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Verlag Langgasse 21

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Donnerstag, 4. April IYI8. Mor gen-Kusgabe. «-

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66. Jahrgang.

Dar dahingeschwundene Ruheiijsen.

Unsere Leinde haben sich nicht belehren lassen wol- len, so müssen sie jetzt sühlew Es ist 'Äon einige Zeit bet baft der Kanzler des Reichs an dre L.drelse de Zerren in London und Paris die Mahnung richtete, swmögen unsere Friedensbereitschaft nicht zu einem Ruhekissen für ihren Kriegswillen mißbrauchen Das sollte heißen: daß die Entente nicht damu. zu rechnen habe, unsere Friedensbereitschaft, 'unsere Bereitschaft zu einem Verstendigunqsfricden. snc alle Zeit g^ichert lu glauben. Es sollte ihr zum Bewußtsein kommen, daß die Opfer, die wir zu bringen etwn noch ge nötigt sein würden, eine e n t 1 p r e ch e n d e S t e i g e rung unserer Forderungen zur FAe haben müßten. Unsere Feinde haben gegenüber all diesen Er- Mahnungen ihre Ohren verstopft. ^etzt sind unsere Batterien dabei, ihnen zum notigen Ver ständnis zu verhelfen. Jetzt wird man in Paris mnd London wissen, daß die Sicherheit, die deutsäie Forde- rung würde unter allen Umständen mäßig und gedampft sein, eine törichte gewesen ist. Das Ruhekisten ist dahm- geschwunden. Eine neue, h a r t e W l r k l i ch reit pläseutiert unseren Gegnern eine Rechnung, die sede^ Opfer, das die tobenden Westkänlpfe oon uns fordern als einen unerbittlichen Posten gzifweffen wird. , x.as .«st es, was Hindenburg zum Ausdruck bringen will, wenn er in seinem Telegramm an den Reichstag schreibt:Brite und Franzose dürfen

nicht glauben, daß die neuen Blutopfer, ,o:e sie uns auf oezwungen haben, umsonst gebracht sein sollen. Es bedarf keines Hinweises und keiner Beteuerung, daß Hindenburg hier restlos s o g e s p r o ch e n hat, wie cs das deutsche Volk fühlt und w l I L Das sollten unsere Feinde nicht überhören. Vielleicht be- greifen sie dann, wie zweischneidig ihre Bemühungen sind, zur Beruhigung der Bevölkerung ihrer Lander die Verluste der Deutschen möglichst hoch erscheinen zu lassen Für jeden Mann, der von uns fern ^ c, eben lassen mußte, um den Starrsinn unserer «Gegner zu brechen, werden wir Rechenschaft for d e r n. Das hat der Kanzler bereits vor Monaten an gekündigt, und das hat Hindenburg soeben aufs neue bestätigt. Kommt das unseren Femden zum Bewußt­sein, so werden sie vielleicht einsehen. daß ne durch die Lügen methode, mir der sie die deutsche Bevölke­rung allerdings vergeblich zu schrecken versuchen, nur sich selbst die Lage erschweren. Nun wisseii wir.zwar, daß alles, was die f e i n d l i ch e n H e e r e s b e r i ch t e über die Verluste der deutschen Armeen zu sagen haben, erlogen ist, evlogen *ctrt muh, ba unsere Bernde uoer Haupt nicht in der Lage find, auch nur annähernd an> geben zu können, welcher Art die von uns gebrachten Opfer sind. Engländer und Franzosen be­finden sich dauernd im Rückzug, wie sollten ne ahnen oder gar errechnen können, welche Hohe unsm:e Verluste haben. Liegt ihnen aber daran, diese möglichst hoch anzunebmen, so sollten sie so schnell wie irgeiid mag lich solcher Voraussetzung aiich die Folgerung hinzu fügen und diese gebt eben dahin, daß die Opfer. d,e wir jetzt zu brinaen haben, teuer bezahlt werden müsien. Je größer unsere Opfer, um, so böber der Preis^um den die Entente unter keinen Umständen herumkommen wird. Das ist eine Selb st- verständlichkeit. die- Hindenburgs Telegramm nur noch einmal in das Bewußtsein, sowohl in das Deutschlands wie in das unserer Feinde,, hineingehäm­mert hat. Von einem weichen Frieden kann

fetzt nicht mehr gesprochen werden, nur noch

von einem Frieden, der. wie Hindenburg sein Tele- aramm beschließt, ein- kür allemal dafür formt daß Deutschland vor Überfällen und anderen feindlichen Willküren auf alle Zeit hinaus bewahrt bleibt.

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Die Bedrohung von Kmiens.

Br. Haag, 3. April. (Erg. Drahtbericht, zb.) Di« Times" meldet: Große Mengen französischer

Artillerie sind anf den Schlachtfeldern an der Somme, insbesondere bei L a s i g n v und Montdidier, nnge- kommen. Am 1. Avril verwandten hier die Deutsche» zum erstenmal s e ch s ; ö l l i g e G e s ch ü tz e. Ein Reuter- Svezinlbericht meldet: Seit 24 Stunden entwickelt sich der Feind im Ancretal, »m vom Südosten gegen Amiens vorz,»flohen. Seine Truvven konzentrieren sich außerdem in A l b - r t in der Richtung «illiers-Brettonnart.

weitere Besehietzuna von Paris.

