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Verlag Langgafse 21

„Sagtlatttiaai".

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„TagblatthanS" Nr. V6ÖU SL.

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Freitag» 26. April 1918.

Morgen-Nusgabe

Nr. 193. . 66. Jahrgang.

Im Kampf um KemmeX.

Der Kbendbericht vom 25. April.

W. t.-B. Berlin, 25. April, abends. (Amtlich. Drahtbericht.)

Die Armee des Generals Sixt von Armin steht im Kamps um den Kemmel.

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Die angeblichen österreichischen Truppen­sendungen an die Westfront.

Sr. Berlin. 25. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Von der kiisläudischeu Presie mar die Nachricht verbreitet worden daß bedeutende österreichische Truppenverbande an die West- sront befördert worden seien und erheblichen Anteil an den dortigen O ffensivkämpfen genommen hatten Die österreichische Presse hat zur Verbreitung.dieser Mewnn- gen vielfach beigetcagen und daraus eine Reche von Schlüssen zu ziehen versucht. Wie wir von matzgeoender Serie Horen,

ist das Ganze frei erfunden, so daß auch alle tfolge

rangen hinfällig werden.

Der gescheiterte Vorstoß gegen unsere U-Vootrbasis.

Die Ansichten in unseren Marinekreisen.

B. A. Berlin, 25. April. (Eig. Drahtbericht, zb.)

Ln hiesigen maßgebenden Marinekrest.en erkennt man vorbehaltlos die z r o ß e s e e m a n n, s ch e T u ch t r g keit an. die die Engländer der ihrem Voritotz g gen den Lasen von Zeebrügge bewiesen haben. Man -rklart, daß das Unternehmen auf das b^ste uud iorafal' ti ct fle vorberertet war und daß da- V erdrenst

der deutschen Berte: d r g un g smanni chaft

darum u m s o g r ö ß e r ist. Den Engländern half bei der Annäherung an die Küste neben demnebeligenund regnerischen Wetter und rhrer vorzüglich durchgebrldeten Technik - künstlichen Nebel, der vor ihren Schiffen herlief, zu erzeugen — dre Tatsache, daß Ze b r ü g g e vor allen: ein Of i e n s iSlfw ifi, d. h. den U-Booten zur Basis ihrer Wahrten dient Dem­gemäß muß die Fahrrinne Äw man den U-Booten lassen nluß, eine sehr werte und ausgedehnte fern und es ist nicht möglich, hier wie an anderen Hafenftutz- punkten eine völlige Sperre durch M i n e n felder anzuleqen. Jnsolgedesten .onnte selbst der große englische Kreuzer sich bis gegen das Kusten- wasser heran wagen. Allerdings meint man hier, daß die Engländer durch Personen, dre unt der Ort- lichkeit genau vertraut sind, geführt wurden. Da sonst ihre genaue .Kenntnis der M o leimt allen Einzelheiten nicht gut zu erklären ist. Offenbar ist S p r o n ag e und belgische E n t e n t 2 7 r c u n d- lichkeit im Spiel gewesen. Das alles hat indessen den Engländern nicht z:r einen: Erfolg verhelfen können. Zweifellos geschah ihre Annäherung fast ganz unbemerkt. Als um Mitternacht das Feuer ii,rer Schiffsartillerie hörbar wurde, ließ sich ibre Absicht noch nicht erklären und ebensowenig die Kräfte, mit denen sie sie verwirklichen wollten. Selbst als man ihre Dchnff am Molenkopf erkannte, war cs nicht möglich, nach hinten Nachricht zn geben, da der starke Nebel das Mschießen von Leuchtraketen 'nicht durchdrmgen ließ. Trotzdem hatten natürlich unsere Küstenbatterien sofort das Feuer ausgenommen und haben, wie cs icheint, vor allem dem großen englischen Kreuzer er- Geblichen Schaden zugefüqt. Dieser tauchte übrigens völlig überraschend für die durch die Sprengung des englischen ,U-Bootes und -eines Teiles der ans der Mole abgeschnittcnen Besatzung am Mo len köpfe plötzlich aus dem Nebel dicht vor dem L a n dn n g s st e g auf und es gelang ihm. be- günstiot durch den Wind, der das Schiff gegen das Land bintrieb an der Molo anzuleqen. Diese Landung wird als ganz besondere Leistung gerühmt. Sie war allem durch die herrschende Windverhältnstse möglich. Daß indessen auch dieser Umstand den Engländern kernen Erfolg brrn- gen konnte, beweist die Tatsache, daß nur 40 Mann an Land gesetzt wurden. Dann wurde der Kreuzer wieder abgetrieben.. Inzwischen versuchten die zwei kleinen Kreuzer den eigentlichen Plnn^dic e i re der Zeebrügger Ausfahrt, durchzufubren. Man erkannte setzt an Land die Muckst des englischen Admiralstabs imd setzte mit bestem Erfolg alles daran, sie zil hrnte'^- treiben Es kam den englischen Dampfern natürlich daraus an. an einer bestimmten Steile nach dem ihnen gewordenen Befehl mit ihren Beronladun- g e n auf Grund zu gehen, was das wirksame den Ecke Artillerieseuer verhinderte. Die Dampfer erhiel­ten Treffer in Schornsteine, Kommandobrücken nno Schistsrümpfs, so daß ihre Krott n i ch t me b r a n s° reichte, um den H a f e n e s n o g n a -gi erreichen und äe,vorbei' schon infolge der "'holtenen Trester aus Griuid gingen. An de"i Plast, an dem ist ietzt, liegen, werden sie nrcht allzuviel Hindernis für die deut­

