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Verlag Lauggaffe 21

„Tagtlatthaus".

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12 Ausgaben.

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Montag, 13. Mai 1918.

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W, 57, An der Apostelkirche 7 ,1. Fernsprecher: Amt Liitzow 8202 und 6203.

ttt; 220. . 66. Jahrgang.

Abend-Ausgabe.

Die Besprechungen der beiden Baiser im Großen Hauptquartier.

Ausbau und Vertiefung des Sundes der Mittelmächte.

W. T.-B. Berlin, 13. Mai. (Amtlich. Drahtbericht.) Der Kaiser von Österreich und König von Ungarn bat am 12. Mai dem deutschen Kaiser im Grasten Hauptquartier einen Besuch abgestattet. In der Begleitung Kaiser Karls bc^ fandrn sich außer dem persönlichen Gefolge Seiner Majestät der Minister des Äußern Graf Burian, der Chef des Gene­ralstabs Frhr. v. Arz und der Botschafter in Berlin, Prinz -zu Hohenlohe. Deutscherseits nahmen an der Begegnung teil Reichskanzler Graf v. Hertling, General­feldmarschall v. Hindendurg, General der Infanterie und Erster Generalquartiermcister v. Ludendorff, Staatssekretär v. KLhlmann und der kaiserliche Bot­schafter in Wien, Graf Wedel.

Zwischen den hohen Verbündeten und ihren Ratgebern fand eine herzliche Aussprache und eine eingehende Erörte­rung aller grundlegenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Frage« Katt, die das gegenwärtige und zu­künftige Verhältnis zwischen den beiden Monarchien berühren. Hierbei ergab sich ein volles Einvernehmen in allen diesen Fragen und der Entschluß, das bestehende Bundes- verhältnis auszubauen und zu vertiefen. Die Richtlinien der in Aussicht genommenen vertragS- mäßigen Abmachungen stehen bereits grund­sätzlich fest. Im Gang der Besprechungen trat erfreu­licherweise zutage, wie hoch von beiden Seiten das nunmehr auch im Verteidigungskrieg so glorreich erprobte langjährige enge Bündnis zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich brlvertet wird.

*

Auch KSnict Ludwig non Bayern im lffrohen Hauptquartier.

W. T.-B. München, 12. Mai. Die Korrespondenz Hoff- marm meldet amtlich' Seine Majestät der König ist heute abend ins Große Hauptquartier und an die Front abgereist. .In Begleitung Seiner Majestät befindet sich der Staats- inrnister deS königlichen HauseS und des Äußern Graf v. Dandl.

vor der dritten Lesung.

Man braucht nicht gespannt zu sein, die heute be­ginnende dritte Lesung der Wahlrechtsvorlage wird keine Überraschung bringen, kein dramatisches Moinent der Erwartung, keine Ungewißheit, die sich so oder so, befreiend oder bedrückend, lösen konnte, steckt in den Ver> HÄtmffen, wie sie sich nun einmal herangebildet haben. Die dritte Lesung wird kein anderes Ergebnis als die zweite haben, die von der Regierung geforderte Wahl­reform wird abermals abgelehnt werden, vielleicht mit einem etwas anderen Stimmenverhältnis, vielleicht so, daß sich noch ein paar Konservative entschließen, der Sitzmig fernzubleiben oder wohl^gar für das allgemeine gleiche Wahlrecht au stimmen. So unwahrscheinlich das Letztere ist, so kann man es immerhin in Betracht ziehen, aber Bedeutung würde auch das nicht haben, die Mehr­heit gegen das gleiche Wahlrecht wird eben nicht zu erschüttern sein. Möglich ferner, daß die Sicherungs­anträge des Zentrums einige Stimmen mehr als in der zweiten Lesung airf sich vereinigen werden; möglich auch, daß neue Vermittln ngsVorschläge gemacht werden, um eine Brücke zwischen Wahlrechtsfreunden und Wahl- rechtsgegnern zu schlagen, aber aller Voraussicht nach werden alle Bemühungen in dieser Richtung vergeblich bleiben, solange die Staatsreqierung jeder Ver­dunkelung des Kernpunkts widerstrebt, also an dem allgemeinen gleichen Wahlrecht festhält, und das wird sie tun, weil sie es muß, weil jede Ab­weichung von der geraden Linie an einen Abgrund führen müßte.

