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fÄ?'* 1 wöchentlich Ä f§Lgr 12 Ausgaben. ^ „gg!rÜ&g-S.

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„TezdlanhauS". ganBtr-t«Se «-»ftnet Bon 8 UW morgen« bi» 7 Uhr eben»«.

„iS hride »u»,aben: Ml. 1.20 monattich, Ml. 360 vierteljährlich durch den «erlag Lanqgastd^ MJ Crillgetlobn * m 4.55 viertel,ahrlich durch alle deurAm' d°«anKaI^auEekKch «ettellkeld. - Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen, tu Wre»badea die Zwemstelle B s Sttrfnnfl 1* sowie die Ausgabestellen in allen Tellen der Stadt; in Biebrich, du^ dorttgen Aus "aWitellen und in de» benachbanen Landorten und im Rdeingau die betreffenden Tagdlatt. Träger.

Berliner Abteilung des Wiesbadener

Tagblatts: Berlin W. 57, An der Apostelkirche 7,1 Fernsprecher: Amt Lützow 8202 nnd 6203.

Sonntag» 28.5lprU 1918.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 197. . 66. Jahrgang.

UDoffir die Menschheit Kriege führt.

Don Professor Dr. Krückmann (Münster i. W.).

Die Presse läßt es deutlich erkennen, daß die Steuer- Vortagen desReiches beginnen, ihre Wirkung zu äußern. „Man" denkt nach, und „man" läßt sich nicht mehr so sehr einlullen wie früher. Es ist nur bedauerlich, oaß die riesigen S t e u erv o r l a g e n nicht schon vor »wei Jahren gekommen sind. Dann wären vielen Leuten,

K sich M der Friedensentschließung vom

19. Juli haben betören lassen, schon früher dre Augen aufgegangen, was unserer harrt, wenn wir uns „ver- ständigen". Der Einpeitscher des Krieges, England, hat von Anfang an auf das krafti g st e mit Steuern eingesetzt, ganz anders alsunr. Dies bietet einmal den Vorteil, daß die Steuerschraube nicht erst nach dem Frieden in Gang gesetzt zu werden braucht, hat aber auch zur Folge gehabt, daß dem Engländer ganz anders die Augen über den wirtscpaftstchen Kampf zwl- scheu uns und ihnen geöffnet sind. Steuern s iw d d as k r ä f t i g st e B e w e i s m i t t e l. das es gibt, um

auch dem letzten Bürger begreiflich zu machen, was

alles an einem starken Friedenhang tu nd

was ein Hungerfrieden ein bringt, -urch die Steuern hat die englische Regierung ihr Volk zu seinem Siegerwillen erzogen und oaber stammt die verzweifelte Widerstandskraft, dre bis zum letzten ausznharren versucht. Wie groß müssen also die deut­schen Erfolg? drüben cingeschätzt werden, wenn sich Jl n*

8 ei dien des Einlenke.ns einstellen! Wie groß müssen sie in Wirklichkeit sein, wenn sie trotz aller Ver- tuschnngsversuche doch schon derartig wirken, jedenfalls bat die englisch? Regierung in den Stenern den emp- findlichsten Mahner aufgeboten, den es gibt.

Verwunderlich ist dies nidst, denn damit kehrt nur wieder, was wir in der ganz-n Geschichte seit jener gc- . sehen haben. Jeder Krieg gehr am letzten Ende und im Grunde um wirtschaftliche Belange. Ursprung! leg waren es Fischerei- und Jagdgründ?, dann die fettesten Acker, das reichere und mildere Klima, die bessere Handelslage, oft genug die unterworfenen Menschen selbst, nidst zu­letzt Salzquellen und Bergwerke. Aber die nationale Ehre? Wird für sie etwa mdst gekämpft? Gewiß, schon mehr als einmal. Aber weshalb wurde sie ange- griffen? Doch nur ans wirtsckajtlichen Grun- den jedenfalls nicht ohne wirksamstes Hineinspielen der wirtschaftlichen Gründe. Selbst die Eroberungs- kriege, die ein herrschender Kriegersland unternimmt, um seine innerpolitische Machtstellung zu erhalten, kön­nen ohne den Anreiz wirtschaftlicher Vorteile nicht ge- flihrt werden. Die Begehrlichkeit der Menschen als wirtschaftliche Begehrlichkeit ist immer die wirksamste Triebfeder für die Krieg? gewesen.

