Verlag Langgas,c 21
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Samstag. IS. April 1Y18.
Abend-klusgabe.
Nr. 172. . H6. Jahrgang.
weitere gute Zortschritte aus dem Schlachtfeld an der Ly;.
anhaltender lebhafter Artilleriekampf an der Somme-Schlachtfront.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 13/ April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Auf dem Schlachtfeld a» der Los machten unsere Angriffe gegen eiligst auf Kraftwagen und mit der Bahn herangrführte englische Divisionen gute Fortschritte.
Bon den H ö h c n v o n M e e s c n (Mefsines) aus stießen wir über den Steenbach vor und erreichten den Ostd rand von Wulvergem. Südlich vom Ploegstcert- w a l d e vorgedrungene Truppen schwenkten im schnellen und fclbständigen Handeln unter ihrem Regimentskommandeur, Oberstleutnant P o l m a n n, nach Norden eiu, erstürmte» die befestigte Höhe von Rossignol und reichten den nördlich am Walde entlang oorstotzenden Abteilungen dies Hand. Der stark verdrahtete, frontal schwer zu nehmende Wald fiel durch Umfassung.
Zwilche« de» von Armentisres auf Bailleul und Mer- ville führende» Bahnen trugen wir den Angriff bis an die B a h n v o n B a i l l e »l n a ch M e r r i s und an den Ostrand des Woldes von Nieppe vor. Südlich von Merville überwanden unsere Truvpen den Clärence-Fl«ß und erreichten «ach Erstürmung von Lokon den La-Baffäe- Kanal nordwestlich von B e t h n » e.
An der S ch l a ch t f r o » t zu beiden Seite» der Somme brelt in vielen Abschnitten lebhafter Artilleric- kampf an. Örtliche Borstöfie unserer Infanterie beider- frits des Luce-Baches brachten 4VY Gefangene. Franzosen ttnb Engländer, ein.
Zwischen MaaS und Mosel drangen Erkundungs- abtcilnngen in französische und amerikanische Gräben eiu' und mochten Gefangene. In erfolglose» Gegenangriffen erlitt der Feind schwere Verluste.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Geiicralguartiermcister: Ludendorff.
Oie gewaltige Ssrrte feit dem 21. März.
Oer Fall des mächtigen Stützpunktes Krmentidres.
W. T.-B. Berlin, 12. April. Die festung §. "^tg mit Betonwerken stark ausgebaute Stadt Armentrdres hielt sich am 11. April trotz der immer umfassenderen Einschnürung außer- ordentlich tapfer. Erst als in frischem Ansturm deutscher Truppen auch westwärts die 1 l m klammerung , des mächtigen Stützpunktes erreicht war, ergab sich der tapferen Besatzung, die während der Einschließung außerordentlich schwere Der lüste erlitten hatte. Straßen und Stadtrand liegen ^L?. r - 7 erchen. Die Beute an Mascliineunewehren rmd Munnwn konnte bisher ebensowenin festgestellt werden wie die Bestände der übrigen eroberten englischen Depots. Unter den 4 5 Geschützen befindet sich außer zahlreichen schweren ein 34-Zentimeter-Eisenbahn. geschutz. Die Gesamtbcute seit dem 21 . Marz stieg nun- mehr auf über 11200» Mann k^fangene und über 1 5 0 0 G e s ch ü h e. Die nM p i e l e n Tausenden zählenden Maschinengewehr^, die- teils von denDeutschen sofort eingesetzt wurden, lassen sich nicht annähernd ubersehen. Die Tankbente erhöhte sich von 100 auf 200 .
