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12 Ausgaben.
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Berliner Abteilung de» Wie sbadener Tagblatts: Berlin _
Samstag, 13. KprU 1918. MorgeN-kt USgübe.
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Nr. 171.
Jahrgang.
Englands Hilferufe.
Zu Beginn des Krieges war London das Mekka aller jener Gegner Deutschlands, denen im Kampfe mtt den Mittelmächten die Kräfte zu verfügen drohten. Rumänien, Serbien und selbst 3 t a 1 1 e n Ö^tten nach dem Zusammenbruch ihrer militärischen llircuchl niemals daran gedacht, den Krieg fortzusetzen, wenn sie nicht den Glauben gehabt hätten, daß es ihnen mtt englischer Hilfe doch einmal gelingen wurde, das Kriegs- glück zu ihren Gunsten umzulenken. Rußlands Geschick wäre längst entschieden gewesen und zweifellos wäre der Frieden ini Osten weit früher Tatsache geworden, wenn man nicht in Petersburg Ener wieder den Londoner Zusicherungen Glauben geichenkt hatte, daß Englands Machtmittel völlig, dazu ausrerchten, dem Kriege die entscheidende Wendung zugunsten der En- tente zu geben. Die ruffische Dampfwalze wurde im Vertrauen auf Englands Kraft immer wie- der flott gemacht und Englands Versprechungen haben schließlich Rußland an den Rand des Abgrundes getrieben. Je länger der Krieg aber dauert, desto deut- licher zeigt es sich, daß nicht die Kraft der Mittelmächte sich zu erschöpfen begann, sondern im Gegenteil, daß das -weltbeherrschende Älbion auf die Dauer nicht in der Lage ist, die Kriegslast seiner Vasallen auf eigenen Schultern zu tragen. Zuerst machte sich diese Er- jcheinung aui wirtschaftlichem Gebiete bemerkbar. Die finanzielle Führung des Krieges enff glitt den Händen Londons und ging nach Amerika über. Heute ist England, das kann ohne Uber- treibung gesagt iverden, bereits völlig in A b h a n g i g-
keit von den Finanz gewaltigen vom Wall-
streit, ja selbst Javan. das vor dem Kriege tief in der englischen Kreide gesteckt hatte, ist heute aus dem Schuldner zum Gläubiger Englands geworden. Nichtsdestoweniger war aber England bisher nmmer noch imstande, militärisch den Ansprüchen des Krieges zu genügen und einen Zusammenbruch an der Westfront dadurch zu verhüten, daß cs dem erschöpften Frankreich durch seine Menschenmassen das Rückgrat stärkte. Tre Erfolge der deutschen Heere an der Westfront haben die englische Macht aber auch nach dieser Richtung hin vonGrun dauserschüttert. Wie sehr dies der Fall ist, zeigt die Tonart der Kundgebun- flen, in denen sich Englands Herrscher und Englands Staatsleute um militärische Hilfe bemühen. Ähnlich wie das erschöpfte Frankreich richtet das stolze Albion heute seinen Blick nach A m e r i k a.^und tn einem Tone, der von der Tradition britischen Selbstbewußtseins erheblich abweicht, geschieht alles, um die Union zur stärkeren Hilfeleistung anzutreiben. König Georg hielt es für nötig, den Präsidenten Wilson darauf hrnzuweisen, wie sehr England und Frankreich der Hilfe der Vereinigten Staaten bedürften und L l o Y d George bemiiht sich mit dem ganzen Aufgebot seiner Beredsamkeit, dem überseeischen England die Gefahr dcrStunde klar zu machen. Alle die Kundgebungen laffen erkennen, wie sehr Englands Vormachtsstellung sich auf der absteigenden Linie be- findet Die Erkenntnis von solcher Ohnmacht muß in London schon sehr weit gediehen sein, wenn sich britr- scher Hochmut dazu herbeiläßt, so offen und vor aller Welt Hilferufe an die Vereinigten Staaten, an I n d i e n und die Dominien zu richten.
Zn siegreichem Kortschreiten durch die weite Lyrebene.
' ver Abendbericht vom 12. April.
W.T.-B. Berlin, 12. April. aömdS. (Amtlich. Drahtbericht.)
