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tfc 186. . 66. Jahrgang.
Montag. 22. KprU 1918.
Eine offizielle Absage an die Zriedens- refolulion vom 19. Juli.
Br. Berlin, 22. April. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der „Hamburger Korrespondent" läßt sich schreiben: Es sind Uirterhund- lrngen zwischen der Regierung und dem -Reichstag im Gcnge, die schon für die nächste Zeit eine offtZrelle Absage de, Rehrbeitöparteien an die Friedensentschlietzung vom 18. Juli herbetfübien sollten. Es verlautet sowohl in der W-lhelm- straße wie in gut unterrichteten ReichStagstreisen» daß d:e Frage einer solchen Absage zu den Gegenständen gehört, die letzthin im Großen Hauptquartier im Beksem des Reichskanzlers eingehend besprochen Morden sind. In der Regierung scheint man die Überzeugung gewonnen zu haben, daß es in dieser -hochwichtigen Frage ratsam wäre, eine Klarstellung sowohl vor dem Volk wie auch vor dem feindlichen Ausland zu nehmen. Man glaubt heute infolge der größeren Kriegsdauer und der daraus beschworenen Mehrlasten ein begründetes Recht aus
entsprechende Mehrforderungcn an den unnachgiebigen Feind in aller Mntlichkeit Vorträgen zu sollen. Die Regierung steht aus dem Standpunkt, daß die Julien tschlicßung ein Angebot von unserer Seite darstellt, das unmöglich monate - und jahrelang aus Annahme zu warten habe. _
Die Sicherung unserer Versorgung mit rumänischem Erdöl.
X,. Berlin, 22. April. (Eig. Drahtberrcht. zb.) Bei d«r Friedensverhandlungen mit Rumänien war (clbstverstandUch, daß von unseren Unterhändlern das Hauptgewicht auf bie Regelung der für uns so wicktigen Versorgung mit Erdöl gelegt wurde. Schon vor dem Kriege hat Rumänen einen nicki geringen Anteil an der Belieferung des Deutschen Reiches mit Erdöl und dessen Nebenerzeuginsien gehabt, wah- rend in der Hauptsache amerikanisches Petroleum den deutschen Markt versorgte. Es tarn bei den Verhandlungen vor allem darauf an, uns möglichst unabhängig von Ameri'a einerseits zu machen, andererseits aber auch dafür zu sorgen, baß wir nicht von dein guten Willen der jeweiligen Regierung Rumäniens oder der dortigen "Interessenten abhängig waren. Vor einem geladenen Kreise vcn Piesselertretern gab Herr Direktor Hertz vom KrregS- cnnt einen bis in alle Einzelheiten gehenden Überblick über das was bei diesen Verhandlungen erreicht worden ist. Au' die'Verträge selbst wird, wenn sie von der Regierung der ^ sfentlickkeit unterbreitet worden sind, näher zurückzukommen sein; heute kann nur ko viel gesagt werden, daß sie in weitesten Kreisen Deutschlands mit großer Befrie- dipung begrüßt werden werden, da es fraglos gelungen ist den für Deutsckland nötigen Anteil an der Ausbeute der rumänifcken Erdölquellen f i ch e r z u st e l l e n. Daß damit unser gesamter Bedarf nicht gedeckt werden kann, ist selbstverständlich, da die rumänischen Quellen in ihrem jetzigen Umfanq nicht derart ergiebig sind. Die Verträge, es handelt sich um zwei, die zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn einerseits und Rumänien andererseits und zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn abgeschloffen wurden, sind so ab. qcsi'ßt. daß sie einunrl auf lange Feit hinaus uns die Fubuhr aewährleisten, andererseits aber -ine Verzögerung oder Derhinderunn deS Vertrages unmöglich machen. Die Abmachungen treten selbstverständlich erst in Kraft, wenn der Qrien int W e ft e n sein Ende gefunden. Bis dahin stehen di7 Ölfelder unter der militärischen Gewalt des Oberbefehlshabers.
