiges Ver­leid anläßlich deS Heimganges seines hochverdienten, lang- jäbrigen Herrn Präsidenten aus. Es war ihm vergönnt, in grober Zeit hem Vaterland Dienste zu leisten, die chm immer einen ehrenvollen Platz in der Geschrchte des deutschen Reichstags sichern werden."

Der Tochter des Dahingeschiedenen, der Frau v. Ledern, sprach der Reichskanzler sein Beileid in einem Telegramm aus. worin es heisil:Eure langjährige gemeins an. e Arbeit im Parlament verband mich mit dem Ver­ewigten und ließ mich seine persönlichen Eigenschaften und Fähiokeiten würdigen. Seine Verdienste um das Vaterland in sehr schwerer Zeit werden bei der Reichkregierung und dem deutschen Volke unvergessen bleiben.

M Näheres über die Beisetzung, die Mittwoch ftatifinden soll, wird beute l ekanntgegeben werden.

Oie Frage des Nachfolgers.

Berlin, 27. Mai. (zh.) Die Neubesetzung des Postens deS Reichstagspräsidenten ist so gedacht, dasi die b e i d e n stärksten Fraktionen, das Zentrum und die Sozial­demokratie. die infolge der Parteikcmstellation von 1912 iiT.teitreten waren, he rangezogen werden. Wie die »Vosi. Ztg." erfährt, kommen die Abgeordneten Febrenbach iZentr.) und Scheidemann (Soz.) in Betracht. Die beiden Vizepräsidenten Dr. Paasch? (natl.) und Dr. Dode (Vpi.) würden an ihren Srellen bleiben, so dasi in Zukunft wer Mitglieder im Präsidiunr vorhanden wären. Drc Kandi­datur des Grasen Posadowsky, die in der Presse erörtert worden war, wäre nach der persönlichen Seite bin eine alle Parteien befriedigend? Lösung. Sie scheitert aber daran, dasi der frübere Reichsschatzsekretär Vorstandsmitglied einer der kleinster. Fraktionen ist, der die großen, Fraktionen den Bcrtritt nicht lassen wollen.

DerVorwärts" schreibt: Zumindest sind dre beiden stärksten Fraktionen. Zentrum und Sozialdemokratie, be­rechtigt. Ansprüche auf Beteiligung an der Leitung der ReickstagSoeschäfte zu erbeben. Ob sie das tun werden, steht d-abin. Der Sozialdemokratie wenigstens kommt es auf keinen Fall darauf an, irgendwelchen fraktionellen Ehrgeiz zu befriedigen.

Der Tagesbericht vom 27. Mai.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 27. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südwestlich von Meieren wurden bei erfolgreicher Unternehmung Engländergesangen.

Die Art!, llerietütigkeit lebte an den Kampf- frvnten erst in den Nachmittagsstunden auf. Die feindliche Artillerie war vor allem im Kcmmclqebiet, auf dem N-rdufer der LyS. zwischen Arras und Albect und auf dem Westnfer tätig. Die E r k n n d u n g S t ä t i g k e i t blieb rege.

Der Erste Yleueralquartiermeister: Ludendorff.

einer nicht geringeren Spannung wie wir/ aber mit weniger hoffnungsvollem Gefiih-. In England erörtert man nach Llcyd Georges Vorgehen die Fortsetzung des Kriege^, auch nach einer neuen-Niederlage, und in Frank­reich beweisen die Militärschriftsteller dem bedrückten Lande, dasi die nach einer deutschen Offensive ^etwa notwendig wer­denden Rückzüge den schli eßlichen <meg der Entente rächt gefährden können. #

Die deutschen Flugzeuge hinter der feindlichen Front.

W. T.-B. Amsterdam, 25. Mai. ..Petit Parisien" berichtet, dasi Urlauber non der Front sich allgemein darüber beschweren, dasi sie die Armeezone nur nachts verlassen können, denn die abfastrenden Urlanbeizuge würden von den deutschen Flugzeugen in ausierordent- licher Weise mit Bomben und Maschinengewehren ve- schossen. Die Urlauber, die m den Schützengräben dem Tode entronnen seien, könnten so auf dem Urlaube den größten Gefahren begegnen.

