itterhaltende Blätter
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Der fcklaue CDufeumsöirehtor und der nocfo fcblauere vilderbändler. <0*.™* ■.*.«».
er von der holländisch-deutschen Grenze stammende Bilderhändler van Gouda (sprich Lhauda), der eine niederländisch-deutsch-kölnische Mundart sprach und in Amsterdam einen großen Bilderladen inne hatte, besuchte eines schönen Tages seinen Freund, den armen Maler Jan de Pott. Der war äußerst tücbtig ini Kopieren, Neues aber konnte er nicht schaffen, und er blieb deshalb zeit seines Lebens ein armer Schlucker.
„Jan", sagte von Gouda, „willste wedder zehn Dahier verdiene? Dann geh' hin zu de portechejd (portugies) Monte Sinos, der hat e alte Nömbrandt und den nimmst« herunter und zwar op dat Stück Holz, wat ich der hier niitgebrochen hebb. Dat stammt eus des (6. Jahrhundert und da war emal en ander Bild darop. Wann noch wat da is davon, dann kratzse et ab und malst mr de Rem-- brandt drup."
Jan inachte eine süßsaure Miene, denn Gouda zahlte höchst schofel, aber was sollte er machen? Er brauchte Geld, um das ihn seine Frau und Rinder täglich angingen, außerdem trank er gern einen Genever. (Schnaps).
„Gebb mindestens 20 Dahler, ik hebb an de Sach ^ Wochen zu arbeite."
„Reeinen Zent gebb ik mehr. Gott wet et, wie lang >k das Gsmör liege lasse muß, bis ik mal wedder zu mine Sak kohme."
„Daun Verdienste aber ook en paar tausend Gulde, du Lu,np!"
„Wat ik verdien, cl?aht dir nix an, willste niet, loop ik wedder weiter."
Jan nahm den Auftrag an, kopierte bei dem reichen Portugiesen das Bild und Gouda konnte kaum seine Freude verbergen, als er das Bild in Empfang nahm, der Ab- klatsch war kaum von einen, echten Rembrandt zu unterscheiden. Er konnte sich nicht enthalten, seinem Freunde gegenüber die Bemerkung entschlüpfen zu lassen: „Dat haste chuud chemacht, Jan." Aber mehr gab er trotz allem Bitten nicht.
Zu Hause angelangt, rief der Händler seiner Tochter: „Mientje, wie sieht et obe op unserm Boden uit? Schmutzig, wat?"
„Aber lieber vadder, du kennst doch unsere Reinlichkeit, aut die wir Holländer so stolz sind; in jede Ecke des Speichers kannst du deine Butterbemme hinlegen und dann doch ruhig verzehren."
„Ik will aber, et soll schmutzig sein, verstehst,,? Gleik gehste wek und holst Spinnewebe, so viel de kreggen kannst. Ln ween du se niet umsoest bekömmst, dann be- zahlste le. Mck ald Papier, alde Risten und andere Dreck bruik ik, dat legste allenr up de Boden,."
Mientje meinte, der Vater sei plötzlich verrückt geworden, aber alle ihre Einwände halfen ihr nichts. Noch am selben Tage mußte sie die bewußten Sachen auf den Speicher schaffen. Gouda nahm sodann das Bild, beschmierte es tüchtig mit Spinneweben, legte es auf den Dachboden, warf altes Papier und alte Risten darauf und gab in seiner Freude der Tochter einen Reichsdahler, daß sie einmal in die Schauburg gehen könne.
Ls vergingen ein Jahr und auch zwei, das Bild sag oben auf dem Boden und Gouda schien es vergessen zu haben. Erinnerte ihn die Tochter daran, die gar zu gerne den Schmutz wieder hinweggefegt hätte, dann wurde er ernstlich böse und verbat sich jedes Gedenken dieser Sache. Unterdessen kamen täglich Runden, die alte und neue Bilder kauften, sehr häufig auch ohne zu kaufen wieder hinweggingen, aber Gouda bot keinem das Bild unter den, Dache an. Da erschien eines Tages sin Museumsdirektor von dem Johnson-Institute in Neu-Grleans, der dnrchrannte wie so viele die Bildersäle des Händlers, fand aber offenbar nichts, was ihm behagte.
„Haben Sie sonst gar nichts mehr, Herr van Gouda?"
„Nein", war die Antwort.
„Besinnen Sie sich!"
„Ich habe nichts. "
„vielleicht in Ihrer Privatwohnung?"
„Nein."
„Auf dem Dache?"
„Nein."
Hier konnte sich die Tochter nicht enthalten, zu sagen: „Vater, auf dem Dache hast du doch noch ein Bild stehen."
„Dat chäuft de Beer niet, ik würde. es ihm ook so billig lassen, daß ich mir deswegen die Mühe nicht niache, auf den Boden zu klettern."
„Ich will es aber sehen."
„Ich bedaure."
„Was würden Sie denn dafür haben wollen?"
„Wenn ich gerade oben wäre, würde ich es Ihnen gern für einige Gulden überlassen, es ist nichts wert und außerdem von den Motten und Bolzwürmern schon ganz zerfressen. Aber ich muß jetzt zu Tisch gehen. Sie entschuldigen mir wohl."
„Ich kaufe Ihnen einige von Ihren modernen Bildern hier für mein Museum ab, wenn Sie mir das Bild auf dem Boden zeigen."
Nun ließ sich der Händler erweichen. „Mientje, du hast gehört, wat de Herr geseggt hat. Geh' du mit die Man nak bove, aber mak dik niet smutzig, will de Heer et habe, soll er et selbst heraushole."
Der Herr Museumsdircktor und Fräulein Mientje stiegen die Treppen hinan, die in Holland manchmal nicht breiter sind wie Hühnersteig«.
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