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vienslag, 9. slpril 1918.
Erneute erfolgreiche Angriffe südlich der Gije.
Stark ausgebaute und zäh verteidigte Stellungen des Feindes erstürmt.
Toucq le Chateau» ihutneq und Landricourt genommen.
Die Überlegenheit unserer Flieger auch im März bewährt.
W. T.-B. Großes Hauptquartier» 9. April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Au der Schlachtfront entwickelten sich vielfach lebhafte Artillcriekämpfe. Auf dem Südufg» der Oise griffe» die Trupveu des Generals v. Schoeler- W i ch u r a den Feind erneut an. zwischen der Oise und Folemlray stießen sie über die Aillette bis zum Oife - Aisnetanal vor. In heftigen Kämpfen nahmen sie den zäh verteidigten Wald östlich von Gunay. Sie er- Ilomme« im Angriff von Norden und Osten her die steilen Hänge der Höhen östlich von Couch le Chateau und erstürmten die stark ausgebautru Stellungen des Feindes. Quincy und Landricourt wurden genommen. Nach besonders erbittertem Kampf fiel heute das festungSartigc Conch le Chatea«..
Im März beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreitkräfte auf dem westlichen Kriegsschauplatz §3 Fesselballone und 340 Flugzeuge, von denen löst hinter unseren Linien» die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir haben im Kan,Pf 81 Flugzeuge und 11 Feffelballonr verloren.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
klbend-klusgabe.
Der vo'ststz der Armee vsehn.
Das Kampffeld an der Westfront hat eine neue Ausdehnung erhalten indem die zur Heeresgruppe Deutscher Kronprinz gehörende Armee des Generals von Boehn auf dem Südflügel zwischen La Mce und der Aillette z u m An g r i f f ü o e r g e g a n a e n ist. Die deutschen Linien zogen sich vor Beginn der Offensive in gerader Linie von Nord nach Süd. von Moy über La F6re, Servais nach der Aillette» die sie nördlich von Soffsons erreichten, um dann diesem Abschnitte in der Richtung von West nach Ost zu folgen. Bei der Offensive war der linke Flügel der Armee Hutier von La Före aus in westlicher Richtung entlang der Oise vorgegangen und hatte über Chciuny und Noyon die Gegend von Montdidier erreicht, wo mit der Erkämpfung des Westufers des Donabschnittes und der Schafsting eines Brückenkopfes in der Linie Fontaine-Mesnil eine Ruhepause einqetreten war. Die neue deutsche Front bildet daher ouf dem Südflügel in der Gegend von La Fdre einen spitzen Winkel, es war ein Dreieck entstanden, das im Norden durch die Oise, im Südosten durch die Aillette und im Osten durch die alte Linie der' deutschen Stellungen gebildet wurde. Es wird zum größten Teil durch den Wald von Couch ausgefüllt: in dem Südtefle liegt Couch l e Chateau.
Die deutschen Stellungen hatten auf diesem Flügel eine ungünstige Gestaltung und beanspruchten, da zwei Seiten des Dreiecks gehalten wurden, verhältnismäßig sehr starke Kräfte. Außerdem entbehrte die Ostsette eines natürlichen Schutzes. Es lag daher der Gedanke n "je, sich durch einen umfassenden Angriff von Norden und von Osten her in den Besitz des Dreiecks zu setzen und biszurAillettevorz »stoßen. Dadurch wurde eine bedeutende Frontverkürzung erzielt und die Armee Boehn erhielt gleichzeitig eine günstig gere Verteidigungsstellung, indem der Ailletteabschmtt vor ihrer Front lag. Auch die Vev b i n d u n g mit dem linken Flügel der Armee Hutier gestaltete sich einfacher. Die ganze deutsche Front erhielt unter Beseitigung des tiefeinsvringenden spitzen Winkels wieder eine geschlossene gradlinige Form. Das waren die zunächst vorliegenden örtlichen Ziele des Angriffes, der am 6. und 7. erfolgreich durch- geführt wurde. Der Angriff wurde durch die kon> zentrifche Feuerwirkung erleichtert, indem die deuffchen Geschützen gleichzeitig von Norden, Osten und Süden auf das zwischen ihnen lieaende, -vom Feinde be fetzte Gebiet feuern konnten. Bereits am 6. war die Oise überschritten und der Nordteil des Geländes erobert. Unter dem Druck? dieses Erfolges räum- ' ten die Franzosen in der Nacht vom 6. zum 7. einen weiteren Teil, so daß die deuffchen Truppen in den Be sitz der Orffchaften Pierremand? und Folem bray und damit auf dem Nordflügel und in der Mttte bis an die Aillette selbst vo.-drangen. Der Geg- ner wurde in diesen Abschnitten auf das Westufer
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Dreiecks besetzt, befindet sich aber dort, da er von drei Seiten umfaßt ist, in einer so schwierigen Lage, daß er sich schwerlich längere Zeit halten kann.
