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Verlag Limggafse 21

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Montag, 6. Mai 1918.

klbenö-klusgabe.

Nr. 210. . 66. Iahrg«rg.

Der Tagesbericht vom 6. Mai.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 6. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.

Im flandrischen Kampfgebiet führten wir erfolg­reiche Unternehmungen durch. Ein feindlicher Teil- angriff südlich von Loker scheiterte. Am frühen Morgen vorübergehend heftiger Artilleriekampf zwischen Ypern und Bailleul. Tagsüber lag nur der Kemmel unter starkem Feuer.

Auf dem Rordnfer der Lhs, am La-Bassee-Kanal und in einzelnen Abschnitten des Schlachtfeldes beiderseits der Somme lebte die Feuertätigkeit am Abend auf. Erkun- dnngsgefechte und Vorstöße iir die feindlichen Linien bei Haugard und südwestlich von Brimont brachten Gefangene ein.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

In Borfeldkämpfen mit Amerikanern südwestlich von B l a m o n t nnd mit Franzosen am Hartmanns- Useilerkopf machten wir Gefangene.

Von den anderen Kriegsschanplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorff.

Oer Tagesbericht vom 8. Mai.

W.T.-.B. Großes Hauptquartier, n. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nach stärkster Feuernorberettung griffen fran­zösische Divisionen unsere Stellungen am Kemmel und bei Daille nl vergeblich an. Sie wurden unter schwer st en B e r l u st e n abgewicsen und ließen mehr als 300 Gefangene in unterer Hand. Der beabsicktigte Angriff einer englischen Division westlich von Bailleul kam unter unserem Feuer nicht zur Ent- Wickelung.

Südlick von Hebuterne scheiterten starke englische Vorstöße. An den Kampffronten beiderseits der Somme lebte die Artillerie­tätigkeit am Abend auf Sie war nanientlich ber B i l l e r S Bretonnenx und auf dem Westufer der A v r e gesteigert.

Bon den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.

Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf.

*

Die neuen französischen Blniopfer für Me Engländer am Kemmeiberg.

Bereits mehr als 9 Divisionen für Wiedereroberung des Kemmel eingesetzt.

W. T.-B. Berlin, 5. Mai. Die Franzosen haben am 4. Mai in Flandern aufs neue ungemein schwere Verluste erlitten. Nach starkem Trommelfeuer in der Gegend westlich vom Kemmel bis westlich Bailleul griffen um 5,30 Uhr morgens lediglich Franzosen, zum Teil frische Divisionen, in 10 Kilometer Breite in mehreren Wellen an und machten die erbittertsten Anstrengungen, um den Deutschen das wich­tige Kemmelmassiv wieder zu entreißen. Während sie auf dem größten Teil der Angriffsfront trotz rücksichtslosester Massenepferung ihrer tiefgegliederten Sturmkolonneu nicht einmal an die vordersten deutschen Stellungen heran- gelarigten, kam es an wenigen Stellen südlich von Brulooce Mischen Loker und dem Hospiz von Loker zu erbittertem Rabkampf. Hier wurden die Franzosen in wuchtigem Gegenstoß aus dem Vorfelde der deutschen Linien reit- los wieder h i n a u s g e w o r f e n und diese sogar an einzelnen Stellen im Nachstoß um mehrere hundert Meter vorverlegt. Über 300 französische Gefangene blieben dabei in deutscher Hand. Die blutigen Verluste des Angreifers, der bereit? mehr als neun Divisionen in den Kampf zur Wiedereroberung des Kemmel eingesetzt hatte, waren infolge der außerordentlich guten deutschen Artillerie- berbachtung von den beherrschenden Höhen ans, unsäg­lichschwer. Wieder riß daS zusawmengefaßtc deutsche Arttklerioseuer brerte Lücken durch die dichten Kolonnen des Feindes. Gefangene französische Offiziere gaben wiederholt ihrer erregten E rbitterung darüber Ausdruck, daß die auf dem südlichen französischen Angriffsflügel ebenfalls zum Sturm bestimmten englischen Divisionen sich nicht an dem Angriff beteiligt hätten Die starken französischen Kräfte, die General Foch weither von der französischen Basis zur Unterstützung der Engländer nach Flandern entsandte, mußten am 4. Mai ohne jedes Ergebnis aufs neue für die Engländer sich opfern.