Man hatte aus den Ausführungen deS Herrn Direktors Hertz durchaus den Eindruck, daß hier Einzelarbeit geleistet worden ist, mit welcher wir wohl zuftreden fern können. Klar wird aber die Haltlosigkeit der Behauptung erwiesen, daß man in Bukarest bei den Verhandlungen nicht die deutschen Jntereffen genügend gewahrt habe. Der Wunsch, der von vornherein bei den Berh indlunzen maßgebend war. war, uns von Amerika in der Erdölbelieferung möglichst „nab- hängig zu machen, ivaS nach dem Beitritt Amerikas zu dem Wirtschaftsabkommen der Entente besonders wichtig wurde. Nunmehr kann man auch der Übergangszeit hinsichtlich der Versorgung mit Petroleum, Treiböl und Ächarneröl ohne Beunruhigung entgegensehen.
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Die Zorlsetzung der §riedensverhandlungen in Bukarest.
L. Berlin. 22. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Staatssekretär v. Kühlmann wird sich, m« wir hören, End« der Woche gemeinsam mit Bcrcn Burian nach Bukarest zur Fortsetzung der Verhandlungen begeben. Der in Aussicht genommene BesuchBurianSinBerlinhat infolgedessen verschoben werden müssen, Di« Verzögerung der Unter- zeichuung de« rumänischen FriedenSvertrogS ist nicht in irgend welchen Hemmrussen unsererseitzS begründet. Die bei t-dem KowlrtionSkrieg, so muß auch hier der Frieden oonallen SccfcmärW» «a t ey a chack «stet, *t& '
Kbend-Kusgabe.
unserer Bundesgenossen schweben noch einzelne Seine Meinungsverschiedenheiten, die sich hauptsächlich aus territoriale Fragen beziehen.
Oie unheilvolle Rolle der rumänischen Rönigin.
Haag, 22. April. Bei einer Unterredung, die der Budr- pester Korrespondent der Amsterdamer Zeitung „Iffjd mit einem rumänischen Diplomaten, der vor dem Krieg in London war und während 'des Kriegs im rumänischen Auswärtigen Amt eine maßgebende Rolle spielte, hatte, sagte dieser Staatsmann: Seit dem Tod König Karols lag die rumänische Pclitik vollständig in den Händen der Königin. , Der König spielte eine jämmerliche Molle. Brat ran u und Take Jonescu taten nur, was die Königin dekretierte. Die Niederlagen und Enttäuschungen . haben dre Königin zwar tief getroffen, aber sie war es, die vor dem Sturz Kerenskis schon Versöhnung mft den Zentralmachten wünschte und.den Weg zum Frieden bahnte. Ihre einzige Friedensbedimgung war, daß der Dhron für _ ine Dhnastie des Königs Ferdinand gesichert bleiben mußte.
Tine Wendung in der rumänischen rqnastiefraye?
Br. Wien. 22. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) In der „Reichspost" kündigt der Landeshauptmann von Oüeröster- reich, Abgeordneter Prälat Hauser, der eben erst beini Kaiser in Audienz war. auftebenerrsgende Erklärungen über die Gründe, die Graf Czecnins Rücktritt herbeiführten, an. Es handelt sich dabei auch um eine Änderung in der rumänischen Dynastiefrage. Reben allen anderen polit.fchen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Autzen- min'ster und dem Kaiser — so wird ausgeführt Hütte die Eholmer Frage und die Regelung der rumänischen Ange- legenheit zum Zwist geführt. Die größte ^chwrerrgkert ergar stch daraus, daß Gras Czernin unter Berufung auf das Nichte inm i schu ngs recht die Dynastiefrage rn Rumänien in den Fliedensverhandlungen nicht berührt Ungen wollte, ja, sich persönlich durch den Besuch beim Kösi'rg Ferdinand für deffen B e l a s s u n g auf dem Thron em- gesept hat. Daß Graf Czernin hierzu nicht die Zustimmung ter Krone hatte, dürfte wohl in der nächsten Zeit durch Er- eigniffe offenkundig werden. Es scheint, daß die Dynastie- frage in Rumänien jetzt eine neue Entwicklung nehmen wird. König Ferdinand werde 'sich davon überzeugen, daß sein Thronverzicht nicht mehr vermieden lverden könne. Auf seiten der Verbündeten würdigt man heute einmütig die Gründe, die ftir eine solch- Entschließung des Königs sprechen würden. ,
Oie gewaltigen Erfolge kes ersten Nlonatr der deutschen Gffenstve.