Jeder takttsche Erfolg bürgt in sich di? Grundlage zu strategischer Ausnutzung der Kampfhandlung. Es ist daher möglich, daß auch der Angriff der Armee Boehn über die Aillette weiter geführt wird. Er trifft dann auf die Linie C o mpiö gn e - So isso ns und bedroht damit die Flanke und die rückwärtigen Verbindungen aller derjenigen französischen Truppen, dre vom General Foch aus südlicher Richtung zum Gegenangriff gegen den Südflügel der Armee Hutier in der Linie Montdidier - Noyon angesetzt wer- i>eti. Ob die deutsche Heeresleitung aber derartiges beabsichtigt, läßt sich augenblicklich noch nicht erkennen. Es wird dies auch sehr wesentlich von den feindlichen Gegenmaßnahmen und der weiteren Entwicklung der allgemeinen Offensive abhängen. Vorläufig handelt es ich lediglich um die Verbesserung der Stellung und Vermehrung des Flanken- s ch u tz e s durch die Besitznahme des Geländes bis zur Aillette. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß durch den deuffchen Angriff starke feindliche Kräfte gefesselt sind und daß die Unsicherheit der feindlichen Heeresleitung über die deuffchen Maßnahmen qesfiegen ist. General F o ch, der immer mit der Möglichkeit einer Fortsetzung des Angriffes gegen Compldgne rechnen muß. ist zu einer neuen Zersplitterung seiner Reserven genötigt. In dieser Hinsicht liegen die Vecbältniffe wie bei dem deuffchen V o r st o ß auf dem Nordflügel in der Gegend von A r r a §. m
flus den Kämpfen südlich der ©ife.
W. T.-B. Berlin, 8. April. Die Franzosen, die südlich der Oise den Engländer vor kurzem ablösen mußten, hatten in der Oise und ihren breiten Sümpfen ein gutes Fronthindernis sowie in dem leicht steigenden Gelände starke Der- teidigungZmöglichkeiten. Einen ausgezeichneten Stützpunkt boten die beherrschenden Höhen der Zwillingsberge bei Amigny, eine glänzende.stark ausgebaut- Rückendeckung der sumpfige Wald von C o ü c li. Dennoch konnten die Franzosen dem' nach zweistündiger scharfer Artillerievorbereitung vorbrechenden Angriff rticfii standhalten. Der mannhafte Widerstand der vordersten Stellungen war bereits am Vormittag gebrochen. Das Tagesziel weit überschreitend er- reichten unsere Truppen die Linie der Bahn Chaunt,» Barisi? - Gobain und stießen an vielen Stellen darüber hinaus vor. Die gefangenen Franzosen äußerten sich aufs höchste erbittert über die Engländer. Sie hätten ihnen allzu früh zu Hilfe eilen müssen. Sie hätten ferner geglaubt, daß die deutsche Offensive mit Einsatz der Franzosen scheitern mußte, und sind nun sehr entmutigt, daß auch sie dem deuffchen Angriff nicht widerstehen konnten.
vle strategische Bedeutung unserer Fortschritte bei amiens.
Br. Basel, 9. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der „Basier Anz." meldet: Mit der Erreichung des WaDeS von ArrachiS sind die deutschen Truppen der wichtigen Bahnlinie Amiens-Clermont. der letzten Linie, welche Amiens direkt mit Paris verbandet, auf 5 Kilometer Luftentfernung nahgerückt, wobei schon die Benutzung ziemlich herabzedrückt wird, zumal neuerdings auch diese Bahnlinie unter schwerem Feuer liegt.