4 Flugzeuge an der flandrischen Küste abgeschossen. W. T.-B. Berlin, 5. Mai. (Amtlich.) 3 deutsche See- flugzenge schossen am 4. Mai 'wr der flandrischen Küste 4 feindliche Seeflugzeuge ab. Zwei feindliche Flieger wurden schwer verwundet auf dem Luftwege geborgen. Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Unsere deutschen Streitwagen.

(Won unserem Kriegsberichterstatter.)

Großes Hauptquartier, 28. April.

In den Kämpfen bei Hangard und V-illers-Bvetomrsux bßk iter gesnS «dsMülS «it unseren deutschen „Zrndj?, den

gepanzerten Sturm- und Streitwagen, Bekanntschaft gemacht. Bei sehr nebligem Morgen weiter waren diese Panzerwagen am ftühen Morgen unmittelbar im Verband der ersten Sturmtruppen ausgöbrochen, ldenen sie mit Leichtig­keit den Weg durch die feindlichen S ch u tz v e r d r a h.t u n - gen bahnen konnten. Bold boten sich ihnen besondere Auf- Krben. Feindliche M a s ch i n e n g e w ej lh r n e st e r, welche anderenfalls hie Infanterie lange aufgehalten hätten, konn­ten auf Hinweis der Sturmtruppen hin angefahren und ins allernächste Enffernung niedergekämpst werden. Die Promptheit, womit dies geschah, 'hat den Jubel unserer In­fanterie erregt. Dann umfuhren die „Tanks" die feindlichen Haupt Widerstandsnest er und griffen diese unver­sehens aus dem Rücken an. Die Engländer glaubten zu­erst, durch das hinter ihnen vernehmbare Mafchinengewehe- feuer unterstützt zu werden, bis sie plötzlich die Sachlage er­kannten. Die Folge war eine furchtbar« Panik. Mft er­hobenen Händen liefen ganze Abteilungen Engländer den unheimlichen deutschen Streitwagen entgegen, .deren Be­satzung die entwaffneten Gefangenen unter Bedeckung nach hinten schickte. Andererseits bedeutete das Vorgehen der Streitwagen für unsere Infanterie eine schätzenswerte mora­lische Stärkung.

Der packendste und spannendste Augenblick der Schlacht trat ein, als die Engländer ihre eigenen „Tanks" heran­brachten und nun auf den Hängen der Höhe 104 ein Nah­kampf zwischen englischen und deutschen Streitwagen entstand. Hier erwies sich hie deutsche in sorgfältiger techni­scher Ansreifung erzielt« Überlegenheit. Drei englische Tanks wurden von einem deutschen nach kurzem Fenerduell zur Strecke gebracht, ihre Jnsafseir vernichtet. Ein englischer Feldwebel sagte aus. .die Unverletzlichkeit der deut­schen Panzer selbst gegen Feldgranaten habe auf feine Mannschaften lähmend gewirkt, so daß sie keinen Versuch zur Flucht gemacht, sondern sich kopflos ergeben hätten. Noch ver­blüffender waren nach anderen englischen Gesangenenaus- sayen die Angriffe der ihre Streitwagen zeitweilig ver­lassenden und mit Flammenwerfern und Handgranaten als Sturmtrupps gegen den Feind vorgehenden deuffchen Be­satzungen. (Kb.)

W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

«

Das „befriedigende" Ergebnis der Alliiertenkonferenz von Mbrviüe.

W. T.-B. Paris, 5. Mai. < Meldung der Agence Havcis.) „Petit Journal s wiederholt, daß die Konferenz in Abbeville sehr befriedigende Ergebnisse gebracht habe.

*\

Angebliche deutsche Friedensvorschläge in London.

