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Mittwoche 22. Mai 1918.
6bend-ktusgabe.
Nr. 234. . LS. Jahrgang.
652000 Tonnen April-Ergebnis.
W.T.-B. Berlin, 21. Mai. (Amtlich.) Im Monat April find insgesamt 652 000 Bruttocegistertvnnen des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums vernichtet _ worden.
Der ihnen zur Verfügung stehende WelthandelsschiffS- raüm ist somit allein durch kriegerische Maßnahmen seit Kriegsbeginn um rund 17116000 Bruttoregistertonncn
verringert worden. ,
Der Chef des Mmiralstabs der Marine.
»
Di« Erhöhung des verfenkrungsschadens durch den Ausfall beschädigter SchMe-
W.T.-B'. Berlin, 21. Mai. Mit 652 000 Bruttoregister- tonnen reiht sich das A p r i l ergebnis in die seit dem H e r b st vorigen Jahres st e t i g e Kurve der früheren Monatsergeb- niffe an. Wir können daraus entnebmen, daß es den gesteigerten Abwehrmaßnahmen unserer Gegner likher n-cht gelungen ist. die Erfolge unserer Unterseeboote zu drucken. Andererseits zeigt der April, daß es der u n e r - müdltchen Tatkraft unserer Unterseeboote zu danken ist wenn die monatlichen Versenkungsziffern wieder eine stattliche Höhe erreicht haben. Dabei verdient besondere Berücksichtigung die auch nach feindlichem Eingeständnis geradezu erdrückende Steigerung der durch Angrisfe der deutschen Unterseeboote beschädigten Handelsschiffe. „Wie viele von ihnen", sagt das „Journal of Commerce am 2:’>. März, „werden während des ganzen Krieges überhaupt nicht mehr Verwendung finden; alle aber sind auf lange Zeit hinaus außer Betrieb." Geddes sagte Mitte März im Unterhause: „Die R c p a r a t u r a r b e r te n im Schiffsbau haben die bemerkenswerte Hohe von einer kalken Million Bruttoregistertonnen pro Woche erreicht, und irU den Leuten, die man jetzt für Schifisausbesserungeu verwenden muß, könnte man in einem Jahre eme halbe Million Tonnen neuen Schiffsraums bauen " Zur Bestaftguna der bekanntlich nicht immer zutreffenden Aussagen englischer Minister stimmt wie gerufen eine Meldung des »Temps vom 2. Mai, demzufolge in der ersten Halste des Aprrl d..c. 138 Fahrzeuge mit 350 890 Bcuttoregistertormen zum Zwecke der Ausbesserung französische Werften aufsuc^n niußten. „Die Ausbesserung aber", so meldet „BerunMe ödende" unter dem 24. April, „gebt sehr langsam vor sich, weil die französische Heeresverwaltung die notigen Arbeiter nicht frei gibt." Auch in England fehlt e? an gelernten Werftarbeitern. Zur gerechten Würdigung unserer Unterseeboots- erfclge reicht mithin nicht auZ, mir die Versenkungen zn betrachten, sondern in demselben Umfang, wie dem Feinde durch Ausnutzung seiner Abwehrmittel die Bergung s ck n ß - verletzter Schiffe und dadurch scheinbar eme Verminderung seiner Schiffsverlnste gelingt, ste-igt die Zahl der beschädigten Schiffe und kürzt sich der Schiffsraum, der betriebsfähig zu seiner Verfügung übrig bleibt.
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Neue enalische Überarlffe gegen die
holländische Zlscherel. >
Amsterdam, 21, Mai. Die Niederländische Tclcgraphenageniur meldet ans Wnuiten: Ein großer englischer Gelcitzug hielt
SamStogmittag in der Nähe voll Terschelling eme Reche von Amuidencr F i s ck> d a m P f ern an, die für den binnen- ländischen Bedarf fischten. Auf zwei Dampfer wurde eme Prilenmannschast gesetzt, doch da der Kapitän des erneu vorgab, nicht genügend Stcinkohleu für die Reise nach England zu yaben, wurde er wieder fteigelafien. Der andere Ampfer, der Fisch- Kämpfer „Ol-no", wurde nach England gebracht. Der Grund soll sein daß das Fischen für dcn binnenländischen Bedarf eme Ge- lexerkeit zur Ausfuhr von anderen L-bensnntteln gebe.
