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Samstag» SO. März 1918.
Ein weiter« zortjchritt zwischen Somme und Avre.
Beaucourt und Mezisres genommen.
W. T. -B. Großes Hauptquartier, 30. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Auf dem Schlachtfeld nördlich der Somme ist die Lage unverändert. Ayette wurde vom Feinde gesäubert.
Zwischen Somme und Avre warfen wir Engländer und die ihnen zu Hilfe geeilte» Franzosen aus Teilen ihrervorderen Stellung und nahmen Beaucourt und Mezieres.
Französische Angriffe gegen Montdidier scheiterten. Die Franzosen haben nunmehr auch mit der Zerstörung von L a o » begonnen. Durch anhaltende Beschießung wurde die Kathedrale erheblich beschädigt.
Leutnant Bongartz schoß seinen 32. und 33., Leurnant B « deck fernen 22. Gegner ab.
Bon den andere» Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Der deutsche Kbendbericht vom 29. März.
W. T.-B. Berlin, 29. März, abends. (Amtlich.) Ans de.n Schlachtfeld nördlich der Somme ruhiger Tag.
Erfolgreiche Kämpfe zwischen Somme und Avre.
70000 Gefangene. — 11OO Geschütze!
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 29. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
In örtlichen Kämpfen zu beiden Seiten der S c a r p e brachen wir in die vordersten Stell»ngen ein und machten mehrere Tausend Gefangene.
Bei und nördlich von Albert setzte der Engländer e r - folglose uni verlustreiche Gegenangriffe fort. Zwischen Somme und Avre griffen wir erneut an. Ans alten Stellungen und tapfer verteidigten Dörfern warfen wir den Feind über Warfusee-Bancourt und Plessier nach Westen und Nordwesten zurück.
Gegen einzelne Abschnitte unserer neuen Front zwischen Montdidier und N o h o n führte der Franzose mehrfach heftige Gegenangriffe. Sic scheiterten unter schwersten Verlust en.
Die bisher festgestellte Beute seit Beginn der Schlacht beträgt: 7 0 0 0 0 Gefangene, 1100 Geschütze. Die Armee des Generals H u t i e r brachte davon allein 4 O O O O Gefangene und 6OO Geschütze ein.
An der l o t h r i n g i f ch e n Front hielt gesteigerte Fener- tätigkeit an.
Rittmeister Freiherr v. Richthofcu errang seinen 74. Luft- fieg. __
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Die Flucht 6er Franzosen bei Montdidier
W. T.-B. Berlin, 29. März. Französische Offiziere verfehlen nicht ihre Enttäuschung über den Wert - der kriegsungewohnten Amerikaner. Sie seren höchstens kataillonsweise zwischen englischer und französischer Infanterie zu gebrauchen, zur Lösung selbst ändl- g e r Aufgaben jedoch gänzlich unfähig.
Französische Entlastungs-Divisionen wurden sofort nach der Ausladung, o h n e die Artillerie abzuwar- ten. eiligst in den Kampf geworfen, uni den zertrümmerten englischen Divisionen Zeit zum Sammeln zu lassen. Der überstürzte Einsatz rächte sich naturgemäß sehr -bald mit -der völligen Niederlage dieser Divisionen. Besonders schwere Verluste erlitt hierbei die fvanzösffche 125. Infanteriedivision, ebenso die 1. Kürassierdivision, die unberitten ins Ges-echt trat.
Um 10 Uhr abends hatten die Deutschen Montdidier genommen. Die Franzosen, die seit Schlachtbegtnn ununterbrochen gekämpft hatten, waren wiederholt aus den vorgehäl- tenen Stellungen geworfen. Ein deutsches Regiment -verfolgte den Gegner ungestüm 12 Kilometer weit und drang siegreich über Montdidi-er vor. Der Rückzug der Franzosen wandte sich schließlich in regellose Flucht. Gewehre, Patronentaschen, Helme, selbst Mäntel, wurden f o r t g e -w o r f e n. An der ganzen Straße Rohe-Montdidier liegen Massen unversehrter Artillerie- Munition, darunter ungezählte Granaten schwersten Kalibers. Infolge der scharfen Verfolgung konnten di« Franzosen das Städtchen nicht zur Verteidigung einrich- ten. ES blieb daher vom deutschen Artilleriefeuer verschont, nur am Ostrand brachen einige Granaten den kurzen Widerstand. Als dann aber deutsche Artillerie -die Höben östlich Montdidier krönte, litten die Franzosen furchtbar bei ihrer Flucht über deil Bach südwestlich Montdidier. Dort» liegen in dichten Reihen die graublau gekleideten Fpan- Aesenleichen.
klbend-klusgabe.
