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Dienstag, 7. Mai 7978. KbENd-KUSgabe. Hr 212# * 66 ^a^rgang.

Die schwere Niederlage der Engländer am Jordan.

7)er Tagesdericht vom 7. Mai.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Mali. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An den Kampffronten war die Artillerietätig- fett in den Morgenstunden lebhaft. Tagsüber blieb sie meist

gering m .....

Auf dem N-rdufer der Lhsfcheiterten Vorftoße englischer Kompanie». Zwischen Ancre und Somme setzte der Feind Australier zu nächtlichen Angriffen ein. Beiderseits der Straße Corbie - Bra» konnten sie unsere vordere Linie erreichen; im übrigen brach der zweimalige Ansturm schon vor unseren Posten verlustreich zusammen. Der Artilleriekamps hielt hier bis Tagesanbruch in großer Stärke an.

Südlich von Primont stießen Sturmabteilun­gen über den Aisnr-Kanal in die feindlichen Stellungen ber Courcy vor und brachten Gefangene zurück.

An der übrigen Front vereinzelte Vorfcldkämpfe.

Oste».

In den Hafenanlagen von Mariupol wurden wir durch russische Schiffe bcfchosien.

Mazedonische Front.

Starke englische Abteilungen griffen gestern abend die bulgarischen Stellungen südlich vom D o i r a n f c e an. Sie wurden abgewiefen.

Asiatischer Kriegsschauplatz.

Der Vorstoß englischer Brigaden von Jericho aus über den Jordan nach Osten und Nordosten ist zum Scheitern gebracht worden. Nach erbitter­tem fünftägigem Kampf wurde der Feind in seine Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Teile deutscher Truppen haben sich hierbei an Seite ihrer türkischen Kameraden hervorgetan. Die den Engländern abgenom- mene Beute ist erheblich.

Der Erste Genrralqnartiecmeister: Ludendorfs.

Die angeblich bevorstehende Zriedensoffensive" Deutschlands.

W T.-B. Berlin, 4. Mai. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Frhr. v. d. Bn s sch e-H add e nh a us e n gewährte einem Vertreter des W. T.-B. folgende Unter­redung: » .

Lord Robert C e ci l hat es für nötig befunden, sich einen Vertreter des Renterschen Bureaus kommen zu lasten, um sich ihm gegenüber über eine angeblich bevorstehende Friedens offensive Deutschlands zu äußern. Der englische Blockade minister gehört zu den englischen Staatsmännern, die ihre Stimmen zu erheben pflegen, wenn die englische Regierung in irgend einer unangenehmen Lage durch Redensarten das Wasser trüben möchte, um ungestört darin fischen zu können. Mit seinen Äußerungen Pflegt es dabei Lord Robert Cecil meist nicht sehr genau zu nehmen. Bekanntlich ist er es ge­wesen, der die Lüge von den KadaververwertnngSanstalten und der angeblich beabsichtigten Einführung der Doppelehe in Deutschland politisch auszunerten versuchte. Auch das phan­tastische Märchen von den angeblichen Plänen Deutschlands in Ostsibn-ien hat Lord Robert Cecil seinerzeit in durchsichtiger Absicht zur Wahrheit zu stempeln versucht.

