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Verlag Lauggaffe 21 12 ^USQCtb^tt. „s #9 M«ttf«u8" s»l 6650-53.

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„Tagblatthaus" Nr. 6650-53.

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Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Platzen wird keine Gewähr übernommen.

Oer Tagesbericht vom 29. April.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 29. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Schlachtfelde in Flandern v-n Mittag

an auflebender Artilleriekampf. Die Beule seit Erstürmung des Kemmel hat sich auf über 719V Ge­fangene, darunter 181 -Offiziere, 53 Geschütze und 233 Maschi­nengewehre erhöht. Zwischen dem La-Bassee-Kanal imd der S c a r p c sowie nördlich von der S o mm e rege/ Erkundungstätigkeit der Engländer. Starke T.eilan- grisse der Franzosen zwischen Hangardwald und -or »nrden blutig a b g e w i c s e n.

Borfcldkäinpfe an vielen Stellen der übrigen Front.

Auf dem Ostufer der M a as brachte ein Vorstoß tn tue französischen Gräben Gefangene ein.

Von den andere» Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Gencralquartiecmeistrr: Lndendorff.

Weiterer englischer Rückzug an der i)pernfront.

W. T. E GreftS Hauptquartier. 28. April. (Aintlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf deu, flandrischen Kampffeldc wich der Feind in rück- «ärtiqe Linien ans. Südlich den Langemarck ging er über den S t c c u b a ch , östlich von Ypern in seine Stellungen vom Herbst 1014, bei ^i liebele über diese tjinauä zurück. In scharfem N a ch d r ä n g e n zwangen wir den Feind vielfach zum Kamps Hierbei nahmen wir Belgier und mehrere hundert Engländer gefangen. Wir erreichten die Linie: Südwestlich von L a u a c m a r ck - W c st u s c r des Steenbach. Verlerenboc? - Hoope - Zillcbekc - Aoormezeele. Die in vergangenen Jahren schwer umkämpftc Doppelhöhc 69 ist in unserem Besitz.

Sterke Artillerietätiokeit int Abschnitt des Semmel. Nach Abwehr der französischen, am Abend des 26. April gegen den West. Hang des Berges gesübncn G.e y e n a ii .g r i s f - stieg Misere In- fantcri: aus eigenem Entschluß dem zuriickgeschlagencn Feinde nach und erstürmte den Ort L r k e r.

Aus dem Nordufer der Lhs scheiterten feindliche Vorstöße. «.Hierbei nahmen wir ebenso wie bei einer erfolgreichen Unternehmung nordwestlich von Fesiubert Engländer gefangen. Bei G i v e n ch t; wurden starke englische Angriffe abgcwiesen.

Auf den> Schlachtfcide zu beiden Seiten vcr Soinmc blieb die Gcfechtstätigkeit auf Erkundungen und zeitweilig anflebende Ar- iilleriekämpse beschränkt. Am Hanaardwalde brach ein feindliche- Teilangrisf zusammen.

Osten.

Finnland. -

General Graf voll der Goltz hat Taoastehus nach Kanipf genommen. Beim Einzug in die Stadt wurden unsere Truppen von der Bevölkerung begeistert begrüßt.

Der Erste Gencralguarticrmeistcr: Zudendorsf.

*

Oer Halfer im Kampfgelänöe bet Ppern.

W.T.-B. Berlin, 28. April. Der Kriegsberichterstatter Karl Rosner schreibt vom westlichen Kriegsschauplatz an den „B. L.-A." vom Schlachtfeld von Ypern unter dein 26. April: Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag, an dem der Kampf um den Kemmel ausgesuchten und als der deutsche Sieg ent­schieden wurde, vom frühesten Morgen ab im Kampf­gelände. Schon um 6 Uhr fand er sich auf einer vorge­schobenen Fcldstclle ein, die den Blick über die Hühenzüge süd westlich von Upern freigibt und die um diese Zeit des ersten Tageslichtes im Hall des gewaltigen Feuerüber- f all es unserer Geschütze geradezu erzitterte. Dieser donnernde Chor der Geschütze, das Aufblitzen der Einschläge in dem noch dunstigen Höhenlande, die dicken Rauchlinien teren Qualm sich gleich dunklen Balken über den Horizont . legte, vereinigte sich zu dem gewaltigen Eindruck einer modernen Schlacht. Jeder Abschnitt des. Kampfes, das Vor­gehen der Feuerwalze, der Stilrm der Infanterie, das Ab­flauen des Feuer? ließen sich genau verfolgen. Nach und nach brachten die Drähte die ersten Meldungen, die einen guten Erfolg meldeten, Der Kaiser, oer sich in Begleitung des Oberbefehlshabers einer Armee befand, zeichnete selbst alle Ergebniffe in die Karten ein. Er blieb in die Beobachtung de? gewaltigen kriegerischen Bildes versunken bis in die Nach­mittagsstunden auf der Feldstelle und verließ sie erst, als die Meldungen bewiesen, daß der Tag einen ganzen Er­folg für die deutschen Waffen bedeutete. Auf dem Rück­weg zu feinem Quartier besichtigte er noch zwei Divisionen, die sich im Laufe der letzten Kämpfe besonder? auSzcichneten, und überall sprach er dabei von der herrlichen Leistung der Truppe, deren Sturmarbeit er soeben beobachtet hatte.

