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Freitag, S. slpril 1918.

Morgen-klusgabe

Nr. 157. . 66. Jahrgang.

Neue Erfolge südlich der 5omme!

Fortführung unserer Angriffe.

Der klbendbericht vom 4. klpril.

spf. T.-ü. Berlin» 4. April, abends. (Amtlich. DiXlhkbericht.)

In Fortführung unserer Angriffe südlich der Somme wurden neue Erfolge errangen.

Zur Vergeltung für dir seit einigen Tagen anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in Lao« durch die Fran­zosen haben wir R ei m s unter Feuer genommen.

*

Zwischen Krras und der Somme der Ents»eidunaskrompf.

W. T.-B. Berlin, 3. April. Der ,.TempS" erklärt in einer Betrachtung der militärischen Lage, daß, alle Reserven der Alliierten dem Schlachtfelds in der Picardie zuströmen. Zwischen Arras und der Somme werde der Krieg e n t s ch r e - den werden. Me Kräfte der Miierten würden sich dort 'chlapen. Man könne andererseits auch sicher sein, daß die Deutschen -Ne verfügbaren Truppen dort hinschicken würden.

Die fieberhaften Anstrengungen der Englünder zwischen Änere und klvre.

W. TVB- Berlin, 4. April. (Drahtbericht.) .Zwischen Aucre und Avre macht der Engländer ftebechaftc An. itrengungen, sein« Stellung zu halten und di« Deutschen wo- inöglich wieder zurückzudrängen. Da sein« eigenen vollkommen durcheinander geratenen Truppen hierzu nicht auSreichsn, hat er australische und neuseeländisch« Kontingente herangebracht und in vorderster Linie «ingesetzt. Vor allem aber macht er ausgiebigen Gebrauch von der fran­zösischen Hilfe. Auch in dem Abschnitt zwischen Avre und .dmrne wurden die Franzosen zwischen englische Truppen eingeschoben, um >den deutschen Ansturm aurzuhal- ten und an Stelle ausgezogener englischer Division«»» die von Wesen bisher mißlungenen Gegenangriffe gegen die deutschen . Stellungen zu führen. Heftige Angriffe gegen die deutsche Front £tet Aubercourt und beiderseits Marcelaeve. die nach heftiger Artillerievorbereitung am Abend des 3. April einsetzten, scheiterten unter großen Feindver­lusten. Der Engländer fährt fort, die bisher unzer st or­ten 'Ortschaften hinter der jetzigen deutschen Front zufti-minenzuschießen. Albert, das von dem deutschen Feuer verhältnismäßig verschont geblieben ist, ist nunmehr em Trümmerhaufen. So wftd ein weiterer ^Landstrich Frankreich? durch die Engländer der völligen Zerstörung und Verwüstung errtgegengeführt.

Neuer Ztteaerangriff auf Poris.

W. T.-B. Paris, 4. April. (Drahtbericht. Agencc HavaS.) In der Nacht überflogen zwei Gruppen deutscher Flugzeuge unsere Linien und schlugen die Richtung ans Paris ein. Sie wurden durch unsere KmegSposten gemeldet. Das Alarm­signal wurde um 3,03 Uhr gegeben. Unsere Abwehrbatterien eröffneten ein heftiges Feuer gegen die Feinde, die Kehrt warben mußten. Einige Bomben ftelen in die Bann­meile nieder. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Sachschaden ist von weniger Bedeutung. Alarmschlutz wurde 4,20 Uhr gegeben.

Angeblich keine Verluste.

W. T.-B. Paris, 4. April. (Amtlich Drahtbericht.) Außer den über der Bannmeile gemeldeten Flugzeugen ge- lang es einem deutschen Flugzeug, Paris zu überfliegen und Bomben abzuwerfen, die jedoch keine Verluste hervorriefen.

Die fortgesetzte Fliegcrbeschicsiung von Calais.

W. T.-B. Bern, 3. April. ..Matin" meldet aus Calais: Seit Mitte letzter Woche wird Calais täglich von deutschen Fliegern überflogen. Auf die Stadt und das Weichbild wur­den 'ehr viele Bomben abgeworfen. Dank der in der letzten Zeit errichteten Unterstände sinS Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen. Die deutschen Flugzeug« haben trotz schärfster Abwehr die Stadt in den meisten Fällen erreicht.