* W. T.-B. Paris, 8. April. (Amtlich. Drahtbericht.) Dis Beschießung des Pariser Gebietes durch ein Ferngeschütz wurde heute fortgesetzt. Zwei Frauen wurden getötet.

W. T.-B. Rotterdam, 3. April. DemNieuwe Rotterd. Courant" zufolge erfährt dieDaily News" aus Paris, daß ^ie Untersuchung der Geschoßsplitter den Behörden eie . Ver­mutung nahelegte, daß vier Kanonen Pari- bombardieren,

wovon je zwei einen um dem anbeiin Tag schießen.

wieder deutsche Zlieger über Paris.

Haag. 3. April. (E'g. Drahtbericht, zb.) Reuter meldet aus Paris: Heute nacht haben zw« Geschwader deut­scher Flugzeuge die ftanzösifche Linie m der Rührung nach Paris überflogen. Einige Minuten nach 3 Uhrwurde m der Hauptstadt das Alarmsignal gegeben. Tue AbweürLatterun eröffneteu sofort das Feuer gegen die Feinde, dm umlehrte. Es'sind lediglich in den Vororten einige Bomben abg-eworfea werden, die weder Opfer forderten noch Schaden anrrchteteu.

Fliegerangriffe auf Lhalonr, Dünkirchen und Kmienr.

W. T.-B. Bern, 3. April. (Drahtbericht.) Pariser Blättern zufolge ist Chalons-fur-Marne im Lauf der letzter, Wrxhe toerjdfiebenüid) von deutschen Flugzeugen angegriffen worden, die bedeutenden Sachschaden anrichteten, ll.w wurde das Gebäude der Union republicaiue de la Marne schwer be­schädigt. Der-Direktor desJournal de la Marne wurde mit seiner Familie getötet. - Über Dünkirchen find m den letzten Tagen wiederbolt deutsche Flugzeuge erschieneiu Die Räumuugder Gebiete Nords rank rerchs scheint beendet zu'sein. Die am 29. März rn P^rs ernge- troffenen FlüchtlingsKÜgc brachten hauptsächlich Einwchnei- ovn Aniions, die vor der Bombardierung durch deutsche Flu^ zeuge flüchteten. Die Präfektur in AmrenS wurde durch Fliegerbomben zerstört. Clemencecm Hot das Zerlassen der Hauptstadt im Automobil verböten.

vie Rückwirkung der engliscken Niederlage ai f die Stimmung im Volk und Heer.

w T.-B. Berlin, 3. April. AuS erbeuteten Briefen neuesten Datums und Aussagen gefangener englischer Ofst- zieve und DLannschcrft-en geht hervor, datz die R.Luk-wrrrung

englischen Niederlage auf die Stimmung rm Volk und Herr sehr stark ist. Lloyd George, der in Offlz-ierSkrmsen schon früher wenig geschätzt war, ist jetzt auch bei .der Mannschaft verhaßt. Die Truppe ist überzeugt, daßdieAbb-- r u f u n g des Feldmarschalls H a i g, der sie so schlecht geführt hot. unvermeidlich ist. Die Unfähigkeit der Füh­rung und di« Unordnung hinter der Front lägen so klar zu­tage daß die Gefangenen erklärten, ganz offen darüber sprechen zu können, ohne daß die Deutschen damn etwas Neues erfahren würden.

Die Schwächung der italienischen Zront.

Br Zürich, 3. April. (Eig. Drcchtbericht. zb.) Der Tagesanz." meldet, daß in größter Hast neue Der- st ä r k u n g e n a u S Italien an dre Westfront aebrackst werden. Wie wenig das der rtnlrsniichen Heeresleitung paßt, geht daraus hervor, ^ pe durch die Agentur Stefan:" melden laßt, die ferndlrche Ar- tillerie- und Aufklärungsarbeit an der ganzen rtalrem» sehen Front nehme ständig zu.

verdeutsche Abendbericht vom 3.5ipril.

W. T -B. Berlin. 3. April, abcmds. (Amtlich. Drahtbe-richi.)

B»n d-m Liyl-chisrldr in Frankreich nichts Rcues,

ver Zusammenhang zwischen der U-vools- arbeit und dem plan der Heeresleitung.

W. T.-B. Berlin, 3. April. Die Versenkung von vier tiefbeladeueu Dampfern, die im gestrigen Admiralimbsberm.t gemeldet wurde, enthüllt auch öernSaun den engen Zusammen- Plan der Obersten Heeresleitung besteht. Die Unterseeboo.e unterstützen von See he - unseren groyen A" - griff im Westen, indem sie Englands Schnffsverbrndun- gen in den Rücken fallen. Nehmen wir,-an, die Ladung ser­vier Dampfer hatte aus 10 . 5 -Zentimeter-Granaten^beMnden.

deren mde etwa 16 Kilogramm wiegt, und jedes -schiss ->atte r.ur 4b00 Brt. im Durchschnitt gefaßt, so waren es rund 1,7 Millionen Schuß, also Munition für ein ga uz e8 Trommelfeuer, die in die Tiefe gesunken und von ict. ieutschen Soldaten abgewendet worden sind. Doch sollten die Damvfer, wie anzunehmen ist, nicht nur Munitlou. sondern auch Geschütze oder LebenSmittel rn Boro gesuhlt haben, so wäre der Schaden für die Feinde nicht geringe-. Mit einer solchen Ladung Brotgetreide reicht z. B. ein se!»d- liches Heer von einer Million Mann Stärke r:ach den deut­schen Sätzen rund ein Vierteljahr lang.

