<Brr !^0 Langgasse 21
„r«gbl»llha»«".
6<6«!tfr fc«Bt gföffnet von ts Uhr morsen» bil 1 Uhr «benM.
wöchentlich
8t}.Lft*-l 1 rti« für beite Ausgaben: MI. 1.20 monatlich, MI. 3*0 vierteljährlich durch den «er!», iaii .aafif 21. «hilf «ringer loh» Ml ««-> viertellödriich durch alle deuiilhen Pdsianftalte,!. aufichl-ehlich Vellellgeld - «ejugs-«eiielluugen nehmen außerdem entgegen. in L-iefdaden die Zweiaftelle «i». «ardntig 19. iawie die Ausgabestellen in allen Tellen der Stadl! in Biebrich: die dartiae» »u«. ha bestellen UN« in den benachbarten Landarten UN» im Rhein,au die betreffenhe« Tagblatt-Träger
12 Ausgaben.
Fernruf r
„Tafblaithaus" «r. 66»»»».
Bon 3 Uhr morgend bi« 1 Uhr abend-, außer Sonntag».
Anzeigen-«»!« für »ie Zeile: 3» Pia. für Örtliche »In,eigen; 33 Big. für auswärtige Anzeigen: l.*> Ml. für örtliche Reklamen: U' Ml. für auswärtige Wetlamen. — Sei wiederholter Aufnahme unoet ändertet An,eigen in turjen gwi cheuräumen entwrechenber Nachlaß - Anreiaen-Aunahme: öut die Abend-Ausgabe btS 13 Uhr mittags; für die Morgen-Aufgabe bi» 3 vor nachmittag,. - Kür die Aufnahme von Anzeigen an vorgefchriebenen lagen und Blähen wird leine «ernähr übernommen.
Berliner Abteilung beb WieSbabener Tagblatts: Berlin V., PstSdamer Str. 121 K, Fernsprecher: Amt Lütz»« 6202 und 62015.
Mittwoch, 27. März 1918.
klbend-klusgabe.
Nr 146. » 66. Jahrgang.
Hlbert erobert!
Durchbruch!
weichen desZeindes auf beiden Seiten der Somme!
wachsende Beute und Gefangenenzahl.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 27. März. (ArnÄich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die am 25. d. M. geschlagenen englischen und französischen Divisionen suchten gestern erneut, in dem unwegsamen Trichtergelände der Sommeschlacht unserem Vordringen Einhalt zu tun. Unser Angriff durchbrach die feindlichen Linien. Seit frühem Morgen be- gann der Feind, auf breiter Front zu beiden Seiten der Somme zu weichen. Zäher Widerstand feindlicher Nachhuten wurde in scharfem Nachdringen bezwungen. Nördlich und südlich von Albert erkämpften wir unS den Übergang über die Ancre. Am Abend siel Albert.
Südlich der Somme warfen wir den Feind »»ach heftigem Feuer über E h a u l n e S und L i h o n 8 zurück. Rohe wurde erstürmt, R o y o n in blutigem Straßenkamps vom Feind gesäubert Wir haben unsere alten Stellungen vor der Somme, schlacht von 1916, nach Westen an vielen Stillen überschritten. Die Gefangrnenzahl wächst, dir Beute mehrt sich.
Artilleriekämpfr in Flandern, vor Berdun und in Lothringen dauerten an.
Rittmeister Freiherr v. Richthofen errang seinen 69. und 70. Luftsirg.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Genrralauartiermeister: Ludendorss.
Ver 6. Tag der deutschen Verteidigungs- Offensive.
W.T.-B. Berlin, 26. SWär*. Der 26. März, als 6. Tan der kratzen deutschen Verteidikunnsoffensive, sieht unsere Armee nach wie vor in ununterbrochenen kratzen Kämpfen siekreich westwärts schreiten. Starke von weither hcrangcsührte feindliche Reserven konnten trotz verzweifelter Wehr und Gegenwehr den deutschen Ansturm nicht aufhalten. Die b l» t i k e n B e r I n st e der Engländer und deren Hilfsvölker steinern sich zu » n a c h c u r e n Zahlen. Sie übertreffen alles bisherDagewrsene. Weder in R u tz l a n d noch in Italien waren die Opfer von solcher Höhe. Diese Tatsache erklärt sich aus dem zähen Wider st ande der Briten und ihren massierten, von Franzosen und Amerikanern unterstütz- ten Geaenangriffen. Dazu kommt, datz die englische Infanterie unter dem Kurzfeucr ihrer e i k e n e n Ar- tillerie leidet, eine protze Anzahl euklischer Divisionen ist gänzlich aufgerieben. Inzwischen hat der englische Funkdienst die geringen Verluste der un- entweot annreifenden Deutschen zuaeaebea. Infolge des fast täglich herrschenden Nebels seien ste oft unbemerkt an die enalischkn Stestunarn heranarkommen. Die auch »ach einer Woche nicht nachlassendr Wucht des deutschen Stotzes mutz selbst das Reutrrsche Bureau bekennen. Der betreffende Bericht des 26. März meldet: Der Riesenkampf da»ert ununterbrochen fort, ohne datz die Kraft des Feindes merklich abnimmt, Er füat hinzu: Die englischen Truppen ziehen sich langsam zurück und vernichten alles. Der deutsche Heeres- bericht hatte bereits die Verwüstung französischen Landes durch die Enolcmder gemeldet. Auch das amtliche enklischr Bureau stellt nunmehr diese Tatsache fest. Die deutsche Beute wächst weiterhin. Auch die Gefangenen zahl bat ßch wiederum erhöht. Der Erffila eines jeden Schlachftgges wird v n n d e m nächsten überboten, denn in breiter Front hat bereits die BerfolktlNk des geschlagenen Feindes be- konnen.