Br. Rotterdam, 6. Mai. '(5% Drahtbericht. zb.) Der Londoner Mitarbeiter des „Daily Telegraph" mel­det' Ein Holländer — man meint hier den früheren Kriegsminister Polyns — hat in London erner hoch­stehenden Regierungsperson im Namen des Herrn von Kühlmann Vorschläge gemacht. Er bekam zur Antwort, die Verbündeten seien fest entschlossen, den Krieg zu ge­winnen, sei es durch den militärischen Sieg oder durch Aushungerung Deutschlands, das überdies keine Roh­stoffe mehr erhalten werde. Der britische Vertreter, dem die Vorschläge gemacht wurden, sagte wörtlich: „Sie können Herrn v. Kühlmann sagen, daß im britischen Wörterbuch der Ausdruck Frieden durch Vergleich und im deutschen Wörterbuch das Wort Rohstoffe ausgelöscht worden ist, (Es handelt sich natürlich nur um englische Bemühungen, die Stimmung im eigenen Lande wieder dadurch aufzupeitschen. daß man es so darstellt, Deutsch- land sei in so ungünstiger Lage, daß es neue Friedens­fühler ausstrecke. Schrift!.)

Admiralstabsmeldungen.

W. T.-B. Berlin, 4. Mai. (Amtlich.) An der West- küste von England wurden von einem unter dem Kom­mando des Kapitänleutnants Freiherrn v. Loe stehen­den Unterseeboot zwei besonders wertvolle Dampfer, nämlich der englische Dampfer „Lake Michigan" (9288 Br.-R.-T.) und ein anderer 8000 Br.-R.-T. großer Dampfer aus demselben stark gesicherten Geleitzuge heraus geschossen. Zusammen waren es 17000 Brutto­registertonnen.

Der Chef des Adniiralstabs der Marine.

W. T.-B. Berlin, 5. Mai. (Amtlich.) Neue Untersee- bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz.

12 000 Bruttoregistertonnen.

Unter den versenken Schiffen befindet sich ein Tankdampfer, der an der OstknsK Englands torpediert wurde.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Reuter-Lügen über unsere U-Bootssiützpunktc.

W. T.-B. Berlin, o. Mai. Reuter stellt erneut die Behauptung auf, daß Zeebrüage gesperrt sei. Ferner berichtet der Marinekorrespondent der „Times", daß es für die deutschen Unterseeboote immer schwieriger wird, QMS der Helgoländer Bucht herausznkommen. Don

zuständiger Stelle wird versichert, daß beide Meldung«! durchaus unzutreffend sind. Wie bereits wiederholt be­richtet wurde, ist weder der Hafen von Zeebrügge ge­sperrt noch das Ein- und Auslaüsen unserer Untersee­boote aus der Deutschen Bucht behindert. Der im Monat März versenkte F r a ch t r a u m, der g r ö ß e r ist als der im Februar, redet eine zu deutliche Sprache, als daß Reuter hoffen könnte, mit seinen Märchen Glauben zu finden.

Das versagen des engl. Schiffsbaues.

W. T.-B. Berlin, 5. Mai. Ein willkommenes, un­trügliches Zeichen für di? sorgenvolleLage, in der sich der britische Schiffsbau befindet, bringt die „Times" unter dem 6. April: Folgendes Plakat wurde auf den engli­schen Wersten in 25 <>00 Exemplaren verteilt:

„161674 Tonne» eine Höchstleistung!

Der Bau von Handelsschiffen bestes sich im März auf 161 674 Tonnen, entsprechend 32 L>chiffen von je 5600 Tonnen, aber die Hunnen versenkten gleichzeitig 81 Schiffe! Werftarbeiter! Ihr könnt und werdet ver­hindern, daß die Hunnen uns auShungem. Baut noch mehr Schiffe!"

Diese Propaganda für die Steigerung des Schiffsbaues hat England dringend nötig, rügte doch Geddes in seiner letzten Rede öffentlich „die Unzufriedenheit, die Ausstände, die Beschwerden und Unruhen", die im Januar unter den Werftarbeitern herrschten und ihre Leistungen beeinträchtigten. Das Kabinettsmitglied Barnes betonte im Unterhause am 26. Februar: „Die Werften sind noch wichtiger als die M u n r - tionsfabriken." Der „Daily Telegraph" vom 30. März drückt sich noch deutlicher-aus: „Woche für

Woche neigt sich die Wagschale weiter gegen die En­tente infolge des tcilweisen Versagens unseres Schiffs­baues." Das liberale Unterhausmitchff-ld' Gi Lambert gab am 6. März imoerblümt zu: „Wenn wir nickst an­dere Wege einschlagen, werden wir einen bitteren, de­mütigenden Frieden zu deutschen Bedingungen erleiden."

