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Fernruf;

Nr. 6650-63. Bon 8 Uhr rnorjen» bi* 7 Uhr abenb?, ans« '

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57, Au der

Mittwoch, 8. Mai 1918.

Morgen° 5 lusgabe

Nr. 213. » 66. Jahrgang.

Der neue grictcn von Bukarest.

W.T-B. Bukarest, 7. Mai. (Drahtbericht. Amtlich.)

Der Friedensvertrag mit Rumänien lst heute, 11 uyr vormittags von den Bevollmächtigten der vier verbun- beten Mächte unterzeichnet worden. Dre f e, c r 1 1 fl) Schlußsitzung, in welcher die Unterzeichnung er- folgte, fand unter dem Vorsitz des Staats,ckretars v. K ü h l m a n n in Cotroceni, und zwar m demselben Raume statt, in dem seinerzeit der Eintritt Rumäniens iv den Weltkrieg beschlossen wurde. Der Frieden wird den NamenF r i e d e v o n B u k a r e st" fuhren. Der Wort- laut des Vertrages wird alsbald veröffentlicht werden.

W. T.-B. Bukarest, 7. Man. Die Verhandlungen im Bukarest waren am Abend des 6. Mai zum endgültigen Ab fchlutz gelangt, so daß die Unterzeichnung des gesamten Der tragswerkeS für den Vormittag deS 7. Mai angeseht werden kcumte Am Vorabend hatte der GeneralsÄdmavschall von Mackensen alle hier anwesenden Delegierten zu einem MM geladen, an dem auch der Ministerpräsident Marghiloman. der Minister des Äußern Arion smme die übrigem rumänischem Untvchändler teilmahmen. Der «cneval-feLmarschall feierte in einer Ansprache die Bedeu- tnng der geleisteten ftaatsmännischen Arbeit wnd beglückwünschte die Bevollmächtigten zu dem erziel- ten schönen Erfolg, indem er hervorhob. daß mtt dem rumänischen Frieden der Krieg im Osten seinem Ab- schlutz gesundem habe. Zugleich verlieh er lder Hoffnung Ausdruck, daß Rumänien auf der Grundlage dieses Friedens einer glückliche» Zukunft entgegengehen werde und schloß mit der Aufforderung am die Anwesenden, auf das Blühen und Gedeihen und die Freundschaft ihrer Heimatländer zu trinken.

*

Durch die Unterzeichnung des Friedens mit Rumä­nien wird ein N e u a u t b a u ci u t d cm B a II_ajtbo * sogen. Im Jahre 1913 wurde ebenfalls ein Mieden m Bukarest geschlossen, der den beiden dattankns^n em Ziel setzte. Aber jener Frieden trug nicht d,e Gewahr der Tauer in sich. Rumänien war dem bedrängten Bul­garien in den Rücken gefallen und hatte damit den Keim zu einem Revanchekrieg hei st'mcm kräftigen, aulslreben- den Nachbarn gelegt. Diele Tatiache und der ruma nische Verrat gegen die Mittelmächte .chufen für Rumänien eine außerordentlich bedenkliche Sttuattom di« sich nicht dadurch besserte, daß Rumänien schließlich militärisch vollkommen von uns abhmg. Es war ge- zwungen, Frieden zu schließen, und dre Kette der oft- lichen Friedensvertrage ist letzt mrt dem neuen Bukarest er Frieden zrnn Abschluß gekommen. Gleichwohl darf man sagen, daß, Rumänien noch mit einem blauen Auge, von seinem Kriegsabenteuer davon gekommen ist. In vieler Beziehung hat sich Deutschland jetzt dafür eingesetzt, Rumänien nicht dauernd zu v e r st ummein ober »u schwach, und man kann nicht sagen, daß es eme falsche Politik wäre. Rumänien innerhalb des wirtschaftlichen und politischen Kompleres Mitteleuropas zu erhalten. Nötig war dafür allerdings eine andere Regierung, und das Kabinett Marghiloman wird nun den Beweis zu erbringen haben, daß es eine erfolgreiche Politik an der Seite der Mittelmächte zu treiben vermag. ^ . _ . ,