vie Ueberlegenhelt der de"tschen Krt'llerke-
W. T.-B. Berlin, 26. März. Der Einsatz der Artillerie ersolpte mit gewaltiger Wucht und völlig überraschend. Zahlreiche in aller Stille erfolgte Verbesserungen bewährten sich glänzend. Durch bisher nicht angewandte ^liegerdecknngen blieb der deutsche Vormarsch der feindlichen Erkundung völlig verschleiert. Durch neue technische Mittel wurde das Einschießen verborgen. Diese Vorbereitungen blieben natürlich den eigenen Truppen nicht verborgen. Um so mehr mutz die Verschwiegenheit der bei Len vorcmgegangenen Erkundungsgefechten in Fundes
Hand geratenen Mannschaften anerkannt Vierden. Der Munitionseinsatz war gewaltig. Die Wucht des Feuers wird in allen Gefangenenausiaqen bestätigt. Die Wirkung der Gasgranaten war groß. Beun Vorgehen entwickelte die deutsche Artillerie beispiellosen Schneid. Die feindlichen Malchinengewehr,e nester wurden von der Feldartillerie durch Nahbekämpfung erledigt.
Ernst werdende englische Schlachtberichte!
Br. Haag, 27. März. (Eiq. Drahtbericht. zb.) Dre neuen Stellungen, die die englischen Truppen an der Somme eingenommen hatten, konnten infolge des starken Druckes des Feindes nicht behauptet werden. Man hätte sie vielleicht halten können, wenn es möglich gewesen wäre, die französisch-amerikanischen Reserven schneller einzusetzen. Aber die französische Heeresleitung rechnet offenbar mit Über
raschungen. Ein Teil der französischen Verstärkungen ist bereits in schwere Kämpfe mit dem Feind verwickelt worden. Die Teut''chen l ersuchen, unteren Truppen unausgesetzt ans den Ferien zu bleiben. Der Zusammenhang unter unseren einzelnen Verbänden ist bisher nicht gelockert worden, so daß von einem strategischen Durchbruch (?) nicht die Rede sein kann, aber der Feind ist bestrebt, fortgesetzt T ruppen nachzuschieben, die sich fächerartig aus- breiten und rechts und links oor stoßen. Wcnn er in dieier Weise seine Angrff'e farischen kann, dann dürfte die gegenwärtige Lage, die ohne alarmierend zu sein, heute schon ernst genug ist. noch erheblich kritischer wereea. Gegey das Ver- b i n d u n g s g l i e d der en zlisch-fransösi scheu Armee bei LaFtzre hämmert d"r Feind unnnierbrochen. Dort stehen englische, französische und amerikanisckie Truppen, die die Aufgabe haben, den vorrückenden deutschen Streitkräften in die Flanke zu fallen, aber auch diese Verstärkungen stießen ihrerseits cnff einen überlegenen Gegner, der durch die Einnahme von Ham einen merklichen Vorteil erzielt hafte und zwischen Ham und La Ftzrc andauernd nach vorn dringt. Nach menschlicher Berechnung muß der Druck des Feindes aber bald geringer werden, wenn er nicht noch über gröbere Reserven verfügt, als bisher angenommen wurde.
Englischer Heeresbericht vom 28. März, morgens.
Der Kamps schlief wahrend der Nacht ein. Unsere Truppen richtkten sich in neuen Snllungen östlich Rohe und Albert ein. Nördlich dei Somme wird die Wiederaufnahme des Kampfes ei wartet, hat jedoch noch nicht begonnen. Cs wird berichtet, datz sich heute morgen südlich der Somme Angriffe gegen unsere und die französischen Truppen in der Nähe von Rohe und Chaul» n e s entwickelten. Tie Verluste des Feindes bleiben schwer und er ist genötigt gewesen, seine Dchlachtfront von allen Seiten öeS westlichen Kriegsschauplatzes zn verstätken. llber 7 0 feindliche Tidrsionen sind bekanntermaßen in vie Schlacht ver- , wickelt.