Neuerdings erklärt Lord Robert Cecil, Deutschland :oerde nach etwaigen Mißerfolgen seiner Waffen im Westen zu einer vornehmlich gegen England gerichteten Friedensoffen­sive seine Zuflucht nehmen. Englische Staatsmänner sind in diesem Kriege bekanntlich schleckte Propheten gewesen. Lord Robert Cecil spricht daher aus Erfahrung, wenn er es für äußerst unvorsichtig erklärt, irgend etwas, was mit dem Kriege zusammenhängt, zu prophezeien. Seine Äußerung gegenüber dem Reuterschen Bureau ist daher,nicht als Prophe­zeiung über ein ihm unbekannte? Verhalten der deutschen Regierung aufzustrssen, sondern sie muß, wie alle Äußerun­gen englischer Staatsmänner, in erster Linie nach den »«»erpolistischen Verhältnissen Englands mb seiner Bundesgenosse» beurteilt werden. ES ist be'-ruN daß die Erfolge der deutschen Waffen im Westen, die noch keineswegs ihr Ende erreicht haben, bei der Entente einen gewaltigen Eindruck hervorgerufen haben. In England ist men sich in weiten Kreilrn darüber klar, daß die Entente schon mehrfach den psychologischen Moment zu einem FUe- i enssckluß verpaßt habe. Die Schuld daran wird den Regie­re, gen der Westmächt: in die Schuhe geschoben, bte sich , wie die bekannten von ihnen abgeschlossenen Geheimverträge be­weisen, imperialistische EroberungZziele gesetzt haben, um derentwillen sie den Krieg bis zur völligen Niederlage der Gegner weiterführen wollen. Man richtet Fragen an Herrn Llobd George, der dieses Verhalten rechtfertigen soll, aber Lloyd George bleibt seine Antwort schuldig. Herrn Clemenceau macht man zum Vorwurf, daß er in hals­starriger Verfolg»»« unerreichbarer Erobernngspläne der französischen Nation weiterer Blutvergießen nicht ersparte. Tie Behauptung Lord Robert Cecils. Deutschland werde, der Not .««buchend, eine Frredeusofsenjme untcmdfpaea, wer» ,

es ihm nicht gelänge, die Verbündeten nisderzukämpfen, ist das neueste Mittel, m,t dem die Er.tentestaatsmännec das Kriegsfeuer ihrer Völker, deren Glauben an die Gerechtig­keit ihrer eigenen Sache im Schwinden ist, anzufeuern suchen. Möge sich das englische Volk mit solchen Manövern ausern- andersetzen, wie es will. Vorderhand haben die Mafien das Wort. Es gilr, den Vernichtungswillen unserer Fernde gegen unsere Existenz und gegen unsere Unversehrtheit mit hartem Eisen zu brechen. Gewaltige Erfolge haben wir er­reicht und wir blicken mit festem Vertrauen auch in dir Zukunft.

Ein vem«nti,

W. T.-B. Berlin, 7. Mai. Dir aus Amsterdam ver- breitete Meldung englischer Blätter, wonach ein Hollän­der im Aufträge des Staats'ekretärs v>. Kühlmann einer hochgestellten Persönlichkeit der en g lischen Re­gie r u n g bestimmte Frieden svor sch läge ge­macht habe, beruht auf völlig freier Erfindung. Die an die Meldung geknüpften Schlußtolgecungen der englischen Presse erledigen sich dadurch von selbst.

Eine Feststellung des englischen Außenministers.

Br. Rotterdam, 7. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Im Unterhaus ersuchte Snowdeu den Außenminister Bal- s o u r um Auftlärung über Lord Cecils Äußerungen gegen­über Reuter mit Bezug auf die sogenannte deutsche Frie­densoffensive. Auch verlangt? Snowden Aufklärung über die berichtete Anwesenheit eines Vertreters eines neu­tralen Landes- in England, um Friedensfühler auszuftrccken. Baisour sagte: Cecil hat eine Erklärung abgegeben, aber ich kann mich mit der Wiedergabe nicht einverstanden er­klären, die darüber in der Presse veröffentlicht wird. In der letzten Zeit ist kein Friedensangebot erfolgt. Auch befindet sich kein Vertreter eines neutralen Landes in England, der Versuche unternahm, auf nichtoffiziellem Weg- die Frirdensverhandlungen vorzube- reiten. Auf eine weitere Anfrage erwiderte Balfour: Nach meiner Ansicht ist die aus dem Haag eingelaufene Meldung unreifes Zeug, die bestimmte Einzelheiten enthält, die angeblich der englischen Regierung von einer ihr mit Namen benannten Persönlichkeit übermittelt wurden.

Kmiens in Krümmern.