Die Vorgänge in der Ukraine.

Erklärungen und Erörterungen im H«npt- W ausschutz.

Im HauptauSschuß des Reichstags gab der Bizeckemtzlmc v. Paher am Samstag ein« in folgenden Darlegungen gipfelnde Erklärung ab- Die Ukraine hatte sich in einem nicht veröffentlichten Protokoll verpflichtet, bis zum 31. Juli d. I. mindestens eine Million Tonnen Getreide zu liefern. Die Erfahrung zeigte aber bald, daß die Rad« nicht in der Lage war, ihre Autorität gegenüber der Be­völkerung durchzusetzen. So blieb uns, sollte nicht ein sehr wichtiger Teil des Abkommens unerfüllt bleibe«, nichts anderer übrig, als u n S selbst um die vertragsmäßige Ab­lieferung der Getreidemengen zu bemühen. Es sind drei Ereignisse, die sich in den Vordergrund des Interesses stellen: 1. der Feldbestellungserlatz des GeneralfellmrarfchallS v. Eichhorn; 2. die Festnahme von RegierungS- mit gliedern in der Rrda; 3. die U m w a nd l u n g d-er ukrainischen Regierung in eine neue, auf «ndeuer Grundlage neu aufgebaute Regierung. Zunächst ist z« be­tonen, daß die vollzogene

Umwandlung der ukrainischen Regierung in keinerlei Zusammenhang mit den beiden anderen Ereig­nissen, , mit Feldbestellungserlaß und der Festnahme d«r Regierungsmitglieder in der Rada steht. Diese Umwandlung ist nicht eine deutsch-ukrainische Angelegenheit, sie berührt uns nicbt. Die Rada verlor in der letzten Zeit immer mehr an Boden. Sie bat das unzweiftlhafte Vcrdic. it, den nkrai- r.ischen Staat geschaffen und ihm den Frieden gegeben zu haben, ein Verdienst, das ihr auch von anderer Seite gern zuerkannt wird. Wie man aber nun daran gehen wollte, einen neuen Staat zu ercichteir, da versagte sie cm^-vernend. Das starre Festhalten an den kommunistischen Tf) eo - rien, die bei der an der Scholle hängenden hauptsächlichen Bauernbevölkerung keinen Anklang gewannen, sche haupt­sächlich, so iveit wir es beurteilen können, ihr Ende l)erbei- gefiihrt zu haben. Jedenfalls ist dieses Ende von den ukrainischen Bauern und nicht etwa von unseren Organen herbeigefühct worden, und der FeldbesteLungS»vk«ß sowie die Festnahme einiger Regierungsmitglieder dtrvch da« deutsche Militär haben nichts damit zu tun. — Was mm b«n Feldbestellungserl«ß

onlangt, so ist er erfolgt, weil infolge der drohenden Landenteignung die Gefahr bestand, daß ein großer Teil les Bodens unbebaut bleiben würde, womit die Ukraine sich der Möglichkeit berauben würde, die uns gegenüber ein- gegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Es stand«! s»««t lediglich die Interessen unseres Volkes auf dem S^iml. Die Regierung selbst hatte sich als machtlos erwiesen, für die Erfüllung der Verpflichtungen zu sorgen. Die gegen de» Fell bestellungserlaß erhobenen Vortvücfe scheinen sich, so weit wir übersehen könneli, auch weniger gegen seinen sach­lichen Inhalt zu richten, als vielmehr dagegen, daß die Ver­öffentlichung ohne die erforderliche Rücksicht auf die ukrainische Regierung und den Botschafter erfolgt sein soll. Der Bot­schafter, der als Lertyster der üsurfthen A-MmAg