Verlag Langgasse 21 „Tagtlitth,»«".
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Berliuer Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W
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„Tagblatthavs" Nr. 8650-53.
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Montag, 15. slpril 1918.
Abend-Ausgabe.
Nr» 174. ♦ 66. Iahrgang.
Erbitterte Nahtämpfe auf dem Schlachtteld an der Ly?. HelstngforsinHänbenunsererTruppen
w. T.-R. Großes Hauptquartier, 15. April. (Am-Lich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Aus dem Schlachtfeld an der Lvs kam es vielfach zu erbitterten Nahkämpfen. Südwestlich von Rrevvekerke sowie zwischen Bailleul und Mervis wurde » euglrfchr Mafchinengewehrnestcr gesäubert, ihre Be- f*jP®** S chau gen . Gegenangriffe, die der Feiud aus Bm0e»l heraus und nordwchtlich von Bethnne führte, S»«che» verlustreich zusammen.
der Schlachtfrout zu beiden Seiten der Somm e «lkd der Artilleriekampf bei regnerischem Wetter in wüte» Grenzen,
Osten.
R«h heftigem Kampf mit bewaffneten Banden sind unsrer iu F inulaud gelandeten Truppen, tatkräftig na t vrftü tzt durch unsere Srestrcitkräste, in Helsingfors
e4»e«rstckt.
Der Erste Generalquartiecmeistcr: Ludendorff.
Oie militärisch« Lage.
(Bon unserer Berliner Abteilung.)
L. Berlin, 15. April. (Gig. Drahtbericht, zb.) Mehr und mehr läßt sich erkennen, daß der Hauptstoß unserer Truppen an der Lhs zwischen Bailleul und Haze- lrouck nach Nordwesten geht. Dort zieht Och ein Hobenrücken hin, besten bedeutendste Erhebungen (bis 180 Meter) nördlich .Hazebrouck. darunter der bei den Kämpfen um Ipern vielumstrittene Kemmelberg, Hier verteidigt sich die englische Infanterie -ruf das hartnäckigste und weicht nur, wenn das weitere Halten ihrer Stellungen uu- möglich geworden ist. Offenbar hat die feindliche Heeresleitung Befehle in dieser Hinsicht gegeben, was durchaus verständlich wäre, denn sobald es gelingt, über Nieuwe- kerke, Bailleul oder Hazebrouck in nördlicher und nordwestlicher Richtung vorwärtszukommen, wird die ganze englische Stellung von Ypern, die bis jetzt von Rleuwekerke nach Norden in einem 20 Kilometer langen und bis 12 Kilometer tiefen Bogen bis gegen Merkem im Norden nach Osten erstceckt und 2% Jahre hindurch in w o cb e n - langen, für die feindlichen Angreifer sehr blutigen Kampftn uns abgerungen wurde, weiterhin unhaltbar und muß infolge südlicher Flan. reLirLÜÜ? Tufgvgeben werden. Dagegen lvird der Geländer natürlich sich so la nge wie möglich sträuben. Indessen besteht gute Hoffnung, durch taktisches Manöver die erstrebten Meile zu erreichen. Der Vormarsch unserer Truppen geht nicht nur über Hazebrouck, wo für den Feind die besten Derteidigungsmöglichkeiten sind, in nördlicher Riclwung, vielmehr auch über Nieuvekerke nach Weste.,, so daß ein wechselnder Druck bald von Süd. bald von Ost auf den Feind en,wirkt, der ein langsames HinauLschiebeii unserer Front gegen den Kanal zur Folge hat und .dem der Gegner aus die D a u c r nicht wird widerstehen können. Schon haüen wir eine Sfceüfyc von Gisenba-hnlin'ieri für ihn unbrauch- bar gemccht. neuerdings die von Ypern über Bailleul-Haze- brvuck, ein System, das weiterhin fortgesetzt werdet, wird. So muß er mit immer größerer Besorgnis darauf achten, daß erden rechten perlst unkt nicht versäumt, in ,dem ihm noch Transportwege von und nach den bedrohten Frontabschnitten in genügender Menge zur Verfügung stehen, und