Die Zerstörung von Laon.

Vy. T.-B. Berlin, 26. Mai. Tag für Tag setzen die Fran­zosen die Zerstörung ihrer eigenen Stadt Laon fort. Aufs neue erhielt die Stadt am 25. Mai 108 Schutz. Die Be­schädigungen sind rrheblich. Mehrere Zivilisten ftrlen den Granaten der eigenen Landsleute zum Opfer.

Oie Kdmiralftabsmeldungen.

W. T.-B. Berlin» 25. Mai. (Amtlich.) U-Bookserfoloe auf dem Nvödsee-Kviggsschauplatz. Nach neu einyogangenen Meldungen unserer U-Boote 16 560 Bruttovcgistertonnen.

Ein tief bel-adsner Frechtdwmpfer von mindestens 8000 Brt. wurde a,u>s starker Sicherung, ein anderer großer belade­ner Dampfer aus gesichertem Geleitzug herausgeschossen.

Der Chef des Admivalstabs der Marine.

W. T.-B. Berlin, 26. Mai. (Amtsich.) Neue Unterste bootserstlge im Sperrgebiet um Italien:

Fünf Damvfer von zusammen etwa 27 006 Brt.

Hiervon versenkte das von dem Kapitänleutnant Heinrich XXXVII. P r in.; v o n R e utz befehligte Unter­seeboot drei wertvolle große Dampfer von zusammen rund 19006 Brt., darunter den französischen Truppen- j transporterSant Anna" (9356 Brt.).

Fm Anschluß an die am 8. Mai veröffentlichten Erfolge eines Untersoekoeuzers, im Sperrgebiet um die Azoren ist nuchiräalich festzustellen, dasi ein von ihm aus einem großen aesicherten Geleitzug auf dem Wege von Gibraltar nach England durch einen Torpedo versenkter Dampstr, der aus etwa 4566 Tonnen geschäht wurde, inzwischen alS der englische TruppentransportdampserRirpura" von 7646 Brt., mit einer englischen Kavallerieabteilung an Bord, ermittelt wurde.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Der Tagesbericht vom 26. Mai'.

W. T.B. Großes Hauptouartirr. 26. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südlich vom Ric ,iport - Kanal und beiderseits von Dix - wurden nabmen wrr bei kleineren Unternehmungen mehr als 7V Belgier gefangen. , .

Das tagsüber mäßige Artrlleriefcuer wurde am Abeno rn ein­zelnen Abschnitten der .Kampffronten lebhafter. Nach Einbruch der Dunkelheit trat im Kemmelgebiet, südlich von der Somme,

,wischen Morenil und Montdidier zeitweilig erhebliche Feuersieiaciunx ein.

Bei Bnranois scheiterten mehrfache englstche Vorstoffe. Auch in den übrigen Abschnitten dauerte die rege Erlundungstätig­keit des Feindes an Hierbei wurden westlich von Montdidier Amerikaner, im Aillettegrund Franzosen und auf dem snd- lichen Ufer der A i s n c , nordösilrch von La Neuville Engländer gefangen.

Der Erste Generalguartteimeister: Ludendorff.

«

In Erwartung der neuen Offensive.

Berlin, 27. Mai. (zb.) In derTäal. Rundschau" kiest »rau: Unsere Germer erwarten dis deutsche Offensive mit

Ein werterer englischer Schiffsvcrlust.

W. T.-B. London, 26. Mai. Lloyds meldet: Der englische DampferClan Mathson" ist nach einem Zusammen stotz gesunken.

Ein deutscher U-Kreuzer verloren.