Während Bulgarien urtt> Lsterrerch-Un- g a r n infolge der Haltung Rumäniens nn zweiten Balkankriege und in der Mitte des Weltkriegs auf territoriale Sicherungen Bedacht nehmen mutzten, war Deutschlands Interesse darauf gerichtet, durch ein Wirtschaftsabkommen aus Rumänien möglichst viel für dm Wiederallfbau ferner Volkswirtschaft heranszuholen. Gleichzeitig waren wir durch Unsere geographische Lage uninteressiert an der territorialen Gestaltung Rumäniens nn einzelnen, und wir konnten daher nielfach eine v e r m i t t e I n d e,u n d mäßigende Tendenz sowohl zwischen Rumänien und dem Vierbund wie auch innerhalb des Verbunds beobachten. Auch dieser Teil der Täftgk-rt des bcutito Friedensunterhändlers ist Nicht gering zu veranschlagen. Krieqskoalitionen brechen zumeist denn Frledenssch. Mseinander. Bei der Kompftziertherr der Lersttmsm «»d Loüwüche der eruzeloen Bundesmachte. Ö«*»*

der Krieg gegen Rumänien gezeftigt hatte, ist es j^ew falls eine außergewöhnliche staatsmanmiche Leist. 0

daß die bestehenden Differenz e n auf em Hedem tungslofes Mindestmaß berabgedruckt t^rden konnten. Bulgarien erhält « ® ui *

Dobrudscha, während bis zum Ausgleich der bulgarisch- türkischen Differenzen , dw N o rd dobrudscha ein K o n do mi n rum büdm soll Österreich-Ungarn hat nch gegen Ruma nien fiir alle Zeiten st r a t e g i s ch g e s i ch e r t und auch seine Donauschiffahrt durch Landqewmn be­trächtlich verbessert. In dem wirtschaftlichen Abkommen erhält Deutschland dm Low. enant^l an der rumänischen Urproduktion, werden damit in 21 und Getreide zu mnem erheb

lichen Teile unabhängig von der »betteeiichen Zufuhr. Es entsprach aber durchaus unserem ^nteress^., reich-Ungarn, das die Zugangssttaßen zu Rumänien m seiner Hand hat. an dem Abkommen ebenfallsJ« essieren. Auch Rumänien wird von der glatten W Wicklung seiner Verpflichtungen Vorteile yaben. Da^

a-mze Verttagswerk st a b i l i s i e r t D e u t s ch l a n d s JnteresseaufdemBalkan und legt den Stirn stein zu einer endgülttgen Neuordnung rm europaüchen Wetterwinkel.

Die Uompensslionsverhandlungen mit Bulgarien.

Br. Berlin. 7. Mm. («8. Dvahtbettchü sb) Dem ,.B. T." wird über dis Bechandlungen »wischen Bulgati«, und den anderen Bierbund machten anS kanntlich wird die Dobrudscha als em Gebiet, das rn einem gemeinsam geführten Sfoafitiongfrteg erobert t bon Rumänien an die Gesamthei t de sA u tbu n beS abgetreten. Bulgarien soll dann d« SesEe Dobrudscha dadurch erwerben, daß eS ledern feiner Ver­bündeten gewisse Zugeständnisse Echt damtt dws Verbündeten ihren Anteck Bulgarien ubettapen. Mi Deutschland und Österreich-Ungarn stnd die Bul garen bereits zu einer Verständigung gelangt.