zum wenigsten den Besitz des zahlreichen Materials sichern. Wre schwer ihm heute schon die Benutzung seiner Eisenbahnen fällt, können wir deutlich daran erkennen, daß die Artillerie, die an der Lh sfront Verwendung findet, nicht so zahlreich ist, wie es notig wäre, um erfolgreichen Widerstand zu leisten. Es ist dies darauf zurstckzuführen, daß, als die Bedrohung von Amiens das feindliche Hauptquartier in Aufregung brachte, der größere Teil der vorhandenen Geschützreserven nach Süden an die gefährdete Stellung geworfen wurde. Nachdem dann der deutsche Vorstoß am La-Bassöe-Kancrl begonnen hatte, war es wohl möglich, schnell in Kraftwagen Infanterie dorthin zu senden, nicht aber die Artillerie, für die die Beförderungswege entweder selten sind oder, da sie auf der Außenseite de? in die französische Front hineingeschlagenen Bogens herum führen, lange Zeit brauchten, an ihrem Bestimmungsort anzukommen. Die Verteile der durch ^ unsere Vorstöße geschaffenen „rnnecen Linie", im Gegensatz zn der „äußeren Linie" unserer Gegner, zu den Osfensivstellea, haben überhaupt nicht unerheblich dazu beigetrageik, unsere Erfolge zu erringen. Der Feind mußte beständig auf der längeren Außenfront der Einbruchsstelle seine Truppen gleichzeitig verteilt halten, wSchend wir auf de: viel kürzeren Strecke i n n erh a lb derselben natürlich viel leichter Verschiebungen vornehmen konnten.
weitere Beschiehung von Paris.
W. T.-B. Paris, 14. April. Amtlich wird gemeldet: Das weittragende Geschiitz beschießt tveitechm das Pariser Gebiet.
»« t& Apvil fittse Verluste, ^
Ein neuer Zliegerangrist auf Paris.
Paris, 13. April. Hcwas meldet amtlich: Deutsche Flieger überflogen unsere Linien und richteten sich nach Süden. Nur zwei von ihnen gelang es, die Umgebung von Paris zu überfliegen und einige B o m b sl n abzuwerfen. Der zweite Alarm ivurde um 10 Uhr 10 Min. gegeben und hörte um 10 Uhr 40 Min.
^re Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt, sie wird verofsentlrcht, sobald die Berichte bekanntgegeben sind.
^ Paris, 13. April. Havas teilt heute mittag anitlrch mit: Die Zahl der Opfer der Lustang r r f f e der letzten Nacht erhöhte sich auf 2 6 Tote und 72 Verwundete.
ver neue Luftangriff auf Mittel-England.
W. T.-B. Berlin, 14. April. (Amtlich.) In der Nacht vom 12. zum 13. April griff Fregattenkapitän Straßer mit einem , unserer Marineluftschisf-Ge- schw ad er wichtige Stapel-, H er ste llun gs- und Verschiffnngsplätze der Kriegsindustrie Mittel- Englands an. Beworfen wurden Birmingham, Nottingham, Sheffield, Leeds. Hüll und G r r m s b y. Trotz außerordentlich starker artilleristischer Gegenwehr und Fliegewcrfolgung sind alle Luft- schiffe wohlbehalten zurückgekehrt. An dem Fluge haben besonderen Anteil die Luftschiffkommandanten Hauptmann Manger. Kapitänleutncmt Ehrlich (Herbert), von Freudenreich und Flemming und Korvettenkapitän Arnold Schütze mit ihren tapferen. Besatzungen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
ver Rücktritt Czernin; au? Anlaß des Raiserbriefr.
W.T.-B. Wien, 14. Avril. Das Wiener r. und r. Korrespondenz-Bureau meldet: Der Minister des k. und k. HauseS und des Äußern Czernin >,at heute Seiner k. und k. Apostolischen Majestät seine Demission unterbreitet Seine Majestät geruhten dieselbe allerkjnädigst anzu- nehmen und Graf Czernin bis zur Ernennung eines Nachfolgers mit der Fortführung der Geschäfte zu betrauen.
Eine neue Havas-Note.
