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Verlag Langgasse 21

„TagdlatttzauS".

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„TagblatthauS" Nr. 6650-.',!!.

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Mittwoch, 24. April 1918.

Morgen-klusgabe.

Nr. 189. . 66 . Jahrgang.

Der ziiegerheld v. Richthosen gefallen!

(Wiederholt, du nur in einen, Teil der Abend-Ansgaüe enthalten.)

W. T.-B. Berlin, 23. April. (T. Amtlich.) Am 21. April ist Rittmeister Freiherr von Nicht Hofen von einem Jagdfluge an der Somme nicht mehr zurückgekehrt Nach übereinstimmenden Wahrnehmungen seiner Begleiter und verschiedener Erdbeobachter stieß Nichthofen einem feindlichen Jagdflugzeuge in der Verfolgung bis in eine geringe Höhe nach, als ihn anscheinend eine Motorstörung zur Landung hinter den feindlichen Linien zwang. Da die Landung glatt verlief, bestand die Hoffnung, daß Frei­herr von Richthofen unversehrt gefangen sei.

Eine Meldung des ReuterschenBureaus vom 23. April aber läßt keinen Zweifel mehr, daß Rittmeister Freiherr von Richthofen den Tod gefunden hat. Da Richthofen als Verfolger von seinem Gegner in der Luft nicht ge­troffen worden sein kann, so scheint er einem Zufalls­treffer von der Erde zum Opfer gefallen zu sein. Nach einer englischen Meldung wurde Freiherr von Richthofen auf dem Kirchhofe in der Nähe seines Landungsplatzes am 22. Avril unter militärischen Ehren bestattet.

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Wir haben ihn i>edüt:en. De: in 80 Luftgefechten sieg­reich: König unserer Kampfflieger hat dem finsteren Geschick, das immer wieder in die Reihen unserer Besten tiefschmerzliche Lücken reißt, den längst von uns allen gefürchteten Tribut zahlen müssen. Wie die Götterlieblinge Achilles und Siegfried, denen kein Gegner im Waffenhand­werk gewachsen war, und die in ihrer strahlenden Jugend die Welt mit niemals erlöschendem Ruhm erfüllten, jäh durch unheilvolle Tücke des Schicksals endeten, heißbeweint von ihren Völkern, so ist auch Rittmeister Manfred v. Richthofen gefallen. Ten Weg, den vor ihm Jmmelmann und Bölcke und viele andere aus der Heldenschar unserer Flieger gingen, der Weg des Todes für das Vaterland, auch er hat ihn vollendet. In tiefer Trauer fragen wir uns: warum hat nicht diesen, der einzig in seiner Art war, obwohl sein Geist -wie derjenige Bölckes in vielen lebt — warum hat nicht diesen Einzigen dos grausame Schicksal verschont? ES sollte nicht sein, und wir können nur darin Trost finden, daß Deutsch­land das Andenken dieses Großen, der unser aller Stolz war, stets Hochhalten wird.

Englands Mannschaftsnot.

Das Messer an der englischen Kehle.

Rotterdam, 23. April. Ter .Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Der König erließ eine Proklamation, lvonach die Bestimmungen des neuen Militärgesetzes über die Aushebung der Dienstbefreiung gewisser Berufskveise für Männer unter 23 Jahren f o° fort durchführbar werden.

W. T.-B. Berlin, 22. April. Marfchall Haigs Not- schrei nach Ersatzmannschaften, um die ungeheuren eng­lischen Verluste auszugleichen, wird immer dringender. Er richtet ihn nicht nur nach dem eigenen Mutterlande und den englischen Kolonien, sondern ruft in erster Linie Englands Verbündete, die Franzosen, Belgier und Italiener heran. Sie sollen dazu dienen, die gefährlich klaffenden Lücken feiner Armee zu ergänzen.

Aus Mannschaftsnot Pressung Neutraler zum Kriegs­dienst.