Für die Überlassung des Anteils an der Dobrudscha. der Deutschland gebührt,

verpflichtet sich Bulgarien, alle schwebenden Schulden, dre e? in Deutschland für Heereslieferungen ausgenommen hat, endgültig anzuerkennen und zu * o nsol, d, e r e n. Für diesen Zweck soll der Sobran,e eine Kredrworlage für d-e in Deufichland gemachten Bestellungen, dre sich auf M'lNorden belaufen, unterbreitet und zr^r Deckung dieser Schulden eine 4 i/,vrozenttge StaatSanlerhe auSge- geben werden. Ferner wird Bulgarien dre ber eit s vut beut ccherr Gesellschaften getroffenen, dann aber besttrttenen Ver­einbarungen über die Bewirtschaftung der GrubenPoemrk^ und .Bor' eirchalten. Die wichtigsten deutschen Verein, barungen beziehen sich jedoch

§>«fenS von Konstantza und dre Eisenbahnlinie Konstantza-Cernawoda. Der Betrieb und der Aus­bau des Hafens von Konstantza werden einer deutsck^bnlgam- scheu Gesellschaft überttagen. ebenso dre Verwcktur^ der Linw Konstimtza-Cern rwoda, mrf die der, deutsche Einfluß unter Währrrng der bulgarischen Souveränität stcher^stellt

wird Schließlich verzichtet Bulgarien auch noch auf

seinen Anteil an der rumänischen Beute, namlich auf das Getreide an» der Nord-Dobcndfcha. - ^,

Ähnliche finanzielle Vereinbarungen, wie nirt Deutsch»

land. hat Bulgarien mit

Ksterreich-Ungarn

c,etroften. nur daß die Forderungen dieses Verbündeten mit L^eereLieferungen bedeutend niedriger sind. Diese belohn sich auf ungefähr 450 MillionenKro nen. AutzeÄem wckligt Bulgarien -in, d°tz durch d-nsogenmn^Ne^« Kreis auf ehemalige« serbischem VebtH Osterreich-Ungarn *nt Verkürzung des DonaulaufeS einen Kanal baue» r^n Ä sind noch verschiedene Vereinbarungen iber den Verkehr auf der Donau getroffen worden, insbesondere sollen die Befugnisse. d,e bisher von der ir.ieT- r,atonalen Donaukornnnssion aufgenommen worden stnd, auf eine Kommission der Donauuferftaaten ubergehen.

Bekannürch verlangte die

Türke,

für die Überlassung der Dobrudscha an Bulgarien Re Ruck bellÜnajener Gebiete bei Adrianopel, dw ne i'm Berttag vom 6. März 1913. vor Eintritt Bulgariens ,n ten Krieg/den Neuverbündeten uberlassen hat, und für den Fall Ä auch Drama. Serres und Kawalla an Bulgarien kommen scllten, eine weitere Verschiebung der tur- k-to-bulgariscben Grenze bis an die Mesta-Lini e. Dre Bulaaren erklärten dagegen, daß von einer Verschirbung der Grenze, die von der Türkei iur den Fall der Erwerbung DrnniMil < en rr jt und ffnmritot iBnl^rre» gfJsxtLayb t

wird, nicht die Rede sein könne »nd auch Re tord«ung d« Türkei auf eine Revision des Vertrags von 19 * 5 u Be* gehe. Bekanntlich ist durch diesen Vertrag auch Re Bah n l i n i e, die von Adrianopel über D, m o t i k a n a ch D e d ea gatsch führt, in bulgarischen Besch gelangt. ' 1°

Türken, wenn sie nach Äd-tonopel gelangen^wollen, über garisches Gebiet fahren müssen. Ter Gesandte v- Rose, b e r g hat vermittelnd vorgsschlagen. daß B-ck^rren das Gebiet zwischen ÄSriaru»pel :md Dimottka samt den, diesem Gebiet liegenden Bahnstrecken an die Surfet giraii- geben soll, womit die Türkei die Verbindung zwischen Ad«-- nopel und Konstantinooel wiedergewonnen hatte. Diese- Vorschlag schien von beiden Seiten nicht unnehrnbaw ich lich übermittelte die bulgarische Regierung nach der Unter b^chung der Verhandlungen den Vertretern Österreichs m Sofia folgende

g alternattve Vorschläge:

