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Verlag Langgaffe 21

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12 Ausgaben.

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»amstag, 27. April 1918.

abend-Kusgabe.

Nr. 196. 66. Jahrgang.

Der deutsche Sieg am llemmelberg.

Nach dem Verluste der Hshenstellungen bei Bailleul und Meieren, nördlich der Bahnlinie Hazebrouck- Bailleul-Armentitzves, waren die geschlagenen englisch- französischen Truppen in ein? neue nördlich gelegene BerteidigungZftellilng zurückgegangen, die von der ersten etwa 3 bis 4 Kilometer entfernt lag. Den östlichen E ck- Pfeiler bildete der 160 Meter hohe Kemmelberg. un­mittelbar westlich von Wytschaete gelegen. Er steigt beinahe ganz unvermittelt aus der Ebene empor, so daß sich seine an und für sich ja nicht sehr bedeutende Höhe außerordentlich bemrekbar macht. Es ist gewissermaßen das Wahrzeichen der ganzen Gegend und ragt weit über daS Vorgelände hinaus. Er bildet deshalb nicht nur einen . ausgezeichneten Beobachtungspunkt, sondern ist auch in taktischer Hinsicht wichtig, weil von chm das ganze Gelände bis weit über Ipern und Poperinghe unter .Feuer gehalten werden kann. Der Höhenzug zieht sich vom Kemmelberg in_ westlicher Richtung über den Mont Noir nach den Höhen von Codewaervelde. Die Bedeutung dieser Stel­lung lient hauptsächlich darin, daß sie die s ü d l i ch e Flanke der ganzen Ipernsront und der von ^ dort über Ipern und Poperinghe führenden rückwärti­gen Verbindungen sichert. Wollten deshalb die Eng­länder die Gegend non Ipern und die Stadt selbst noch länger halten, so waren sie gezwungen, den Kemmelberg und den nach Westen sich hinziehenden Höhenzug auf das hartnäckigste zu verteidigen.

Der deutsche Angriff war. rein örtlich betrachtet, sehr schwer und stellte an die Leistungsfähigkeit der Truppen sehr hohe Anforderungen, da das Vorgehen aus der Tiefe gegen eine hohe und,zienilich steil an- ragendc Höhe erfolgen mußte. Ter Verteidiger konnte die in der Ebene stattfindenden deutschen Bewegungen beobachten und sie rechtzeitig erkennen, währeikd er sÄber imstande war. seine Truppenverschiebungen im Hügelgleände zu verschleiern. Erleichtert wurde der deutsche Angriff dadurch, daß er gleichzeitig aus ver­schiedenen Richtungen erfolgen konnte. Von Süden her über Bailleul, von Osten her aus der Gegend von Wytschaete. Die Armee des Generals v. Quast hatte sich mit der Eroberung der Höhen von Vleugelhoek bereits in der Front an die Höhen­stellungen erfolgreich hcrangeschoben, ivobei die Fran­zosen außerordentlich schwere Verluste erlitten hatten. Der entscheidende Angriff gegen den Kemmelberg selbst ist von Osten her durch die Truppen der i. deutschen Armee des Generals Sixt von Armin ausgeführt wor­den, denen es gelang, in die feindlichen Stellungen ein- zudringen, den Gegner zu lverfen, den Kemmelberg und die cm,grenzenden Göhenstellungen zu erobern und gegen alle feindlichen Gegenangriffe erfolgreich zu be­haupten. Die Gegner hatten zwar bei der großen Be- dentung eines ausreichenden Schutzes ihrer Südflanke starke Kräfte zürn Kampfe eingesetzt, auch führten sie ununterbrochen frische Reserven herbei, aber sie ver­mochten den denffchen Truppen den einmal erstrittenen Erfolg nicht wieder zu entreißen. Damit hat der Geg- ner einen außerordentlich wichtigen takti- scheu Stützpunkt verloren, an den sich seine ganzen Stellungen anlebnten. Trotzdem, darf man nicht annchmen, daß die Engländer und Franzosen nunmehr ihren Rückzug auf breiter Front antreten und weiteren Widerstand aufgeben werden. Es ist vielmehr wahrscheinlich, daß sie auf dem nächsten Höben- z u g e wieder Halt machen und den Kampf sorffetzen werden. Bei der brückenkopfartigen Stellung, die die Westmächte aus diesem Teile des Kriegschauplatzcs ein­nehmen, hat jeder Schritt Bodens eine hohe Bcdeutting für sie. General Fach wird wahrscheinlich weitere Teise 'einer Reserven in den Kamps werfen, um das Vordringen der deutschen Truppen aufzuhalten. Er mutz die englische Front nnter allen Umständen stützen, wenn er nicht die annze englische Brückenkopfstellung in Gefahr bringen will. Wir müssen deshalb noch auf weitere schwere Kämpfe gefaßt sein.

zeiiidlRe Wörme amen den Semin-l. an der W md an der Emm gescheitert.

