Verlag Langgasse 21
„Tagdlalchaus".
8<>«Itrr-Halle geöffnet »an S Uhr morgens bis 7 Uhr abends.
wöchentlich
vezugs-Prers fvr beide Ausgaben: Ml. 1.20 monarttch, Mk. 3 60 vierteljährlich durch den Verlag Lanqgasie ai. ohne Vringerlohn. Ml 4.65 vierteljährlich durch alle deutschen Postanftalren. auSschlieylich veslrllgeld — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen, in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckrmg IS. kowre die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen AuS- gabestellen und in den benachvanen Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.
12 Ausgaben.
Fernruf:
„TagblatihauS" Nr.SS50-S3.
Aon 8 Uhr morgens bi« 7 Uhr abend», anher Sonntag«.
Äuzeigen-PreiS für die Zeile: -S «sg. lür örilnde Anzeigen; »r Big. wr °u»w°r«ige «njeigen: 1 2 *Sit für öriliche Reklamen; 2bu Mk. iur auiioärlige Reklamen. — Bei wiederdolter Aufnahme unoer- anderier Anzeigen in kurze» Zwiichen aumen enlioreSender Nachlaß. -Nnzelaen-Annahme: stur o» Abeno-Auigabe bi« iL Uhr wiriagS: für die Morgen-Ausgabe bi» 8 Udr nachmiiiag». — stur die Aulnabme von Anzeigen an vorgejchriebeneu Tagen und Plätzen wird keine Gewahr übernommen.
Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagdlatts: Berlin W. 57, An der Apostelkirche 7, U Fernsprecher: Amt Liitzow «202 und 6203.
Sonntag, 21. April 1918.
Morgen-Kusgabe.
Nr. 183. . 66. Jahrgang.
wann muh England zrreöen machen?
Es ist wohl möglich, daß England selbst dann, wenn es. woraus man mit einiger Sicherheit rechnen darf, vom Kontinent fortgefegt fein wird, noch immer den Krieg nicht aufgibt. Lloyd George hat ja bereits der Welt mitgeteilt, daß England, auch wenn es zu Lande geschlagen sein sollte, zur See weiterkämpfen würde. Wie lange nun könnte England solchen See- und Handelskrieg gegen uns führen? Es lassen sich die Grenzen solcher sportlichen Übung einigermaßen deutlich bestimmen. Fürs erste: Wir könnten unsere M iI*
lionenheere gegen die E i n f a l l S t o r e des englischen Imperiums entsenden, könnten sre durch Mesopotamien gegen die indischen Grenzen, durch Palästina gegen Ägypten marschieren lassen. Zum anderen: Noch leben unsere U-Boote, auch steigern sie täglich, und zwar unbekümmert um die sogenannten Abwchrmittel der Engländer, ihre Wirkungen. Sehr mit Recht hat der Staatssekretär ». Capelle gesagt: daß es nicht von dem Wollen des Herrn Lloyd George abhängt, ob er nach verlorenem Landkrieg den Seekrieg fortführt, sondern allein von dem Ergebnis des Kampfes der U-Boote gegen den englischen Schiffsbau. Schließlich aber — und dies ist vielleicht am beachtenswertesten — England dürfte bald merken, hat es längst gemerkt, daß das Hinausziehen des Kriegs für niemanden mehr Bor teile bringt als für A m g r i k a. Während Englands Handelsschiffe Stück für Stück auf den Meeresgrund sinken, baut Amerika eine gewaltige Handelsflotte. um. wenn erst einmal England von Handels- ' schiffen entblößt ist. selbst den Weltverkehr zu über- nehmen. Unter der Gefahr eines so gewaltigen Druckes, vor dem Heraufziehen eines so furchtbaren Konkurren- ten wird und muß England danach trachten, den Krieg, wenn es ihn erst einmal auf dem Lande verloren neben muß. so schnell wie möglich auch zur See *,« beendigen. Es wird vielleicht fürs erste ein wenig kokettieren und den britischen Leuen noch einmal laut ainbrüllen lassen, dann aber wird doch schließlich die Klnaheit des Kauf- manns steaen, und wenn nicht, nun dann eben werden die U-Boote und die Truppen.' die wir aussenden, i um Englands ANen Herrschaft an der Wurzel zn bedrohen, das Ihriae und damit das für uns Erforderliche besorgen. Englands Kriegsfreudigkeit wird jedenfalls, sei es aus eigener Einsicht, sei es durch den Zwang, den wir ibm auferlegen werden, recht- zeitigzusammenbrcchen.
wieder 28000 Bruttotonnen versenkt.
\V. T.-B. Berlin, 20. April. Amtlich. Drahtbericht.) <Me;» Mit hat ein Unterseeboot nute: der bewährten Führung des Kavitiinleutnants Rose in zäher, fast zweitägiger Ber- folgmig eine« stark gesiiherten Geleitzuges bei schwerem, die Tätigkeit de? Bootes behinderndem Wetter drei Dampfer mit zusammen über 21 000 Bruttotonnen aus dem Gelritzng hervnSgeschosten, darunter den englischen Dampfer „Port Campest" <6230 Brt.) und den Tankdampfer „Cardillac" (11140 Brt.) Der Chef deS Admiralstabes der Mariae.
