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Montag, 8. April 1918.

klbenL-Kusgabe.

Lmetterung der Erfolgs südlich der Glse.

W. HUBL Große» Hauptquartier, 8. April. (AmSich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme blieb die Gefechtstätigkeit »nf Artilleriekämpfe beschränkt. Teilungrisse der Engländer im Walde von Hangard, der Franzosen bei Grivv»mes scheiter- ten »nter schweren Brrlusten. .

Auf dem Südufer der Oise zwangen unsere Er­folge vom 6. April den Feind, »och in der Nacht vom 6. zum 7. Teile seiner Stellungen zwischen Bichancourt und Barisis zu räumen. Gestern fLhrten wir unsere A n - griffe fort und warfen den Feind nach Einnahme von Pierremande und Folembray auf das w e st - l^ch e»11fer der Billette zurück. Bon Bichancourt an der Oise entlang zurückgehende feindliche Kolonnen wurden vom Nordufer des Fluffes von unserem Maschinengewehr- fener flankierend gefaßt und unter den schwersten Verlusten zusammengefchossen. Die am Ostrand des Waldes Couch und BarisiS vorstoßenden Truppen r r - stürmten den Berg klotz nordöstlich von Folembray und drangen bis Bernenil vor. Die Zahl der eiwge- brachten Gesang an en hat sich auf m ehr als 2000 er­höht.

Bor Berdnn am Abend a«klebender Feuer­kampf.

Rittmeister Freiherr v. Richthofen errang seinen 77. und 78., Leutnant Wenkhoff seinen 23. Luftsieg.

Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neuer. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Zriedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Grotz-Rutzland!

W. T.-B. Moskau, 4. Apvil. Der Ausschuß für die aus­wärtigen Angelegenheiten übermittelte am 3. April dem Ministecrat der ukrainischen Volksrepublik in Kiew folgende Note: In Beantwortung deS Funkspruchs vom 2. April, der den Vorschlag des Ministerrates der Volkrepublik enthält, Friedensverhandlungen einzuleit«, schlägt die Regierung der ruffischen Republik, da sie durch das Ultimatum voni 21. Februar und durch den Vertrag von Brest gezwun­gen ist. einen Friedensvertrag mit dem Ministerrat der ukrainischen Volksrepublik zu schließen, als Verhand­lungsort die Stadt Smolensk vor. Wir bringen als Verhandlungsbeginn den 1 6. A p r i l l. I. in Vorschlag. Was den angblich zwischen den feindlichen Völkern geführten Krieg anbetrifft, so lehrst das Kommiffariat für auswärtige An­gelegenheiten der Volksrepublik nachdrücklich diese Bezeich- n u n g des blutigen Kampfes, der sich in der Ukreine ent­wickelte, ab Die Sowjetregierung in Rußland führt nicht Krreg gegen die Volksrepublik der Ukraine. Der gegen­wärtige Kampf spielt sich zwischen zwei Parteien des ukrainischen Volkes ab und es kann sich nur um die warme Sympathie handeln, welche die arbeitenden Massen Rußlands in diesen traurigen Tagen nicht für das ukrai­nische Volk allein den Arbeitern und Bauern der Ukraine «tg'eyenbringt. Das Volkskommiffariat für die auswärtigen Angelegenheiten: Titfcherin.

Joffe unk» Kameneto als Botschafter für Berlin und Wien.

W. T.-B. Moskau, 6 April. Die Petersburger Tele» graphen-Agentur bestätigt die Ernennung Joffes zum Botschafter in Berlin und Kamenews zum Botschafter in Wien.

Die Russen über die deutsche (offensive auf Helsingfors.

W.T.-B. Petersburg, 7. April. (Reuter.) Nach ungezogenen Meldungen eröstnenn die deutschen Schiffe, unter denen sich zwei Dreadnoughts befanden, nachdem sie vor L i e n c e (?) cmge- kommcn waren, das Feuer auf die russischen Schiffe, deren Kom­mandant es für nötig bielt, drei große Schiff- in die Luft zu sprengen Die deutschen Verluste während der Landung waren sehr unbedeutend, dank der Mtwirkung des russischen Eisbrechers „Wrlhdnetz", der die feindlichen Transporte durch die ihm wcblbekannten nrfsifchen Minenfelder führte. Bis heute früh landeten di« Temschen 12 6 0 0 Mann, die die Offensive in Richtung Helsingfors ergriffen. Die finnische rote Garde versuchte Widerstand zu leiste«, mutzt« sich aber vor der erdrückenden zahlen­mäßigen tberlegcnbeit der Deutschen zurückzichen. Man glauöt, daß die Landung der Deutschen das Ergebnis eines Abkommens der alten finnischen Regierung und der deutschen Regierung ist, wm dem Bürgerkrieg ein Ende zu machen.