Ein vorst»tz nördlich wytschaete bis

voormezeele. ,

W. T.-B. Große« Hauptyuarticr, 27. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich von Wvtschactc «ließen wir bis a n de» S ü d - rand von Boormezcele vor. Franztfischc und eng­lische Divisionen versuchten vergeblich, uns den St»me( wieder z u entreiß tu. Itter rrn Vormittag ttf der Front von D i k t e b u s ch bis Safer, in de« Abend Nrcnde» tcai der Gegend von Lokcr bis westlich «an 5fc'r*« rir<**-e «nOeftihöe« Angriffe brechen r» muo

rem Fener verlnstreich zusammen. Wo der Feind unsere Linien erreichte, unterlag er im Nahkampf.

Nordwestlich von Merville auf dem Südvfer der L y s und bei Givenchh scheiterten feindliche Vor­stöße. Zwischen Scarpe und Somme Erkundungsgescchte.

Südlich von der Somme verblutete sich der Franzose in mehrfachen Anstürmen bei und südlich von B i l l e r s - Breton neu x. Nach dem Scheitern starker Früüangrifse am und nördlich vom Wald von H a n g a r d faßte der Feind am Nachmittag seine Kräfte vornehmlich Marokkaner zu erneuten Vorstöße» gegen den Hangardwald und nördlich vom Lucebach zusammen. Die mehrfach wieder­holten, durch stärkstes Artilleriefeuer eingcleiteten Versuche, unsere Linien zu durchstoßen, schlugen fehl. Aus eigenem Entschluß schritten Jnfanterieabteilungen beider­seits des Lucebachs zum Angriff, säuberten mehrere Maschinengewehrnester und nahmen hierbei Franzosen ge­fangen.

An der übrigen Front nichts von Bedentung.

Osten.

Finnland.

Versuche des Feindes, unsere Linien bei Lahti »ach Osten zu durchbrechen, scheiterten.

Der Erste Grneralguartiecmeister: Ludendorff.

*

Der Kampf um den Kemmelberg.

W. T.-B. Berlin, 26. April. Am 25. April setzte um 3,30 Uhr vormittags auf der Front beiderseits des Kemmel die Artillerievorbereitung zum Angriff eiu. Schon gegen 7 Uhr vormittags trut die Infanterie aus ihren Stellungen zum Sturm an. Auf der ganzen Angriffsfront wruden die feindlichen Stellungen eingedrückt. In: Laufe des Bor- mittogs war bereits die Linie des Wirtshauses südlich St. Eloi-Le-Berghe erreicht, das Dorf Kemmel genommen fcwre die Höhenlinie des Kemmel selbst überschritten. Weiter südlich wurdee^nsalls noch am Vormittag das Dorf Dra- »outre erstürmt. Die'Gegenwehr,des Feindes war besonders nordwestlich Wytschaete in zahlreichen Beton- uiiterstünde n sehr stark. Im Lause des slgchmittags machte der Angriff auf der ganze«: Front weitere Fort­schritte. Unsere leichte und schwere Artillerie folgte der Infanterie dichtauf, erleicksterte ihr das BorwärtstoMmen und verminderte die Verluste. Im Laufe der Nacht wurden bei St. Elvi zunächst die südlich des Ortes liegenden großen Sprengtrichter in deutsche Hände gebracht, dann der Ort selbst durch beiderseitige Umfassung erstürmt. - Hier wurde eine größere Anzahl Gefangener eingebracht.