Auch im Zentrum, wo man ja besonders bestrebt ge­wesen ist, einen Mittelweg aufzufinden, ist erklärter­maßen jetzt die Erkenntnis durchgedrungen. daß der Weg der Verständigung verbaut i st. Alles läuft jetzt aus eine Kraftprobe zwischen dem Staats- minrsterium und der widerspenstigen Mehrheit des Ab­geordnetenhauses hinaus. Man glaubt auch im Zen­trum nicht mehr, daß ein Ausweg zu stndm wäre. Nie­mand vermag sich vorzuttellen, daß die Hoffnung der Konservativen, daß die'Krone rn ihrem Bekenntnis zur Wahlrechtsreform wankend gemacht werden könnte, etwas anderes als eine nebelhafte Illusion rst. So wird denn eben wohl nichts übrig bleiben als eben die Auf­lösung. Andererseits freilich läßt sich nickt verkennen, daß der W i d e r st a n d von rechts her gegen die Wahl- reform in demselben Maße begreiflich wird, in welchem die Staatsregierung durch Tun, Reden und Schweigen zeigt, wie n n g e r n sie einen Appell an die Wählerschaft richten würde. In Parlamentarischen Kreisen denkt man sich den weiteren Verlaus so. daß nach ungarischem Vorbilde die Regierung die A u f Li> pu.ll.-g.L-

befugnis erhielte, von der sie aber naturgemäß nur im Notfall Gebrauch, zu machen hätte. Es soll also bis z u I e tz t, bis nach der bei Verfassungsänderungen vor- geschriebenen vierten Lesung und wohl gar noch bis nach der Abstimmung im Herrenhause gewartet werden, bevor die Regierunq von der ihr erteilten Er­mächtigung Gebrauch macht. Gewiß, wenn die Konser­vativen genau und mit unerbittlicher Sicherheit wissen werden, daß das Schicksal des jetzigen Abgeordneten­hauses im Falle der Ablehnung der Vorlage besiegelt ist, könnte das wohl seine Wirkung tun, aber die überlange Drohung mit der Auflösung, sozusagen dem Donner vor dem Blitz, wobei man nicht einmal sicher ist, daß es auch wirklich einschlagen wird, das hat ein Moment der Abschwächung in sich, und für Herrn von Heydebrand und seine Gefolgschaft mag so der Trost her- halten, daß, lvenii Zeit komnrt, mich Rat komnit.

An der Sache braucht sich deshalb doch nichts zu ändern, jedoch wird auf diese Weise gleichsam ein Ge­mütszustand erzeugt, in tvelchem die Konservativen den Entschluß, die Wahlreform nun doch irgendwie passieren zil lassen, weil sie sie nicht verhindern können, u in io schwerer fassen werden, je lockender ihnen die Mög­lichkeit eines Umsckstvungs in der letzten Ministe vor­schweben mag. Von den Konservativen gilt immer wie­der das Wort, daß sie nichts gelernt und nichts vergessen haben. Es ist so. inic cs ihnen eine so wohlmeinende Warnerin, wie die „G e r m a n i a" vorhält, wenn sie schreibt: „Die Rechte hat bewiesen, daß sie die Wrp,c vollständig verkennt, und sie ladet eine unge­heure Verantwortung für die ganze kul­turelle Entwicklung ilnieres preußischen Volkes. auf sich, wenn sie bei ihrer Ablehnung gegenüber den Anträgen des Zentrums verharrt. Wir prophezeien nicht gerne, aber der Tag wird wenn es !o weiter geht mit der verfehlten Politik der Konservativen, kommen, an dem man sich vergeblich gegen die niedergehende Lawine anstemmt, an dem man sich in konservativen Kreisen in den Abgrund geschleudert sehen wird.