W. T.-B. Berlin, 20. Avril. Am 21. April ist seit Be ginn der deutschen Offensive ein Monat verstrichen. In dieser Zeit erlitten die Engländer, Franzosen und Por- tugiesen eine schwereNiederlage nach der anderen und ließen über 11 7000 Gefangene m deut scher Hand. Die G e s ch ü tz b e u t e überstreq die g e waltige Zahl von 1530. Die Zähluny der vielen tausend genommenen Maschruen- g e w e h r e ist noch nicht abgeschlossen. Über 20 0 Tanks mußte der Feind den deutschen Angreifern überlassen, ein weiterer beträchtlicher Teil seiner Panzerwagen wl'.rde zusammengeschossen. Auf denk werten SSlachtfelde von Hollebeke bis zur Oise leistete England den deutschen Kämpfern in Gestalt ungezahl ter Munitions-, Verpflegungs° und Be kleidungsdepots mit , unschätzbaren Be ständen einen zwar unfreiwilligen, aber unendlich wertvollen Kräftezuwachs. Aus der lang ausgedehnten Kampffront wurden weit über 1,0 0 Kilometer englische Stellungen merlentres überrannt. Was in diesem mit allen Mitteln moderner Befestigungskunst angelegten Grabensystem an Draht. Holz. Beton. Stahl. Kupfer. Eisen, Panzerungen, Feldbahngerät. Televhonverbindungen, unterirdischen Kabeln und dergleichen angelegt und nun für England verloren ist, läßt sich in Geldwert nicht an nähernd angeben.
Die blutigen Verluste der Engländer betrugen bereits am 5. April über 500000 Mann. Sie haben sich während des zweiten großen deutschen Angriffes an der Ly s ins Ungebenre gesteigert. Hier- zu kommen die schweren Blutopfer der Po r t u g i e s e n und vor allem der Franzosen die überall,V den Brennpunkten des Kampfes in dichten Massen die schwer bedrohte britische Lage wieder Herstellen mußten. De- sonders beiderseits der Somme, an der Avre. südlich der Oise bei Concy-le-Ebateau und in Flandern ließen die Franzosen diele Tausende liegen und wurden zii immer weiterem Einsatz ihrer bisher zuriickaebastenen R e s e r- Yen utui zum schleunigen Antransport der nach Italien abgegebenen tzilsskräfte gezwungen.
Die Engländer verloren während dieses einen kurzen Monats nicht nur den ganzen Gewinn der chLjahrigen Sommeschlacht und den Resttnl ihrer Erfolge bei Cam- fest, sondern sie mutzten überdies Zweidrrttel dev
in 16Flandernschlachten teuer erkauften Raumgewinns wieder hergeben. Dieser G e l ä n d e v e r l u st wird zum Schaden Frankreichs durch diejenigen Gebletx erweitert, die die zurückgehenden Engländer m deutsche Hände fallen ließen. Damit sind weite blühende, bisher vom Kampfs verschonte französische Landstriche den Kriegsleiden preisgegeben. Der schwere beiderseitige Artilleriekampf hat zahlreiche freundliü>- Städte mrd Dörfer in Trüminer gelegt, üvpigc Fluren und Felder in Einöden verwandelt. Der Gesamtgelände- Verlust beträgt viele Tausende Ouadrat- k i l o m e t e r.
Die Hauptbahnverbiirdungen der Entente in Frankreich mit den wichtigen Bahnzentren Amiens, Do ullens. St. Pol und Ha z eb ro uck liegen nnt« deutschem Feuer.
Seit Uriegsbeginn 3 1 /» Millionen Gefangene.