Die Niederlage der englischen Tanks.

Bon nnsecem Kriegsberichterstatter.

Im Westen, 28. März, (zb.)

Die Engländer haben mit eine: gewisien Selbsterkennt­nis den Tank zum Sinnbild ihrer Kriegskunst gemacht. Nun mag auch das als ein Sinnbilv zelten, daß diesmal der eng­lische Tank, die ungefiige Angriftsrnaschinc, zum erstenmal defensiv verwendet wurden ist. Als der Einbruch in di« erste englische Stellung vollendet war, sollten die , in Eile herbeigeholten Tanks die Bcescke stopfen. Noch zwischen der zweiten und dritten Stellung sollten diese Kampfwagen den Durchbruch abwenden, wie ihre in Menge auf dem Schlachtfeld umherliegenden Ruinen beweisen. Aber nicht umsonst hat unsere leichte Artillerie die Tankjagd so fleißig geübt. D»e zerstörten Tanks sind fast ausnahmslos durch „Blattschuß" gefallen. Ein Volltreffer in die empfind­lichste Stelle, wo der Denzmbehälter sitzt, dann steht der Un­hold in lichterlohen Flammen, und stundenlang oft platzen noch in seinen Eingewerden die Tausende der mitgeftihrten

Geschoffe. Das ist, wie in der Cambraischlacht, so auch hier, das Ende der meisten Tanks gewesen. ...

Die englische Kriegsmaschine, der Tank, hat ebenso ver­sagt wie die rnffrsche Dampfwalze. Er ist ein furcht­bares Angriffsmitrel. Mit 300 Pferdestärken stampft er über- alle Hindernisie der moderv.en Kriegskunst hinweg, und ein schwacher Mensckienleib ist hilflos vor »hm wre ein Regenwurm uirterm Pferdehuf. Es muß ein Wunder geben, dos stärker ist als alle?, was an Waffen unv Vernrchtnng-- kunst erfunden ward. Der deutsche Vaterlandsverte-diger, der im Glauben an den deiltschen Siez dieses meilenttefe Höllenwerk des englischen Verteidigungsgürtels bezwungen hat. muß von über»»atürlicber Art, :nutz ein Wunder sein. Andächtig staunend lernt jeder, der hier auf d'.efem «schlacht- keld stellt, an das unbegreifliche deutsche Wunder glauben.

W. Scheuermann. Kriegsberichterstatter.

Schwere Verluste englischer HilfSvölker.

W. T.-B. Berlin, 4. April. Wie stets bei allen Kämpfe:» der E> gländer, mußten auch fitzt wisdar ihre HÄfSvölker aufs schwerste bluten. Sie wurden stets an den Brennpunkten der Kämpfe eingefetzi. Die kanadische Kavallerie- ll r i g a d e, di« nördlich Moreufl attackierte, wurde durch deut­sches Feuer fast bis zum letzten Mann vernichtet.

Clemenccau und Poincarv auf dem Schlachtfeld«.

De. Genf, 3. April. (Eig. Drahtbericht. $.) Einer HavaSnote zufolge kehrte Clemencea»» gestern abend vom Schlachtfeld, das « in Begleitung des Präsidenten und des Vorsitwnden .des Hesresausschusses der .tarn besucht batte, zurück. Das Automobil, das Clemenceau in di« vorderste Kampstinie brachte (?), war der Zielpunkt des deutschen Feuers gewesen (?). Die Scheiben des Wagens wurden von Geichcffen zerschmettert. Der Präsident gab seinem Vertrauen inde« Ausgang derSchlacht Ausdruck. Rcnould berief den Heeresausichuß für den nächsten Donners- tag ein, um Bericht über feine Frontveile abzüstatten.

<m dlcntcnccaws Stellung nun tatsächlich erschüttert?

Br. Zürich. 4. April. (Gig. Drahtbericht, zb.) Die Zürcher'Morgenztg" meldet auS Genf: Pariser Meldungen beiaqen, daß CzerninS Mtteilungen über s»ne erfolg- lose Sondierung ClemenceauS einen ungeheuren Eindruck in politischen Kreisen hervorrief. Ungeachtet des erfolgten Dementis des Ministerpräsidenten^ befürchten Clemenceaus Freunde eine Erschütterung der Stellung des Kabinetts.