Unsere siegreichen Truppen sind im Fortschreiten durch die weite LySebene »wischen ArmrntiereS und Meralle.
Näheres über den Sieg von Armentitzres.
W.T.-B. SBerlin, 12. April. (Drahtbericht.) Tie Engländer warfen auch jetzt wieder bei der Schlacht pon Armentidres Hals über Kopf Kompanie auf Kompanie von Divisionen, die vor St. Quentin abgekämpft waren, planlos in den Kampf. Dieses kopflose Verfahren lieferte den Deutschen wiederholt geschlolsene britische Kompanien in die Hand. Gerade in den letzten Nächten vor Beginn der Schlacht an der Lys hatten sie einen großen Teil ihrer schweren Artillerie dort herausgezogen, um sie zwischen Ancre und eorrtme einzusetzen. Die portugiesischen Divisionen mußten diese Schwächung der gemeinsamen Front teuer bezahlen. Wie überraschend der »neue Schlag die Engländer traf, und welche Überstürzung herrschte, geht daraus hervor daß sie bereits um 9 Uhr vormittags, also im _n- ' s^ a )yHm hgr. Schilcstbt. eil rast den Reit UV ro I
schweren Geschütze sprengten, damit stE gebrauchsuusal ig in deutsche Hände fielen. Diese Handlungsweise widerspricht in so hohem Matze jedem KamPfgÄwauch, daß man sie urrr als eine Verzweiflungstat bezeichnen kann.
Die schweren Verluste der Portugiesen.
W T -B. Berlin, 11. April. Wie schwer die portugiesischen Verluste sind, erhellt daraus daß einer deutschen Gefangenen- Sammelstellr 64 Offiziere und 1069 Mann eingeliefert wurden. Zwei dezimierte portugiesische Regimenter wurden nach Boulognc zurückgezogen, um dort neu organisiert zu werden. Der deutsch- Angriff hatte den Gegner völlig überrascht, denn in der Nacht vorn 9. zum ^ 0 . April sollten zwei portugiesische Divisionen durch eine englische abgelöst werden. Ein portugiesischer Brigadestab wurde gefangen genommen. Er war völlig ahnungslos, da seit der deutschen Artilleriebeschietzung sofort jede Verbindung nach vorwärts und rückwärts aufhörte. Plötzlich Deutschen Par dem Unterstand des Brigadestabe». Mannschaften und Offiziere wußten nichts von dem großen^ut- chen Erfolge beiderseits der -somtitc. Ten Mannschaften war gesagt worden, daß sw bei mangelnder Tapferkeit BrandmaleimGesicht erhalten und nach der Rückkehr in die Heimat schwor beste ist werden würden. Ave Meldum gen besagen, daß die völlig versagende englische ^uhrung auch hier wieder die Haupffchuld an der schweres blutigen Niederlage trifst.
Ein schönfärberischcr englischer Bericht aus Flandern.
3 TB. Haag, 12. April. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der Som- deckbersthterstvtter Reuters in Frankreich meldet vom 11. April: Die Loge in Flandern wird heute als ziemlich wltiei- hergestellt angesehen. Obwohl der Komps noch fortdauert, sieht man seinem Ausgang vertrauensvoll entgegen. Der deutsche Vofitoß hat den Feind weit von ferner Berteidi- gungslinie fortgeführt und seine Etappenlinien verlängert, ohne daß er dementsprechende Vorteile erringen konnte. G iv«nchy und die Hügel von MessineS haben taktischen Wert, aber es ist den Deutschen sticht gelungen, -diese bestw, Puntte zu erobern. In großen Stotzwellen kam der Fernd über schlechte? Terrain näher, wobei feine Flanke ern gutes Ziel fiir unser Maschinengewehrseuer aibgab. Er hat bei die- sem Angriff große Verluste erlitten, später aber große Reserven herangesührt. Auch die Brsten zogen Reserven heran, besonders stör den Kampf nordöstlich von Armentieres. Britische Flieger haben wahrgenommen, daß der Gegner rn der Nähe von Ploegsteert starke Jnfanteriettuppen konzen- trierte. Diese Ansammlungen wurden von der britischen Artillerie stark beschossen.
