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® <rlfl liÄ^ 21 mSfhontltch 12 Ausgaben. o-ss.

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Tagdlanhane" Nr. 6650-53.

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Sonntagg 24. März 1918. Morgen-Küsgabe. Nr. 141.

66. Jahrgang.

vie große Schlacht in ßrankreich gewonnen.

Oie Engländer geschlagen.

W. T.-B. Berlin, 23. März, abends. (Amtlich. Draht- vericht.) Der erste Teil derGroßenSchlachtinFrank- r e i ch ist beendet. Wir haben die Schlacht bei Monchy-Cam- brai-St. Quentin-La Fere gewonnen. Ein erheblicher Teil des englischen Heeres ist g e s ch l a g e n.

Wir kämpfen etwa in der Linie B a p a u m e. Peronne-Ham.

*

Der erste erfolgreiche Großkampftag.

W.T.-B. Berlin, 23. März. (Drahtb-richt.) Über den ersten erfolgreichen Großkampftag der deutschen Offensive gegen die englische Front ist ;u berichten: Der Nachthimmel rötet lick, flammend von dem Miinoungsfeuer Tausender deutscher Geschütze. Der Engländer antwortet nur schwach. Gaswolkcn, sie sich auf seine Batterien senken, tu» ihre Schuldigkeit. Um 8,40 Uhr fallen die Minenwerfer ein. Eine Stnnde später beginnt der Sturm. Die Stimmung ist wild-entschlossen. Die Infanterie griff an; überall kommt sie gut aus den Gräben. Die erste Linie hat keine Verluste. Um 11 Uhr ist die Linie Hargicourt-Pontru erreicht. Tie Luft ist dick von Nebel, untermischt von Geschoßrauch und Gasschwaden. Die englische Abwehr verstärkt sich. Gegen-, angritfe werden angesetzt. Tanks kommen herangeraffelt. Man siebt stellenweise kein» zehn Schritte weit. Aber der deutsche Angriff gebt weiter. Die englische Artillerie wird an zahlreichen Stellen überrascht. Im Ronffoh- Waldr werden allein vier Battekien genommen. Gegen Mittag weicht der Nebel. Die Luft schwirrt von! Fliegern. Die ersten englischen Gefangenen kommen rach rückwärts; erst kleine TrtrpvS, dann immer mehr. Bleich, erflböpft, gebrochen berichten sie, das de utfch e T r o m m el­fe u e r habe verheerend gewirkt. Die Gräben seien voll Toter. In den Artilleriestellungen liege die Bedienung ver­gast über den Geschützen. Die Engländer haben den Angriff an dieser Steve nicht erwartet, zum mindesten rechneten sie auf einen späteren Zeitpunkt. Dir Überraschung !ist vollkommen gelungen.

Schwarze Tage für die GnyISnder.

W. T.-B. Berlin, 23. März. Der große erste Erfolg der am 21. März begonnenen deutschen Offensive, die bereits am ersten Tage die dritte und fünfte englische Armee aus ihren stark > ansgebauten Stellungen warf, weckt die Erinnerung an die Cambrai-Schlacht vom November 1917. Dem an Zahl vielfach überlegenen Gegner gelang es am 20. November in überraschendem Angriff, unter Einsatz von mehr als 300 Tanks, die deutsche Front in einer Breite von 15 Kilometer zurückzudrücken. Am 22. Nov., dem dritten offenen Tage, meldeten die Engländer 5000 Ge­fangen«. Der Sonderberichterstatter derMorning Post" schrieb über den Anfangserfolg: ..Der heutige Tag wird durch das bisherige Ergebnis zu einem weltgeschichtlichen Ereignis gestempelt." Der amtliche englische Bericht sagte, daß es schwer sei. die Bedeutung des Sieges zu übertreiben. Der Daily Telegraph" nannte die Ereignisse vom 20. November «die sensationellste dramatisch« Episode des Jahre?". Der «Daily Chronicle" stellte den Zusammenbruch der elastischen Verteidigung Hin-denburgs fest, auch sei das Prestige der eng­lischen Armee erhöht und die Befreiung Frankreichs be- schleunigt. Die Glocken von Sr. Paul verkündeten der Welt das wichtige Ereignis. Daß der englische Anfangserfolg bereit? anfangs Dezember in eine entscheidende Niederlage verwandelt wurde, ist bekannt. An der Bewertung des da­maligen englisch«!! Erfolges durch dis englischen amtlichen Berichte kann die Bedeutung dxs nunmehr erfolgten deutschen Stcßes sestgcstellt werden, der ans einer Frontbreite von 80 Kilometer angesetzt war. der schon am ersten Tag zwei englischen Armeen ihr stark auk-gebautes Kampf­gelände und ihnen innerhalb 24 Stunden 16 000 Gefangene und 200 Geschütz« abnahm. An demselben Tage, wo die Eng­länder zwischenScarpeundOise eine schwere Nieder­lage erlitten, muß der englische Orientberickt den Verlust der unter unsäglichen Mühen erreichten wichtigen Stadt Hit melden, die die Türken wieder nahmen, wöbe- ein; Menge Muniticn und zahlreiche Beute in die Hand de? Siegers ffelen. Hit ist, wie die Enaländec selbst seinerzeit hervorhoben. als Karawanenknotenpunkt für die Verbindung zwischen Syrien und Mesopotamien von außerordentlicher Wichtigkeit.