Französische Besorgnisse um Zpcrn.

— Genf, 29. April, izb.) Infolge stark beunruhi- render Sonderberickste aus dem belgischen Haupt- quartier hegt man in Paris ernste Besorgnisse für den ?lbschnitt nördlich Apern.

Lin deutsches Zlugzeuggeschwader Aber dalats.

W. T.-B. Bern, 28. April. Wie „Petit Parisien" mitteilt, hat ein deutsches Flugzeuggefchwader in der Nacht vom 20. zum 21. April trotz heftiger Luftabwehr Calais Werfkrgen und eine Anzahl Bomben auf ein kejürmates Wertet abgerparfen. Es soll nur sehr bc

(Amtlich.) Im

trächtlicher Sachschaden anqerichtet worden sein. Der Angriff dauerte % Stunden.

Der Heldentod Freiherr v. Nichthofens.

— Haag, 29. April, (zb.) Berichte aus Amiens über die Bestattung des Frhrn. v. Richthofen besagen, die Leichen­schau habe sechs Spuren von Mafchinengcwehr- kugeln ergeben. _

Tin groher Transportdampfer im Ärmelkanal versenkt

W.T.-B. Berlin, 28. April.

Ärmelkanal wurde von einem unserer U-Boote ein mindestens 10 0 00 Brnttoregistertonnen großer Transportdampfer, der durch einen Kreuzer und mehrere Zerstörer und Bewachu.rgsfahrzeuge außerordentlich stark gesichert war, tor­pediert.

Die Gesamtsumme des versenkten Zandelsschiffs- raums beträgt nach neu eingegangenen Meldtingcn:

17000 Bruttoregistertonncn.

Ein Führerflugzeug einer unserer Jagd­staffeln in Flandern, unter der bewahrten Führung des Oberleutnants z. S. C h r i st i a n s e n, hat gelegentlich eines Auftlärnngsfluges in den Hoffden ein feindliches Curtiß-Bootabgeschossen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

(Amtlich.) Neue Westküste Eng-

W. T.-B. Berlin, 27. April.

U-Bootserfolgs an der lan d s:

25 000 Bruttoregistertonnen.

Ein Dampfer von mindestens 12 000 Bruttoregistc» tonnen und ein großer bewaffneter Dampfer von 6000 Bruttoregistertonnen wurden aus stark gesicherten Ge­leitzügen herausgeschossen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Line neue UmwSlzung in Rußland?

8. Stockholm, 29. April. (Eig. Drahtbsricht.. zb.) Aus Finnland treffen in den letzten Tagen Nachrichten ein, wonach Petersburg der Schauplatz einer neuen Um­wälzung gewesen sei. Nach den ersten Berichten soll der Zarewitsch zum Kaiser ausgerufcn und Großfürst Michael zum Regenten ernannt sein. Spätere Meldun­gen sagen, daß das neue Reginie entschieden Stel­lung gegen Deutschland nehme und die Revision der Brester Verträge verlange. Hiesige gut unterrichtete Kreise messen diesen Gerüchten kernen Glauben bei. Von maßgebender finnischer Seite wird erklärt, daß die Ausstreuungen wahrscheinlich von den massen­haft nach Finnland geflüchteten englischen Agen­ten aus Rußland verbreitet wurden, uui die d e u t s ch- finnischenBeziehungenzu trüben. Auch die drahtlosen Meldungen der schwedischen Gesandtschaft in Petersburg wollen nichts von einer Umwälzung wissen.