sche Seekriegführung sein, die im übrigen auch iyre Be­seitigung schleunigst in Angriff nehmen durfte, ~t>* gleich es sich um versenkte Kriegsschiffe handelt, noch dazu solche mit Betonladung und die also nicht so lernst zu sprengen sind, wie Handelsschiffe,, die man am Eu - gang der Elbe in Friedenszeiten hauffg sorffchaffe mußte, wird uns von fachmännischer Seite doch erltarr. daß es nicht allzuschwierig ist, die Ausfahrt w"der v ö l l i g f r e i z u m a ch e n. Es kann asto rm ganzen gesagt werden, daß der mit großem Aufwand unter- nommene Vorstoß uns wohl h in de rt,nicht ^er d e m M a ß e s ch ä d i g t, wie die Engländer es erwar­teten und wünschten .

Rücktritt der österreichischen Minister- Präsidenten.

Xi. Wien, 25. Avril. (Eig. Drahtbericht. ob-) MlMster- präsident v. Seidler hat heute seine Dcmrfsian überreicht. Tie Entscheidung des Kaisers soll morgen erfolgen.

W. Berlin. 25. April. (Eig. Drahtberuht. zb.) Der Rücktritt des österreichischen Miniiterpra,identen, der ven ü b l i ch e n K r i s e n z n st a n d in der Donaumonarchie wieder einmal herstellt, ist politischen Kreisen urchl^ weniger als eine Überraschung. Die allgemerne Amtsflucht, die der Karferorrer an den Prin­zen Sixtus hervorzurufen scheint, hat den! schon lange schwankenden Kabinett den Todesstoß ■ gegeben. <>war hätte Herr v. Seidler ohnedies sich kaum noch lange in seiner Stellung halten können, doch ist kein Zweifel, daß die Veröffentlichung des Dokumentes und ihre Folge­erscheinung - des Rücktritts des Grafen Cze^rnrn — die Entwicklung wesentlich gefördert haben. Die un­mittelbare Ursache zu seinem Schritt gab Herrn von Seidler eine Entschließung der nationalen Mittelparteien des Herrenhauses, in der gefordert wurde, daß küiffffge Staatsaktionen nur den verfassungsmäßigen Weg gehen durften. Das enthielt eine unverkennbare Spitze gegen die Krane, cre noch dadurch verschärft wurde, aaß man eine Besprechung der Kundgebung in einer besonders ernzuberufenden Sitzung forderte. Prinz von W r n d r s ch - Gr a tz, der diese Politik nicht für fruchtbar hielt, gab lerne T e- m i s s i o n als Präsident des Herrenhauses. .Herr v o n Seidler. der wohl noch zögerte, dem Prinzen dm er- betene Entlassung zu gewähren. wurde durch euren Be­such der Partervertrcter dadurch belehrt, daß inan ihm k e i n e W a h l lassen wolle. Zeine Politik wurde dabei einer h e r b e n K r i t i k unterzogen. Daß er bei keiner Partei übermäßig Vertrauen gejwß, wußte Herr von Seidler. Es ist ihm selbst vielleicht nicht unangenehm, auf diese Weise nicht iwch einmal vor das Abgeordneten- hans treten zu müssen, wo er eine Angenblrcksmehrherl nur durch tausenderlei kleine Zugeständnisse rmd Ver­sprechungen sich verschaffen konnte. Ob der Kali er setzt zum zweiten Male versuchen sisird. den Minister Präsidenten pepen den Willen des P ur la m e n t s im Amt zu behalten, ist f r a g l i ch. Die Aus sichten für die Bildung eines neuen Kabrnetts Serdler werden nicht gerade sehr günstig beurteilt. Vrel Wahr fcheiillichkeit bat die Berufung des fetzigen Ackerbau Ministers G r a f S i l v a - T a r o n c a für sich, De Fnterpellationsdebattc fedenialls, dm d,e Regierung beim Wiederzusammeiitritt des Reichsrats über de» Kaiferbries zu erwarten hat. wurde u* leichter überwinden lassen, wenn nicht mehr der Minister vor 8 ->m Hanse stände, unter dessen Regime der Vorgang sich abgespielt hat. Das wird vermutlich auch Kaiser Karl berücksichtigen, wenn er ierne Entpheldung fallt.