»
Über den Fortschritt unseres U-Boots- k r i e g e s unterrichtet man sich am besten aus den eng- lischen Zeitungen. In der der englischen Ausdrucks- weise zu Gebote stehenden kürzeren Anschaulichkeit enthalten die englischen Zeitungsartikel manch Wichtiges, was die deutsche Öffentlichkeit über dieses Thema zu wissen begehrt. Der „Daily Telegraph", ein re- gierungsseitig unterstütztes Blatt, warnt in seiner Nummer vom 4. April unter dem frischen Eindruck der englischen Niederlage davor, jetzt das ganze Interests der Frone des Mannschaftserfatzes znzuwcmden und fährt fort: „Mit dem englischen Schiffsbau gebt es rasendschnellbergab. Und die g a n z e A r m e e in Frankreich wird aufs Trockene gefetzt, wenn nicht genug Arbeiter auf den Schiffsbauwerften eingestellt werden. Hätten wir den Feind schnell auf dem Festland geschlagen.' so hätten wir unsere Herrschaft zur See wieder Herstellen können. Der Sieg blieb uns versagt und wir stehen jetzt inmitten einer äußerst dramatischen ungünstigen m i l i- tä r i s ch e n L a g e mit einer Art znsammenge- schrumpfter Handelsflotte da. Zur See stehen wir nicht mehr so wie vor einem Jahr. 2% Millionen Tonnen Sclnffsraum sind dahin seitdem, d. h. ungefähr 40 Prozent des für die Versorgung der Zivilbevölkerung verfügbaren Schiffsraums."
Kohle Worte angesichts ver offenkundigen Ratastrophe.
'NB. Haag, 20. April. Mg. Drahtberuht. zb.) Aus Lou- von wird gemeldet: Lord Jnchcapem, der bekannte Direktor mehrerer Schiffahrtsgesellschaften, «rcklärt« bei einem Festessen der SchoffahriSkanuner in London geleqnetlich des Besuchs des
«gto-üelgrsche» HandetSauSschuKeS: Bier Jcchve härte» Be
gier und Briten Schulter an Schulter gekämpft, und wenn es nötig fei, würden sie 14, ja sogar 4 0 Jahre Krieg übren, denn ein deutscher Frieden sei für sie unannehmbar. Di« Engländer würden kämpfen, so lange noch «in britisches Schiff auf dem Meer fährt, und falls sie, worauf aber nur geringe Aussicht sei, aus Frankreich vertrieben werden sollten, würden dennoch die Flotten der Alliierten di« De u t s ch e n e i n g e s ch l o s s e n halten, bis der Druck auf Deutschland so stark fei, daß es nicht mehr länger Widerstand leisten könne.
Atemlos weiter.
Der Kriegsberichterstatter Hermann Katsch drahtet der „Köln. Bolksztg.": Nichts ist wohl geeigneter, eine falsche Vorstellung dieser Tage zu schaffen, als )er Ausdruck „A t e m p a u s e", der hier und da ange- wendet wird, wenn einmal der Heeresbericht nicht ausdrücklich Kampfhandlungen oder die Einnahme vom Lrt- chaften erwähnt. Es geht atemlos weiter an der ganzen Front. Allerdings, die Sturmtruppe muß immer einhalten, bis das, was ihr den Sturm ermöglicht, nachrücken kann. Wer in diesen Tagen dicht hinter der Front die tatsächlich atemraubende Arbeit der Wegeausbesterunq, richtiger Wegeherstellung, die unend- sichen Kolonnentüae. überall das SWn ?>er :,-WTr,W.
für die Gefechtsleitung unentbehrlichen Telegraphen- leitung, das unübersehbare Material, das für alle Formen des Kampfes und um jeder Geländeschwierig- keit Trotz bieten zu können, auf allen nur irgendwie be- tretbaren Wegen zur Front strönien sieht, dem drängt sich mit voller Gewalt die Vorstellung eines unaufhaltsam vordringenden Heeres aus.
Und das Ziel? Auch der tut unrecht, der nun au der Karte westlich späht, welche Orte wohl demnächst angegriffen werden. Das Ziel ist einzig und allem: Schläge und nochmals Schläge, bis der Gegner zum Frieden bereit ist. In welcher Gegend sie erfolgen, überlasten wir ruhig Hindenburg und Ludendorff.
hindenburg lätztZoch nach feiner pfeif« tanzen.