Kapitulation der Roten Garde in Tammersfors.

W. T»-B. Stockholm, 6. April Finnischer Bericht vom 6. April, 2% Uhr morgens' Die erste große Operation der fo nw jd g« Arm« ist beendet. Die Rote Garnison von LmmueeShWe hat sich «vgeben.

' — ' Der GsqMÄtzuantie-myMLr: Ignatius.

Clemenceau und Graf Lzernin.

Eine neue MchtiMellung des Grafen Lzernin.

W. T.-B. Wien, f. April. Amtlich wird gemeldet: Gegenüber der ersten kurzen Erwiderung des Herrn Clemens ceau, mit der dieser den Grafen Czernin der Lüge geziehen hatte, ist dem nunmehr vorliegenden Kommunique des fran­zösischen Ministerratspräsidiums vom 6. d. M. das Zuge­ständnis zu 'entnehmen, daß zwischen den beiden Ver­trauens m än n ern der Regierungen Österreich-Ungarns und Frankreichs Besprechungen über die FviÄ>«Srrage statt- gefund« haben. Die von Herrn Clemenceau gegebene Dar­stellung der Einleitung und des Verlaufes dieser Verhand­lungen ebenso wie die von Herrn Painleve in der ..Humanite" über den gleichen, Gegenstand veröffentlichte Er­klärung weichen in vielen und wesentlichen Punkten der­maßen von den Tatsachen ab, daß eine eingehende Richtigstellung des französischen Kommunique'- not- wevdig erscheint.

Fm Juli 1417 wurde Graf Revertera von einer neu- i trale» Mittelsperson namens der französischen Regie­rung anfgefordert, mitzuteilen, ob er in der Lage wäre,, Eröffnungen dieser Regierung an jene Österreich-Ungarns entgegenzunehmen.

MS Graf Revertera diese Anfrage nt«ft eingeholter Geneh­migung noch im Juli 1917 bejahte, traf am 7. August 1917 nn Auftrag des ehemaligen französischen KriegSministerS und mit Genehmigung des damaligen französischen Ministerpräsi­denten R i b o t der Major Graf Armand bei dem mit ihm weiüäuftg verwandten Grafen Revertera in Freümrg ein. Graf Armand richtete nun an den Grafen Revertera die Anftage, ob mit Frankreich und Österreich-Ungarn Be­sprechungen -möglich wären.

Die Initiative zu dieser Anknüpfung ist also von fran­zösischer Seite auSgegangen.

Von dieser im Auftrag der französischen Regierung gestellten Anfrage hat Graf Revertera dem k. und k. Minister des Auswärtigen Meldung erstattet, der hierauf den Grafen Revertera ersuchte, die Besprechungen mit dem französischen Vertrauensmann aufzunehmen und im Laufe derselben fest­zustellen, ob hierdurch die Grundlagen für die Herbeiführung eines allgemeinen Frieders geschaffen werden könnten. Graf Revertera trat sodann am 22. urlo 28. August 1917 in Be­sprechungen mit oem Grafen Armand ein, die jedoch, wie Herr Clemenceau ganz richtig erklärt, kein Ergebnis lieferten. Hiermit brachen diese Verhandlungen ab. Wenn Herr Clemenceau behauptet, daß bei seinem Amtsantritt Be­sprechungen zwischen dem Grafen Revertera und dem Grafen Armand im Gange gewesen seien, so ist dies unrichtig. Erst im Jahre 1918 nahm Graf Armand, diesmal im Auf­trag des Herrn Clemenceau, mit dem Grafen Revertera neuerlich Fühlung.

Der im August 1917 abgerissene Faden ist also von Herrn Clemenceau selbst im Januar 1918 wieder ausgenommen worden.