Die französische Unsicherheit über Hindenburgs Absichten.
Berlin, 9. April. Die Ungewißheit, die in Frank-, reich über den weiteren Verlaus der Operationen an der Westfront herrscht, findet, wie dem „B. T." aus Genf berichtet wird, ihren Ausdruck in einer heutigen Havas-Note. Darfit wird ausgeführt, es liege kein Anzeichen vor, das die Absichten Hindenburgs erraten lasse. Die französische Heeresleitung sei der Ansicht, daß das Gros der deuffchen Reserven noch imML? vor Amiens massiert sei und dort den Hmipffchlag suchen werde.
Englische Besorgnisse.
jssL. Haag, 9. April. Mg. Drohtbericht. zb-) Aus London wird gemeldet: Der KriLgSbcrichtcrstatter Gibibs meldet von der franzüsifchen Front: Ter Feind hält fortwährend die Abschnitte unserer Front unter schwerem Geschützfeuer. ES ist sehr wohl möglich, daß die Deutschen einen neuen Versuch unternehmen werden, unsere Verteidigungsstellungen in der Nähe von Arras zu umzingeln unid zu gleicher Zeit einen Durch b r uch S v erf uch nach Arras zu bewerkstelligen. Sollten sie südlich von der Somme Erfolg haben, so würden unsere Stellungen von Albert bis zum Ancretal, unhaltbar .werden.
Die belgische» Truppen an der Westfront.
Du. Zürich, 9. April. (Eig. Drahtbevicht. zb.) Der „Neuen Zürcher Ztg." zufolge haben die belgischen Truppen gegenwärtig eine Linie von 30 Kilometer zu halten. Der belgische General Moranville reorganisiert die Truppe.nbestände und hat eine besondere belgische > Trnv»en«fervsüeiMffr«:'
Nr» 164. . 66. Jahrgang.
Die Fernbeschietzung von Paris.
W. T.-B. Paris, 8. April. (Meldung der Agence Havas.) Die Beschießung Pariser Gebiets durch das weittragende Geschütz hat am Sonntag wieder begonnen. Es sind keine Todesfälle zu beklagen.
Der Erbauer der Ferngeschütze.
Dr. Fritz Raufen beiger, der Erbauer der Ferngeschütz;, die die Festung Paris auf 120 Kilometer Entfernung beschießen, ist Direktor der ariillerisüschen Abteilung der Firma Krupp und hak bekanntlich auch die tS.S-Zentimcier-Haubitze entworfen, die zu Kriegsbeginn den Feinden cme ebenso unangenehme Überraschung bereitet hat, wie jetzt dre deutschen Ferngeschütze. Me Berechnungen und genauen Vorschläge, wie auch die ganze Idee der neuen Ge- schütze stammen de» Rausenberger. Einer seiner verdientest«! Mitarbeiter ist sein stütz er er Schüler, der jetzige Assistem Ritter Otto v. E b e r h a r n, der große Verdienste um bte Flug bahnb e- stimmung des Geschosse- bat. Bride wohMen dem ersten Schießen aus die Festung Paris bei.
Unsere Flieger wahrend der letzten Kämpfe in Frankreich.