Englischer Bericht vom 26. März, nachmittags.
Im Verlauf de? gestrigen Tages kam es südlich P c r o n n e sowie südlich und nördlich voU B a p a u m e zu äußerst heftigen Känipscn In leiden Abschnitten wurden vom Feinde heftige Angriffe gemacht und zadlrcickie, ftische Truppen ins Feuer geführt. Trotz unserem energischen Widerstand sahen wir uns gezwungen, Gelände frcizuxebcn. Der Feind ist im Besitz von Ncsle und Bopaume. Die außerordentlich hartnäckigen Kämpfe nehme» ihren Fortgang
Fronzöfischrr Bericht vom 26. März, nachmittag;.
Die Schlacht dauert nnt Heftigkeit am Abend des 25. und nt der Nacht an. Der Feind vervielfältigte seine Angriffe an der ganzen Front von NoUm bis Chouln-s. Die in der Gegend von Novo», ansgrsiclltc Artillerie unterstützt: wirksam die sranzösischr Jnfantttie, deren Widerstand und heftige Angrisse das Vordringen der Deutschen au sh alten und ihnen hohe Verluste zufügcn. N c v i n Nnrdc während der Nacht in größter Ordnung geräumt Die Fronzosen haben das linke User ver Oise in festem Besitz Von der übrigen Front nrchts zu melden.
rfte Panik in Paris.
Aus Genf, 26. März, meldet die „Franks. Zeitung": Infolge der Grenzsperre liegen bis heute nur wenige offiziöse Nachrichten über die Stimmung in Frankreich vor. Sie lassen trotz ibrer Schönfärberei erkennen, daß in Paris nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in den Parlamentskreisen eine förmliche Panik herrscht wie im Auänst 1914, als die Regierung und das Parlament nach Bordeaux cmSwanderten Der TaaeSbcricht von beute Nachmittaa gibt zu, daß die französischen Truppen Noyon anfaeben mußten, daß also der Feind wieder auf 80 Kilometer an Paris herangekommen ist. Der Name Noyon bat eine symbolische Bedeutnna, denn als der jetziae Ministerpräsident Clemencean noch einfacher Zeitunasschreiber war. schloß er. wie man sich erinnert, seine beißende Kritik an der Pcsff'-k Voincarss »nd Briands mit dem immer wiederkehreaden Mabnruf, daß „die Deutschen immer noch in Noyon siften". Clemencean hat jetzt seit einem halben Iabre die Macht in den Händen. Er bot alle Kräfte, d-r Nation ange- svannt, um die Krieaffibrnnq zu verschärfen, und beute sind die Deutschen nicht nur wieder in Nonon. sie sind sogar in voller Bewegung und drohen über die ebemaffoe französische Linie hinaus weiter zu marschieren. Man kann sich Yorswllen wie dies? Nachrichten in Paris wir- ken, das ohn->bin seil vier Taaen durch i-ine unheimlich regelmäßige Artilleriebeichießimq oeäagstigt ist.
Die „Anffgstuna" der Lag» in Paris!
Br. Basel, 27. März. CWo. Drobffbericht. zb.s Man drahtet den „BoSler Nockr." über die Auffassung der Lage in Pari»: Man hält mit Reckt diese dentscke Offensive sür tue mit militärischen Mitteln aetübrte Fortsetzung des Manövers, eine Trennung Mtifcken Frankreich und England zu erzielen. Das letzte Endziel ist das Kolonialreich. daS an der Westfront soll erobert werden, wie das K o n ti n e n - taIreich an -der Ostfront eröbert wurde. In diesnv blutigen Tagen entscheidet sich tatsächlich das Schicksal Europas, vielleicht der ganzen Welt. ES wird die große Frage entschieden werden, ob Deutschland herrscht, oder ob sein ungeheures Abenteuer in einer gewaltigen Katastrophe enden wird. Eine dritte Frage ist nicht mehr möglich.
D'S senkte Knfmerstfamststt kn der Un'on.
W. T.-B. Amsterdam, 26. März. . Aigemeen SandelS» blad" erfährt aus New Dark: Der ernste Zustand an der Front wird allgemein empfunden. Die Blätter geben dauernd Sonderausgaben aus. Selbst die konservattven Blätter, die r eit den Togen de? BüegerkeiegeS niemals Sonntags erschienen sind, erscheinen jetzt mit einer Sonntagsausgabe, um vor Optimismus zu warnen. Im übrigen schwankt die Stimrnung von Nachricht zu Nachricht.
General Wood» sachverständige Ueberzenqnny.
W. T.-B. Washington, 25. März. Geneval Wood erklärte in der militärischen Kommiffion der Senats, die Sach- verständigen seien alle davon überzeugt, daß die deutsche Offensive nicht gelingen werde, Er empfahl, daß Me