Zranzosen-vorstSfte in Albanien.

zV?B.-B, Wien, 25. April. (Drahtbericht.) Amtlich ver­mutet vom 25. April, mittags: Im oberen Devole in Alba­nien wiesen wir in d«i letzten Tagen f r a n zö si sche Vorstöße zurück.

Im Südwesten nichts Neues.

Der Ehef des Generalstabs.

Die Admiralftabsmeiduno.

lV. T.-B. Berlin. 24. April. (Amtlich.) Neue llnicrsce bootSer'folge im Sperrgebiet um England:

22 00» Brutturegiftkrtairue,:,

lintcr den versenkten Schiffen wir ein wertvoller 7000° Br>ctlvregistertannen-Damvf-r, der im Ärmelkanal aus einem stark gesicherten Geleitzug hcrausgeschossen wurde, und zwei vollbelndenc Damvfer von se 5000 Bruttvregislertonnen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

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VI. T.-B. Amsterdam. 2-1. Atzest. Wie ein hiesiges Blatt ccfährt, ist der holländische Mvlvrschoner „Moeuw" auf dem Weg: von London nach Rotteed.rm von einem doutfcyen Flugzeug zum Sinken gebracht worden.

vie Lage in Nutzland.

(Bon unserer Berliner Abteilung.^

W. Berlin, 25. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Tie Sow- jetregieruiig ist jetzt nach dem Zusammenbruch der russischen Heeresdisziplin bemüht, eine neue disziplinierte Armee zu schaffen, und sucht sich dazu die Unterstützung früherer rustischer Offiziere zu sichern. Der Mann schafls- e r s a tz soll zunächst aus den arbeitslosen Männern in Rußland erfolgen, doch sind über diese hinaus nach Zwangsmaß na h m e n in Aussicht genommen. An Au»- rüstungsmatericst, Uniformen und dergleichen, fehlt es der SowjetregiervNlg nicht, wohl aber wahrscheinlich an Artillerie.