Das klingt nun nach Materialismus und w mancher wird fragend ivo da die Kämpfe für die höhere Kultur, feinere Bildung und Gesittung oleiden. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß für ite allein überhaupt me gekämpft wird, daß aber doch der Weg der menscw lichen Kultur durch Blut geht, seit jeher durch Blut gegangen ist und ewig durch Blrit gehen wird. Ströme von Blut hat es gekostet, bis di? Menscpheit sich zur Einehe durchrana, jede neue, religiöse nnd wissen­schaftliche Wahrheit ist gleichfalls nur durch Blut er­kauft worden, ob nun der Bringer der neuen Wahrheit, der Finder und Erfinder gekreuzigt wurde oder wegen vollständiger Verkennung durch die töricksten Zeit­genossen verhungerte oder an gebrochenem Herzen starb, immer war es ein Blutzoll, den die Mensdcheit zahlen mußte und da ist es eine K i n d l i ch k e i t o h n e- gleichen, anznnehmen, die Staaten wären von dem Blist-oll frei Nicht minder kindlich aber ist es, in den großen wirtschaftlichen Daseinsfragen auf einen Schieber"fri?d en zu rechnen, wie ihn das 'Berliner Tageblatt" so schön aufgemacht hat, ohne zu wissen, wie es seiner selbst spottete. Wer da glaubt, for- dern zu dürfen, daß um der Krieg sentschad r- g u n g willen der Krieg nickt werter geführt werden dürfe, kennt das Wesen des Kriegs nicht. Es gehört eine eigenartige Gefdstdstskenntnis dazu, ferner ein eicreneirÜHes „politisches" Denken, wenn mem oas, was bei einem kurzen und Schlag auf Schlag siegreichen Krieae erträalich ist, auch für einen Krien von den ungeheuerlichen Ausmaßen des jetzigen befürworten will. Für sentimentale Gemüter Hort es sich vielleicht unerträglich an. wenn auf die Lehre der Geschickte hingewiesen wird, daß die Menschheit sest jeher Blut um rot-s Gold gegeben hat, daß sietes auch fürder geben ir aber wer hat uns durch seme t ö r i ch t e u n d ' ' r zsichtige d ? m o k r a t, s ck) e Politik dazu aezvnmgest. durch ein wlches Blutmeer zii waten? Man lese die Feststellungen Eigenbrodts über die Politik von „Berliner Tageblatt" und Frankfurterin, lese dos Liebigsche Ouellenregister zu des vergötterten aywrm» SeUexu mrd man wird die Schuldigen haben.

Erst wird überMilitarismus geschrien und das deutsche Volk in ungenügender Rüstung dem großen Kriege überantwortet und dann wird, wenn es Ud u die wirtschaftliche Sicherung der deut- s ch e n Z u k u n f t handelt, über das Blutvergießen ge- iainmert. Für die Fehler der Demokraten haben wir mit Strömen von Blut gebüßt, jetzt "ber mussew wrr durch und aus der Not heraus m die un- dre^ammerer und Winseler selber hrnemgestoßen haben Es rst^un einmal so unabänderlich: Blut gegen Gold, Menschheit tut es nicht anders.

»

(Ttemcitccott der «rkeqverlSnaerer.

Aussprüche t«? jetzigen ftonzösischen Ministerpräsidenten.

Wir haben eingewilliet. die Negierung zu übernchmen. um den Krieg mit doppelter Anstrengung M /uhren.^

Ich glaube nicht, daß du Ge.ellsLast der Nationen der nciwendioc Alj-bluß tcs Krieges ist weil ich dem Eintritt

Deutschland in die Eesellschast der N^wn-n^i^z

's« erste Ernnbsatz ist der der Freiheit, der ;wew- d« d-S Krieges und der. daß man dem Kriege alles °pk" »müsse, nm den Triumph Frankreichs N ch e^r, n>i, c N^e m

Mein Wablspruch ist: liberal:, selbst in der inneren Politik, führe ich Arieg — in der Luheren Poliük führe rch Krieg. ... ach fahre irrt Krieg zu führen und werde fortfahcen bis zur letzten Viertelstunde, denn die letzte Viertel stu d

Die Engländer W standgeL.en ""sndi März 1918, wübrend der großen Schlacht in Frankreich.)

Der Wellenschlag de; lkaistrbrie?;.

