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12 Ausgaben.
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Aufnahme
Berliner Abteilung des Wiesbadener T-gblatts: Berlin W. 57, An der Apostelkirche 7,1. Fe rnsprecher: Amt Lutzow 6202 und 62Q3 ; _
Donnerstag» 9. Mai 1918.
Morgenausgabe.
Nr. 215. . 66. Jahrgang.
Die provozierte Auflösung.
Die preußische Staatsregiermrg hat bei der nunmehr abgeschlossenen zweiten Lesung der VerfapnngÄior^en ein Entgegenkommen gezeigt, das wirklich mcht Eh .Überboten werden kann. Um das gleiche Wahlrecht ohne Konflikte gegen die WahlrechtZfernde dürchzusetzen. war sie bereit, ihnen alle gewünschten ,.Sicherr>ngen zu ge. währen. Durch den Mund des Wahlrechtsmmisters Dr. Drews ließ sie erklären, daß sie auf den Boden der Sicherungsauträge zu treten geneigt sei und.selbst für die höchst bedenklichen budgetrechtlichen Anträge sprach der Finanzminister die Zustimmung der Staattreg te* rung aus. Taktisch vermied die Regierung all^. was nach einem Truck oder einer Reizung der Mehrheit hatte ausseben können. Bor der Abstimmung über.das gleiche Wahlrecht in zweiter Lesung erklärte der BlzeprasEnt des Staatsministeriums, daß die Regierung ihre Entscheidung über die Frage stn?r Auflösimg erst tn dritter Lesung fassen werde. Damit wurde den Konservativen ermöglicht, ungefährdet ihre gesamten Mannen gegen das gleiche Wahlrecht stimmen zu lassen. Wenn aber me Regierung gehofft hatte, durch solche Akte der . Rücksicht- nähme die Gegner des gleichen Wahlrechts einer Verständigung geneigter zu machen, so hat sie sich getauschr.
Die Konservativen haben in zweiter Lesung sämtliche Sicherungsanträge. auch wenn ste noch so sehr den ron- servativen Grundsätzen entsprachen, medergestlmmt. Dem Zentrum soll damit die Annahme des gleichen Wahlrechts unmöglich gemacht werden. Die Hoffnungen, daß die Gegner des gleichen Wahlrechts bis zur dritten Lesung ihren Widerstand ausgeben werden, sind äußerst gering. Nach der Ablehnung des gleichen Wahlrechts in zweiter Lesung sprach die konservative Presse zwar Diel von Sicherungen, aber in den Perstandigungsver- Handlungen zeigte sich die parlamentarische^. Vertretung des Agrarierttims und der Schwerindustrie kalt und ab- lehnend wie bisher. Daraufhin fiel auch ihre Presse wieder um und proklamierte den herausfordernden Grundsatz: Sicherungen imd Zusatzstimmen! Ganz
offen deuten die Konservativen das sachliche. Bemühen der Regierung, einen Wahlkampf in Kriegszerten,. wenn irgend möglich, zu vermeiden, als -schwache. . Höhnend behaupten sie, die Regierung dürfe nicht auflosen. Da- mit erreicht der Mutwillen der Konservativen eine Grenze, die keine Regierung ertragen kann. Es ist m Kriegszeiten für eine Regierung einfach die Erichutle- rung des erforderlichen Kredits, wenn ihr unterstellt wird, sie füge sich mächtigen Einflüssen gegen ihre bessere Überzeugung. Das kann sich keine Regierung nachsagen lassen. ?sn Ungarn hat König Karl in einem Schrei- ben an Wekcrle diesen um der Dcinisterprastdcntschaft bettaut und ihm gleichzeittg schriftlich die Ermächtigung zur Auflösung des Parlaments gegeben für den -iaU, b daß die Wahlreform abgelehnt wird. Was Ungarn kann, kann auch Preußen. Gewiß, eine Auslosung m Kriegs- zeiten ist nicht sehr erhebend. Dr. Friedberg hat selbst zugegeben, daß sie nicht im Interesse d^s Landes liegt. Die Schuld dafür trifft auch ausschlretzlich dieienigen Kreise die die Einlösung des Kvnigswortes aus Partei- politischem Eigennutz zu hintertteiben suchen. Sie haben sich nicht gescheut, in einer Zeit unerhörtester Blutopfer des Volkes den Gleichwert der Bürger zu bestreiten. ^a, sie sind so weit gegangen, die Auflösung hercmszusor- dem. Jetzt verlangt das Interesse des Landes wie. das Ansehen der Krone und der Regierung, daß dieser Kampf ausgenommen ffltrb._
Der rumänische Mieden.