Das ist in der Tat der letzte Sinn der Entscheidungen, die in diesen Wochen bei uns in Preußen zu fällen sind. Herr v. Heydebrand bleibt ja der Auffassung, sie ließen sich durch eine Verewigung des gegenwärtigen überalter­ten Wahlrechts aufhalten. Daran glaubt aber außer­halb der konservativen Kreise wohl kein Mensch. Wir können nicht gegen den Strom der Zeiten schwimmen, nur beizeiten in annehmbare Bahnen ließe er sich len- ken. Nicht lange mehr, und es wird auch dazu zu spät sein."

Das sagen nicht wir, das sagt das Berliner Zen- t r u m s b l a t t, aber wir sagen es doch auch, jeder sagt es, der die Wirklichkeit nüchtern ins Auge saßt. In­dessen gibt es Lagen, wo Fehler mit tragischer Not­wendigkeit begangen werden müssen, weil eine Ver- knotung von Einsichtslosigkeit und Entschlußmangel ver­hängnisvoll die Entscheidung gibt, und in dieser Lage sind jetzt die Konservativen. Den Totengräber der Par­tei hat der Konservative 2r. Thimme Herrn v. Heyde­brand genannt, er wird recht behalten.

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Berlin, 13. Mwi. Die Besprechwngen'der Parteien zu der heule auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses stehen­den dritten Lesung der Vestassungsv^nlage sind gestern fort­gesetzt worden. Es tagten beide Flügel der national- liberalen Partei und der Borstand der Zentriimsfvaktion. Wie der „B. L.-A." böctz ist der Kompromißgedanke m diesen Sitzungen wieder erörtert worden, ohne 'daß ein positives Ergebnis herauSgekommen wäre. Von den notio- lnalliberolen Gegnern des gleichen Wahlrechts ist der Antrag Lohmann in etwas veränderter Form «Angebracht worden. Bestimmten Wählerschichten soll ermöglicht werden, zwei Zu­satzstimmen zu erlangen. Von den nationalliberalen An­hängern des gleichen Wahlrechts liegt ein Antrag vor, -der die Wiederherstellung des 8 3 der Regierungsvorlage mir dem gleichen Wahlrecht fordert. In den Fvcckttonssitzuingen. die alle Parteien für honte vormittag angesetzt haben, wird noch einmal alles erörtert werden. Das Zentrum wird seine 'Sichernngsvnträge von neuem einbrmgen. Wie sch die Konservativon stellen werden, darüber ist bis honte nichts bekannt..

Verhandlungen der Nationalliberalen mit dem Zentrum.

Br. Berlin, 13. Mai. (Eig. Drahtbericht, zu.) Die beiden von einander getrennt operierenden Flügel der Nationalliberalen haben heute vormittag auch jeder für sich mit dem Zentrum im Abgeordnetenhaus,: Fühlung genommen, um dieses für einen Anschluß an ihre Haltung zu gewinnet. W'e die „B. Z." hört, scheint das Zenirmi! geueiut. unter gewissen Bedingun­gen sich der M e h r heit der nettenaNib ralen Fraktion zu gemeinsamem Vorgehen anzu>chsws',-"i. Es würde dann die Mehrheit der Nationalliberalen für die vom Zentrum verlangten S i >'h erunge u und das Zen­trum für die gestellten P r o v o r z anträge stimmen. Die Beratungen der Fraktionen dauern noch fort.

Ter Präsident des Abgeordnetenhauses erkrankt.

B. A. Berlin, 13. Mai. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses Graf v. S ch w e r i n - L ö w i tz ist an einer schmerzhaften, aber ungefährlichen Ohrenentzündung erkrankt und kann deshalb der heutigen Sitzung nicht beiwohnen.

Die deutsche Ueberlegenheft in den Luftkämpfen des April.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 13. Mai. (Amtlich.) x Westlicher Kriegsschauplatz.

Im Kemmelgebiet hielt die lebhafte Artillerietätig, feit in Verbindung mit örstichen Jufantrriegefechten an. Auch in den übrigen Kampfabschnitten lebte sie am Abend vielfach auf. Im Ancretal südwestlich von Albert wurde ei» englischer Teilangriff abgewicsen. An vielen Stellen der Front setzte der Feind seine Erkundungsvorstöße fort. Bei ihrer Abwehr machten wir mehrfach Gefangene.