Für was?
W T -B London, 12. April. (Dnchtbericht.) Reuter meldet' amtlich: Der O b e r b e f e h l s h a b e r hat an den Kommandanten, alle Offiziere und Mannschaften der So. Division für ihre hervorragenden Kampfleistungen der Festubert und Givenchy telegraphisch seine Glückwünsche geschickt.
Wieder Dumdum-Geschosse bei de» Engländern.
W T.-B. Berlin, 11. April. Wiederum wurde die völkerrechtswidrige Verwendung von Dumdum-Geschossen durch englische Truppen festgestellt. Bei den westlich von La Fere gesirllenen englischen Soldaten wurden, wre bereits mehrfach in den letzten Kämpfen, Geschosse mtt abgeknrffener Spitze gestruden.
Französische Beschwichtigungen zur Wiedereroberung Couch le Chateaus.
W T-B Bern, 12. April. (Drahtbericht.) Der deutsche Vorstoß südlich der Oise, in der Richtung auf Couch le Chateau, wird bon der französischen Presst vom 7. und 8 April nur wenig besprochen. Die Blätter bemühen sich, die dortigen Operationen als eine freiwillige Räumung un- günstiger Stellungen seitens der französischen Heeresleitung hinzusstllen. „Petit Parisien" schreibt, der Rückzug sei allerdings schmerzlich, wenn man sich erinnere, welche Anstrengun- aen die Eroberung gerade dieser Stellungen rm Vorjahre kostete — -Echo de Paris" schreibt, Foch sei außerordentlich zuversichtlich und ruhig. Die deutsche Offensive werde zwar wieder ausgenommen werden, dies entspreche aber gerade dem Wunsch ter alliierten militärischen Führer, die eine Liquidierung der Lage wünschten, damit die Mittelmächte ge- zwiinoeii werden, ihren Bankerorr annisagen. Der Beichttlß. 1 amerikanische Truvpen mit den französischen und englischen Truppen zu vermischen, werde den Sieg entscheiden. Hoffentlich werde der Beschluß unverzüglich durchgeführt.
Die Unruhen in Holland.
Hungerkrawalle in Rotterdam.
Berlin, 12. April. Me dem „B. T." aus Rotterdam berichtet wttd, fanden Donnerstagmittag dortsewst neue Hunger- krawalle statt. Viele Brotwagen iind n«chver« LebetMnttteL- ILden wurden geplündert. An einten Stellen kam es zu Zusammenstößen. Berittene Polizei wurde a»l verschiedenen Stellen als Wachmannschaft ansgestellt.
Ein ernster Mahnruf der vürgermsifter.
XB. Haag, 12. April. (Eig. DrahÄbewicht. zb.) In den w i ch t i g st e tt Städten Hollands haben die Bürgermeister mit dem Bürgermeister von Rotterdam an der Spitze eine Proklamation an di« Bevölkerung erlassen mit der: Überschrift: „Unordnung bedeutet Hungersnot!" Darin wird gesagt, daß die Polizei und -das Militär den Befehl haben, aus das energischste vorzugehen, da man nicht Die Ansicht habe, mildernde. Umstände für Halbwüchsige und Kinder gelten zu lassen, die sich in die Arenge mischten. Man sei stst entschlossen, den Unruhen in ganz Holland sofort ein Ende zu bereiten.
Amerika will anscheinend doch helfen.
NB 1 . Haag. 12. April. (Eig. D-ahtbericht. zb.) Reuter meldet au§ Washington: Das KriegShandelSamt hat die Erlaubnis erteilt, daß zwei Schiffsladungen^ Ge- treide sofort nach Holland abgehen, wahrend ein drittes Schiff sich nach Argentinien begibt, um dort für Holland Getreide zu laden.
Deutsche Getreidrsenduvg für die deutschen Internierten in Holland.
Berlin, 12. April. Ans idem Haag wird dem „2M." berichtet, daß dem Utrechter Blatt „Zentrum" zustckge die deutsche Regstrung schlossen habe, für dst dewichchen Internier- ten in Holland Getr eide zu senden.
Ei» neuer englischer Rriegsrat.