1. Die an Deutschland und Öfterreich-Ungarn gemachten Zu­geständnisse werden auftecht erhalten und die Tuttke, de- kommt K a r a g a t s ch sowie das Gebiet Mischm dem linken Ufer der Maritza und der Eisenbahn von D i m o t i k a. wofür Bulgarien die ganze .Do- brudscha erhält. 2. Die Vereinbarungen zwischen Deutschland und Öslerreich-Ungarn werden aufrecht erhalten. Bulgarien erhält nebst den eigenen Anteilen ine An­teile Deutschlands und Österreich-UngarnS. also dos Gebiet bis nördlich der Linie Konstantza-Cernawoda und den Restanteil der Türkei, der dann Bulgarien keine weiteren Zugeständnisse macht, 3. Bulgarien ma^ketne weiteren Zugeständnisse an Österreich-Ungarn und Deutsch' land. Es erhält lediglich das Gebiet, auf welche? ihm der Anspruch auf Grund eines Vertrages mit den Mittelmachten zutteht. also die alte Dobrudscha mrt Grenzregni>erung südlich von M i d s ch i g j a - C o d a d >, und der Rest ixt Dobrudscha bleibt im Kondominium aller vte- Verbündeten. ....

Deutschland und Österreich-Ungarn haben schließlich er­klärt. daß diese Vorschläge als geeignete Grundlage zu *w*. teren Verhandlungen anzuschen feten, worauf ine Abreise de» Mnisterpräsid-enten Nadoslawow nach Bukarest e^olgte. ^ ES ist anzunehmen, daß die angebahnte Verstan. digung zwisckten Bulgarien und der Türket verwirk- licht werden wird. Sollte es vorläufig noch zu ketner S3et» einbarung kommen, so wird der Verttag mit Rumänien gleich, wobl zur Unterzeichnung gelangen und dre Dobrudschni aucb weiterhin der gemeinsamen Verwaltung der Verbündeten unterstehen._» !

Ablehnung der Sicherungranttäge der Zentrum?.

fEisener Drahtbericht des .WieSb-d-ner Tagchlatt^.V

Z Berlin, 7. Mxck.

Am Ministertfich: Dr. Drew«, Hevght.

Prästberck Graf von Schwerin-LSwitz eröffnet die Mtznug

um 10 Uhr 30 Mnuten.

vie zweit« Beratung des GesetzeuLwmrf«» betr. Kbänderung der Verfassung

wirrd fortgesetzt. Dazu liegen vor die Sicherung-»««- träge des Zentrums sAnttöge Porfch) und der An­trag Bredt (freik.), nach welchen bei Abänderung der Verfassung und >des Landtags- und GerneindswahkrechtS eil« Zweidrittelmehrheit erforderlich fein soll.

Abg. BoiSly (natt.): Wir find außerstande, de» »» trägen zuzustimmen. , , . .

Wg. Dr. Pachnicke (Vpt.): A uch war l»h««-n

Sicherungsanträge ab. ,

»Fenn die näheren Freunde des Abg. Lohmann bei ihre« Widerstand gegen das gleiche Wahlrecht verharren, dann mutz es «tr Auflösung kommen, und dann wird ein aeattf de» Bell zu seine» »echt Mxtdfn.

(jBefjwft links.)

Aba. LSdicke (konf.): Auch meine Freunde lehne-« die Sicherungsanträge ab. Es kommt übe^aupt weniger auf die Sicherungen an, als darauf, me boS P«rla» ment gebildet wird. Wir lehnen auch den Antrag Brckdt ah. der ohne unsere Zustimmung gestellt ist.

Abg. Hirsch-Berlin <Soz.): Das Zentrum wckl nnt seinen Anträgen einen Druck auf die Linke mlsub«,. (Widerspruch im Zentrum.) Wenn di« Linke Ju> aAeh nt tmb die Reform scheitert, dann wollen sie der Linken die Varan^ wortung dafür zuschieben. Wr werden eLenfalLL gegen die Sicherungsanträge stimmen.

Abg. Ströbel (Unabh. Soz.): Die Regierung h-tt -biA. her keine bestimmte Erklärung abgegeben, ck sie r» Fall der Ablehnung des gleichen WahlrecM zur Anse