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vienslaz. 2. Kpril 1918.
Berliner Abteilung deS Wiesbadener Tagblatts: Berli» ff., Potsdamer Str. 121 K. Fernsprecher: Amt Liitzow 8202 un^6203^
Abend-klusgabe.
Nr. 152.. 66. Iahrgang.
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Unverärderte Lage an der 5ch!achL- front.
W. T.-B Großes Hauvtquartier. 2. April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
An de- Echlirchtfront • blieb die Lage unverändert. Gegenangriffe» dir der Feind bei Hebuternc und mit befondffer Zähigkeit gegen die von unS genommenen Götzen zwichen dem L u c e b a ch und der Avre führte» brachen inter schweren Verlusten zusammen. Kleinere Jlfanteriekämpfe zwischen Avre und Oise. Die Franzosen Hetzen die Beschießung von Laon fort, zahlreiche kinwohncr fielen ihr zum Opfer, f Erkulldungsgefechte auf dem Ostufer der Maas (( iei Hautimont und südöstlich von Thann brachten
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Sefangenr ein.
. lstesten wuchen 22 feindliche Flugzeuge und i Fesselballone abgeschosscn. Leutnant Krell :rrang festen 23. Luftsieg. Bei tatkräftiger Duichführung der ^ernanfklirung vsn der Küste biS südlich der Somme hat- die fliegerabieilung Z unter Führung des Oberleutnants Friste ffußergeuiöhnlichc« geleistet.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Dev Erste Generalauartiermcister: Ludendorfs.
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^indenburg für einen kraftvollen deutschen Zrieden.
V/.3.-8. Berlin, 1. April. Genevalfeldmarschall von indenburg antwortete auf das Telegramm des ersten izepräsidevten des Reichstags Dr. Paasche folgendes: .Für die Weite der Anerkennung und des Dankes, die Euer ochwsklgeboren namens deS Reichstag? an mich zu richten -sie Güte betten, spreche ich meinen herzlichen Dank aus. Die rede zu Kaiser Und Reich, das Bewußtsein, für eine gerechte mche zu kämpfm und die Unversöhnlichkeit unserer Gegner erleihbn unsere» Heldensöhnen unwiderstehliche Kraft. Der "rite und der Kanzose dürfen nickst glauben^feaß die neuen ilutcpfer, die ist uns aufgezwungen haben, umsonst gebracht ein sollen. Mi der Armee weiß ich, daß der Reichstag iefen Wunsch d: Tapferen hier vorn, der besten Söhne des 'olkes, versteht i ib auch seinerseits für einen kraftvollen eutschen Freden eintreteu wird, der allein uns ortan vor dem 5 ient verschonen kann.
Ihrem hocht cehrten Präsidenten, Exzellenz K a e m p f, Mtte ich meine eiten Wünsche für seine baldige Genesung ku übermitteln.
Glneralfeldmaoschall v. Hindenburg."
Di« militärische Lage.
^ Berlin, 2' April. (Eia. Drahtbericht, zb.) Seit dim Borstoß irr Armee des Generals "Hutier auf A»«td i d i e rist der Hauptkampfplatz im französischen stMPfgebiet mch dem Süden verlegt worden. Die Mner haben rimtig die Gefahr erkannt» die Amiens rroht und alle ihre Reserven nach dem Süden geworfen, wer zu hemncn. Auf die Stellungen, die wir bei rtdldier erkälrpft haben, richtet sich der Stoß der navrierarmee des Generals Fach. Un- dorzugliche Auf k l ä r u n q entdeckte indes die Kommenden französischen Divisionen schon im Auf- ■' S) **te deutsche Heeresleitung den feind- "1 >.-» Pläncn z u v o r k o m m c n konnte. Deutsche lppen hmfWftcf) auf die noch inr Vorgehen zur bersten Linie begriffenen Reserven, so das? bei >en Verwirrung entstand und sic zurückgetrie- n werden konnten. Die deutsche Front, die vorher h Montdidier verlief, wurde so gegen ch Süden vorgedrückt. Auch an beiden : zwischen diesem Fluß und dem L u z-
- Erfolge der Kronprinzen-
r m e e während der lebten Tage ausgebaut. Nörd- Ad südlich von Moreuil sind zwei Bogen vorgctrieben .worden, so daß die dazwischen lieaendcn feindlichen Trup- K" «ch in einer.Schleife befinden, deren weitestes Aus- Mlltz nur vier Kilometer beträgt. Unsere Stellun- f. e ? auf dem Westufer der Avre sind damit gc- l m e r t und das dahinterlieqende Gebiet fest in unsere £ 0.118 gebracht. Immer mehr wird das Vordringen im suden der 88 Kilometer langen Front zu einer B e- J. r J? 5 un ^ der feindlichen Trnpven nörferch d er S o m m e, wo sie sich noch auf Stellungen aus ^ "elt der alten Sommeschlacht stützen können. Daß der Stillstand der Operationen ich Süden auszudehnen scheint, wird unseren Negern zwar Hoffnung ans baldige Ruhe geben, die les rechten nbegründet ist. Das Rcqenwetter der sten zwei Taae erschwerte allerdings das Heranbrin- t des Nachschubs und der schweren Artillerie. Man ^'.aber nur an die derzeitige Panse bei dem Bordrin- k ln ^takten denken, die dort am Tagliamento eintrat, S« erkennen, daß es sich nur um einen z e i t w e i» >rn Aufenthalt, nicht dauerndes Hcmm- o handelt.