Br. Genf, 27. Apcil. (Eig. Drahtbericht, zb.) Im eng­lischen Unteryi»»S-»fragte ein Abg?ochnetsr aw. Pb d,^ , fische Regierung, als sie es vor e,neni lehnte, in Friedensverhandlungen einzutreten und insbeson­dere die Vorschläge KevenSktS zumtckwieS. davon Kenntnis batte, daß Poincare den bewußten Brtef Kaiser Karls besaß. Balfour antwortete, daß die Regrening diese Sache nichttnderKammerdiskutteren könne.

prknz Sixtus in Paris.

Br. Zürich, 27. April. (Gig. Druhtbericht. zb.) Prinz Sirius soll vorgestern in Paris eingetroffen fern. Dre .B. st." schreibt dazu: Die Gerüchte, daß Prinz Sixtus rn Steiermark sei, wurden von Wien ans nachdrücklich in Abrede gestellt. Es wurde auf d>e französischen Meldun­gen 1 erwiesen, daß der Prinz beim Roten Kreuz in Marokko sei Von dort scheint ihn Clemenceau nach Paris gerufen zu haben. Ob und welche Erklärungen der Prinz jetzt abgeben wird, wird man nun bald erfahren.

Kors von den Türken erobert.

860 Geschütze erbeutet!

w. T.-B. Konstantinopel, 27. April. (Dvahbbericht. Amt­licher Heeresbericht.) Palüstinafrant: Stellenweise

Patronillengesechte. Ein feindliches Flngzeng wurde bet NaskuS abgcfchosien. Der Beobachter ist tot, der Führer wurde gefangen genommen. — Kaukasusfront: Unsere Kümpfe um Kars führten zum Fall der Festung. 860Geschütze verschiedenen Kalibers sind erbentet worden. — Auf den übrigen Fronten nichts Besondere«.

Neuer U-vootserfolg an der West­küste Englands.

25000 Bruttoregrstertonnen.

W T-B. Berlin, 27. April. (Amtlich. Draihtbericht.) Ein Dampfer von über 12 00« Bruttoregistertonnen und ern großer bewaffneter Dampfer von 6000 Bruttoreglstertonnen wurden aus stark gesicherten Geleitzugen heransgeschofsen. .

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Generalstreik und Kufruhr in Irland.

Kopenhagen, 27. April. Dänischen Blättern zufolge hat der Generalstreik in Irland allenthalben begonnen. In London ist man wegen der R a s ch h e 1 1, mit der die Streikbewegung sidi über daS ganze Land ausgedehnt hat, in die grö ßte B est ürzu n g geraden. Gewaltigen Eindruck machten die aus Dublin ernge- laufenen Nachrichten, daß über zwei Millionen irische Männer und Frauen sich schriftlich verpflichtet haben, der Durchführung des Wehrpflrchtqsfetzes sedweden Widerstand zu leisten. Seit dem 24 AP r 1 1 i uht in Irland jede Arbeit und jeder Verkehr. Selbst die Bäcker und Schlächter streiken. Die Postboten versehen keinen Dienst mehr. Der tele- graphische Verkehr ist unterbrochen. In Dublin wurde schon am 24 d»r Betrieb der Straßenbahn eingestellt, kein Eisenbahnzug kommt mehr in der Stadt an, und kein Zug verläßt sie. Auch dre S ch i f f s v e r b r n d u n g ist zwischen Irland und England für £te burner- stche Bevölkerung lahmaelegt worden. Dem Ber- spiel Dublins sind schnell auch die meisten übrigen

Städte schon am 25. gefolgt. _ , , .

Rotterdam, 27. April. Die wenigen aber sehr be- langreidzen Meldungen über di? Lage cn Irland die aus London hier eintreffen. werfen grelle s ch I a g-

l i ch t e r auf die N e r v o s i t a t d e r r e g i e r e n d e n

Kreise in London. Dort fordern einige Blatter Ein- fübruna eines Schreckensreginients, ohne das man. nach dem Bekenntnis oes „Daily Expreß", der Ansttandsbewegnna nicht mehr Herr zu werden cilaubt. Andere Organe raten von der Anwendung dieser außer- sten Gewaltmittel mit aller Entlchled-enheit ab. <?m Bonierunaslager berrfckt offenbar die größte Der- wi?rnng « der Wahl 0er Mittel. De^Vorschlag, oi-ößere Truppenmaisen nach Irland zu schicken scheint mit Rücksicht auf die Lage im Westen zunächst abaelehnt zu sein. Man -prickt ,n London dm der Möglidikeit eines Vcr mr:tl n n g sv ersuchs de« Präsidenten Wilson, doch verliehst man ach mch! die Gefahr eines solchen Versuchs, da Wilson ge- rinae Snmvathie« in Irland genießt.