Br. Kopenhagen, 22. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Auch die „Times" tciti dafür ein, daß in England sich aufhaltende Ausländer, gleichviel, ob neutralen (!) oder verbündeten (!!) Staaten angehöcig, gezwungen kverden, sich entweder im eng­lischen Heer einschreiben zu lassen oder das Land schleunigst zu verlassen. Es sei skanpallös, daß Fremde gute Stellun­gen entnehmen, welche die britischen Untertanen aufgeben müßten, um ihrem. Lande zu dienen.

Neue Rekruten aus Kanada.

TV. T.-B. Amsterdam, 22. Avril. Nach einem hiesi­gen Blatt meldet die „Times" aus Ottawa, daß beide Häuser des kanadischen Parlaments anl Freitag Ent­schließungen annahmen, in denen die Regierung zur neuen Rekrutenaushebung ermächtigt wird. Ein Zusatzanttag. in dem die Befreiung der Bauern vom Militärdienst vorgeschlagen wurde, wurde verworfen.

3 Millionen Gelöbnisse gegen die Dienstpflicht.

TV. T.-B. Amsterdam, 22. April. „Allgemeen Han­delsblad" berichtet aus London: Man schätzt die Zahl der Personen in Irland, die sich durch das von den Bischöfen und politischen Führern vorgeschlagene Gelöbnis zunr Widerstand gegen die Dienstpflicht veürüiLtet haben, schon , jetzt am etwa 3 Millionen

Blut ist bereits wieder geflossen.

Berlin, 23. April. In Irland floß bereits Blut. Eine Polizeistation ani Bahnhof von Gortatlea wurde von den Sinnfeinern angegriffen, die den anwesenden Schutzleuten die Waffe a b n e h m e n wollten. ^An­dere Schutzleute kamen hinzu und feuerten auf die Sinn­feiner, Ein junger Mann wurde getötet und ein zweiter wurde verwundet.

Wilson soll Helsen!

Basel, 23. April. Der B ü r g c r m e i st e r von Dublin wird nach Washington entsandt, um Wilsons Jnterventton gegen die irische Wehrpflicht anzurufen.

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Zustimmendc Ausnahme der neuen Stcuervorlagen im englischen Unterhaus.

W. T.-B. London, 23. April. (Drahtbericht.) - Im Unter­haus haben die neuen Sieuervorschläge keinen Widerspruch ge­sunden, mit Ausnahme der Einkommensteuer, die man nicht hoch genug jand. Auch die Zeitungen sprechen sich zu. skimmcnd zu den neuen Vorlagen aus.

Englisches Entgegenkommen gegenüber Holland.

TV. T.-B. Amsterdam, 23. April. (Drahtbericht.) Wie die Niederländische Trlcgraphenagentur aus dem Haag berichtet, teilt das Ministerium des Äußern mit. daß die englische Regierung jetzt den ganzen Schaden, der in der Nacht von! 29. zum 30. April 1917 durch englische Flieger in Zierizksee angerichtet wurde, erseht. _

Keine diplomatische Einheit bei deu Alliierte».

TV. T.-B. Bern, 23. April. Cachin greift in der „L'Heure" C l e ni e n c e a u wegen d w Kaiserbrief- Angelegenheit nochmals scharf an und fragt ihn, ob er vor den Enthüllungen Pickons die tranzösische Re­gierung, die Alliierten und vor allen, Wilson befragt habe und weiches die Politik der Enteme gegenüber den Vereinigten Staaten sei. Die Ereignisse der letzten Tage ließen leider den Rückschluß zu, daß die diploma­tische Einheit bei den Verbandsniächten nur ein leeres Wort sei.

Italiens Schmerz über die durch U-Boote gefährdete Verbindung mit Sardinien.