svn scharf südli ts Kilometer iteu der A v ch wurden di
Ständige Fortsetzung des Vormarsches unserer südlichen Kngriffsarmee.
Nach wie vor ungeheure Verluste auf Feindesseite.
W.T.-B. Berlin, 1. April. Die südliche AnariffS- ittiee setzt ständig ihren Bormarsch fort. Auch die beiden letzten Regentage haben ihre Operationen nicht beeinträchtigt. Die wiederholten erbitterten Gegenstöße des Feindes sind blutig gescheitert. Der Avre- Abschnitt vor dem rechten Flügel ist fest in deutscher Hand; die Brückenköpfe ans dem westlichen Bachufer sind erweitert. Ein deutsches KorpS stand vorübergehend der Übermacht von fünf bis sechs französischen Divisionen gegenüber, die mit Tanks und starker Artillerie wiederholt vergeblich au- griffen. Die Feindverluste sind nach wie vor ungeheuer.
Der Fall LNberts.
W. T.-B. Berlin, 1. April. Mn in der eroberten Stadt ausgefundener englischer Befehl lautet: „Albert ist- um
jeden Preis zu halten. Die Bedeutung dieser Stadt als wichtiger Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt, als reichgefüllter englischer Stapelplatz rechtfertigt diesen Befehl vollauf." Marineinfanterie, mit dem Regimentskommandeur an der Spitze, drang in raschen Sprüngen bis an das schützende Häusermeer der Stadt heran. Die schwerste Arbeit stand aber noch bevor. Die ganze Stadt war voller Maschinengewehrnefter. Im heißen Straßen - kampf wurden die englischen Stützpunkte von der Flanke und im Rücken gefaßt und die Besatzung gefangen genommen. Um den Westrand der Stadt, wo im tiefen Bahnabschnitt die Engländer mit frischen, stacken Kräften neue Stellungen bezogen hasten, entsvinnen sich wilde Kämpfe. Der dortige Bahnhof und die Fabrik an der Thaussee nach Millencourt ist mit Maschinengewehren bestückt. Der Kamps kommt' zum Stehen. Es wird Nacht. Blendend weiß steht der Vollmond mn Himmel. Hält der Engländer den Westrand, so mutz deutscherseits tue Stadt auigegeben werden. Da gehen die erschürften Leute nochmals zum Angriff vor. Geschütze^ werden bis auf 50 bis 60 Meter berangeschafft. Aus nächster Nähe schlagen die Granaten in die englischen Maschinen- gewehrncster. Panikartig flieht der Feind. In die den Hang hinauf flüchtenden britischen'Massen schlägt bei hell-em Mondschein gutgezieltes deutsches Vernichtungs- fe-ner. Die Felder jenseits der Babn sind wie besät mit Toten und Verwundeten. Am nächsten Morgen setzen die Engländer mit Tanks zum Gegenangriff ein. Nochmals verblrrten sich ihre Sturmkolonnen. Restlos bleiben die am Abend genommenen Stellungen in deutscher Hand.