Auf dem Südteil des Auqriffsabschnittes stellte sich der Gegner zuni Gegenangriff bereit. Seine Ansumm- lüngen in Gegend Loerr wurden sofort unter zusammen- gefaßtes Vernichtungsfeuer genommen, das den geplanten Angriff zerschlug. «

Im Laufe des Kampftages wurden mehr als 6500 Ge­fangene gemacht. Sie gehören drei französischen und mehreren englischen Divisionen an. Die blutigen Verluste des Feindes, der unter allen Umständen die wich­tigen Höhenstellungen zu halten versuchte, sind ungewöhnlich schwer.

r»er wert von Ifpertt

Br. Genf, 27. April. (Gig. Drahtbericht, zb.) Der Mili- täckritiker des PariserJournals" schreibt, daß das Schick­sal von Calais und Dünkirchen unlösbar mit i-om Schicksal von Ipern verknüpft sei. Es gebe hinter Ipern keine neue und erfolgreiche stabile Verteidigungslinie, sintern nur vrovisorische Widerstände. . Diese Tatsache fest­zustellen. sei von großer Wichtigkeit, um den Wert von Ipern für England und Frankreich zu beweisen.

Die vollständige Mischung französischer und englischer Divisionen am Kemmelberg.

Berlin, 27. April, (zb.) Zur Eroberung des Kemmel- berges heißt es imB. T.": Tine der auffallendsten Er­scheinungen während aller dieser Kämpfe war die voll­ständige Untermischung französischer und englischer Divisionen. Selbst den Kemmelberg haben die Briten nickt allein verteidigt. Dieser Umstand ist schwerlich geeignet, das englische Selbstgefühl zu heben. In derBoss. Ztg." wird gesagt: Der Sieg an dem berüch­tigten Kemnielberg ist eine wunderbare Tat unseres Heeres in Flandern. Der Kemmelberg war das tückische Auge des Gegners; ein Auge. daS wir bishrr durch kein Mittel zu schließen vermochten. Der böse Blick, der vom Kemmelberg auSging, sab unS durch Haut und Knochen. Die englischen Beel-achter dort oben konnten alles erspähen, was in und hinter den deutschen Linien vorging.

Dl« Veschi-tzung von Paris.

W. T.-B. Paris, 26 April. Das weittragende Geschütz beschoß am 25. April das Pariser Gebiet. Eine Frau wurde verwundet.

Englische Eingestanvniff«.

>b. Haag, 27. April. (Erg. Tralstbaricht. zb.) Reuter mmdet: Nördlich von der Lys«dauert der Kampf an der gesamten Front von Drauoutre bis an den K an i| l von Ip er ,,r - Coinin es heftig fort. A« seurdlichen An «-risse rwm 25. sind, von neusm

deutschen Divisionen unternommen worden. Am 26., früh, sind die ftcmzösisch-britischen Truppen zu Gegenangriffen übergegangen und haben eine kleine Zahl feindlicher Kriegsgefangenen gemacht. Später erneuerte der Feind seinen Angriff und übte einen schwerenDruck ans die Stellung der Alliierten zwi­schen Locre-La Clytte und aus beiden Seiten des Kanals ans. In der Nähe von La Clytte und Scherpenberg find alle feindlichen Angriffe zum Stehen gebracht, aber nach einem heftigen Angriff, in dem eine Reihe ent­schlossener Angriffs des Feindes abgeschlagen wurden, ist es dein Feinde gelungen, die britischen Linien in der Richtung nach L o c r e z u r ü ck z u d r ä n g e n. Auch auf beiden Seiten des Kanals von Ipern nach Comines hat der Feind Fortschritte gemacht.

Der Eindruck,datz an der Schicksalsuhr die große Entscheidung tchlägt".

Br. Zürich, 27. April. (Ctg. Drahtbericht, zb.) Laui Neuen Zürcher Nachr." berichtet dieHumnnite": In einem vielerwährten Tagesbefehl Marschall Haigs befindet sich der Sah: ,Die französische Armee springt uns in aller Eile bell" Diese einzelnen/ Worte, so bemerkt dieHumanste", melden uns den außerordentlichen Ern st der Lage, die denjenigen, welche die amtlichen Heeresberichte nur nachlässig durchlesen, nicht in ihrer ganzen Schwere auffallen werden. Sie sind wie ein Blitzstrahl, der die Schuvpen von aller Augen vlötzlich abiällen läßt. Sie erwecken auch den Ein­druck, daß an de: Schicksalsuhr die große Entscheidung schlägt

Die deutschen Sturmwagen bei Dillers- Bretonneux.