TV. T.-B. Rom, 22. April. (Meldung der Agenzia Stefans.) Der Dampfer „T r r p o l i", der den Dienst zwischen Sar­dinien und dem Festlande versieht, ist am 17. März, 10,20 Uhr nachts, torpediert und versenkt worden. Der Marine- minister ordnete eine streng? Untersuchung an, um di«! Umstände der Versenkung und die Vorgänge beim Rettungs­dienst festzustellen. Die Untersuchung ergab, daß der Kom­mandant des Schiffes, der den Auffrag hatte, den Dampfer „Tripoli" zu geleiten, für die Versenkung verantwortlich zu machen sei. Er wurde demzufolge vor das Marinekriegs­gericht gestellt. Außerdem wurde de- der großen Bedeutung des Verkehr? zwischen Sardinien und dem Festland? ein Ausschuß ernannt, um eine weitere Untersuchung über dieses schmerzliche Ereignis anzustellen. Ferner kvurden auch Maßnahmen getroffen, um eine größere Sicherheit der Ver­bindung zwischen Sardinien und dem Festlande zu ermög­lichen.

Die übergroße Flenchknappheit in Frankreich.

TV- T.-B. Bern, 23. April. Laut „Petit Parisien" beabsichtigt der Lebensmittelkommissar B o r e t ange­sichts der großen Fleischknappheit die Wiedereinführung fleischloser Tage. Voraussichtlich wird monatlich eine fleischlose Woche eingeleat: an wetteren fünf

Tagen soll mir Pferdefleisch genossen werden.

Das amerikanische Marinegesetz angenommen

TV. T.-B. Washington, 22, April, (Drabtbericht.) Das Repräsentantenhaus hat einstimmig das Marinegesetz ange­nommen, das der Flotte 1312 Million«n-Dollar sür Kriegszwecke zur Beifügung stellt.

Mobilmachung des ganzen amerikanischen Volkes für Kriegszwecke?

TV. T.-B. Washington, 23. April. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) General C r o w d e r empfahl die Mobilmachung aller Personen zwi­schen 18 und 50 Jahren in einem kürzlich ver­öffentlichten Bericht. Der Plan, der den, Kongreß unterbreitet wird, bezweckt vornehmlich die Mobil­machung des ganzen Volkes für Kriegszwecke und wird die Regierung instandsetzen, sich mit Arbeiterfragen zu beschäftigen und in weniger wichtigen Industrien Män­ner durch Frauen zu ersetzen.

Ein amerikanischer Dampfer torpediert.

Nb. Haag, 23. April. (Eig. Dcabtbericht. zb.) Reuter meldet aus Washington: DaS Schiffsdepartement macht bekannt, daß der amerikanische Dampfer „Lake Moor" an, 11. April infolge Torpedierung gesunken ist. Von den an Bord befindlichen 62 Personen wurden 17 in England gelandet.

Tie Angst der New Aorkcr vor deutscher Lustbeschießung!

TV. T.-B. Bern, 22. April. Wie der „Temps" aus London vernimmt, werden in New Uork Maßnahmen zur Luftver­

teidigung getroffen, da man einen deutschen Versuch be­fürchtet, Flugzeuge in Tauchbooten nach der ameri­kanischen' Küste zu schaffen. Man hält eS sogar für sehr gur möglich, daß direkt von Tauchbooten aus Flüge nach New Jork zum Zwecks einer Beschießung erfolgen könnten.

Der deutsche Kbendbericht vom 23. april.

W. T.-B. Berlin, 23. April, abends. (Amtlich. Drabi bericht.) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Sehr vernünftige Klarlegung der gegenüber Rumänien notwendigen Politik.