B 'A Berlin, 8. Mai. (Eiq. Drahtbericht, zb.) Nach dreimonatigen Verschleppungen und Verzögerungen, ist stun endlich das schwierige Wett gelungen famthdje Unterschriften unter den Vertrag von Bukarest zu bringen. Die eigentlichen Verhandlungen dauerten nur der- hältnismäßig kurze Zeit, denn nachdem am 9. Marz dm erste Vollsitzung der Bevollmächtigten, stattgefunden hatte, war man, da ihnen ja die Grundlinien des Ver- träges vorgeschrieben waren, mit den Rumänen i n wenigen Sitzungen einrg geworden.. Da ist cs nicht verwunderlich, daß es rm großen Publikum unan- genehm bemerkt wurde, als die Unterzeichnung des In- struments länger und länger auf nch warten ließ. Eine aut unterrichtete Stelle weist indes darauf hm, oatz die Schwierigkeiten, allen Interessen gerecht zu werden, vor allem in der Tatsache lagen, daß wir einen Koalitionskrieg führen und die Wunsche ledes Verbündeten besonders berücksichtigt werden mußten. Für den deutschen Unterhändler kam es darauf an, durch- zusetzen daß der rumänische Staat, dessen Lebensfähig- fett im Interesse der Erhaltung des Friedens auf dem Balkan eine zwingende Nostvendigkeit.war, nach Abschluß des Friedens durch die Verhältnisse sich gezwungen strh. sich dauernd auf die Mittelmachte und 4 »« auf Deutschland iu stützen. Hatten wir
diesen Wunsch bei den Verhandlungen allzu s^ott in den Vordergrund gerückt, so w.tte dm Gefahr «ftstan den, daß Österreich, dessen geographuche Lage Kdazu vortrefflich befähigtt. dm wirtschaftlichen durch Transportschittmen in ihrer Durchführung dehM dert hätte, weil es seine eigenen Jntmessen oedrohtsah. Es ergab sich also die zwingende Notwendigkeit, Österreich an allen unseren wirtsä,astliä^en Abkommen zu b e- teilt gen, damit es uns bei der Durchsetzung unserer Forderrmgen unterstütze. Das gelang und es war möglich, wie der Friedensvertrag zeigt, . die d e u t 1 wen
wirtschaftlichem Ansprüche m hollem Umfange zu realisieren und auch die Schwierigkeiten zu beseittgen, die Bulgarien zuerst machte. Dm Donaumonarchie andererseits mußte nach der ganzen Richtung ihrer Polittk vor dem Kriege setzt danach stre- ben, die Vormachtstellung auf dem Balkan zu erringen, wobei der oben angedeutete Zusammenstoß mit Deutschland sich nur durch außerordentlich geschicktes Operieren unserer Unterhändler vermeiden netz, um seine Ziele zu erreichen, war, es Österreichs Aufgabe und hier konnte es mit Deutschland Zusammengehen — den rumänischen Staat in eine Art freiwillige Abhängigkeit zu - bringen. Grenzucherungen, wirtschaftliche Verträge von langer Dauer waren hier die besten Mittel. Um sich mdes dm Freund- schaft des benachbarten Volkes zu sichern, mutzte klugeMäßigung angewandt werden und man geht nicht fehl in der Annahme, daß sie den österreichischen Staatsmännern, die allzu weit zu gehen versucht waren, mehrfach von anderer Seite dringend empfohlen tverden mußte. Indessen glaubt man an maßgebender Stelle, daß auch das österreichische Volk mit dem Erreichten recht zufrieden fein kann. Bei Bulgarien ichernt es aleichfalls des öfteren eines Zincheiies bedurft zu haben, daß in der B e s ch r ä n k u n g sich der Meister erst zeigt.
Im jetzigen Augenblick scheint der Frie- densverttag wie auch die Abmachungen der Verbündeten, so versichert man uns. die Interess en eines i eoen in weitgehendem Maße zu befriedigen: Deutsch- land 'erhält die wirtschaftlichen Garantien, deren es bedarf ftir lange Zeit und hat den W e g nach der Ukraine, nach der Türkei und Kleinasien offen; Österreich hat sich im Ostteile des Balkans die langerstrebte Vormachtstellung gesichert; Bulgarien sind — ttweit das m der Macht des Vierbundes liegt - alle Möglichkeiten gegeben,, sich zu einer Großmacht zu entwickeln; die Türkei ist an ihrer westlichen Grenze gesichert worden, um nun ungehindert in Kleinasien fernen Zielen nach- gehen zu können.