W. T.-B. Paris, 14. April, lMeldung der Aaence Havas.) Es wird folgende amtliche Note veröffentlicht: ES gibt Leute, deren Gewissen verdorben ist. Kaiser Karl verfällt in der Unmöglichkeit, ein Mittel zu finden, daS Gesicht s " zu wahren, darauf, zu schwatzen wie ein Irr sinnig er. Fetzt ist er gezwungen, seinen Schwager fälschlich zu beschuldigen, indem er eigenhändig einen lügnerischen Text konstruiert. Das Originaldokument, dessen Text die französische Regierung veröffentlicht hat, wurde in Gegenwart Jules Cambons, des Generalsekretärs de« Ministeriums kür auswärtige Angelegenheiten, der vom Minister entsandt war. dem Präsidenten der Republik mitgeteilt, der eine Kopie desselben mit Genehmigung des Prinzen dem Ministerpräsidenten übermittelt hat. Mit Tibot selbst hat sich der Prinz darüber in Ausdrücke,i unterhalten, die keinen Sinn gehabt hätten, wenn der Text nicht der wäre, wie er von der französischen Regierung veröffentlicht worden ist. Ist es nicht ganz klar, daß keine Besprechungen hätten beginnen können und daß der Präsident der Republik den Prinzen ein zweites Mal gar nicht mebr empfangen hätte, wenn auf Veranlassung Österreichs der Prinz einen Brief in der Hand gehabt hätte, der unser Recht bestritt, anstatt cK zu bestätigend- Der Brief des Kaisers Karl, so wie wir ihn zrticrt haben, ist vom Prinzen Sixt persönlich dchi Staatslenkern gezeigt worden. Übrigens können zwei Freunde des Prinzen die Richtigkeit bestätigen, besonders derjenige, der den Brief vom Prinzen zur Abschrift erhalten hat.
Eine endgültige wiener Antwort.
W. T.-B. Wien, 14. April. Amtlich wird gemeldet: Die letzten Ausführungen des Herrn Clemenceau ändern nichts an der Wahrheit der bisherigen amtlichen Erklärungen des k. und k. Ministeriums des Äußern. Prinz Sixtus von Bourbon, dessen Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät bekannter Charakter eine Fälschung ausschließt, wurde derselben ebensowenig beschuldigt, wie irgend eine andere spezielle Persönlichkeit. Da vom k. u. k. Ministerium nicht festgestellt werden kann, wo die Unterschiebung des falschenBriefes erfolgt ist, wird hiermit die Angelegenheit als beendet erklärt.
Ein neues Telegramm Kaiser Karls.
w. T.-B. Wien, 14. April. Seine k. u. k. Apostolische Majestät bat an den deutschen Kaiser folgende Depesche gesandt: „Die Anschuldigungen Herrn ClemenceauS gegen mich sind so niedwig, daß ich nicht gesonnen bin, mit Frankreich über die Sache ferner zu diskutieren. Unsere weitere Antwort sind meine Kanonen im Westen. In treuer Freundschaft Karl."
Zwei Briefe Baiser Barls?
Br. Rotterdam, 15. April. (Erg. Drahtbcricht. zu.) Der -Nteuwe Ratterd, Eouraat" meldet aus Paris; ©cmBat
behauptet in der „Lanterne", daß Kaiser Karl nicht einen, sondern zwei Briefe geschrieben habe. Er habe im Jahre 1817 noch andere Versuche gemacht, Besprechungen anzu- tnupfen. Ein Kammermitglied, welches über die österreichi- nhen Versuche gut unterrichtet ist. habe ihm erzählt, daß Kaiser Karl 1917 angeboten habe, zwei oder drei Vertrauensmänner mit dem Auftrag nach Frankreich zu senden, die Vorschläge, welch« rn dem Brief über Italien und Rumä-
n enthalten waren, zu ergänzen. Der Kaiser soll die Möglichkeit angedeutet haben, daß Italien das früher schon Kngebotene Gebiet auch jetzt noch erhalten könne und sich sögar bereit erklärt habe, die Abtretung von Triest zu prüfen unter der Bedingung, daß Österreich die n i r t - schaftlichen Rechtebehalte, die für seine Interessen 'm Adriatischen Meer unentbehrlich sind.
Die Originale gar nicht in französischer Hand?
Br. Genf. 15. Apcil. (Gig. Drahtbericht, zb.) Die im Kammernusschutz für Auswärtiges aufgeworfene Frage, ob der von Clemenceau publizierte T-rt dem Original des Kaiserf-r-ekes entspreche. mußte unbeantwortet blechen. Eine Havas arte beruft sich auf den von einem freund Parmas gelieferten Text, der monatelang im Staatsorchiv gelegen habe. Eine etwaige Berüffent- tichung eines Faksimiles wäre, weil es sich um die Handschrift eines. Freundes handeln könne, bedeutungslos. Aus der Fassung der Havasnote erhellt, daß das Original des Kmserbriefes sich überhaupt nicht in französischem Besitz beftr.de.