TV. T.-B. Budapest, 22. April. Im heutigen Leit- artikel des „Pestcr Lloyd" wird ausgeführt, daß de, Krieg die russische Gefahr für die Monarchie e vültig abgewendet hat und das Bestreben der Monarchie nun darauf gerichtet sein müsse, auch Serbien und Runtänien für die Zukunft unschädlich zu machen. Bulgarien, das für die Monarchie ein Schutz- Wall gegen die serbische Jrredenta sein könnte, habe sich in diesem Kriege als ein zuverlässige und roertvoller Bundesgenosse erwiesen und habe daher ein Recht dar­auf, daß seine Ansprüche von Österreich-Ungarn voll und ganz anerkannt und unterstützt würden. Die zukünftige Balkanpolitik der Monarchie müsse demnach von den: Grundsatz der Unter st ützung Bulgariens ausgehen, aber Bulgarien müsse nicht nur gestärkt, so» Sern auch bündnisfreudig aus den, Welttrieg hervor­gehen. Zur Steigerung der BündniSsreudigkeit Bul­gariens könnte aber die Einverleibung Best ar ab ie ns in Rumänien nicht viel beitragen, denn diese würde nicht nur die in Beßarabien lebenden 200000 Bulgaren an Rumänien ausliefern, son dern auch tatsächlich eine Stärkung Rmiräniens bedeuten Aber abgesehen von den bstlqarischen ^Stimmungen so, auch die Monarchie, speziell aber Ungarn, ganz unmtttel bar an der beßarabischen Frage interessiert. Es müsse von dem Standpunkt seiner Sicherheit aus verlangen, daß Rumänien er st Proben seiner Zuverlässig- keit gebe, *

Kuch ein $rieöen*brief der Kaiferin 3ita.

Br. Genf, 23. April. (Eig. Drahtbe licht. zb.) Das .Jcurmrl des DebatS" behauptet, daß kurz nach dem Briefe des Kaisers Karl an Prinz Sixtus auch die Kaiserin Zita einen Brief an den Papst geschrieben hat, worin sie ihn ersucht, seinen Einfluß für den Frieden geltend zu machen.

Die ungarische Kabinettskrise.

TV. T.-B. Budapest, 23. April. (Drahtbericht.) Wie in politischen Kreisen bestimmt verlautet, ist Handels­minister Joseph Syterenyi mit der Bildung des Kabinetts bettaut worden und bereit, mit den Parteien in Fühlung zu treten. s

Die volschewiki-Regierung zum Militarismus übergegangen.

TV. T.-B. Wien, 23. April. (Drahtbericht.) Wie den: „Fremdenblatt" aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, hat die Bolschewiki-Regierung eine durchaus mili­tärische Richtung eingeschlagen. Trotzky fordert, jederBürger müsse Soldat sein, um beim ersten Ruf mit der Waffe in der Hand zum Schutze des Vater­landes einrücken zu können. Selbst Lenin hat den Widerstand gegen den Militarismus ausgegeben und hält die Wiederherstellung der russischen Armee für eine gebieterische Notwendigkeit. Alle militärischen Schulen werden wieder eröffnet, um die nötigen Offi­ziere für die Armee auszubilden. '

Ernste Lage in Südafrika.

W. T.-B. Kapstadt, 2S. April. (Drahtberich: Reiter.) Jul

Parlament forderte der Premierminister Botya ave Parteien zur Mäßigung auf, sonst würde er zu gesetzgeberische» Maßnahmen schreiten müssen, uw een Frieden im Lande durchzusetze» Herzog erklärte, er selbst wünsche, den Frieden zu erhalten und mache seine Gegner sür die gegenwärtige Lage verantwortlich.

Ein wichtiger Gcheimverttag zwischen Chiua und Japan.

TT". T.-B. London, 22. April. (Router.) „Dailv Mail" rneldet aus Tientsin vom 16. April. Nach Meldungen chinesischer Zeittlngen wurde ein wichtiger Geheimvertrag z wischen China und Japan abgeschlossen.

Deutscher Reichstag.

(Eigener Drahtbericht des .Wiesbadener Tagchlatt»'.)

ffß Berlin, 23. April.

Am Bundesratstisch: Graf Roedern.

Vizepräsident Dr. Paaschc eröffn« die Sitzung um 1,25 Uhr. — Aus der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen.

Abg. Leube (Vpi.) verlangt entschiedenes Entgegentreten gegen das Bestreben der K r i e g s g e s e l l scha f te n , sich noch lange Zeit nach dem Kriege zum Schaden des freien An kehrS zu betätigen.