Kaffer und Kanzler nach wie vor aus dem Boden der Wahlrechtsvorlage.

Eine klare Feststellung des Kanzlers.

W.T.-B. Berlin, 28. April. Die „Novdd. Allg. Ztg." er­fährt von einem Teilnehmer der gestrigen Besprechung des Reichskanzlers mit Vertretern der Arbeitergewerkschasten: Der Kanzler äußerte sich bei dieser Gelegenheit zu den christ­lich-nationalen Arbeiterführern auch über die Wahlvechtsfrage. Er betonte, daß er mit dem preußischen Wahlrecht stehe und falle. Vor einigen Tagen noch habe sich der Kaiser ihm gegenüber dahin geäußert, daß er nach wie vor unbedingt'auf dem Boden der Wahlrechts­vorlage stehe. Anderslautende Gerüchte seien durchaus unzutreffend. Die Arbeiterführer versicherten dem Kanzler, daß in der gesamten deutschen Arbeiterbewegung keinerlei Neigung oder gar Absicht bestehe, in eine Streikbewegung ein­zutreten. Gerüchte, die anders lauteten, hätten in der Arbeiterbewegung keine Begründung. Sehr erwünscht sei allerdings, daß von den militärischen und den Zivilbehörden der Arbeiterbewegung ein größeres Verständnis entgegen- gebrocht werde.

Oer nationalliberale preuhentag für das gleiche Wahlrecht.

Susammenprall des Ministers Friedberg

mit dem Führer der Landtagsfraktion.

W.T.-B. Berlin, 28. April. Der am heutigen Sonntag im Abgeordnetenhaus tagende Pcsußentag der national liberalen Partei nahm mit 410 gegen 127 Stimmen eine Entschließung an, worin ec sich für das gleiche Wahlrecht im Rahmen der Regierungsvorlage erklärt. Er lehnte die Ver­antwortung dafür ab, wenn nationalliberale Abgeordnete nach der Entscheidung des Pceutzentages als maßgebende Parteiinstanz durch ihre Abstimmung den Ausschlag gegen i das gleiche Wahlrecht herbeiführou sollte«.

W. T.-B. Berlin, 29. April. (Drahtberrcht.) Der Wortlaut, der vom 5. allgemeinen Vertretrtag der nationalliberalen Partei Preußens angenommenen Ent­schließung ist folgender: Der 5. preußische Vertretertag der nationalliberalen Partei stellt sich ans den Boden des gleichen Wahlrechts sür Preußens, das er als eine staatliche Notwendigkeit erachtet. Er erwartet deshalb, daß die nationalliberalen Mitglieder des Abgeordnetenhauses dem gleichen Wahlrecht im Rahmen der Regierungsvorlage zustimmen. Cr lehnt die Verantwortung dafür ab, wenn nationalliberale Abgeordnete nach der Entscheidung des Preu­ße n t a g e s als der maßgebenden Parteiinstanz durch ihre Abstimmung den Ausschlag gegen das gleich»

Wahlrecht herbeiführen sollten.

*

Die vorstehend gemeldete Stellungnahme des national- liberalen Preußentags in eine- Angelegenheit, die nicht nur für die Geschicke Preußens, ja des ganzen Reiches, sondecn auch für das künftige Los der uatianaNiberalen Partei innerprlrtisch von allergrößter Bedeutung und Tragweite ist, sür letztere -.nsosmn, als von der ihrerseits zu treffenden Entscheidung kehr wesentlich die glatte Durchdringung der unerläßlichen und den Zeitumständen nach unaufschiebbaren Wcblreform abhänat — dieser Stellungnahme ging eine sehr lebhafte, an das Referat des Ministerialdirektors Dr. Schiffer und an daö Korreferat des Führers der preußi­schen Landtagsftaktion Dr. L o h m a n n - Weilb-urg sich an­schließende Debatte voraus.

Dr. Schiffer betonte, durch die Ablehnung würde ern überaus großer'Teil unseres Volkes in seinem seelischen Gleichgewicht erschüttert und damit ein Element gefährdet, das wir zur Durchführung des .Krieges brauchen. Die Folgen einer Einführung des gleichen Wahlrechts male man sich viel zu schwarz aus. Man überseh? geflissentlich, daß die Ein­führung des nleichcn Wahlrechts in Preußen gar nicht mehr aufzuhalten sei. und deshalb wäre e§ für die Partei viel bester gewesen, sie hätte sich nicht schieben lassen, sondern die Führung übernommen. An einer eventuellen Auflösung des Abgeordnetenhauses sei nicht zu zweifeln, nachdem Krone und Volk sich geeinigt hätten. Ob dann das r.evc Abgeordnetenhaus das gleiche Wahlrecht mit den letzt möglichen Kautelen bewilligen werde, sei zu bezweifeln.