Dringende Hilferufe Lloyd Georges an die Kolonien!
W. T.-B. London, 1. April. Lloyd George hat an die Premieiminister von Kanada, Australien, Südafrika, Neuseeland und Neufundland Telegramme gerichtet worin er auf die Notwendigkeit der Trnppenvecstärkung und ans die Schritte, die die englische Regierung in dieser Beziehung im Parlament zu tun gedenkt, hinweist und die Regierungen der Dominions auffordert, ihre Kontingente ebenfalls so rasch als möglich zu verstärken, da alles, bis auf den letzten Mann, in diesen Kampf geworfen werden mäste.
Die Meinung französischer Militärkritiker.
Br. Genf, 2. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) , In dem Pariser Blatt „Paps" führt Hauptmann Vidal, der selbst den ersten Teil des Kriegs mitqemacht hat, aus, daß es jetzt sehr unvorsichtig wäre, immer wieder Truppen und Material in eine verlorene Schlacht zu werfen. Es wäre besser, zur Seine zuriick^uweichen und gestützt auf diesen Fluß eine selbstärrdige Offensive weiter östlich durchzuführen. Im gleichen Sinne äußert sich „Journal des Dcbats". Bemühte Irreführung durch die französische Heeresleitung.
W. T.-B. Berlin, 30. März. Der französische Heeresbericht vom 29. März 12,50 Uhr vormittags, meldet, die Franzosen hätten die Deutschen aus den Dörfern Tourte- monee, Mesniel, St. Georges und Assin- v i l l e r s. westlich und südlich Montdidier, geworfen. Diese Angabe ist falsch. In der genannten Gegend befanden sich nur deuffche Patrouillen. — Ebenso falsch ist die weitere Angabe, daß deutsche, hartnäckig fortgesetzte Kämpfe an der Front Lassignh-Noyon ergebnislos geblieben seien. An dieser Front ist am 28. März überhaupt kein deutscher Angriff erfolgt. Die bewußte Irreführung der französischen öffentlichen Meinung durch amtliche Berichte bezweckt lediglich, die aufgeregte Stimmung Frankreichs zu be- rubigen.
(Wir machen in diesem Zusammenhang überhaupt noch einmal grundsätzlich darauf aufmerksam, daß di: feindlichen Heeresberichte (wenn wir sie überhaupt aus Platzgründen veröffentlichen können) nach wie vor mit alleräußerster Reserve aufzunehmen sind. Sie sirrd überdies fast niemals so völlig verlogen und tendenziös irreführend gewesen wie gerade jetzt, angesichts unserer großen Offensive, wo sie sichtlich nicht nur die Stimmung im eigenen Lande künstlich Hochhalten sollen, sondern noch mehr fast darauf berechnet sind, die Stimmung bei uns ungünstig zu beeinträchtigen. Man lasse sieb also durch die Lügen der Feinde nach wie vor in keiner Weise irreführen. Schristl.)
„Eine Woche Ler grotzen Sorge für die Alliierten."
Das amerikanische ttriegsamt zur Lage.
N. Haag, 2. April. (Eig. Drahtbericht, zb.) Aus Washington wird gemeldet' In einer Wochenschrift des amerikanischen Kriegsamts lvird mitgeteilt: Die abgelaufene Woche war naturgemäß eine Woche der großen Sorge für die Alliierten. Unter dem Druck des Feindes wurden die Engländer gezwungen, Terrain prciszugeben. Haig ist es aber trotz großer Schwierigkeiten, die er zu bestehen hatte, gelungen, seine Kampffront intakt zu halten und gleichzeitig seine Truppen in sicheren Rückwärts st ellun- gen zu konzentrieren. Dagegen vermochte der Feind, trotz Besetzung eines großen Teiles unserer Linien und trotz des Verlustes einer großen Anzahl von Kriegsgefangenen und vielem Kriegsin a t e r i a l ans unserer Seite nicht, eine Entscheidung herbeizuführen. Das' wichtigste Ereignis ist das Eingreifen der französischen Armee gewesen. Die ftanzosi- schen Reserven sind in aller Eile nach dem Kampfgebiet vorgeschoben worden und stehen nun in Schlachtreihe an der südlichen Flanke des neu vorspringenden Mnkels, den der Feind eingenommen hat. Unsere eigenen Hilfsquellen sowie auch unsere Divisionen sind bedingungslos den Alliierten zur Ver- f ü g u n g gestellt worden. Inzwischen nehmen imsere Truppen, soweit sie ausgebildet sind, ihre neuen Plätze an der Front ein.