Weitere Teile standrischen Boden; den Engländern entrissen.

per Kbendderiüjt vom 27. Kprkl.

W.*T.-B. Berlin, 27. April, otxrib«. (Amckich. DvaWbericht ) Der Engländer hat uns weitere Teile flandrischen Bodens überlaffen. Wir stehen in der Linie südwestlich von Lange- marck-Berlorenhoek-Hooge.

«

Um den Uemmelherg

Ter „Malin" Monte ihn poch.E 19. April „-die solide f r *"• Der „MöVS" DE von chm älS dem großen unüberwindlichen Bollwerk. Barzini erklärte im . Corriere": Wenn der Kemmelbeog, stele. hätten di«"Deutschen den Weg frei nach Calais und Dünkirchen, „Echo de Paris" nannte den Berg eme u n - einnehmbareFeste.

IV T.-B. Christian!«, 27. April. (Drahtbericht.) „SOlor- qenblatet" berichtet: Londoner Berichterstatter drahten, daß sich alle leitenden Blätter darin erncg sind, daß die Lage am Kemmelberg ernst ist. Da er den Schernbogen beherrscht, ist es von größter Bedeutung, daß er ^halten wird. „Moraenbladet" schreibt heute abend in fernem Kriegsbericht, bevor die Eroberung des Kemmelberg? bekannt war-"Bekommen di« Deutschen den Kemmelberg cn chre Hand, dann wird die Lage der Alliierten äußerst schwierig werden, lda dies die letzte Höhe ist, die die Angreifer von weiten Ebenen trennt, die sich von hier nordwestlcch ans Meer erstrecken. Hier gibt «S wenige oder kerne stellen, die sich zu kräftiger Verteidigung eignen. Fallt der Kemme.- berg, dann wird die Lage der Briten rm Dpern- bogen gefährlich werden.

Warum noch Vlut für die Enaiänder vergietzen?

Äußerungen belgischer. Gefangener.

Bei den deutschen Patrouillenvorstöszen auf das Norduser der Äser wurden in letzter Zelt mehrfach Belgier gefangen genommen. Die Gefangenen waren über die deutsche Offensive gut unterrichtet und gaben der Überzenanng Ausdruck, daß ihre.Hostnung^auf eme b a l d i a e Rückkehr in die Heimat tn Erfüllung aebe. Seine Pflickt hätte das belgische veer bis zum äußersten getan. Sie seben nicht ein, weshalb sie noch ihr Blut für Englands Eroöernngsg ein st e weiter veraießen sollten. Über ihre Ansicht bezüglich der Beschießung von Paris befragt, meinten ne sie wurden eine derartige Beschießung der Hauptstadt ihrer englischen Verbündeten begrüßen, ver französische Unwillen über das versagen der Tnglönder.

Rach übereinstimmenden Aussagen gefangener fran­zösischer Offiziere ist man in Frankreich und besonders in militärischen Kreisen aufs höchste aufgebracht über die geringe Widerstandskraft, welche ,d'.e Engländer gegenüber dem deutschen Ansturm bewiesen und über ihre versagende Führung. Hätten die Engländer jetzt nicht in die Unterstellung der engst,chen Front unter französischen Oberbefehl gewilligt, io batte die Weige­rung mit Sicherheit zürn Bruche geführt. Ohne, ganz zwingende Gründe hatte der e n g I r s ch e N a t i o n a l st o l z diese Konzession gewiß nicht gemachr.

Tie blnt'nngcn Senk im englischen Heer.

W T B Berlin, 27. April. (Drahtbericht.) Bei Billers- Bretonneüx wurden zahlreiche blutjunge Engländer im Alter »on 17 und 19 Jahren gefangen genommen, dm einer Fliegerschule entstammten. Sie sagten aus, daß chr ftnmts tröblidi unterbrochen worden sei, während die tau;eud Teil­nehmer selbst als Infanterie-rsatz nach Calais verladen wur- den. Dort trafen fie erst vor me: Tagen ein,