Aus dieser neuerlichen Fühlungnahme ergab sich daun die in dem amtlichen Kommuniqe vom 4. April 1918 mitgeteilte Besprechung. Richtig ist, daß Graf Revertera dem Grafen Armand bei diesem Anlaß am 23. Februar 1918 Aufzeich­nungen übergab, von denen Herr Clemenceau nur den ersten Sah zitierte und die bestätigten, piß Graf Revertera bei den im August 1917 stattgehabten Besprechungen mit dem Grafen Armand den Auftrag hatte, zu konstatieren, ob von der französischen Regierung Vorschläge zu erhalten seien, welche, an die Adresse Österreich-Ungarns gerichtet, die Grundlagen für einen allgemeinen Frieden bilden würden und die Österreich-Ungarn seinen Verbündeten zpr Kenntnis bringen könne. Es entspricht somit durchaus den Tat­sachen, wenn Graf Czernin in seiner Rede vom 2. April erklärte, Herr Clemenceau habe einige Zeit vor Be­ginn der West offensive bei ihm angeftagt, ob er zu Verhandlungen bereit sei und auf welcher Basis. Der gegen den Grafen Czernin von Herrn Clemenceau erhobene Vor­wurf der Lüge ist demnach, auch mit den großen Ein­schränkungen, welche das vorliegende Kommunique der fran­zösischen Regierung vornimmt, nicht aufrecht zu er­halten.

Von Bitten um einen angeblichen Separatfrieden, mit denen die österreichisch-ungarische Regierung Rom, Washington und London ermüdet habe, ist der öster­reichisch-ungarischen Rcgierulig nichts bekannt.

Richtig ist dagegen, daß in der Schveiz zwischen dem Bot­schafter Grafen Mensdorrf und dem General SinntS eine von der englischen Regierung im Unterhaus zugegcbene Unterredung stattgefunden bat, die aber nicht einige Minuten, sondern in mehreren Zinammenkünft« einige stunden dauerte. Wenn Herr Clemenceau den k. und k. Minister der auswärtigen Angelegenheiten fragt, ob er sich erinnere, ob zwei Monate vor der Unternehmung Reverteras. also vor etwa Jabresftist, ein Versuch der gleichen Art durch eine im Range weit über ihm stehende Persönlichkeit getan worden sei, so nimmt Graf Czernin keinen Anstand, dies zu bejahen, wobei der Vollständigkeit und der vollen Korrektheit halber noch beizufügen ist, daß dieser Versuch ebenfalls zu keinem Ergebnis geführt hat. So weit die Fest­stellung dieser Tatstrch«.

Im übrigen sei nur bemerkt, daß Graf Czernin seinerseits keinen Grund sehen werde, es abzuleugn«, wenn er in diesem oder in einem ähnlichen Falle die Initiative

Nr, 162. * 66. Jahrgang.

ergriffen hat, da er im Gegensatz zu Clemenceau glaubt, daß es kein Vorwurf für die Regierung sein kann. Versuche zur Herbeiführung eines alle Völker von den Schrecknissen des gewaltigen Krieges befteienden ehrenvollen Friedens zu unternehmen. Durch die von Herrn Clemenceau aufgewor­fen« Streitfrage ist übrigens die Aufmerksamkeit von dem eigentlich«

Kernpunkt der Äußerungen des Grafen Czernin

abaelenkt worden. Das Wesentlichste war nicht so sehr, wer die Besprechungen vor Beginn der Weftoffenfive angeregt hatte, sondern wer tze zerschlagen hat, und da« hat Herr Clemenceau bisher nicht geleugnet, daß er sich geweigert hat, auf der. Basis des Verzichtes eines Rückerwerbs Elsaß- Lothringens 'in Verhandlungen einzutreten.

Die neue ttriegshetzrede Wilsons.

„Gewalt bis zum Keutzersten!"

W. T.-B. Washington, 6. April. (Reuter.) Bei der Meier des ersten Jahrestags des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Krieg und der Eröffnung des Werbefeldzugs ftir die 3. Fveiheitsanleiihe hielt Wilson in Baltimore am 8. April eir« große Rede, ^Wilson sagte: Dies ist der

Jahrestag unserer Annahme der Herausforderung Deutsch­lands, für unser Recht, frei zu leben, frei zu fein und für die heiligen Rechte der freien Männer der ganze» W«S zu kämpfen. Die Nation ist «wacht. SBfc daß der Krieg