Die guten Aussichten der deutschen (vffensioe

L. Berlin, 23. März. (Eig. Dcahtbericht. zb.) Alle von der Front kommenden Meldungen jeigen, daß unsere Offensive bei Arras die besten Aussichten bietet, über die ersten Eafrlge hrnauszuwachsen. Neben oec Verwirrung, in die die Eng­länder unser Angriff gebracht hat, bürgt dafür vor allem die vorzügliche Stimmung unserer Truppen. Sin Bericht des «L.-A." aus dem Großen Hauptquartier

meldet, gefangene Engländer erzählten, daß man wohl einen Angriff der Deutschen erwartet hat, jedoch überzeugt ge­wesen sei, daß ec nicht vor April stattfinden werde. So sei die Überraschung völlig gewesen. Die Gegenwirkung, die unsere Stürmer durch den Feind fanden und noch finden, muß als sehr energisch und stark bezeichnet werden. _ Die Engländer schlagen sich vorzüglich und verteidigen jedes., ihrer tiefgestaffelten Verteidigungswerke mit verbissener Tapferkeit. Um so höher ist die über jedes Lob erhabene Angriffskraft und Kampflust unserer deutschen Männer zu preisen, die bisher jede Stell ing, die sie angingen, bezwungen haben. Daß indes auf die 80 Kilometer der einstweiligen Offenfivfront der Kamvf nicht beschränkt bleiben wird, geht aus einem Bericht derVoss. Ztg." von der c l s ä s s i s ch e n Front hervor, der besagt: Bis zu dem berühmten Loch von Belfort drängen sich die Sturmzeichen, wie an der langen belgis.b-sranzösischsn Front. Auch hier die sichernde und drohende Versanimlung von Truppen und Kampfmitteln alter und neuer Sorten, Minenwerfer, Flammenwerfer, Gas­waffen. sind zur Stelle. Stürmt rappen, die überall schon dabei waren, tauchen auf. Es wird vor allem die groß­artige neue Technik erprobt, den Zusammenstoß der Truppenkörper aus der Verstrickung de? stellungskampfes in die freie Bewegung zu entwickeln.

Geheuchelte Sorglosigkeit ln Paris.

Br. Haag, 23. März. (Eig. Trahtb wicht, DerRotterd.

Sb.)

Ent-

_ Courant" meldet aus Paris' Die

Wicklung der deutschen Offensive an der britischen Front wird hier o p t i m i st i s ch beurteilt. Die ersten Vorteile der Deutschen werden als uncermeidlich und unbedeutend angesehen. Die Militärkritiker t>er Blätter erwarten keinen unmittelbaren Angriff aus die fran­zösische Front, trotz der heftigen Beschießung, die offen- bar den Zweck habe die Entlastung der britischen Front durch französische Truppen zu verhindern.

FranMschcr Heeresbericht vom 22. Marz, abends. Ziemlich umfangreiche Tätigkeit der Artillerie am Nachmittag, besonders an verschitdinen Punkten nördlich des Damenwegcs, bei Courcy und La B r m p e l l o und in der Champagne. Südlich von Moronvillcrs blieben drei feindliche H a n d st r e i ch e nördlich von Svuain und östlich vom Mont Teton ergebnislos. Bon dein übrigen Teile der Front ist nichts zu melden.

Englischer Bericht vom 22. März, morgens.

W. T.-B Berlin, 23. März. (Drahtbericht.) Der Kampf dauerte in der letzte» Nacht bis zur späten Stunde aus der ganzen Front zwischen O i s e und dem S e n s e e s l u ß an. Unsere Truppen halten dcm Feind in ihren Kampfstellungen stand. Bei dem gestrigen Angriff bot die dicht geballte feindliche Infanterie vrsercm Ecivcbifeuer, den Maschinengewehren und der Artillerie ein gutes Ziel, woraus unsere Truppen große Vorteile zogen. Frontberichte melden außerordentlich schwere Verluste des Feindes. Heute früh entw ickeln sich- noch leine ernsten Känrpfe. Es werden jedoch schwere Kümpfe erwartet.

(W. T.-B. bemerkt berichtigend zu vorstehendem Bericht: Wrr verweisen gegenüber obigen Darstellungen aus die An­

gaben unseres gestrigen Berichts und besonders darauf, daß die deutschen Vertu st e überraschend gering ge, wesen sind.)

Ein deutscher Fliegerangriff in der Gegend von Parks.

Amtliche französische Meldung.