Die Schlusssitzung im Schlotz Lotreeanr.
W. T.-B. Bukercft, 8. Mai. (Drahtbericht.) Die gestrig« Schlußsitzung der FmsdenSvcrhan-dluri-gen mit Rumänien, -die im'Schloß Cvtrcecmi st-aitfand, wurde kurz vor 11 Uhr vor- mittags vom Staatssekretär v. Kühl mann mit folgender Ansprache eröffnet:
Möine Herren! Es ist nach langen mühevollen Verhamd- lungen gelungen, zwischen den verbündeten Mittelmächten und dem Königreich Rumänien den Frieden zustande zu brm- aen, Mit diesem Frieiden hat der K r i eg i m O st e n für die -Verbündeten seinen Abi chl u ß erreicht. Wir bofsen, daß d-e Bestimmung dieses Friedens nicht nur den politischen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der M i t t e l m ä ch t e ^ volle Rechnung tragen werden, sondern auch dem Königreich Rumänien die ^Möglichkeit geben, in Zusammenarbeit mit den Mittelmächten, die-durch -den Krieg geschlagenen Wunden wieder zu heilen. Ich bitte Sie, meine Herren, zur U n t e t - zeichnung des Friedensinstruments schreiten zu wollen. Ich sihtage dazu vor, daß die Bevollmächtigten der -einzelnen Länder'sich gruppenweise zusammensehen.
Hierauf schritt man zur Unterzeichnung des Frteidensver- trags, der mit seinen rechtspoliiifchen und handelspolitischen Zusatzvert'-ägen einen außerordentlichen Umfang annimmt. Don deutscher Seite Unterzeichneten den Vertrag Staatssekretär v. Küblmann, Wirkl. Geh. Rat Körner. Minist-eriäkdirektor Kriege, Generalmajor Hell, Kapitän zur Sce Bene, -für Österreich-Ungarn Baron Burtan, für Bulgarien zeichneten Ministerpräsident Radosla-wvw. Fttanzminifter Tontschcff, General Tontfcheff. General Tentilcff, ferner Abgeordneter Kostoff und Professor Milets als Vertreter Rumäniens zeichneten Mrnrsterprasr- dent' Mavghiloman, Minister des Äußern Arien, Minister Vapiu und Burghelo, die Bevollmächtigten der Türkei waren Minister des Äußern Nesstm-Ber, General FWet- Pchtta Unterftaot-Ksekvetär des Äußern R-eched Hihmet-Dei.
Kurz vor 12 Uhr wurde -die denkwürdige Sitzung geschloffen. _
Der Kaiser beim Reichskanzler. W. T.-B. Barl in. 8 Mai. (Drahttericht.) Der Kaiser machte heute dem ReickK- kanzler etten Besuch u-rid weilte eine Stunde bei chm. Der Kaiser überreichte dem Kanzler bei dieser Gelegsrch«t das Eiserne Kreuz 1. Klasse. ' ^
Oie Lage im Westen.
Der Kbendbericht vom 8. Mai. _
W. T.-B. Berlin, 8. Mai, abends. flkmKch. Dmhd- bericht.) Örtlich« LSmpfe südlich »m» Dikkelmscher S«.
vie RS«m«ng der grotzen englische« voerst»- lager bei Ypern.
Sr. Zürich, 8. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der "Tages- anzeiger" meldet: Die Engländer setzen die Räum»«« bet um- gebeuven Borvatslager bei Upern und Popertrqche pa, «u mit ste nicht in deutsche Hände falle».
Ypern unter schwerem deutschen Feuer.
Berlin, 8. Mai. Dim „Berliner Lokal-Anzeiger^ wird aus Genf berichtet: Als Unterkunft für Ententt- truppen kommt die vollständig zusammengeschossene Ott- - ickatt L o c r -e nicht mehr m Bettacht. _ Nach emer Havas-Note dauert das gegen^ den Abschnitt -^ocrege- richtete schwere deutsche Geicyutzfeuer ununterbrochen fort. Ferner meldet die Agence Havas dre BeschteMNg der Stadt Ypern durch deutsche schwere Geschütze.