Ein französisches Zugeständnis.
W. T.-B'. Genf, 28. März. Nach einer Note der Agence Havas sind die französischen Regimenter Schritt für Schritt, aber in Ordnung, .ruf die Höhen westlich von Montdidicr zurückgewichen.
Tie große Bedeutung der Eroberung Montdidiers.
W. T.-B. Berlin, 28. März, Mit der Eroberung von Montdldier und zugleich mit der Ferubefchießung der über 40 Kilometer entfernten Orte St. Pol und Donltens haben die deutschen Waffen der Entente einen außerordentlich 'chweren Schlag zugesügt. Während die Eroberung von Moutdidier als unmittelbare Bedrohung von Paris gelten kann, werden mit der Beschießung von St. Pol und Doullens zn>ei wichtige Punkte der rüich- wärtige n englischen Verbindungen und zugleich zwer Stapelplätze unter Störungsfeuer gehalten. Dadurch wird der Nachschub des englischen Heeres gestört und die Verwirrung im Rücken des Britenheerss gesteigert.
Ganz im Seichen des Bewegungskrieges.,
W. T.-B. Berlin, 28. März. Das schnelle Vorgehen unserer Infanterie hat die Verbände des auf dem Südteil der Kampffront zurückweichenden Gegners zerrissen. Der Engländer wirft dem deutschen Ansturm entgegen, was er zur Verfügung hat. Hier ' steht die Schlacht schon völlig im Zeichen des Bewegungskrieges. Das Kampfbild hat sich völlig verändert. Die Divisionsstäbe halten bei den Artilleriestellungen auf freiem Felde. Überall sieht man von rückwärts neue Kolonnen in westlicher Richtung ziehen.
Br. Genf, 30. März. (Gig. Drabtbericht. zb.) Über die neue für die Engländer vollkommen überraschende Angriffs- methode, -der -die deutsche Heeresleitung den Durchbruch verdankt, teilt der Havas-Bcrichterstatter an der französischen Front mit: Bei Beendigung der Artillerievorbereitung waren 'die deutschen Sturmkolon neu in mehreren Angriffswellen hintereinander gestapelt aufgestcllt. Die erste -besetzte die erste feindliche Stellung und begann von dort aus in 2 Kilometer Entfernung durch ein furchtbares Maschinengew-ehrfeuer -die englischen Reserven mit Eis-enhagel zu überschütten. Die zweite Kolonne stürmte über die erste hinaus; sie besetzte die zweite englische Linie und wiederholte die Taktik der ersten Kolonne. Es folgte die dritte deutsche Sturmwelle, die in gleicher Weise vor- grng, dann die vierte und so fort. Unterstützt wurde diese Aktion, die das englische Ko mmandc vollkommen aus dem Konzept brachte, durch die Verwendung von Sckpitzengrabeumärsern und einer neuen deutschen Kanone m t sehr niedriger Lafette, die so leicht transportierbar ist wie ein Gebirgsgeschütz.
Die französische Erregung über dar versagen der Engländer.
Täglich wachsende Beute!
W. T.-B. Berlin, 28. März. Während jenseits der bisher nördlichen Schlachtfeldgrenze auch an der Sc a r p e Kämpfe entbrannt sind, gewinnt der deutsche Angriff
Nr» ISO.. 6b. Jahrgang.
zwischen S o m m e und A n c r e westwärts Raum. Die schwere britische Niederlage zieht laut Aussagen englischer Offiziere eine allgemeine D e s o r - - - nisa- tion ihrer Armee nach sich. Befehle und Gegenbefehle der englischen Führung hätten beim Rückzug stellenweise Panik ausgelöst. Die Erregung der Franzosen über das Versagen der Engländer ist unqehene . Die englischen Hilferufe bei der französischen Heeresleitung werden immer dringender. Die b e ii t f ch e Beute wächst täglich. Sie war an Munition, Geräten und Verpflegung besonders bei Bapaume ganz b eis p iel- l o s. Eine Zählung ist noch immer nicht möglich. Die unheilvolle Wirkung der schweren deutschen Beschießung von St. Pol wird erneut bestätigt.
Oer Erfolg nördlich der Scarpe.