w. T.-B. Berlin, 20. Avril (Drahtbericht.) Der mili-
taäjche 9tt&Uä ac öea „Lremve Courmu” jchrsbr u> der
Abendausgabe vom 10. April. Hi.'denburg, der di; Initiative hat, läßt Fach nach kzin-w Pfeife tanzen. Dadurch drodt jedoch das im Jahve 1017 tn mühevollen Kämpfen eroberte sog. englische Sprungbrett bei Dpern verloren zu gehen. Mit dem Sprungbrett ist das so eine Sache. Dieses Terrain sc^milzt bereits sichtlich zusammen. Man kann die Engländer d>!'n nicht beklagen, wie bedtnerlich es auch für sie sein mag, denn sie machten damals zu viel L ä r m, als sie in ebeniov'el Monaten als jetzt die Deutschen Tage brauchen, um alles zuriickzugewinnen, die Ausbuchtung um Ipern erweitert hüten. Wir rollen nur feststellen, daß dieselben Engländer, die 'ich das ganze Jahr hindurch den Deutschen in der Kaiilyikrait und sogar in der Heere«- ührung überlegen nannten, jetzt, was letztere anöetrifsl, ganz andere Operationen zu sehen bekommen. Sie seben jetzt Operationen. bei denen Hindenburg derartig manövriert, daß rc ich überall das zahlenmäßig; Utrrgewicht sichert.
Aus dem Versailler Kriegsrat.
— Genf. 20. April, (zb.) Im Versailler KriegSrat wurde der französische General W e y g a n d durch Genera! B n l i n ersetzt. Weygand soll fortan im Auftrag Fochs den Verkehr zwischen den Hauptquartieren der Verbündeten vermitteln.
ver deutiebe Druckt an der D'fe.
Br. Rotterdam, 20. April. (Eig. Drahtbericht. zb.) ReuiecS Berichterstatter beim französischen Heer erfuhr vcn dem Oberbefehlshaber der französischen Truppen auf dem Frontabschnitt der Oise, daß die Deutschen noch immer über Reserven verfügen, die noch gar nicht benutzt worden seien. Ein Teil dieser Reserven befände sich in Frankreich So würde die Schlacht unentwegt fort- dauern und der nächste Vorstoß könne bald erwartet werden.
Englisches Eingeständnis: w eder vor einer ent'che'denden Krisis.
W. T.-B. Ber», 20. April. (Drahtbericht.) Die englischen Zeitungen vom !3, April bringen eine autoritativ« Information über die'Karppstoge, in der eS heißt: Der G e - ländeverlust von sieten englischen Meilen (elf Kilometer Tiefe) oberhalb von Armentieres wird an sich keine ernste Sache sein, aber hier haben die Briten nur einen besonders schnalen Geländestreisen zwischen der Front und der Meeresküste, aus -dem eine Anzahl wichtiger Punkte, z. B. Bahnhöfe, liegen. Deshalb wird hier -das deutsch« Vordringen sieben Meilen tief für bedrohlicher gehalten, als- ein 16 Meilen tiefes Eindringen des Feindes an de: Somme. Di« Lage stellt uns daher wieder vor eine entscheidende Krisis. Der Feind steht unweit von B a i 11« u I, -das ein wichtiger Eisenbahnpunkt für unsere Mess ines-Front ist. Er dringt aus Hazebroack vor, einem sehr wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, und entwickelt eine starke Osfensivflanke in Richtung auf Beth-une.
Bildung von 4 rustischen Freiwilligrn-Batailloueu in Frankreich.
W. T.-B. Bern, 20. April. „Petit Parisien" meldet: Durch einen Erlaß des Kriegsministers wird tie BÄdung von vier russischen F reiwillig«nba 1a illpne n gestattet. Die Begründung führt aus: Da die französische Regierung und die übrigen Alliierten weder die angeblichen ru sfisch e n R e g i e r u n g e n, die mit den Mittelmächten den Frieden abgeschlosien haben, noch den Frieden von Brest-Litowsk anerkennen, seien sie berechtigt, den russischen Staatsangehörigen, die der gemeinsamen Ententssache dienen wollten, zu gestatten, an der Seite der Gntent» sokdaten zu kämpfen.
Ver Rvendberlcht vom 2V. Rprll.
W. T.-B. Berlin, 20. April, abends. (Amtlich. Drahtbericht.) Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Line neu« Enlentestonferenz ln Rom.
Le. Lugano, 20. April. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der „Meffaagero" meldet eine bevorstehende Zusammenkunft der Ententestaatsmänne: in Rom. Nach Meldung des „Secolo" sollen zahlreiche italienische K a r d i n ä I e und Bischöfe zum Zweck besonderer Beratung daselbst eingetroffen sein.
Erneute heftige Angriffe Sembats gegen Tlemeneeau.
Kopenhagen, 20. April, (zö.) In der „Humanitö" lichtet Sembat erneut heftige Angriffe gegen Clemen- ceau. weil dieser den Brief Kaiser Karls ver- öffentlicht hat. Sembat sagt, es lei gegen die französi- scheu Jnteresten. wenn Kaiser Karl zu Kaiser Wilhelm in Gegensatz komme, da hierdurch nur der deutsche Ein- slllß in Österreich gestärkt werde.
ver Ssterreichiich-ungarische Tagesbericht-
W. T.-B. Wien, 20. April. (Drahtbcrichl., Amtlich verlautet vom 20. April» mittags: Auf den italienischen Kriegs- sthaupLätzcn jchränÄe schlechtes Werter die Kampftätigkeit ent,
D«r Stzch d«S Qkaexatjt <**, j
