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Illustrierte

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1Rr. 4.

20. Jahrgang.

1918.

(2tUe Rechte für sämtliche Artikel ond Illustrationen Vorbehalten.)

Allerlei aus dem Leben der Affen.

von £) a n

» undsaffen sind von Natur aus äußerst intelligent und entwickeln auch im wildlebenden Zustande große Klugheit. Dafür sprechen folgende Be-

Bei einer Streife am Ufer des NickwafeeS war ich plötzlich ziemlich dicht auf eine Hundsaffenherds von etwa fünfzig Stück gestoßen. Einige mir .zunächst sitzende zwar ausgewachsene, aber noch nicht sehr alte Affen stießen warnungsschreie aus, die von der übrigen Herbe weiter­gegeben wurden. Sofort erschienen einige auf mich zu­laufende sehr große alte Hundsaffen, die ungefähr vier­zig Dieter vor mir fjtzen blieben, bis sich die Wächter entfernt hatten. Die übrige Herde trat nun die Flucht an und zwar so, daß zunächst die jungen Affen das weite suchten, Ihnen folgten die Mütter, die noch nicht ge­wandte und ganz junge Affen trugen, und den Schluß bil­deten die alten Tiere. Ehst jetzt folgten die ganz alten Affen, die mich mit drohender Miene angestarrt hatten. Ich hatte auf weite Entfernung freie Sicht, da die spär­lich stehenden Tamarinden, an deren Früchten sich die Affen gütlich getan hatten, unter ihren Kronen weder Unterholz noch Gras aufwiesen.

Nach etwa dreihundert Metern setzte sich die Herde wieder zur Ruhe, und durch das Glas beobachte ich deut­lich, wie vier Affen auf einem Fleck abgesondert saßen und etwas abseits davon die alten Affen eine sehr lebhafte Unterhaltung pflogen, plötzlich stürzten sich die alten Affen auf die abgesonderten vier. Diese wurden gepackt und stark geschüttelt. Mb sie auch gebissen wurden, konnte ich nicht sehen, doch vermutete ich dies fast, da sie gar so jämmerlich schrien.

wie ich an einem der vier Affen wiedere^kannte, der mir schon vorher durch feine gegen die anderen abstechende weißgelbliche Haarfarbe auffiel, waren die vier Stück, die Strafe erhielten, die ausgestellte wache, die lässig ge­wesen und ju spät alarmiert hatte. Auch später beobachtete ich an anderen Affenherden, daß stets die ausgestellten Wachen Sttafe erhielten, wenn sie nicht rechtzeitig vor Gefahr gewarnt hatten.

Das vorzügliche Auge der Hundsaffen, das nach meinen Beobachtungen dem sehr scharfsichtiger Menschen weit überlegen ist, läßt die Tiere schon auf einen Kilo­meter Entfernung genau erkennen, ob sich nähernde Lebe­wesen eine Gefahr bedeuten oder nicht. Da die Hunds­affen sehr große» Feldschaden verursachen, suchen die be­troffenen, Europäer wie Eingeborene, möglichst die Führer der Herden, die aus den ältesten Tieren bestehen, abzu­schießen. Ist eine Herde einmal beschossen worden, so ist es außerordentlich schwer, sich ihr mit dem Gewehr, auch wenn man dieses auf dem Rücken verbirgt, auf Schußweite

^sser. (Schluß.)

ju nähern. Unbewaffnet hingegen nehmen die Affen keine Notiz von der Amräherung eines Menschen.

//bnwr und März (M war die Affenplage lm ttlsiaki^lstriA besonders gro§.. Die A^en entnahmen den Feldern die Saat (Mais und Durrah) angesichts der Eingeborenen, die nur wenige Schritte davon entfernt mit Säen beschäftigt waren.

So sah ich eines Tages ein altes Negerweib Saat­löcher hacken. Hatte sie zwanzig bis dreißig Stück fertig, jo warf sie die Maiskörner hinein und ttat die Löcher mit den Zehen zu. Knapp zwei Meter von jhr entfernt faß ein alter Hundsaffe und holte den Mais sofort heraus, um lh" in feine Backentaschen zu stopfen, während die übrige Herde etwa dreißig Meter davon entftrnt die SaatlöcAr ausbuddeite. Ich beobachtete Weib und Affen einige Zeit und sah, wie die Frau ab und zu mit der Hacke einen Streich nach dem Affen führte. Dieser reagierte in richtiger Einschätzung der Kraft und Gewandtheit des alten Weibes nur recht schwach auf den Schlag. Entweder bog er nur den Körper etwas zur Seite, oder er rückte einige Hand­breiten nach rechts oder links, ohne jedoch aufzuhören, den eben eingelegten Mais auszubuddeln.

Bei meiner Annäherung entfernte er sich äußerst lang­sam und setzte sich wie ein ruhender Mensch auf die Spitze eines Unkrauthausens in dreißig Meter Entfernung nieder. Ein von mir aufgenommenes Bombardement mit Erd­schollen niachte keinen Eindruck auf ihn. Er schien ju wissen, daß die lockere Erde ihm wenig aizhaben konnte, nur den Kopf drehte er etwas zur Seite, um sich die Augen zu schützen, wenn ihn mein Wurf ttaf.

Eines Tages holten mich die Eingeborenen eines nur wenig Minuten von Kiffaki entfernten Dorfes, um sie von Hundsaffen zu befreien. Sämtliche rüstige Männer und junge Leute wären abwesend, und die Affen wären so zudringlich, daß sich die Zurückgebliebenen nicht zu helfen wüßten. So hätten Hundsaffen die Hühner eingefangen und ha.b gerupft wieder laufen lassen, den Kindern hätten sie Tücher vom Leib gerissen und das im Freien zubereitete Essen vom Feuer gestoßen und sich daran gütlich getan. Rasch na hin ich ein Gewehr zur Hand und näherte mich vorsichtig dem betroffenen Dorfe. Trotz aller Vorsicht im Anpirschen war ich aber doch bemerkt worden und konnte nur noch einen Nachzügler zur Strecke bringen, während sich das Groß außer Schußweite aufhielt. Den Übermut, mit dein die Hundsaffen ihren Eiirfall ausgeübt hatten, konnte ich aber deutlich an den zerbrochenen Tontöpfen, den gerupften Hühnern sowie an dem von den Dächern der Hütten gerissenen Gras konstatieren.

weniger intelligent und darum auch für die Acker­wirtschaft nicht so schädlich sind die Meerkatzen. Bei