(NB. Haag, 12. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Ter König von England hat eir>en neuen britischen Kriegsrat ernannt, dessen Vorsitzender Earl o f Derby ist.
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Schulfrei in Berlin und Brandenburg.
W T.-B. Berlin, 12. April. (Drahtbericht.) Anläßlich des Sieges von' Armentieres hat der Oberbefehlshaber in den Marken, Generaloberst v. Kessel, bestimmt, daß in Berlin und der Provinz Brandenburg am Montag. 15. AprU, der Unterricht an allen Schulen auSsällt.
Eine Mahnung Deutschlands an Trotz- Rutzland zum Srisdensschlutz mit derUüraine W. T.-B. Moskau, 11. April. (Drahtbericht. Petersburger Telegraphenagentur.) Frmkspruch der deutschen R rung an das Kommissariat der auswärtigen Angeiegemhe-iteii. Gemäß Artikel 6 des Friedensvertrags verpflichtete sich dm rnffische Regierung, mit der ukrainischen Republik brnn. o kurzer'Frist einen Frieden zu schließen. Nach einer ^Mstst-,- lung der ukrainischen Regierung unternahm die russische Re- gstrnng keinen Schritt, um die Herbeisührung des Friedens zu beschleunigen, trotz der Anregungen und Versuche der Ukraine. In der Voraussetzung, daß der riffstich-immiin. - sche Friedens vertrag nntep anderem alle zweffelhaften Fragen hinsichtlich der Ausdehnung des ukrainischen Gebiets löst:, soll, gibt dst deuffche Regierung der Hoffnung Ausdruck, d-rz dst russische Regierung ohne Verzögerung in Vechand- lnngen mit der Regi-rung der ukraamschen Republik eintteten wird, uiid ersucht sie, sie toon dem Beginn dieser VerbaiMum gen in Kenntnis zu setzen.
Auswärtiges^ Amt. von dem Dussche.
Das Kommissariat der Auswärtigen Angel-egenheite n richtete an Deutschland folgende Antwort über die Ver- bandlung-en mit der Klewer Rada: In Beantwortung des
Funkspruchs des Auswärtigen Amts vom 6. April, m dmn die deutsche Regierung die russische Regierung an eine nicht er- -füllte Pflicht erinnert, dst Frstdensverhandlungen mit der Kstwer Rada auszunelMen, teilt das Kommissarrat der Auswärtigen Angelegenheiten den Wortlaut senres noch anr 1. April nach Kiew gesandten Funkspruchs mit, mtt dem^^Vorschlag, die Verhandlungen am 6. A p r i l in S m o len s t beginnen. Da von >der Kiewer Rada noch keine Antwort ern- gegangen ist. ersucht -das Kommissariat für AuM-attige «n- gelegenheiten dst d e u t s ch e Regierung. 'den Worstaitt de. erwähnten Funkspruchs, in dem <tts Verhamdlungsost Smolensk vorgeschlagen wird, der Rada mtt neuem Datum zur Kenntnis zu bringen.
Die ruffische Flotte verläßt Helsingsors.
NB. Haag. 12. April. (Eig. Drahtbericht zb.) Aus Petersburg wird gemeldet: 200 russische ,^nien-
schiffe. Kreuzer und Transportichiste, sind aus Helstngsfors nach Kronstadt abgegangen. Dm erste Ab.erlung ist bereits vor Kronstadt angekommen.
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Proklamation der Vereinigung petzaradiens mit Rumänien.
N. Wien, 12. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der König von Rumänien hat mit Rücksicksi aus den Beschlug de beßarabischen LandesrateS die Berermgung BetzmcccknenS mit Rumänien proklamier:. Diese Proklamation ,ann \ och nicht als endgültiges Faktum angeschen werden, da gemap dem Abkommen Rumäniens mit den Zentralmachtcn d Lösung dieser Frage von der Haltung Rumäniens gegenüber den Mittelmächten Mängt. Der Erledigung drestr Fraae stehen auch von der Ukraine ausgehende Schwie.,ig- ststwi entgegen, die bekanntlich aus Teile Beßarabien», m to-eu das ukrainische Element übcrwicgt, Anipruch erhebt.