W. T.-B. Berlin, 20. April. Bis 1. März 1918 machten die Mittelmächte 3 450000 Gefangene. Diese Zahl überschreitet die Gesamtzahl der urännlrchen Erwerbstätigen Schwedens, Norivegens und Dänemarks um mehr als eine halbe Million und übersteigt um ein Fünftel die ruännlichen Erwerbstätigen Deutschlands im Frieden. Die Mittel- nlächte gewannen damit ein A r b e i t s h e e r, das aus den wichftgen Gebieten der Volkswirtschaft wertvolle Dienste leistet und zuni großen Teil die zum Kriegsdienst einberusenen eigenen Arbeitskräfte ersetzt. Mit der Dauer des Krieges wächst dieses Arbeitsheer und seine Anpassung an die wirtschaftlichen und technischen Bedürfnisse der Mittelmächte, brachte doch die siegreiche Westschlacht Deutschland in einem Monat einen Ge- fangeneri Zuwachs von rund 120 000 Mann.
Die Engländer machen sich auf den Zoll von lfpern gefotzt.
Br. Lugano, 23. AprA. (Eig. Druhtbericht. z!b.) Rach Überei nstnnmSnden Bericht«! der Korrespondenten de« „’SetoJc" und des „Errrriere dellu Sera" macht man sich in London aus den Fall von Apern gefaßt. Der „Manchester" Guardian" beharptet, daß der englische Rückzug an der Dpern- ftont bereits e i n g e s e h t h o b e. Er sei notwendig geworden durch den Verlust von N i e u v e k e r k e und B a i l l e u l. „Daily Chronicle" schreibt: Die Ruinen der Stadt sind von W y t s ch a e t e aus bedroht, das in den Händen der Deutsche.» ist. Sollte Dpern geräumt werden müssen, so kann man aber annehmen, daß der Rückzug langsaut und auf mcht weit entfernte ' Stellungen, und zwar höchstens bis zum belgischen Überschwemmungsgebiet, geschehen wird. Jede Gefahr für Calais und Dünkirchen erscheine somit nicht nur ausgeschloffen, sondern es werde auch noch so viel Raum frei bleiben, um dem großen erfischen Heer di« B e° wegungssreiheit zu sichern. Bei der Schätzung des Wertes von Dpern dürfte man nicht vergeffen» daß e§ eigentl'ch nur für dre Offensive in Betracht kommen könnte» für die Defensive aber ohne Bedeutung sei.
Die Gärung in Irland.
W. T.-B. London, 22. April. (Drahtbericht. Reuter.) Der irische nattonalistische Abgeordnete D e v l i n hat in Belfast vor einer Menge von mehreren tausend Personen gesprochen. Er forderte die Iren dringend auf. m jeder Weise derWehrpflichtAnerkennungzu versagen. Indem wir diese Haltung einnehmen, sagte Devlin, werden wir nur dasselbe tun, was die Ulstermänner gegenüber Homernle getan haben.
W. T.-B. Dublin, 21. April. (Reuter.) Eine Versamm- lvng der dem Unterhaus angehörenden Nationalisten hat be-- Moffen, in Irland zu bleiben und dort -den Widerstund gegen die Wehrpflichtvorlagc zu organisieren.
überall Rirchenpredigten gegen bi« Wehrpflicht.
W. T.-B. London, 22. April. (Drahtbericht. Reuter.)
9s« ganz Irland predigte gestern die Geistlichkeit gegen die Wehrpflicht. Viele Priester nahmen nach dem Gottesdienst großen Volksmengen den Eid a b, gegen die W e h r v f l i ch t W i d e r st a n d z« leiste«. __
Dertttche Infanterieunlernehmungen an den Zchlachtfronten«
Der Tagesbericht vom 22 klpril.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 32. April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
An den Schlachtfrouten örtliche Jnfanterieunternehmna- gen. Versuche des Feindes, über den La Bassee- kanal nordwestlich von Bethunc vorzudrinse». scheiterten in unserem Feuer. Nördlich von Albert nahmen wir 88 Engländer, darunter 2 Ofliziere, gefangen und ei beuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinengewehre, Der Art»veriÄ»»M labte nur in muiattt A b schn i t te« ans.