Die glänzentze Tat eines deutschen Jagdfliegers.

Pinnen 10 Minuten fünf englische Festelballvne abgeschossen.

W. T.-B. Berlin, 3. April. Am Abend des 1. April schaukelten dicht vor ArraS fiinf englische Fesielballono in der Lust. Nachdeni die englischen Flieger durch den Angrits einer deutschen Jagdstaffel hinter ihre Front zuruckge,chig-n worden waren, ging Leutnant Roth mit ernec Jagdmatchlne blitzschnell zum Angriff gegen die Jeflelballone vor. schnell backe er die b e i d e n e r st e n e r l e d i g t. brennend kan-.en sie bernnter. Trotz wütendem Flakfeuer stürzte erch nun auf ien dritten und setzte auch diesen durch N-ilpmgriff mit dem Maschinengewehr in Brand. Bon den deut'chen Bel-bochtunaSstellen wurde der Hergang gesehen und s«sch zuiückoedvahtet. Mährend nun alles die Rückkehr des erfolg- reickesi Fliegers mit bcchster Svannung erivartete, 'chrauüte sich dieser unerwartet mitten in bvn englischen Sprei'gwolken Txd-malS ein Stück in die Höbe, bog seitlich ab und neigte sich erneick zum Sturzflug gegen den vierten Millon. Auch dieser ging in Flammen aus. Glerchzeickg grrfs Feldweb^. W a n n esr dem fünfte n Ballon überraschend von oben her an und brachte ihn brennend hernnter. Beide Flieger ^r- r eichten, vom englischen Geschoßhagel vergeblich versolgt. den Flugplatz, wo sie von den Kameraden und den hobereii Kom- maitzostellen herzlich beglückwünscht wurden. Die ganze eng­lische Ballonaufsiellung in dieser Gegend war damit binnen 10 Minuten erledigt.

Landung der deutschen Msstruppen für Zinnland in k^angö.

W T -B Berlin, 3. April. (Amtlich.) Teile unserer Srestreitkräftc haben heute morgen nach beschwer­lichem Maffch durch EiZ- und Minenfelder d,e sur die H' l sr- lei st ungin Finnland bestimmten Truppen in H a n g o

lSüdsinnland» gelandet. , .

Der Chef des AdmiralstabeS brr Mariae.

Herzlicher Empfang der deutschen Gesandtschaft in Finnland.

Br. Deinacivki, 8. April. (Eig. Drahtbericht. #>.) Die erste Gesandtschaft des Deuffchen Reich? wnrde in Finnland mithohen Ehren empfangen. An der schwsdnä^n Grenzr in Haparanda empfing der finnische Konsul di« Herreri und führte sie auf finnisches Gebiet nach Tornea. Dor: war der Diftriktskommandont mck seinem Personal am D ahn- bos erschienen und brachte die ersten Grüße dar. Eiing« H«E lirbe Worte wurden ausgetauscht und dann besrieg man den von der Regierung zur Verfügung gestellten W^n. Überall auf den kleinen Stationen, die an der Strecke ^«en, war du Volk erschienen, um seiner Teilnahme ^ der Finnlands Geschicke genommen bekunden, ^ww^

man nach dem Süden kam. um so hoher stveg die «ckmmuag.

Die Opposition gegen dieRriegsverl^igerung hebt in der sranz. ttammer ihr Haupt.

Br. Genf. 3. April. (Eig. Drahtbmcht. zb.) Ä>'- läßlich der Kamnrerdebatte in Paris über dre Einiwl- luna des Jahrganges 1919 rn den ^elddrenst erklärte Unterstaatssekretär Abramy. auf die Entlassung ber cUteren Klaffen der,Familienvater könne sich die Regierung zurzeit nicht ern lasf en. Die Gefamllage fei allzu schwierig. Große Aufmerkfamkew erreg c die Erklärung des Vertreters der sozial:,tpchen Minderhsit Presfemane. Er stimmte den Er- klärungen Äbramps bei. daß die Gefamtlage dre größten Opfer von allen Franzown ohne Parts:unter,ch:ed ver­lange. Der Augenblick fei nicht für allgenienw Erörte­rungen über Krieg und Frieden geeignet. Der ^m- vcrialismus dürfe nicht vom, Zwiespalt w.nechaitz des französischen Volkes Nutzen ziehen. (Großer Bei- fall auf allen Bänken.) Seit 191 sagte er menet, tzchLU sich dpc Zeiten aca.n&ft£t. Ermaern wrr uns.