Oke Bewährung deutkäher Eisenbahngeschütze
W. T.-B. Berlin, 12. April. Bei Beginn und während der ton Arnientiäres vertrieb eine gewaltige Masse deutscher Eisenbahngeschütz? die feindlichen Stäbe aus ihren Unterkünften und nahm gleichzeitig englisch,« Reserven in ihren Lagern unter vernichtendes Feuer. Die rückwärtigen Straßen und Bahnlinien wurden durch einen dichten Feuerriegel abgesperrt. Die großen Eiftm- bahngeschütze folgten während der Schlacht der Kampftruppe abschnittsweise mit der Bahn. Obgleich dichter Nebel tagsüber die Tätigkeit der Artillerieflieger stark hinderte, konnte die Schußbeobachtung durch vorgeschobene Artillerieoffiziere rie auf nächste Entfernung jeden Schuß feststcllten, vorzüglich d-urchgeführt werden. Ein besonderes, neueingeübtes ? e r r .t ö f T J n br Be 0 bachtungsübermittlung hat sich voll bewährt.
Ein ganzes Offizierkorps als Trägertrupp.
1 - i 12. April. Mit fast übermensch-
rcher Hingabe und Energie arbeitet jedermann auf dem neuen Kampffelde bei Armentieres bei der Übenviu- dung der ungeheuren tvch w i e r i g ke i t e n in dem versumpften wegelosen Gelände. Alles wetteifert, um den Munitionsnachschub für die Artillerie und die Verpflegung für die Kampftrnppe ficheczustelleu. .Das Offiuerkorp- eines erprobten Regiments, mit dem Regimentskommandeur au der Spitze, trat beim Wegebau mir ein und ichtermtc vfiie Tau fe n de von Bohlen heran.
Englische Lügen eur Einnahme von Armen tisres.
W. 3.-B. Berlin, 12. April. Die Engländer behaupten in ihrem Funkspruch vom 12. April, daß sie Armentieves gern u m t hatten. Diese Meldung enthält wieder eine der üb- lichM bewußten Tatsachenentstellungen. Wenn in einem fcstungsartitzen Stützpunkt eins Besatzung von mehr als öv Offizieren und mehr als 3000 Mann die Waffen strecken, wenn in' einem solchen Stützpunkt außer 45 brauchbaren schweren Geschützen unversehrte reichliche Munitions- und Bekleiduugsdepots dein Feind ausgelieseet werden, so Pflegt man das als Übergabe, nicht aber als Räumung zu bezeichnen. Die tendenziöse Meldung von der^ Räumung verfolgt anscheinend die Absicht, den französischen Bundesgenossen das aufs neue offenbarte B c r sagen der englischen Führung, der Welt die abermaligen schweren englischen Verluste zu verheimlichen
Tin englisches Urteil über die neue Offensive
Nb. Haag, 13. April. (Eig. Drahtbsricht. zb.) G l b b s meldet: Unsere Truppen stehen jetzt im Norden enormen gegnerischen Streitkräften gegenüber. Sie sind fast 30Divisionen stark und stehen von Wytschaete bis zum Kanal oon La Bass 6 e, mit zahl- losen Maschinengewehren, Mörsern und Feldgeschützen versehen, die sehr schnell zur Unterstützung der Jnsan terie nach vorne gebracht worden sind. Jetzt ist mit Rücksicht auf unser Volk die Zeit gekommen, einfach ohne Prahlerei oder Renommage zu bestätigen, daß diese nördliche Offensive eine genau io große Be droh u.n g wie die am 21 . März weiterim Süden begonnene bedeutet. Wir müssen weiter konstatieren, daß unsere tapferen Männer, dem Gegner zahlenmäßig weit unterlegen sind, und daß sie ihm nur standholten können, wenn sie mit dem äußersten Heldenmut kämpfen. Gibbs zahlt dann ans, wgs für Heldentaten einzelne Engländer verrichtet haben.
Abweisung eines englischen Angriffs auf bis flandrische Nüst«.
W. T.-E. Berlin, 12. April. (Amtlich.) In der Nacht vom 11. zum 12 . April unternahmen englische See strertkräfte, bestehend aus Monitoren, Tor- pedobootfahrzengen und ' Flugzeugen, einen Angriff gegen die flandrische Küste. Ostende wurde mit s ch w e r e m Kaliber beschossen. Ze e b r ü g g e durch Flugzeuge mit Bonchen beworfen. Die Angriffe wurden durch unsere Batterien mühelos ab ge schlagen. Militärischer Schaden wurde nirgends an gerichtet. Ein feindliches.Torpedomotorboot, das sich Ostende nähevte, wurde in Brand geschossen, von seiner Besatzung verlassen und danach mit voller Aus- rüstnng von uns erbeutet.