Lugano, 7. Mai. (zb.) Der Korrespondent desSecolo" besuchte AmienS. Er bssichtet darüber: Der Anblick der Stadt ist niederschmetternd. AmienS geht ferner völligen Zerstörung entgegen. Der fünft: Teil aller Gebäude wurde bereits getroffen, darunter die Präfektur, das Rat­haus und das Museum. Die Stcatzen liegen voller Trümmer. Die Bevölkerung hat seit 40 Tagen die Stadt verlassen; nur sehr wenige Menschen sind zurückgeblieben.

Bereits 132 französische und englische Divisionen bei de» großen Kämpfen eingesetzt.

W. T.-B. Berlin, 6. Mai. Die Größe der deutschen Erfolge wird wirksam dadurch belegt, daß auf den Schlachtfeldern der Somme imd in Flandern General Foch gezwungen war, den größten Teil seiner Heeres- reserven zur Unterstützung der geschlagenen Engländer einzusetzen. Es wurden bereits 44 Jnfanteric-Divisionen, darunter drei zum zweiten Male, und außerdem fünf Kavallerie-Divisionen in den Kampf geführt, in Summa also 52 französische Divisionen infolge der englischen Niederlagen eingesetzt. Jede dieser Divisionen hat wah- rend der deutschen Offensive und ebenso im Laufe der zahlreichen, stets vergeblichen Gegenangriffe aufs schwerste bluten müssen. Wie nötig di; französische Hilfe für die Engländer war, geht daraus hervor, daß von den gesamten 59 englischen Infanterie-Divisionen in Frankreich bereits 53 an den großen Kampffronten und von diesen 23 zweimal und 2 Divisionen sogar dreimal eingesetzt werden mußten, im ganzen also hat der Eng­länder während der kurzen deutschen Offensive 80 Divisionen in den Kampf geworfen. Engländer und Franzosen haben im ganzen bereits 132 Divisionen an der von der deutschen Führung erzwuiigenen Front in die Schlacht geführt, die belgischen, portugiesischen und amerikanischen Truppen sind hierbei mcht mi t g« echoet.

Die KdmrraMKbZmelduny.

W. T -B. Berlin, 6. Mai. An der Westküste Eng­lands wurden neuerdings verienkt:

16 500 Bruttoregistertonnen.

Sämtliche Schiffe waren tief beladen. Einer der Dampfer wurde aus einem stark gesicherten Geleit-

zug herausgeschossen. ,

Der Chef des Admiralpabs der Marme.

Lin französischer 17 VVV-Tonnen-Oampfer torpediert.

Br. Genf, 7. Mai. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der fran­zösische 17 000-Trnnen-Damprer Portiers" der Paris- OrloanS-Linie, der aus England mit einer Kohlenladnng ak>- gwcmgen war, wurde am 28. April im Kanal von Bristol tcrpediert und versenkt. 10 Mann der Besatzung ertranken, LL Lberlebendc ga y^giywf »urdr

ebenfalls im Kanal von Bristol ein ftanzöftscher Kohle», dampfer mit 1800 Tonnen torpediert.

Ein russisch-japanischer Zwischenfall.

*W. T.-B'. Tokio, 5. Mai. (Meldung des Renterschen Bureaus.) Die russischen Behörden in Kutsk verhafteten den satanischen Bizekonsül sowie den Vorstand des japanischen .Vereins uMer der Beschuldigung, militärische Spione' zu sein.

Die Neuordnung in der Ukraine.

Bei Beginn der gestrigen Sitzung des Hauptaws- schutses des Reichstags machte Generell Friedrich vertrauliche Mitteilungen über das noch wicht ratifizierte Berner Abkommen mtt Frankreich, betr. Aus­tausch von Kriegsgefangenen und JiviLnterwierten.