urs die größten Opfer aufevlegt, daß et unsere besten Männer, und wenn es fein muß, alle», was wir besitzen, fo& der» wird. Dte Bereinigten Staat« Dune« jetzt mtfyc äks je sicher sein, daß, wenn der Krieg verloren Wirb, ihre Stellung als große Nation sowie ihre Mission in i>or Welt gleichzeitig verloren sein werden. Wilson rief seine Mitbürger zum Zeugen an, daß er die Ideale und Absichten Amerikas ohne Vorbehalt und ohne Anwendung zweideutiger Phrasen aufgcdeckt und die Feinde aus gefordert habe, Ebenso offen zu sagen, was sie bezwecken. Sie hätten in nicht mißzuverstehen­den Ausdrücken erklärt, daß sie nicht Gerechtigkeit suchten, sondern Herrschaft und das ungehinderte Durchsetzen ihres Willens. Man fimne in den Bereinigten Staaten nicht miß­verstehen, was die Deutschen in Rußland, Finnland, 'd« Ukraine und Rumänien getan Hab«, und sei zu der Annahme berechtigt, daß sie auf d« Westfront das­selbe tun würden, w«n sie nicht Armeen gügenüberständon, d:e nicht einmal von ihren zahllosen Division« ülberwundsn werd« könnt«. Wenn die Deutschen, so weit sie fühlten, daß dieser Widerstand unüberwindlich sei, gü.nstige und ge­rechte Bedingungen in 'bezug auf Belgien, Frankreich und Jtali« stellen würden, könnten sie 'dann die Amerikaner tadeln, w«n sie daraus den Schluß zog«, daß dies nur des­halb gefchche, um dem Feind freie Hand in Rutztand und im Osten zu sichern? Die Absicht des Feindes sei ohne Zweifel, alle slawischen Völker, alle ursprünglich« Ziele der Völker auf der Balkanhalbinsel und alle Länder, di« die Türkei be­herrsche, ihrem Will« und Ehrgeiz untertan zu mach«, ein Weltreich der Gewalt und Gewinnsucht und der kommer­ziellen Oberherrschaft aufzubanen, das für Amerika eb«so feindselig sein würde wie für Europa, und das letzten Endes d-ch tne Völker des fernen Ost«s bemeistern würde. — Wil­son schloß: Was soll« wir also tat? Was mich an belangt, so bin ich bereit, über einen gerechten und ehrlichen F r i e d e n zu sprechen und zu jeder Zeit, wo er aufrichtig ge­wünscht wird, selbst jetzt über einen Fried«, in dem Stärke und Schwäche gleich gut abschneid«. Aber als ich einen solchen Frieden Vorschlag, kam die Antwort von den deutschen Be- fehlsbobern in Rußland, und ich kann die Bedeutung. bisser Antwort nicht mißverstehen. Ich nehme diese Herausforde­rung an und weiß, daß ihr sie annehmt. Die ganze SMi soll wissen, daß die Macht allein entscheiden soll, ob ein gerechter Friede unter den Monschen herrschen, und ob das Recht, wie es Amerika auftaßt. die Geschicke der Menschheit entscheiden soll oder eine Oberherrschaft, wie Deutschland sie auffaßt. Wir kann« deshaW nur eine Antwort geben, und die ist! Ge­walt ! G e w a l t b i s z ützm Äußersten! Gewalt ohne Maß und Grenzen! Gerechte, triumphierende Gewalt, ine die Gesetze der Welt wieder in ihre Rechte einsetzt und jene selbstische Oberherrschaft in den Staub schleudern wrvd.

Anmerkung des W. T.-B.: Die Rüde stellt die geschicht­lichen Vorgänge auf den Kopf. Alle Welt weiß, daß der ge- wcckrige Kampf, der jetzt im Westen durchgefochten wird, die Folge des Kriegswillens der Entente ist. Deutschland hatte seine Bereitschaft zu Verhandlungen unmißverständlich er­klärt. Die Entente hat es anders gewollt. Wäre es W-tTson ehrlich um Frieden und Vermeidung weiteren Blutv«- gicßens zu tun gewcs«, so hätte er seine Bundesgenoff« «t- sprechenü beeinfluss« sollen. Statt desi« hat er nicht? ge­tan, um die Versailler B c s ch I ü s s c zu verhindern. Seine alt« Tiradcn von R e ch t iw)i> Gerechtigkeit srnd durch das Vorgehen gegen Holland erneut widerlegt Warden. Zwischen sein« Worten und Taten klafft der Zwie­spalt immer weitckc. Jetzt ruft er unverhüllt die äußerste Gewalt auf, damit spricht er endlich Lar aus. Laß die ame­rikanische Politik und die seiner Bundesgenossen bedeutet' Gewalt gegen alles, was sich ihn« in der Wett in d« Weg stellt. Deutschland wird sich das Joch der Gewalt nicht «rf- legen lassen. Dafür kämpft es sein« heroisch'« Kampf. Wil-, sons R ede tvar eine Anleihe rede, di e in der deukschxn Propa-^