Der Chef.des Admiralstabs der Marine
Deutsche Luftschiffe über England.
. 13 - April. (Eig. Drahtbericht, zb.)
Aus London wird vom 12. April gemeldet: Feindliche Luftschiffe kreisten heute abend an der Ostküste Eng lands. Sie haben die Gegend rm O st c n und in der Mitte des Landes angegriffen. Eines oder zwei van ihnen sind weiter in das Land gcdrnn gen. Einige Bomben sind abgeworfen worden. Der A n g r i f f d a u e r t u u ch an.
Die Befreiung Kinnlandr.
s. Stockholm, 13. April. (Eig. Drahtbericht, zh.) Nachdem sich die militärische Lage in Finnland für die Rote Garde verzweifelt gestaltet hat, teilten die finnischen Volkskommissare deni Sowiet von Peters bürg mit, daß sie sich dort niederlassen wollten. Sie erhielten die Antwort, daß sie auf Gastfreundschaft rechnen konnten. Die finnische WeitzeGardedesetztedie S t a d t K e m auf der Halbinsel Kola.
Unsere §lotts im ksafen von ^elsingfors.
IV. T.-E. Berlin, 13. <vril. (Amtlich. Drahtbcricht.^ Der die Hikfsunternehmung der Armee nach Finnland unterstützende Teil unserer Secstreitkcäfte ist am 12. April, nachmittags, in den Hafer: von Helsingfors (Sudfinnland) eingelaufen und vor der Stadt vor Anker gegangen.
Der Chef des Adrniralstabs der Märine.
S. M. S. „Rheinland" auf Grund gerate«.
W. T.-B Berlin, 12. April. S. M. S. „Rheinland" ist arn 11 . Avrrl in dichtem Nebel in der Alandsee fest- gekommen. Die Abbrlngnngsarberten sind im Gange.
Die Lebensmitteluuruheu in Holland.
\V. T.-B. Amsterdam, 13. April. (Drahtbericht.) Auch heute tjt cs wieder zu großen Unruhen im Haag und in anderen Städte« gekommen. Arnsterdun ^<4 der -rag rotzig.
Der angebliche Wortlaut des Briefes llaifer Karls
nach offizieller Note des französischen Ministerpräsidiums.
>.B. Paris, 13. April. (Eig. Drahtbericht, zb. Agence Havws.) Man teilt folgende offizielle Note mit: Es ist kein Haltepunkt inehr vorhan-deri im Triebwerk der Lüge. Nachdem Kaiser Karl unter den Augen von Berlin das l ü g n c - rtfdie Dementi des Grafen Czernin auf sich nimmt, zwingt er die fianzösische Regierung .dazu, den Beweis zu liefern. Folgendermaßen lautet der Text des am 31. März 1917 durch den Prinzen Sixtus von Bourbon, «chwager des Kaisers von Österreich, dem Präsidenten dar Republir P 01 n c a r e in der Urschrift übermittelten und mit Zustimmung des Prinzen Sixtus von Bourbon '-m französischen Ministerpräsidenten übermittelten Brieses:
Mein lieber Sixtus!
^ Das Ende des dritten Jahres dieses Krises, der so viel (f^uer und so viel ^Schmerz in die Welt brachte, rückt heran. Alle Zoller meines Reiches sind enger als je vereint im a^ meinsamcn Willen, die I n te g r i t ä t d e r M 0 n a r ch i e lelbst um den Preis der schwersten Opfer zu erhalten. Dank ihrer Einigkeit und unter Hilfe aller Nationalitäten meines Reiches konnte die Monarchie seit drei Jahren den ernste- lt«.n vl.l'stürmen w'ideri't'Lh^n. Ni-em-rrnÄ tvwd die -von xntiTicxi Truppen dabongetragenen militärischen Vorteile bestreiten, lixsonders die auf dem Ba l ka n k r iegsfcha u pla tz.