W.T.-B. London, 25. Mar. Die Admiralität teilt mit: Eines unserer atlantischen Geleitunterseeboote be­richtet nach der Rückkehr in seinen Stützpunkt: Am 11 Mai sichtete es auf der Höhe des Kap St. Vincent, während es auf einen Geleitzug wartete, ein deuffches Unterseeboot vom sogenannten Kreuzertyp und vernichtete es. Da zurzeit schwerer Seegang war, gab es keine überlebenden. Kur; darauf ivurde ein anderes feindliches Unterseeboot gesichtet, das aber durch eiliges Tauchen dem Schicksal ''eines Gefährten entging. An- gesichts der Tatsache, das es der erste Unterseekreuzer war, der zerstört worden ist. wurde beschlossen, von der üblichen Regel, die Zerstörung einzelner feindlicher Unterseeboote nicht zu melden, chzusehen.

Zusatz desWolffchen Telegcaphenbureaus": Da

über eines unserer westlich non Gibraltar operierenden Unterseeboote feit längerer Zeit keine Nachrichten vor- liegen, muß mit dem Verlust aus die von englischer Seite gemeldete Weise gerechnet werden.

Das i« Santander internierte deutsche U-Boot.

W. T.-B. Madrid, 25. Mai. (Ayence Hovas.) Das in .Santander internierte drutsche Untenseebrot wird dort bleiben unter Überwachung 'durch bas KanonenbootMarques de Molins", welches gn 'dieffem Zweck aws Ferrol ausgelaufen ist. Die deutsche Besatzung wivd in der Gegend vom Madrid vntergebracht werden.

Das deuffch-engliscke Eesanqenenabkommev.

Sr. London. 27. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zb.) Die britische Regierung beschloß, mit der deuffchen Regierung durch Ver- mittlung Hollands Unterhandlungen zu eröffnen, um das j eisige Abkommen über die rechtliche Internierung der Kmegs- und bürgerlichen E^esangensn zu erweitern. Der Be­schluß wurde am Freitag im Kriegskabinett gefaßt. Der VV r,,w Umfang der Verhandlungen ist noch nicht bekannt ge­

worden. (Anmerkung: Ein erstes Abkommen über die Ge- fangenenbehaiidlung wurde vor Jahresfrist im Haag von General Friedrich mit englischen Regierungsvertretern ge­troffen.) ^__

Die ukrrcnnischen Bauern gegen den ^etman?

Br. Basel, 27. Mai. (Eig. Dcahtbericht. zb.) Die Basler Nachr." melden aus Moskau: Der zweite

ukrainische B a u e r n k » n g c e si, der in .Kiew tagte, sagte dem Hetman Skorovadski schärfsten Kamps an. Es wurde beschlossen Bataillone zu organisieren zur Verteidiaung der Revolution gegen den Großgrund­besitz und gegen den Hetnian. Annierkung: Es ist zu beachten, daß diese Meldung aus dem »volschewisnschen Moskau kommt, wo man dem Hetman jeden Kredit ab­zusprechen versucht.

Uampfe zwischen der finnischen Weitzen Garde und Engländern. , 4

Br. Zürich, 27. Mai. (Eig. Drahrbericht. zb.) Die Neue Zürcher Ztg." meldet von der schwedischen Grenze, daß dort neuerdings zwischen der finnischen Weißen Garde und Engländern Kämpfe stattfinden. In Petschenga (Murmanküste) befinden sich 6006 Russen und 800 Engländer unter englischcm Ober- b e f e h l, welckx- die nrnitcfy Weiße Garde anzugreifen versuchen. Außerdem marschieren niedrere Abteilun- gen von Sowjets gegen den finnischen Ort Enare, um die finnischen Truppen dort in der Flanke anzugreifen.

Mexksto und Kuba.

W. T.-B. Amsterdam, 25. Mai. (Reuter-Meldung.) Me aus der mexikanischen Hauptstadt gemeldet wird, bestäffgt das dortige Auswärtige Amt die Nachricht, daß Meriko die diplomatischen Beziehungen zu Kuba abge- brochen habe. Der merikanische Geschäststrätzer in Havanna und der kubanische Geschäftsträger in Mexiko sind zurückberufen worden.