W. T.-B Rotterdam, 20 Mai. Wie der „Rieuw- Rotterdamschc Courant" aus flmuiden berichtet, wurden außer dem Fischdanipfer Dtono" auch der Flschdampfer „Derika 12", „Holland 5", „Pan", Par" und „Urania" nach England aufgebracht. Die Schleppboote "Wefttischelde 50" und „Elisabeth" werden seit Samstag vermißt. Nach einer anderen Meldung aus Amuiden wurde der Bagger M A. 117" am Sonntagabend von einem Kriegsschiff, vielleicht Hinan englischen Torpedokrotszerstörer, überfahren.
Die Ausfahrt aus holländischen Hasen stillgclcgt.
W.T.-B. Amsterdam, 22. Mai. (Drahtbericht.) Wie das .Algemeen Handelsblad" erfährt, ist die Ausfahrt der niederländischen Schiffe ans niederländischen Hafen mit Ausnahme tim Segel- und Küstenfahrzeugen verboten worden.
Fünf norwegische Tankschiffe versenkt.
Br. Kopenhagen, *22. Mn. >Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Christians« meldet d*e „Natronalndenoe : Hier eingelaufenen Melduncien zufolge sind rm Er s- meer in den letzten Tagen fünf norweguctze Tnnkichiffe versenkt worden. Ern deutsches U-Boot hat amt) euren Liniendampfer zwischen Norweqrn und Rutzlanö be- schossen, wober 10 Menschen getötet wurden. Die nor- we gische Regierung har zwei Schiffe entsandt, um Mc Besatzungen der norwegischen Schiffe zu retten. Don der Murmanküste hat man beobachtet, daß mehrere Schisse unbekannter Nationalität torpediert oder m Dru»d sejchogen worden sind.
Der vorsichtige Balsom und der selbstlose Wilson.
Vor den Augen der Entente steigt die Wahrscheinlichkeit einer neuen d e n t s ch e n Os l e n 1 r r e grauenvoll empor. Es ist nur aar zu verständlich, daß in solcher Lage allerlei Friedensgesprach" anheben. ist nicht weniger zu verstehen, daß die ergentlrchen Inhaber der Firma wied.:,* cininal nachprufen, ob es st« denn eigentlich noch verlohne, den Krieg fortzufnhcen, und ob dies nicht etwa loeniger zugunsten der Chefs al^ zuni Vorteile der kleinen Angestellten geschähe. So un- gefähr dürften die Äußerungen der Herren Baisour, Asauith und Cecil im englischen Unterhaus zu verstehen sein, so aber auch die letzte Ansprache des Präsidenten Wilson. Zwar hat Wilson die schöne Maske des Volker- freimdes auch diesmal pocgebunden, und mit Pachos rief er °s in die Welt hinein, daß er, Woodrow, der Gute, zum erstenmal in der Weltgeschichte einen selbst- losen Krieg führe! Gleich hinterher aber sagt er dann: wenn die Gegner durch beglaubigte Vertreter igre Bedingungen aus den Tisch legen würden, dann wurde sich vielleicht ein Gespräch entwickeln können. Voraus- gesetzt natürlich, daß Amerika zu fernem Rechte käme. Um vieles deutlicher find die Engländer geworden, ^m Unterhaus ist ziemlich -mergisch angesragt worden, warum die englische Regierung, ebenso ober Herr Wilson, rricht rechtzeitig von dem Brief des Kaisers Karl, dcn man nun einmal in London als einen Fne- densfühler bewertet, unterrichtet worden sind Ferner wollte man Auskunft darüber haben, ob es wirklich zutreffe daß jene Friedensmöglichkeit von vornherein daran gescheitert ist. daß Frankreichs An- sprüche nicht nur au" Elsaß-Lothringen gm- gen, sondern sogar auf die Grenze von 1811, manche meinen sogar auf die von 1700. Die Auskunft, me Herr Balsour geben konnte, war einigermaßen gewunden, aber soviel ist aus ihr deutlich zu entnehmen gewesen, daß England niemals daran gedacht hat und niemals daran denken wird, dem französischen Wahn, selbst wenn es der des Herrn Elenienceau sein sollte, irgendwelche Opfer zu bringen. Das größere Elsaß-Lothringen ist von der englischenRegiernng glattweg vreisgegeben war- den, ohne daß dabei sozirinaen aiff Tod und Leben, eme Garantie für das kleinere Effaß-Lothringen uvernom- men worden wäre. Mur kann diese Diskussion ohne Zweifel einen nach Baris gesandten Wasserstrahl nennen. England denkt eben gar nicht daran für, dm französische Revanche sich über das Maß hinaus zu engagieren, das nun einmal, wenigstens der Geste nach, gewahrt werden muß. um die Franzosen