Selbstverstümmelungen im englischen Heer.
W. T.-B. Berlin, 1. April. Die schlechte Moral der englischen Truppen wird von einem Divisionsbefehl beleuchtet, den die Deutschen erbeutet haben. Der vom 18. März 1918 dotierte und 24. Divisien Nr. 2581 signierte Befehl, den dec Adjntont Major Matthey unterschrieben hat, beginnt mit den Worten: „Der kommandierende General befiehlt mir, Fhre Aufmerksamkeit auf die große Zahl von Fällen von Selbstverstümmelung zu lenken, die bei der Division noch Vorkommen." Da schwere Befiirchtungen für eine weiter^ Verschlechterung der Moral dec Truppen beständen, wird dann besohlen, Selbstverstümmelungen englischer Soldater» mit allen Mitteln tunlichst zu verhindern.
Dünkirchen stark mitgenommen.
Berlin, 2. April, (zb.) Die Hafenstadt Dünkirchen hat in der Vorwoche durch eine heftige Beschießung - durch Ferngeschütze schwer gelitten, am meisten das Hafenviertel.
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Die Fortsetzung der Beschießung von Paris.
Basel, 1. April, (zf.) Wie Havas unter dem 31. März aus Paris meldet, fuhren die Deutschen fort, die Gegend von Paris zu beschießen. Man zählte einen Toien und einen Verwundeten. x
Berlin, 2. April, (zb.) Die Verheerungen in Paris durch Treffer der Krupp-Kanone müssen neuerdings an Umfang und Stärke die voeangegangenen Schäden über- treffen haben. Die Bevölkerung richtet sich ein, in den Untergrundbahn st ationen das erste und zweite Frühstück einIUnehmen. Die Leichenbegängnisse der Opfer: der Beschießung finden nachts statt.
Neuftale Opfer der Feriibcschicßung.
Basel, 2. April, (zb.) Amtliche Meldung» bestätigen, daß der schweizerische Legationsrat Ströhlin mit Frau und zwei Kindern im Alter von 11 und 4i/„ Jahren bei der Fernbeschießung von Paris getötet worden sind, während die Familie in einer Kirche dem Gottesdienst beiwohnte.
Ein Augenzeuge über die Vefchiehung ' von Paris.
W. T.-B. Berlin, 1. April. Ein französischer Sergeant, der während seines Urlaubs in Paris die ersten Tage der Beschießung mitgemacht hat und nach seiner Rückkehr an die Front von einem deutschen Stoßtrupp gefangen genommen wurde, äußerte bei seiner Vernehmung, daß die Beschießung, von Paris ans die Bevölkerung einen größeren Eindruck gemacht habe, als die stetig fortsck,reitende deutsche Offensive. Am 23. März, mittags-, siel die erste Granate vor dem Ostbahnhof nieder, die zweite neben dem Denkmal in der Place de la Republique. Er bef.md sich ganz in der Nähe und hörte, daß durch diese zweite Granate etwa 20 Personen getötet oder verwundet wurden. Bei der zweiten Beschießung schlugen die Granaten auf dem Boulevard bonne Nouvelle ein, wo drei bis vier Häuser sehr gelitten haben sollen. Genaueres über die Beschießung und Zerstörung konnte er nicht erfahren, da die Zen s u r alle Nachrichten nickerdrückte und die meist betroffenen Stadtteile ab gesperrt sind. Als die Beichießung begann, erging sich das Volk in den abenteuerlichsten Vermutungen. U. a. verbreitete sich das Gerücht, ein Zeppelin habe in der Nähe von Paris Spione mit Geschützen abgesetzt. Die den Taffachen ent'preckiende Erklärung scheine aber verhältnismäßig rasch durchgedrungen zu feilt Sie löste überall, eine, wenn auch widerwillige B>ewunderung vor den Leistungen der deutschenTechnik aus. Die Stimmung im Mittel- stand und bei der Arbeiterschaft sei sehr erregt weßt feige