Die schweren englischen Verluste.

„Stockholms Dagbladed" vom 2. April schreibt: Zeichen ftir die sehr e m p f' n d l i ch e n englischen Verluste sind die Hilferufe nach Verstärkungen, die Llohd George an die Kolonien und Amerika ergehen läßt. Der Einsatz u n - zureichend ausgebildetcr Amerikaner zwischen den englisch-französischen Divisionen dürfte militärisch von ge­ringer Bedeutung und wohl nur eine Maßnabme zur Hebung der Stimmung sein.

Einführung der Zivildienstpflicht in Frankreich.

Berlin, 4. April, (zb.) Der „Voff. Ztg." zufolge ver­fügt ein neuer französischer Regierurigserlaß die Einführung der Zivildienstpflicht und deren Ausdehnung auch aus dieNeutralen zum Zweck der Verstärkung der landwirt­schaftlichen Erzeugung.

Schändung deutscher «riegergrSber!

Auf dem Kirchhof von R o y e 'befindet sich ein Ehrenfried- hcf des K ö n i g i n - A u g u st a -Garde -Grenadier- R e g i m e n t s von 1915/16 mit zwei Sreindenkmälerm Alle Verzierungen, die Eisernen Kreuze und Inschrif­ten sind roher Weise abgeschlagen. Ein« Inschrift, den gefallenen Helden, ist in gefallenen Heiden umgewandelt. Auf allen Mannschastsgräbern sind die Efiernen Kreuzch auf den Grabsteinen roher Weise zertrümmert. .

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Die brasilianische Regierung will Trupp-n nach Europa entsenden.

Berlin, 4. April, (zb.) Das „B T." meldet aus G-nf Rach einer Meldung des „Pefit Journal" aus Rio de Janeiro hat die brasilianische Regierung di« Entseuduna von Tr::ppcn nach Europa beschlosien.

Oie englische Schlappe kn Palästina.

W. T.-B. Ssnstantinopcl. 1. April. (Drahtbericht.) Amt­licher Heeresbericht: Ein Borst-ß der Engländer auf das -st. lichc J-rdaaltfer scheiterte und »nächst sich zu einer ernsten Niederlage für den Gegner aus. Nnsere Truppen sind im siegreichen B-rdrrngei» und fügen auf dem schlechten Wegen dem rückwärts drängende» Feiird w e i t e r e Verluste zu. Hartnäckiger Widerstand des Gegners wurde überall gebrochen. Unter Führung von E s s a d - Bei wurde von Norden her der Übergang über den Wadi Ahiad erkämpft und El Sald wieder genommen »rnd im un­aufhaltsamen BorwärtSgehcn die Straße El Sald-Jerickiow erreicht. EUigst heraugeführte Verstärkungen des Gegners wurden, von unsere: Artillerie wirksam gefaßt, vof» rmscrer schneidig nngreisenden Kavallerie in die Flucht

geschlagen. Auch von Osten her ist die Bersolgumg des Gegners in vollem Gang. Unsere Bombengeschwader griffe» trotz schwieriger Witterungsverhältuiffe feindliche Lager bei Jerichow und am Jordan mit guter Wirkung ar». Westlich des- Jordans an einzelnen Stellen lebhafte Artiller»e- »rnd Patrouillesitätigkeit. Unsere dickt am Fl»»ß stehenden Truppen griffen erfolgreich nach Süden zu an. Sonst nicht? von Be- derrtung. _

persische Repressalien gegenüber England.

' W. T.-B. Stockholm. 4. April. (Drahtbettcht.) In Teheran »ft die Empörung über die rechtswidrige Ge- fanoensetzung des Führers der persischen demokrafisch-kon- jtitutionellen Partei, Prinz Suleiman Mirza, durch die Eng­länder u»»d die Verschleppung nach Bagdad so gewaltig, daß unter dem Druck der öffentlichen Meinung ein englischer Konsul in der am Kaspischen Meer gelegenen Provinz Masenderan als Repressalie kür^ die Behandlung des vrrgcsellenen persischen Politikers festgesetzt worben ist.

österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wie«, 4. April. (Ddahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 4. Aprfl, mittags. An der italienischen Gebirgs- front etwas lebhafterer Feuerkampf. Der Feind ließ bei Erkundungsvorstößen Gefangene in unserer Hand. Der Chef des Generalstabes.

vie Zortfetznng der Vukarester Krievensverhanvlvngen.

w, T.-B- Wien, 4. April. (Drahtbericht. K. u. k. Tckksgr.. Korrefp.-Bur.) Der Minister des Kichern Graf Czern,»» begibt sich am 6. April nach Bukarest zur Fortsetzung der Friodensverhandlunyen.

Bratian» und Take Jonescu geflüchtet.

Br. Berlin, 8. Aprfl. (Gig. Drahtbericht, zb.) Nach zu­verlässigen Mitteilungen haben Bratianu und Take Jonescu mit der frcanzösischen Mflitärmission Jassh verlasse»» und sich n a ch F r a n k r e i ch begeben. Diese beiden Polittker, die ihr Vaterland an den Rcniü des Abgrunds brachten, fliehen also jetzt feige vor der gerechten Vergeltung.

Unser einjähriger 5eind.

Am 5. April führt sich der Tag, an dem Herr Wilson nach mehr als zweijähriger Scheinneutralitat den Zustand abgebrochener diplomatischer Beziehungen in den offenen Kriegszustand umwandelte. Da er­fahrungsgemäß Amerika jeder Ententeniederlage erne Wortoftensive folgen läßt, so ist es nötig, den Lag der a m erikanischen Krieg serkl ä r u n g nicht mit Stkllschweiaen z» übergehen. Herr Wilson hat zwar in jüngster Zeit sichtlich das Bestreben gezeigt, aus diesem Kriege herausznkommen, aber lein amerikanischer Dünkel ließ ihn leider doch noch nicht zu einer wahren. Erkenntnis der Dinge'kommen. Sein Ideal ist noch immer der „F r i e d e n o h n e S i e g". Wenn man auch annehmen muß, daß die katastrophale Nie­derlage der Engländer, in die seine eigene Armee mit hine-ingezooen worden ist. nicht eindrucklos an ihm vorübergehen wird, so ist doch leider bei seiner Veranlagung nicht zu hoffen, daß er dies öffentlich eincwsteht. In jüngsten Telegrammen an Engländer und Franzosen, aber auch an die Russen, ge­fällt er sich noch immer auf dem moralischen Piedesta l. Es ist daher doch nötig, erneut festzu- stellen, daß selbst zahlreiche englisch-amerikanische Zeug­nisse dafür vorliegen, daß Amerika au8 sehr e g o i st »- schen Motiven in den Krieg eingetreten ist. Der U-Bootskrieg bildete nur den Vorwand. Sagte doch der ehemalige amerikanische Botschafter in London C h o a t e zu Earl Grey am 7. April i917: „Wie Sie wissen, bin ick von Anfang an der Meinung ge­wesen, daß wir einstweilen der Sache iwr Bundesgenossen dadurch besser dienen könnten, daß wir neutral blieben und alles lieferten, was wir an Waffen und Munition, ja auch an etlichen Mannschaften, wie ich glücklicher- weise sagen darf, liefern könnten.". Noch deutlicher wurde der amerikanische Admiral S i,m s, der in , einer Versammlung in London am 3. Juli 1917 ausführte: „Als 1910 die amerikanische Flotte England besuchte, hielt ich eine kurze, aber vielleicht undiplomatische, Rede. Darin äußerte ich meine Meinung, die jetzt in die Tat umaesetzt wird. Ich sagte damals, wenn, »e dre Zeit käme, wo der Bestand des englischen Reiches ernstlich bedroht wäre, dann könnte England auf iedes Schiff, jeden Dollar und jeden Blutstropfen jenseits , de? Atlantic zählen" Es -war die vermeintliche angloamerikanische Intere.sensölidarr- t ä t, die allerdings während deS Krieges zu einer fak­tischen wurde Amerika lieb der Entente Milliarde auf Milliarde uiid seine ganz- Industrie stellte sich aus Rüstnnaslieferungen um. Schließlich war es w weit gekommen, daß der Gläubiger glaiibte, her Bankerott des Schuldners um icÄ-r, P'.-M