Die Griechen als Kanonenfutter an der Westsro^.
W. T.-B. Zürich, 8. Mai. (Dcahtberrcht.) Die „Nuien Züi-cher Nachr." veröffentlichen einen Protest der G r i e ch e n, die seinerzeit als Atterter n^ FEckrmch laden wurden, von denen jetzt 50 000 an tm gnmi■ sind, während 10 000 königstreue Griechen interniert wwwea.
Die ftanzösische Papiergcldpresie.
W T.-B. Paris, 8. Mai. (Drahkbericht.) Durch ein Dekret wird die .tzöchstsu-mme der Noten., die die Wmm | Frankreich ausgelben darf, auf 3 0 Milliarden festgesetzt.
Der österreichilch-ungarische Tagesbericht.
\V. T.-B. Wien, 8. Mai. (Drahtbericht.) Attrtlich vermutet vom 8. Mai, mittags:
Südwestlicher Kriegsschauplatz. ^
Dcrs Artill-errefeluer wirrlde rnur stellernv-erise üiev« .bafteT Mch von CepoSil-e. A.m Lsglhr-Be^en, mn Monte PerÜca unid am -Südhang des Monte Mesi wurden, fettbüche
Erkundungsunternehmunge-n «bgewief^en.
^ “ Der Chef des GeneralftwbS.
General ljertzoH die ZreiheitswSnsche in Südafrika.
\v T.-B. Smithfield (OranjefrsistaM), 8. Mai. bericht. Reuter.) General Hertzog hat hier am SamRag vor sein m Wählern gesprochen. Er u«r«te ste vormwal^^ Auilreten und legte Nachdruck daraus, daß die Erfüllung der Wöttche des Landes mit verfassungsmäßigen Mitteln <”»3*» strebt werden müsse. Die jetzige 8-it sei dem günstig. Er habe die Absicht, Lloyd George u»b Wilso-M Me Me Freiheit versprochen hatten, bmm Wart M irebmen. Südafrika besitze diese Freiheit .nvchmcht. Er nlavbe daß auch viele tausend Englisch sprechende Sud»
KL-, mi, i** s «*>s
Stimmung für das britffche Reich könne auf Me Sauet ben Wert der Freiheit nicht ersetzen.
Kriegserklärung Nicaraguas?
Br. Haag, 8. Mai. (Eig. Drahsbericht zb des Rcuttrschen Bureaus.) Nicaragua erklärte Deutsch- land und seinen Verbündeten den Krieg., (Notiz. An Zust ändiger Stelle in Berlin ist davon nichts bekcmn^.)
Abgeordnetenhaus.
ILiaener Drahtbericht des "Wiesbadener TagiblattS^.f
% Berlin, 8. Mai.
Am Ministertisch- v. Eisenhart-Rothe. ..
Präsident Graf v. Schwerin-Löw.tz eröffnet &*&£**$ um 11,20 Uhr. — Bei der zweiten Berattng des StaatShanS- haltsplanes beim
Haushalt »er Lorstverwaltunq
berichtet Abg. Graf v. d. Gröben (kons.) über die Verhandlungen der Kommission. In dem Antrag der Kommi ss u« wird die Staatsregierung ersucht, MatznahmenWr Beseitigung der vorhandenen Wohnungs- und Mobelnot „u greifen. Die Regierung wird aufgefordert, beim 2hm desrat darauf hinzuwirken, daß die Holzbcftande der Heeresverwaltung, welche für militärische Zwecke nichtsmehr benötigt werden, zur Herstellung von kleinen Hauser», Hemen Wvlstnmgen und Möbel für die minderbemitteste Bevo^ rung den heimkehrenden Kriegern an die Kommunen und gemeinnützigen Gesellschaften abgegeben
Auf eine Reihe diesbezüglich vorgebrachter Wunsche der Wgg Henneberg (kons.). Hnö (Soz.) Wenke (Vpt.), Crüger. Lovvrnr-ad (natl.) und Eckert (Zentt.) antwortet ^ ^Landwictschaftsmttister v. Erseuhart-Rothe: Durch a»S- reichende,i Einschlag ist erreicht wor^n, »aß dw Anfo^e^. gen be-cüglich des Brennholzes annähernd befm^gL werden "sind. Die Waldstreu nnrd unentgeltlich zur Ber- fügung gestellt. An die RegiermlgSvräsidenten ist erne Anregung «Zangen, nach welcher de« Wildschaden na£|