Kaiser Karl in Budapest.
w. T.-B. Wien, 14. April. Kaiser Karl ist abends nach Budapest abgereist.
Manches bleibt dunkel.
Berlin. 15. April. Zum Rücktritt des Grafen Czernin sagt der „Berl. Lokalanzeiger": Gras Czernin glaubt, die Verantwortung für sein Amt länger tragen zu können, da er der Ansicht ist, daß ein so wichtiger Brief, wie der an den Prinzen Sixt, auch soweit er nicht gefälscht ist. nicht abgeschickt werden dirrfte, ohne daß er. der Minister, davon unterrichtet wurde. Clemenceau kann sich rühmen, daß sein Tatzenhieb wenigstens einen persönlichen Erfolg erzielt hat. einen sachlichen keinesfalls, denn es ist selbstverständlich, daß der neue k. u. k. Minister des Auswärtigen von der Bahn der bündnistreuen Politik, wie sie Graf Czernin bewiesen bat, nicht abweichen wird. Dafür bürgt, von dem eisernen Muß der Tatsachen abgesehen, das Telegramm, da? Kaiser Karl am 10. April an den deutschen Kaiser gerichtet hat. Der Schritt des Grafen Czernin ist der emes gerechten Mannes, der es mit seinen Pflichten und seinem Amt ernst nimmt und nicht zögert, die Konsequenzen zu ziehen, wenn nicht zu ändernde Verhältnisse die Ersüllung seiner Ausgaben, wie er sie auffaßt, un- möglich zn machen scheinen.
In der ..Bossische» Zeitung" heißt cs: Möglich, daß die Weigerung des Grasen, dre Handlungsweise des Kaisers in vollem Umfang zn decken, den Bruch mit dem jungen, tcmperameiitvrllen Herrscher herbciführte, möglich aber auch, daß die durch diesen Zwischenfall zugespitzte Situation den schon lange gegen Czernin arbeitenden Kräften am Wiener Hofe so günstig- Gelegenheit bot. daß der Graf den freiwilligen Rücktritt dem dauernden Kampf gegen die Wühlarbeit vorzog.
Das „Berl. Tageblatt" schreibt: Es laß! sich nicht leugnen, daß mancher Punkt der Briefgeschichte auch n 8 ch der Wiener ffrfT;«n. Ha dunkel bleibt. Daß di- deutsch-österreichische Freuudschast neu bekräftigt worden ist. erscheint als der lichte Punkt. Graf Czerum war ein treuer Hüter des Bündnisses, weim auch glücklicherwttse nicht der einzige.
Admiralstabsmeldungen.
W.T.-B. Berlin. 13. April. (Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden von unseren Unters«booten
23 000 Bruttoregistcrtonnen
seindlichen Handelsschiffsraums vernichtet. Schwer betroffen wurde durch die Versenkungen wiederum der feindliche Transportverkehr im Ärmelkanal zwischen der französischen und englischen Küste. Zwei 6000 Bruttoregistertonnen große, tief beladene Dampfer wurden dort in Mt durchgeführten Angriffen, bei starker feindlicher Gegenwirkung aus Geleit- zugen herausgeschoffen. Ein 5000 Bruttovegiswrtonner- großer Tankdampft-, der durch Zerstörer gesichert war, wurde an der englischen Westküste vernichtet. An den Erfolgen hatte Kapitäuleutnant Re mH den Hauptanteil.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
W.T.-B'. Berlin, 14. April. (Amtlich.) Neue llntersoe- bootSerftlge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz:
15 000 Bruttoregistertonnen.
Zwei Dampfer wurden nach hartnäckiger Berftlgung aus demselben großen, durch Kreuzer, Zerstörern und Flugzeugen stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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<Et« deutsches U-Boot vor Monrovia!
W. T.-B. Amsterdam, 13. April. (Meldung des Reuter- stchen Bureaus.) Ülach einer Meldung des Wnilstngwner Staatsdepartements erschien ein deutsches Unterseeboot vom größten Schi ffahrts typ am 10. April aus der Höhe von Monrovia sLiberta), beschoß die drahtlose Station Md verursachte außerordentlichen Schad-eu. richtete es das Geschütz auf die KavMaüan»