Im April beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreit- krästr an den deutschen Fronten 15 Fesselballone und 2 71 Flugzeuge, denen 122 hinter unseren Linien, die

übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar ab. gestürzt sind.

Wir haben im Kampf 123 Flugzeuge und 14 Fessel, ballone verloren.

Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquarticcmeister: Lndendorff.

ver Tagesbericht vom 12. Mai.

w. T.-.B. Großes Havptquartirr, 12. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Al! den Scblachtsrrnten blieb die Gefechtstäti^eit ans ört­liche Kampfhandlungen beschränkt.

Nöi blich tem K e m m e l und am Süduser der L h s griff der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung an; an mehreren Stellen stieß er zu starken Erkundungen vor. Nördlich vom Kcmmrl brachten wir im Nabkanipf den feindlichen Angriff in unseren Linien zum Scheitern; im übrigen brachen seine Sturmtruppen schon in unserem Feuer zusammen. Auf dem Westufer der A v t e entwickeln sich aus einem eigenen Vorstoß südwestlich von M a i l l v heftige Kämpfe, in denen wir mehr als 30 Gerangene machten. Zwischen A r r e und Oise mehrfach Erkundungsgefechte.

An der übrigen Front nichts von Bedeutung.

Ini L u f t k a ui v f wurden in den beiden letzten Tagen 19 feind« liche Flugzeuge abgesäiohcn; 18 von ihnen brachte das bisher von Rittmeisier Freiherrn v. R i ch t h o f e n geführt- Jagdge­schwader zum Absturz. Leutnant Löwenhardt errang seinen 20. und 21. Luftsieg.

Der Erste Gcnerab,uartiermeister: Ludendorfs.

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In Erwartung des neuen deutschen Angriffs.

Berlin, 13. Mai. Laut „B. T." beißt es in italieni­schen Blättern, die neue deutsche Offensive scheine un­mittelbar bevrozustehen, doch dürfe man über den offen­siven nicht die gleichzeitigen defensiven Maßregeln der Deutschen unbeachtet lassen,, die einer englisch-französi­schen Gegenoffensive standzuhalten bestimmt seien. Die Folge der deutschen Angriffe mit ihrem jedes­maligen Landgewinn sei eine unangenehme Ver­längerung der Front.

Das entvölkerte Amiens unter unserem Feuer.

Berlin, 13. Mai. In englischen Blättern wird aus Amiens berichtet: Bis jetzt fielen 7000 deutsche Granaten in die Stadt. 1200 Häuser wurden getroffen. In die Kathedrale schlugen neun Granaten ein. Von 120000 Einwohnern sind nur noch einige Hundert übrig.

vre Erfolge eines 3eebrügge-U-voo1s im Aermeltzanol.

W. T.-B. Berlin, 12. Mai. (Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote aus Flandern, Kommandant Oberleutnant zur See Schmitz (Walterl, hat im östlichen Teil deS Ärmel­kanals die bewaffneten englischen Dampfer „Hungerford" <5811 Bw.), „Brodcrick" (4321 Brt.) und einen anderen etwa .5000 Tonnen großen bewaffneten Dampfer versenkt. Zu­sammen wurden 15 000 Raumtonnen versenkt. Die schönen Erfolge des Bootes, das nach dem Blockierungsversuch wohl­behalten in Z e e b r ü g g e e i n g e l a u f e n ist, zeigen besser als Worte, daß sich der Feind falschen Hoffnungen bingibt, wenn er immer wieder die Meldung ausstreut, daß ihm die Blockierung unserer flandrischen Stützpunkte und bte Lahmlegung unserer dort stationierten Unterseeboote geglückt ist. Im ganzen sind nach neuen eingegangenen Meldungen unserer Unterseeboote versenkt worden:

18 000 Brnttoregisterwnne».

Der Chef de? Admiralstabs der Äiarine.

Zranzösi" ''e Schiffe bei dem Angriff auf Ostende und ZeebrLgge.

Sr. Genf, 13. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Bor der LLartwelommi jjton der französischen Kammer e -startete der