gerade letzt, da sie sich vortrefflich als Kanonenfutter benutzen lassen, bei der Stange zu halten. Soviel steht aber fest, daß an dem Tage, da England einsieht, daß der Krieg ihm und seinem Imperium kerne Vorteile mehr zu bringen vermag, die FriedenSdrskujsion em'rtzen kann, sehr unbekümmert darum, oo die Kriegs- ziele der Herren P o i n c a r und Clcmenceau er- reicht sind oder nicht. Und so ist es wohl auch zu der- stehen wenn Herr Wiffon m-.t furchtbarem AuSholen (wa^ uns aber schrecklich kalt läßt) daran erinnert, daß er bekanntlich 5 Millionen Amerikaner auf den enro- päischen Kriegsschauplatz zu ent-enden gedenke, daß er aber eigentlich keinen Grund nnsehe. um fick auf wiche Zahl zu beschränken. Anck da möchten wir meinen, daß Herr Wilson es b i l l i a e r machen wird, wenn er nur erst einsieht, daß der Kffeg, für Amerika emmer- maßen crtraalos zu wenden beginnt. Ihm und Eng- land zu solcher Einsicht zu verhelfen, wrrd, wenn wir nicht irren, die deutsche Kriegführung schon in allernächster Zeit das Ihre hinreichend tun.
Der Tagesbericht vom 22. Mai.
W.T.-B. Großes Hauptquartier, 22. Mai. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Im Kemmelgediet vielt lebhafte Neuer. t ä t i g k e i t an. Nördlich vom Dorf Kemmel und sadlrch von Loker scheiterten am Abend starke feindlich- Teilansrifse.
Beiderseits der LvS und am La-Basfee-Kanal laa unser rückwärtiges Gelände wiederum unter starkem Feuer. Au» zwischen A r r a S und A l b e r t war die feindliche Artillerie am Abend sehr rege.
Zwischen Somme und Oise lebte die GefechtStätigkeit nur vorübergehend auf.
An der übrigen Front nichrS von Bedeutung.
Eines unserer Bombengeschwader vernichtete in der Nacht mw 20. zum 21. Mai die ausgedehnten französischen Munitionslager bei Blargies. Leutnant Menckhofs errang sei»en 27.. Leutnant Pütt er seinen 23. und 24.
Der Erste Generulqaartierweisterr Lndendvrss,
Oer vollständige feindliche Mißerfolg am ttemmelberg.
W. T.-B. Berlin, 21. Mai. Nachdem bereits seit einigen Tagen die Westfront durch stärkstes Feu-er aufflammt und Großpatrouiblen- und ErkundungSabterbun- gen der Entente die deutschen Linien nach schwachen stellen a b t a st e n, löste am Morgen des 20. Mai in Flandern gewaltige Artillerievorbereitung einen im größten Maßstab an- gelegten erglisch-ffanzösischen Angriff gegen den Kemmel und die westlich und Mich anschließenden Stellungen ans. In 10 Kilometer Breite liefen die französischen S-tnrm- wellen, welche die erste und Zweite, Linie bildeten, an. Ans dem flachen Grund südlich des DikkeLnffch-Sees, den das schwere Feuer der letzten Wochen freilich längst in ein Trichterfeld verwandelt Hatz setzten die Franzosen besonders dichte Massen an, in der Hoffnung, von hier ans das Ksmmelmassiv von Norden her zn nrnfassen. Aus wenigen Metern Entfernung schlug ihnen ein rasendes Feuer entgegen. Wie mit einem Schlag stockte dre Angriffsbewegung, und alles flutete zurück. Aber, was die eigenen Gräben ^erreichte, waretr nur kummer- l ich e Reste. Gegen den Kemmel selst kam 'der französische Angriff gar nicht erst zur Durchführung; so verheerend schlug das deutsche Vernichtungsfeuer in die französffchen Bereit, schasten, daß sie nicht zum Vorgeben zu bewegen waren. An der Straße Kemmel-De Kleit brach der franzMche Angriff vor den deutschen Hindernissen zusammen. Östlich Loker gsiana es den Franzosen lediglich, ein örtliches, eng be- grenztes Schützennest, das jetzt unter dem zu,amm«ige- sichten deutschen Feuer liegtz zurückzulassen. und Dranoutre war es den Franzosen unter rücksichtslosestem Einsatz zuerst gelungen, vorzukommeri. aber ihr Erfolg mx nicht von langer Dauer. Die deutschen Kampftruppen selcht setzten sofort zum Gegenstoß <rn- ^.brauseudem Sturm, an einer Stelle unter persönlicher Führung des Reain ertskommandeurs, jagten die Deuffchen die Fra nzsieu wieder zurück. Restlos verloren diese das im ersten Au- sturm gewonnene Gelände, das voll lag von Toten.