Seinerseits hat Frankreich große Widerstandskraft und Begeisterung gezeigt. Wir alle bewundern rück- 'baltlos die wunderbare traditionelle Tapferkeit smner Armee und den O p f e r g e i st des ganzen französi- icheu Volkes. Deshalb ist es mir besonders angenehm, daß, obwohl wir augenblicklich Gegner sind, kein Ausein- andergehcn der Gesichtspunkte oder der Aspiration mein Rech oon Frankreich trennt. Ich bin berechtigt, baffen zu dürfen, .daß meine lebhafte Sym- P a t Ei iefür Frankrei ch, vereini mit jenen, die in der Monarchie Herrschen, auf immer^dar die Rückkehr eines KriegSzuitandes vermieden wird, für den mir keine Verantwortung znföllt.
Zu diesem Zweck und um die Echtheit dieser Gefühle auf bestimmte Art kundzutun, bitte ich, g e h e i m u n d i n- okfiziell Herrn P-incare, dem Prä,Identen der französischen Republik, mitzuteilen, daß ich mit allen M i t t e l n und unter Aufbietung all meines persönlichen Einflusses bei meinen Berbnndeten, die gerechten französischen Ansprüche hinsichtlich Elsaß-Lothringens unterstütze» werde.
Was Belgien anbetrifft, so muß es in seiner Souveränität w i e d e r h e r g e st e l l t werden und seinen gesamten wirtschaftliche» Besit, erhalten, unbeschadet der Entschädigung, die es für die erlittenen Verluste erhalten soll.
Serbien wird in seiner Souveränität wie der her gestellt werde», und als Unterpfand unseres guten Willens find wir bereit, ihm einen ge rech, ten natürlichen Zugang zum Adriatischv« Meer sowie weitgehende wirtschaftliche Konzessionen zu sichern. Seinerseits wird Qstcrreich-Uu. garn als erste und absolute Bedingung verlangen, daß das Königreich Serbien alle Beziehungen abbricht und jcve Gesellschast oder Bereinigung unterdrückt, deren Ziel die Auflösung der Monarchie ist, insbesondere die N a r 0 d n a Ockrana, daß cs loval und durch alle Mittel jeder derartigen politischen Agitation, sowohl in Serbien als außerhalb seiner Grenzen verhindert, und daß cs unter Garantie der Ententemächte diesps gewährleistet.
Die Ereignisse, die sich in Rußland abgespielt habe«, zwingen mich, meine diesbezüglichen Ideen für jenen Tag t»>rznbehalten, an welchem dort eine gesetzliche und de«, nrtlve Regierung vorhanden sein wird.
Nachdem ich nun meine Gedanken davAelsgt habe, bitt- lch Dich, n.ir Deinerseits nach Liespreebung mit dem beiden Machten zunächst die Vieimumg Frankreichs, dann diejenige Englands auseinanderzu fitzen, um dergestM eine Grundlage vorzuberesten, auf der offizielle Besprechungen begonnen iverden könnten, damit wir zur Bosviediaumg aller gelamgeu.
Hoffen .wir, ldaß auf deefi Werse beiderseits bald dem ' Reiben Tausender von Menschen und Familien, die in Trauer und Frucht lebe«, ein Ende setzen können. Ge- nehinige ufw. gez. Karl."
Nachdem GrafEzernin in seiner Rede bmn 8.Ap-il das Vorhandensein dieficr lln t c rh andlu ngen infolge der Initiative einer im Rang weit über ihm ste b e n d c r: Persönlichkeit anerkannt Hatz wird die österreichische Regievung eingeladen, sich über fenj Wn 'chr ziltzestandeucn Versuch uwd über'die EchMl- hchtcn der Bssprechungeu ihrer Lchezxexrem^u mcherv.