Abg. Dr. Loh mann erklärte, die königliche Bot­schaft sei ein U n o l ü ck g e w e s e n und verpflichte zu nichts als zu einer gewissenhaften Prüfung. Bethmann Hollweg babe die Partei in die schwierige Lage gebracht, und diesem Mann hätten gegen den Willen der Landtagsftaktion Natio- nallibcrale heimlich zugeredet, das Reichstagswahlrecht in Preußen einzusühren. (Zuruf- Namen nennen!) Wenn einst die Partei zugrunoe gehen sollte und mit ihr das Vaterland, dann werde die Feststellung der Namen erfolgen, nicht nur im Interesse der nationalliberalen Partei, sondern erst recht im Interesse des Vaterlandes. Lohmann hält einen Wider- stand noch für aussichtsreich. Bedauerlich sei nur, daß die Partei den geschicktesten Unterhändler an die Gegen­seite verloren habe. (Große Heiterkeit.) Wenn wir heute den nationaMbcralen Ministeckollegen einen OffenbarungSerd aufcrlegeu lvollteu, was sie an Zugeständnissen glauben machen zu können, sic würden diesen Eid verweigern, denn sie wissen eS noch nicht. Daher empfiehlt sich auch für uns möalichste Zurückhaltung. Er spreche vielleicht das letztemal öffentlich zu Parteifreunden. Gelinge die Verständigung nicht, so werde man ihn nicht Wiedersehen.

Abg. Dr. Friedberg betonte, auch er habe ein- z e l u e Bedenken, die schwersten ftir die Ostmarken- politik. Diese Bedenken bestünden aber auch beim Plural­wahlrecht. Mit vollem Recht habe Dr. Lohmann den Wider- stand nur des Widerstandes wegen abgelehnt. Das sei in der Tat d'er Kernpunkt. Dr Lohmann habe uns da aber im Stich gelassen. Er habe gemeint, es bestehe vielleicht doch noch die Möglichkeit, die Widerstände zu überwinden. „Mit dieser Redensart aber lassen wir uns nicht abspeisen. Heraus mit Jbren Gründen, Herr Dr. Lohmann! (Dr. L o h m a n n: Dienstag!) Nun, Sie legen der Regierung den Manifestationseid auf. Hier befinden Sie sich doch unter Parteifreunden. Hier können Sie cs sagen. Nach meiner Meinung ist der Widerstand nicht aufrechtzuer­halten. Wenn im Abgeordnetenhaus etwa eine Zweidrittel­mehrheit gegen das gleiche Wahlrecht wäre, dann wäreer vielleicht aufrechtzuerhalten, aber wenn überbaupt, so wird die Regierungsvorlage mit 20 oder 30 Stimmen Mehrheit abgelehnt, so daß höchstens 10 Stimmen der Regierung fSr die Mehrheit fehlen. Unter diesen Umständen ist der Zusta«d unhaltbar. Die Gegenseite hat freilich noch eine Hoffnung. Ich will ganz offen sein. Es ist die Hoffnung, daß an maß- gebender Stelle vielleicht doch noch ein Um­schwung eintretcn könnte, wenn man sich einem testen Willen gegenübeffieht. Diese Überzeugung wird von mir r. i ch t g e t e i l t. Mehr kann ich nicht darüber sagen. Andere meinen': Zeit gewonnen, alle? gewonnen. Sie glauben nicht an eine Auflösung des Abgeordnetenhauses im Kriege. Ge­wiß wäre eine Änflösnng höchst unerwünscht, aber daß sie rm Kriege überhaupt nicht in Betracht kommen könnte, ist ein unhaltbarer Grundsatz. Deshalb ist der Widerstand gegen ta§ gleiche Wahlrecht nicht auftechtzuerhalken, deshalb muß eine'klare Entscheidung gefällt werden."

Pros. Spam er (WeSbaden) sprach g e g em die Resolution. Man tmeft nicht mit cmsyeregte» *