Die völlig ergebnislosen französischen Vlutopfer für Englands Prestige «n Flandern.
W T -B Berlin, 21. Mai. De. dem mißglückten großen französische Angriff am 20. Mai auf den Kemmel birebeu Zahlreiche Gefangene von verschiedenen französischen Divisionen in deutscher Hand. Übereinstimmend sagten diese aus. daß auch englische Divisionen, die in dritter^Lrme bereitstanden. an dem Angriff hätten teilnehmenl sollem Allem zu ihrem Einsatz kam es gar nichr erst infolge des voll- kommen en Zusammenbruchs des französischen sturmes. Seit dem 4. Mai verbluten sich dm Franzosen, dre ui g-hruderri mit ihre besten Divisionen, darunter das berühmt? -0. eiserne Korps, eingesetzt haben, in immer neuen verged- lickeil Ar^arisfen festen den Kemmel. Es rst bezerchnend, dah England durch die wiederholte Drohung seiner Prefie, England läge nichts an seiner Kontinental- stellung und es wäre gern bereit, sich auf den Seekrieg zu beschränken, Frankreich dazu vermocht hat, um ein rem enalische» Ziel, um da? mit dem engliichen Prestige so cr/g^verknüpfte Ypern und um das englisch Wordene Calais, seine besten Gruppen zu opfern, die e.- vielleicht an anderer Stelle noch einmal bitter notrg krauchen kann.
Der amerikanische Meisterfficger Lufberv gefallen.
~Br. Genf, 22. Mai. (Eig. Dcahtbericht. zb.) Nach Parisec Blättern richteten die deutschen Flieger im Abschnitt von To ul siarke Verheerungen an. Der bei der Verfolgung getötete amerikanische Msistecilieger Lufbery fiel dem Angriff eines deuffchen Fliegers zum Opfer. Wilson lieh der Familie Lnfbery kondolieren.
Der neue Schlag gegen örland.
Die .Times« über die von veutsttzland angsstlftete neue „Kevolulion".
London, 21. Mai. (zb.) Der Dubliner Berichterstatter der Times" meldet: Seit einigen Monaten lastete die Kennt- n i e von dieser neuen heranreifenden Verschwörung wie ein Alv auf dem Lande. Zahlreiche greifbare Beweise liegen dafür vor. Die Privathäuser wurden planmäßig zum Zweck der Erbeutung von Waffen geplündert. Große Mengen Melinit und andere hochgradige Explosivstoffe wurden aus Steinbrück>en und Lagerhäusern gestohlen. ~ne Polizei wurde am Hellen Tage angegriffen und ihrer Gewehre beraubl. An einigen Orten rühmten Redner öffentlich die kommende Niederlage der Alliierten und die Errettung des unabhängigen Irland von dem Ruin des britischen Reiches. Kein vernünftiger Mensch zweifelt daran, daß eine Agentur oder Agenturen unter dem überaus unwissenden und leichtgläubigen Volke darauf hmarbeitet, eme Stimmung hervorzurusin, aus der irgend etwas eüvartet weiden könnte. Die öffentliche Erregung und Unruh c war sogar noch stärker geworden üs tu den letzten Docken vor dem ?lufstand 1016. Es steht fest, daß die peu- liche' epidemische Silberhamsterung zu einem bo,en Evde führte. Der Aufftünd von 181» wurde von Deut;ch 1 anv angestiftct. Alle irischen Loyalisten sind seit langein uber- ^ -cuatz daß Deutschland im Grunde die Unruhen hervorgerusen hat. Sie hatten joft langem den Verdacht, daß irgeodwo