Rotterdam, 27. Mai. Aus London wird gemeldet: Über den Grund des Abbruchs der diplomatischen Be- ziehungen Mexikos zu .Kuba ist nichts bekannt gewor­den. Da aber Kuba zu den alliierten Mächten gehört, ist es klar, daß das Verhältnis Mexikos zu den Alliier­ten getrübt ist. __

100 Iahre bayrischer Verfassung.

W. T.-B. München, 26. Mai. Das Gesetz- und Verord- nunaSblatt veröffentlicht folgende Allerhöchste Kundgebung des Königs zur hundertjährigen Verfassungsfeier:

'Hundert Jahre sind seit dem denkwürdigen Tage ver­flossen, da Mein Urgroßvater, König Maximilian Joseph, seinem Volke eine Verfassung gab. Weit über Bayerns Grenzen hinaus fteudig begrüßt, ist sie der starke Grundstein geworden, auf dem sich die staatsrechtliche Entwick­lung des Landes machtvoll und segensreich aufgebaut hat. In den Zeiten reichen Glückes wie in den Tagen schwerer Heimsuchung hat das Verfassungswerk seine Probe bestanden. Zu dem altbewährten H e rz e n s b u n d e, der Bayerns Fürst und Volk gleichen Blutes und Stamme« seit Jahrhunderten eint, hat die Berfaffungsurkunde ein neues, auf' oeschriebene Gesetze gegründetes unzerreißbares Band ge­fügt" So auf zweifache Weise gefestigt, wird unser teueres Vaterland auch künftig allen Anstürmen siegreich Trotz bieten. Seit dem Bestehen des Deutschen Reiches erftent sich Bayern zudem der äußeren und inneren Segnungen, welche die Zugehörigkeit zu einem so mächtigen Staats- , n e b i l d e gewährleistet. In den Nachweben schwerer Kriegs­zeit geschaffen, begeht die Derfaflung ihre Jahrhunderffeier inmitten des ungeheuren Völkerringens, das Bayerns tapfere Söhne Schulter an Schulter mit denen aller moderen deutschen Staaten in heldenhaftem und siegreichem Kampfe, im Kampfe im Felde, und zahllose wackere Männer und Frauen in unermüdlicher, hingehender Arbeit zu Hause sicht Auch beute beweat mein Her; der innige Wunsch, auch heute trrtt auf meine Lippen das heiße Gebet, es möge uns bald wieder vergönnt sein, unter den Segnungen eines ehren»ollen Friedens uns zu gemeinsamer Arbeit in d-w Heimat zus.rmmenznsindea. Mein hochseliger Ahn- herr^ König Maxunilian I. Joseph, hat in den Bestimmungen der Bersasiungsuckunde die Gcundsütze eines Königs nieder­gelegt. der das Glück seines Herzens, den Ruhm seines Thrones von dem Glücke des Vaterlandes und von der Liebe seines Volkes empfangen will. Diele Gesinnung beseelt auch Mich beim Eintritt in" das zweite Jahrhundert, der Verfaffung. Fest stehe ich zu ihr. Gott wolle, daß unserem geliebteii Paterland aus deii Nöten der Gegenwart ein n e u e r g l u ck- h a f t e r A u f st i e g beschceden sei."

München, 26. Mai 1918. Ludwig,?,

W T -E. München, 26. Mai. Der Gedenktag des hundert- jährigen Bestehens der bayerischen Verfaffung wurde überall in den bayerischen Landen durch Festakte und Gottesdienste Begangen. In München fand ein Festakt im großen Thrmffaal der Residenz und später Festtarel statt. Das Standbild König Mar Joseph- auf ->em Josephspbatz vor der Residenz war mit frische-'» Grün geschmückt. Aus Anlaß der J nhrh » tich a-