Unierstaatssekretär Freiherr von dem Bussche ver­liest folgendes Telegramm des Botschafters Frecherrn t>. Mumm aus Kiew: ES handelt sich u.m ein rein es A r b e i t s m i n t ft e r i n m, bestehend aus lauter auch poli­tisch andersdenkenden annehmbaren reisen und tüchtigen Männern. Alle haben sich auf den Grundgedanken des Heim ans gestellt: DaS Erhalten und Stärken der nationalen SelbständigkeÄ der Ukraine im engsten An­schluß andre Mittelmächte, insbesondere an Deutsch­land, unter Ausschaltung großrussischer und polnischer Bestre­bungen, und sich daraus verpsichtet. Es sind keine Polen im Kabinert. Die Namen polnischen Ursprungs täuschen. Der Eintritt von DWgliedern anderer Parteien, die der Hetman begrüßt hätte, scheiterten an den unsinnigen Forderungen, die der Tatsache.der aus Griund allgemei­ner Mißstimmung über die bisherige Politik erfolgten Um­wälzung nicht die geringste Rechnung tragen zu wollen schienen. Mlgemern wird angenommen, daß, wenn erst be- könnt wird, daß praktische Arbeit geleistet wird, und diese hat trotz der Osterfeiertage energisch begonnen auch die anderen Parteien herankommen werden. Es bleiben ihnen immer noch eine Anzahl nur provisorisch besetzter Ministensitze offen, falls sie sich zur Mtarbeite bereit erkläre», ohne auf ihren übertriebenen Forderungen bestehen zu bleiben. Der Hetman SkoropadSki besuchte am Sonn- ,tog den Freiherrn v. Mumm und hatte eine anderthaLbstLn» inge sehr zusriedenstellende Unterredung mit ihm. in der insbesondere auch hinsichtlich der zukünftiger, Politik der Selbständigkeit Ser Ukraine, der Abwesenheit grotzrusfischer oder polnffcher Tendenzen sehr znftieberr- stellende ErAärungen abgegeben wurden.

Im Anschluß hieran bemerkte Freiherr von dem BnSsche: Ich habe inzwischen über den Hetman Skorvpadsbi noch fol- gendes in Erfahrung gebracht: Der frühere Botschafter

Pourtales hat ihn persönlich gekannt. Herr Skoro- padski ist ebenso wie seime Frau e«n überzeugter Deutschenfreund, Aus dem eben verlesenen Delle, gramm werden Sie ersehen haben, daß die definitiv abschlie­ßende Ministerlist« zurzeit noch nicht vorliegt. Aus eine An- frage des Abg. Erstberger erklärte der Unterstaatssekretär, daß SkoropadSki Ukrainer und nicht Russe sei.

Var frei« Mildern.

D-m Professor Dr. E. Licsegaog.")

' II.

Das ausgezeichnete Geschichistverk des Wallonen Herrn Pirenne, nach dem die belgischen Imperialisten wohl die Pirennisten genannt werden, hatte trotz der blenden- den Form der Darstellung auf den gesunden Sinn der Flamen, die ein sehr viel empfindlicheres Gefühl für die Tendenz darin haben mußten als die deutschen Be- wunderer, gar keinen Eindruck gemacht. Mit gutem Grund legte man nun beim Entwickeln des Zukunfts. Programms das Hauptgewicht auf die sprachliche Neugestaltung. In dem selbständigen und unab- hängigen flämischen Staat sollte ausschließlrch das Flämisch-Niederländische dre herrschende Sprache sein in der Verwaltung, vor Gericht und im La^rrillst. Darüber, ob auch im Heer, darüber fehlt «S an Anhaltspunkte», und das «m so mehr, weil man tWfaij einem Überdruß an der Kongopolrtrk begegnet, die das neutrale Land in die Welthandel der- strickte, so daß man mit einer Neutralisierung des Landes zufrieden wäre, die von der Aufstellung eine? Heeres absehen möchte. Kommt es aber dennoch zur Bildung eines Volksheeres, so dürsten die Deutschen die natürlichen Lehrmeister sein, ebenso wie ein militärisches Zusammengehen mit Deuffchlcmd bei einem abermaligen Weltkrieg des Ge- gebene wäre. Auch soll das Denffche die erste Sprache sein nach dem Niederländisch-Flämischen', als letztes Ziel aber schwebt allen vor. daß das Land ausschließlich von flämischen Beamten gelettet wird oder, wie das Losungs- wort lautet: ,^n Blanderen Vlaamsch!"

Neben Gent wm:de Antwerpen im Lauf der Kriegszeit ein zweites Zentrum! flämischer Be-

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