W. T.-B. Berlin, 8. April. Die Kämpfe der ersten Tage dieses Monats boten unseren Truppenfliegern reiche Be- tätigungs Möglichkeiten, obwohl die meist ungünstige Witterung an ihre Leistungsfähigkeit die höchsten Anforderungen stellte. Uyr bei unseren erfolgreichen Angriffen zwischen Somme und Luzebach sowie auf dem Westuser der Avre am 4. April die Verbindung Mischen Führung und Truppe zu gewährleisten, flogen unsere Infanterie - und Überwachungsflieger bei fast ununterbrochenem starkem Regen teilweise in nur zehn Meter Höhe. Die Ab- wehr der französischen Angriffe zwischen Morouil und Morst- didiers am 5. April wurde von unseren Flachfliegern durch kräitige Waffenwirkung gegen die feindlichen Sturmtruppen und Reserven wirkungsvoll unterstützt. Am 6. April begleiteten unsere Flieger den Angriff südlich der Oise unter heftigec Beschießung des Feindes durch Abwerfen von Granaten und Bomben. Die Ballone folgten der vor- sLhenden Infanterie im Hochtcanspvrt. Ern feindliches Geschwader von acht Fliegern wurde zwischen Noyon und Roye nach Ab'chutz von vier Flugzeugen zersprengt. Die Beute des gestrigen Tages beträgt 22 feindliche Flugzeuge gegen 9, die wir verloren haben. Rittmeister Frhr. v. Richthof e n ist am Erfolg des Tages mit seinem 76. Siege, seine alte Jagdstaffel mit 8 Flugzeugen beteiligt. Sie ruft damit die Erinnerung an die ruhmvollen Leistungen im April vorigen Jahres zurück. Im ganzen hat der Feind damit fmt Beginn der Durchbruchsschlacht 251 Flugzeuge und 12 Ballone verloren.
Eine „Erklärung" der Niederlage durch Lloyd George.
Berlin, 9. April, (zb.) Heute will der englische Ministerpräsident die U rsach en des englischen Rückzuges offenbaren.
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Kundgebungen gegen poinearü und Eiemeneeau in Paris.
Br. Zürich, 9. April. (Gig. Drvhtbericht. zb.) Westi- fchweizerifche Zeitungen melden aus Paris, daß in den letzten Tagen auf >dem Opernplatz und auf dem Konkordia- platz Kundgebungen gegen Primäre und Ctemenreau statt- gefunden haben. Wie Pariser sozialistische Blätter melden, wivd eine Resolution zur Friedensfrage von der linksfozialiMchen. Gruppe der Kammer vorbereitet.
Eine euglische Arbeiterentschließung für Friedens- j Verhandlungen!
— Bern, 7. April. Di« Jahresversammlung Der unabhängigen Arbeiterpartei in Leicester hat in der Schlußsitzung einen Beschluß des Inhalts angenomnlen, daß nur ein baldiger demokratischer und nicht aggressiver DerhantlungSfriede die Böller vor gänzlicher gegenseitiger Vernichtung, vor Ruin und Bankerott bewahren könnte. Der Bor- sitzende der Bergmann-union. Smillie, bezeichnet- bei Einbringung dieses Bcschlnstes Llovd Georges neulich« Äußerung, daß der letzte Mann des Landes im Kampfe den Ausschlag geben werde, als lächerlich und frivol. Er beklagte sich über die aus beiden Seiten der Böller zum Haß onstachelnd- Rlnnsteknpreffe unv betonte unter Beifall, ..wie ich nicht wünsche, die Deutschen »nsec L<md nberrcnncn zu sehen, so wünsche ich nicht, daß wir Deutsch- land überrennen". Frau Snowden sagte, den Beschluß umerstützend, wenn von dieser Versammlung ein Motto ausgehcn follic, so ist es biefe§: „Nieder mit Lloyd George". Das ist für mich! keine rheicrische Phrase und ich hoffe, daß auch chr all; ihn stürzen wollt. Solange Männer wie Lloyd Georg- an der Spitze stehe», gibt es für unser Land und für die ganze Welt keine Hofstrnug- Unter Bestall bat die Rednerin, die Kandidatur LanS- d o w ti e ? für den Premierministerposten zu unterstützen, sofern er sich für einen reinlichen Frieden erklären sollte. Der Be- schlrß wurde eiustimnüg angenommen.
Irlands widerstand gegen die-Dienstpflicht.
Berlin, 9. April, (zb.) Dos Verlcngen nach Einfüh- rung der Wehrpflicht in Jcland erhielt, wie der „Köln. Ztg."' gemeldet wird, von irischer Seite eine Antwort, die an Deut- lichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Das Parlamentsmit- glied Dolin erklärte, so lange die irische Partei noch einen Atemzug im Leibe hltbe. werde sie n i e m a l s die Einführuuq der Dienstpflicht in Irland gestatten. Daß die Sinnferw, Bewegung in Irland Forffchcitte macht, wird dadurch &e* wiesen, daß diese Partei bereits ein eigenes R-Hcht.P» verfahren emzMtztt Hatz. ' ' _
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