Im Innern Rußlands sind die Gegenströmungen gegen die Sowjetregierung st a r k a n g e w a ch s e n, und so­wohl von rechts wie von links, besonders den A narch i sie n, ist das Bestreben der Regierung, Ruhe und Ordnung wiedee- herzustellen, verhaßt. Es ist bereits zu lebbaften Straßenkämpfe:, in Moskau gekommen. Auf der anderen Seite erfüllt die bürgerlich en E Iemcnte mit steigendem Haß ihre politische Unterdrückung, ohne daß es ihnen bisher gelungen wäre, gegen die Sowjetregie­rung anzukommen, iwi die Unternehmungen Kaledins, Alexejews und anderer in der Donrepublik geschei­tert sind. Doch ist diese Bewegung damit nicht abgeschlossen, denn inzwischen ist ein Aufstand der Kosaken in Orenburg ausgebrochen. Zluck die Entente scheint!damit zu rechnen, daß die Herrschaft der Sowjets vor­läufig bestehen bleibt, und hat deshalb erneut Annähe­rungen versucht. Die Selbständigcheitsbestrebunc>,en der in Rußland einverlei'bten Völker dauern fort' und machen sich be- iondcrs bei den Weiß r u s s e n geltend, die ziemlich weit­gebende Forderungen, unter anderem auch einen Zugang zur 'See, 'erheben. Da? E i n r ü ck e n der deutschen Truppen i n d i e Krim ist darauf zurückzuführen, daß die Bolsch e w ikt sich dorthin zurückgezogen haben und dort ein Schreckensregiment gegen die deutschen Kolonisten in der Krim und die dort ansässigen Tataren errichtet haben. Bisher galt die S ch wa rz - meerflustte als.ziewlick, schwerwiegender Faktor; sie »st in letzter Zeit an Kampfkraft erheblich verloren, so daß die Bolschewik! keine große Stütze an ihr haben werden. Auch im Kaukasus lhat sich eine Republik gebildet, m,t der wir bereits in Beziehungen getreten sind; unter anderem ift der Au'stousch der Gefangenen bereits in die Wege geleitel. Gcaen die B e s c v u n g v o n W l a d i w o st o k hat die Sow- ietreaierung nicht mehr protestiert, sondern sucht dem Ein­marsch mit Gewalt zu begegneu und bat großerex Truppentransporte nach den, Osten entsandt. Trotz ^ rhrc^ wirtschaftlichen Schwache versucht die Regierung in Rußland, Handel und Verkehr wieder zu beleben. Unter anderem wird in Turkcstan über die Lieferung von Baum- wolle gegen die Lieferung von Brotgetreide verhandelt. Sü­den Handelst, ertr a g kommt in erster Lime d i re kt e r Warenaustausch in Betracht, und Kvar ^ioll N.ord- rutzland zu einem Warenaustausch bereit sein, wabrend Südrußland mehr der Entente zuneigt.

Vi- Lage in der Ukraine.

iBon unserer Berliner Abteilnngd w. Berlin. 25. Apiil (Eig. Drahtbericht, zb.', Tie Lage in der Ukraine, wie auch die sonst iorliegenden Meldungen vc,in:igen, ist durchaus ungeklärt. Zwar felonc, es der R-da, Wre Gewalt weiter autzudehnen, sie hat aber mit st n 1 en tnu et cn Schwierigkeiten, die sich besonders aus der ^.andverteilung ergeben, zu kämpicn Tie für die L an o v ert eilung enige- letzten Komitees haben grbstente'lk versagt, mc golge «aaon tu eine Unsicherheit des Bei'itzes. dre me Lu,t zur peldbe- ftcllung untciaräbt Tie Rada sowohl wie die in der Ukraine be­findlichen deutschen lruppeu sind bestrebt, Rww und Ordnung ,u chaffen T-r kckannt- Erlaß des Ecnerasteldmarschalls v. E r a,- born ist daraus cbenialls zurüchufühieu. Tw Emsuyrung der ukrainischen Sprache batte im Zentrum und Norden der Ukraine keine Schwierigkeiten gemacht, wohl aber im »udcn, oe- sonders in Odessa, wo cs an einer führenden ukrainischen Ober­schicht feblt Die Angliedcrnng Bcßarabicns an Rumänien hat in der Ukraine Widerspruch erregt, da die Ukrainer ihrerseits eben­falls Ansprüche aus Betzarabien. und zwar besonders aus den Chclmer Kreis und die Stadt Acermann erheben. Übrigens pro­testiert auch die Sowjetregierung in Moskau dagegen und fordert Mcstaralicn sür die zukünstige großrussische föderative Rehnblik. Die w i - t s ck a f t 1 i ch e G e s u n d u n g der Ukraine hangt völlig ab von der Feldbestellung, deren Förderung bekanntlich auch die Proklamation des Generalseldmarschalls v. Eichhorn an- strebt A'r Be r t ö t c n , besonders auch sür dre Zwecke der Aus- subr ' fefit cf- nicht. Sehr groß ist der B e d a r f a n Jn- dustrieurtikein, besonders an Maschinen, doch ist ein Handclsve, lehr nur aus dein Wege des Austausches möglich, da daL Papiergeld außerordentlich entwertet ist.

Die englische Auffassung über bi- Vereungu»« Beßarabiens mit Rumänien.

W. T.-B. London, 25. April. (TrahtbeBcht.) Reister ersälirt aus niaßaebender Onelle, daß die Auffassung, Rumänien habe Beßarabien als Ausgleich für harte Friedensbedingtiiigeu erhalten, aollkammen falsch ist Die Verciuiauna Beßarabiens mit Rumäinen-wurde durch baß beßarKWe Voll M Akh Selb-v-kettr».