\V. T.-B. Berlin, 26. April. Der Angriff in der Gegend Villsrs-Brelonueux ,-wurtze Hgicb drei Abteilungen Sturm Panzerwagen beglÄtet und vorgetragen. Die erste Abteilung überschritt bereits nur 7.10 Uhr vormittags die erste englische Linie zwischen Warfuhe-Abancourt und Billers-Bretonneux. Hier kämpfte sie mehrere Maschinen- ge wehr nester nieder und'Machte dem sich zur VerteM- gunq setzenden Feind schwere Verluste bei, machte -den beson­ders stark ausgebauten Stützpunkt an der Südoftecke des Dorfes sturmreif und nahm die Dorfftrahen unter Feuer. Daraus schwenkte sie zum Teil nach dem Nordvaud des Dorfes ab und wirkte von hier gegen das Dorf innere. Andere Wagen gingen gegen den Bahnhof und den Kirchhof südlich von Villers-Bretonneux vor, wo die Engländer umsonst ver­suchten, sich zu hartnäckigem Widerstand zu setzen. Vergeblich bemühte sich der Feind, die Wagen zusammenzuschteßen und -in seine Gewalt zu bringen. Er bezahlte seine Absicht mit großen Verckuften. Die Sturmpanzerwagen begleiteten Mich den «Angriff über die Hochebene westlich von Marcelhave. Un: 6 Uhr bcrmittags iwhm die Besatzung eines Wagens allein. 175 Engländer gefangen, die südlich des Bahnhofs von Billers-Bretonneux aus ihren Löchern urck Unterschlüpsen hervorkrochen. Ein anderer Wagen brachte sogar Gefangene ei». Außerdem wurden Hunderte von Gefangenen durch das Vorgehen der Sturmpcmzerwagen der Infanterie in die Hände getrieben. Als die Besatzung eines wett borge» fahrenen Wagens das Geländehindernis nicht sogleich zu über­winden vermochte, sprang sie unter. Führung des Offiziers, der den Wagen komanandierte, heraus und enrsrvloß sich zu einem Stoß t r uppu n te r u eh me n tzuf eigene Fans st wobei sie Gefangene aus Villers-Bretonnenx cinbrochte.

Die deutschen Tanks den feindlicken überlegen.

W. T.-B. Berlin, 26. April. Eine Evisodc aus den Tank­kämpfen vom 24. April verdient besonderes Interesse. Südlich Billers-Bretonneux trat zum erstenmal der Fall ein. daß unsere Sturmpanzerwagen anmittelbar mit fei n dl: che,n Tanks züsammenstteßen. Die deutschen Tanks erwiesen sich dabei als die stärkeren nnd geschickter geführten. Ein eriiziger deutscher Wagen kämpfte drei fcindlrche Tanks durch Feuerhagel auf kurze Entfernung nieder.

Der glanzende Trfolg unserer Abwehr bei Zeebrützge und Ostende.

W. T.-B. Berlin, 26. April. Der Kampf um die Mole von Zeebrügge und Ostende stellt sich immer mehr als ein glän­zender Erfolg unserer Waffen gegenüber dem bis ins ein­zelne vorbereiteten und mit grüßten Mitteln und rück­sichtslosem Einsatz durchgeführten englischen Sperr- und Lan­dungsunternehmen dar. Unsere Küjtenverteidigung bewährte sich uneingeschränkt. Die gesamte Küste, die Artillerie >oie die Infanterie, war alarmiert, als die ersten feindlichen Schiffe in Sicht kamen. Allerdings war der vom Gegner in bisher nicht erlebten: Umfang erzeugte künstliche Nebel so dicht daß man kaum einige hundert Meter weit sehen konnte. Unter diesen Umständen konnten, da mit dem Sperr- ongriff gerechnet wurde, zwar die Sperrfeuecwellen vor dir Hafeneinfahrten gelegt werden, ein wohlgezieltes, wirkungs­volles Feuer unserer Batterien war jedoch erst möglich, als die feindlichen Fahrzeuge schon dicht heran waren. Erfahrungs­gemäß »«erden größere Schiffe, auch wenn sie schwer getroffen sind, immer -wch eine Strecke weiterfahren könwerß ehe sie finken. So konnten die drei Sperrschiffe bis an die Ein­fahrt von Zeedrügge gelangen, n>o sie sanken. Nach «mf- ««jundemui Operattonskarten der Engl«über war die Ad-