W.T.-B. Paris, 23. März. (Drahtbleicht.) Amt­lich wird mitgeteilt: Gegen 9 Uhr abends flogen Ab» teilungen feindlicher Flugzeug? über unsere Linien. Eine Anzahl Bomben wurden auf Com, pidgne und einige Orte dieser Gegend abgeworfen. Einige Flugzeuge drangen nach Südeil vor, mußten aber infolge Artilleriefeuers umkehren. In Paris wurde sofort Alarm gegeben. In einer halben Stund- war alles vorbei. _ -

Die Anerkennung des litauischen Staates.

W. T.-B. Berlin, 23. März. , (Amtlich. Drahtbericht.) Eine Abordnung des litauischen Landesratä ist heute beim Herrn Reichskanzler erschienen, um im Itcnnen des litauischen Staats die Anerkennung des litau­ischen Stckats von der deuffchen Regierung zu erbitten, D» Abordnung ist vom Herrn Reichskanzler folgende Antwort exd teilt worden:

«Fm Namen und auf Befehl Seiner Majestät bei Kaisers als völkerrechtlichem Vertreter des Deuffchen Reichs habe ich Ihnen folgendes zu erklären: Nachdem der lttau- , esche LowdeSrat als anerkannte Vertretung des litauische« Volkes am 11. Dez. 1917 die Wiedererrichtung Litauens als eines unabhängigen mit dem Deuffchen Reich durch ein ewiges, festes Bundesverhältnis und durch KonX ventionen vornehmlich aus dem Gebiet des Militär^ des Verkehrs-, deS Zoll- und des MünzwesenS verbunden«, Staats verkündet und 'bei der Wiederrichtung dieses Staate den Schutz und die Hilfe des Deuffchen Reichs erbeten Hatz, nachdem ferner nunmehr die bisherigen staatlichen Ver­bindungen Litauens gelöst sind, wird Litauen hiermit auf Grundlage der genannten Erklärung des litauischen Lan­desrats vom 11. Dezember 1917 namens des Deuffche« Reichs alseinfreierund unabhängiger Dtawl erklärt. Das Deuffche Reich fft bereit, dem litauisch«, Staat den erbetenen Schutz und Beistand bei sein« Wiederaufrichtung zu gewähren und wird im Benehme« mit deri Vertretern der Bevölkerung Litauens die dazu ec, forderlichen Maßnahmen treffen. Auch wird wegen de» Festlegung des Bundesverhältnisses zum Deutschen Reich und der für seine Gestaltung vorgesehenen und erforderlichen Konventionen das weitere veranlaßt werden. Die kaiserliche Regierung geht dabei von der Vor­aussetzung aus, daß die abzuschließenden Konventionen dem InteressedesDeutschen Reichs ebenso Rechnung tragen wie den Litauen:, und daß Litauen an dev Kriegslasten, die auch seiner Befreiung dienten, teil- nehmen wird. Eine förmliche Urkunde über die Aner­kennung wird dem Landesrat noch zugehen."

Die Abordnung wird sich nunmehr nach Litauen zurückbe­geben, um ihren Landsleuten das Ergebnis ihrer Sendung miizuteÄen.

»

Bald nach dein Empfang beim Reichskanzlei teilte Präsident Smetana einem Berichterstatter des B. T." mit: Die offizielle Antwort der deuffchen Regierung wurde uns vorgelesen, das Dokument wird uns noch üb«, reicht werden. Jedenfalls steht die deuffche Regierung unss, ren Bestrebungen durchaus freundlich gegenüber und wich die Unabhängigkeit Litauens anerkennen. Auf die Fragen deS Berichterstatters, ob der Beschluß des litauische« Landesrats vom 11. Dezember 1917. daß der litauisch« unabhängige Staat aus monarchischer Grundlage errichtch w>erden und mit dem Deuffchen Reich in enge politische mili­tärische und wirtschaftliche Beziehung tteten soll, bestehen bleibe, erwiderte Präsident Smetana: Dieser Beschluß bleibt allerdings bestehen, aber es ist in ihm von einer monarchischen Grundlage nicht die Rede. Die Regierungsform soll erst von der Landesvertretuiig geregelt werden. Auf die weiteren Fragen erklärte der Präsident, offizielle Be­sprechungen mit dem Herzog von Urach haben,'wie viel­fach angenommen wird, noch nicht stattgefunden. Taffache ist, daß vcn seiten der litauischen Geistlichkeit rein privat« Unterredungen mit dem Herzog von Urach gepflogen Morde» sind. Jenseits der russisch-litauischen Grenzlinie liegen noch rein litauische Gemeinden. Das litauische Gebiet er­streckt sich bis zur Frontlinie Narocz-See-Slonin-Nowo- Grcdek. Diese beiden Städte sind auch noch litauisch und sollen nach dem litauischen Plan in den Grenzen unseres Staates bleiben. Es wurde uns gesagt, daß diese Frage »oA ihrer Regelung entgegensetze.