W. T.-B. Berlin, 29. Wärz. Am 28. März erfolgte nördlich der Scarpe ein Teilaugriff. Nach starker wirksamster Artillerievorbereitung aller Kaliber traten unsere Truppen zum Sturm an. Auf der ganzen Front wurden wichtige Ortschaften, Stützpunkte und beherrschende Höhenstellungen genommen und unsere Ziele voll erreicht. Die blutigen Verluste des Feindes sind sehr ernst. Außerdem büßte der Feind hier weitere 2000 Mann an Gefangenen ein Besonders hcrvorzuheben ist die Erstürmung der starken Stelluua von Roeux nördlich der Scarpe, die das Flußtal beherrscht. Südlich der Scarpe durchstießen unsere Divi stonea in großer Tiefe die britischen Stellungen und zwangen die Engländer zum Rückzug. Hier ist die Erstürmung des wichtigen Franziskaner-Berges westlich Monchy und des ebenso bedeutenden Kaninchen-Berges östlich Mercatel bemerkenswert. Infolge der hier erreichten bedrohlichen Einbuchtung der englischen Front liegen die nunmehrigen feindlichen Stellringen unter dem Flankenfeuer unserer Batterie!-.
Weitere deutsche Angriffserfolge trotz bitterer Kälte!
W. T.-B. Berlin» 29. März. Den warmen Scnnenfchein der letzten Tage bat bittere Kälte abgelöst. Es weht schneidender Wind. Die Ränder der Schlämmtrichter sind vereist. Trotz Unbill der Witterung haben die deutschen Truppen weitere Angriffserfolge erzielt^und dem Feinde eine Reihe zähe verteidigter Dörfer und Stellungen entrissen. Zugleich wiesen sie wiederholte massierte Angriffe der Engländer uyd Franzosen unter schwersten Verlusten ab. Die gleichen Divisionen, die seit Beginn der Offensive angrrffen, stehen- größtenteils, vor allem im Süden des Schlachtfeldes, auch heute noch in vorderster Linie. Sie lehnten nach wie vor die angebotene Ablösung ab. Die stetig zunehmenden Erfolge lassen alle Mühen und Strapazen vergessen. Beim Sturm auf Warfuse« und Abancourt wurden zahlreiche feindliche Bagage und Kolonnen überrascht und gefangen. Die Engländer setzten die Verwüstung französischenLandes fort, vcrsckütteten Brunnen, zerstörten die Wohnstätten, vernichteten die Bahnkulturen. Sofort getroffene Gegenmaßnahmen heben die beabsichtigte Wirkung auf, die lediglich die schwergeprüften Landeseinwohner traft
weitere hervorragende Erfolge unserer Luftstreitkräfte und Flakzüge in der llaiserfchlacht.
W. T.-B. Berlin, 29. März. Am 27. bis 28. März ist es unseren Lnftstreitkräften gelungen, dem Gegner ihren frischen Angriffsgeist und ihre Überlegenheit zu beweisen und ihm wiederum ganz besonders großen Schaden zuzufüaen. 49 'eindliche Flugzeuge wurden an den beiden Tagen von uns a b g e-. schossen. Rittnieister Freiherr v. R i ch t h o f e n hat seinen 74. Gegner besieg: und so in drei Tagen sechs feindliche Flugzeuge erledigt. Untere Flugabwehrkanonen hatten acht Abschüsse aufzuweisen. L>ie haben sich auch in anderer Beziehung besonders ausgezeichnet und das Vertrauen, das unsere Infanterie in sie zu setzen gepflegt, erneut bestätigt. So nahni ein Flak an der Eroberung von Albert hervorrraaenden Anteil. ?llle unsere Flakgeschütze eilten unserer Infanterie, die während dieser Schlachttags von den feindlichen Fliegern besonders heftig angegriffen Wurde, in starkem feindlichem Maschinengewehrfeuer bis in die vorderen Stellungen zu Hilfe. Dabei iourde ein F l a k z e u g von 14 feindlichen Fliegern gleichzeitig angegriffen. Diese wurden dadurch erfolgreich abgewehrt, daß ein weiteres Geschütz mit großer Geschwindigkeit sein wirkungsvolles Feuer auf sie eröffnete. Unsere eigenen geringen Verluste, die während der beiden Tage nur drei Flugzeuge und zwei Ballone betragen, ^sind zum Teil auf diese erfolgreiche Tätigkeit unserer Flak zurückznführen. Dabei behaupteten die Engländer noch kurz vor unserem Angriff, sie hätten unsere Luststreitkräfte „zu Krüppeln" geschlagen.
CFitt Dank Hkndensturgs.
W. T.-B. Berlin, 29. März. „Den Erfolgen unserer tapferen Truppen und der ans diesem Anlaß mir durch .meinen kaiserlichen Herrn verliehenen hohen Auszeichnung" verdanke ich viele freundliche Telegrauunr und Zuschriften aus allen Kreisen der Heimat. Immer noch läßt die Taf deutsche Herzen höher schlagen. Ich kann aus Rücksicht
