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Mittwoch, 29. März 1918.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 133.

66. Iahrgang.

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Hollands Unterwerfung unter das Entente-Ultimatum.

Die menschheiibeglückenden Führer der En­tente, die in allen ihren Reden und Botschaften von Gerechtigkeit ilnd Liebe triefen, zeigen sich der ganzen Welt wieder einmal in ihrer wahren Natur als die schamlose st en Erpresser, welche die Geschichte der Menschheit je gesehen hat. Ohne Rücksicht darauf, daß Holland ein neutraler Staat ist, der nur sein friedliches Leben führen will, wird von der Entente kurzwcg die Auslieferung des gesamten Schiffsraumes verlangt mit der lieblichen Drohung, datz sonst alle verfügbaren Transport­mittel beschlagnahmt werden tollten und das arme und unschuldige holländische Volk dem Hungertode aus» gelietert werden würde. Unfotzbares geht wieder kinnial vor! Es handelt sich nicht um ein Volk, das im Kriege mit der Entente lebt und öiird) 'ein; Feindschaft auch die ungerechtesten Matznahmen ivenigstms erklär­lich machen würde. Wäre Holland eia Feind der En­tente. dann wäre dies Ultimatum auch einer der nichts­würdigsten Streiche, die je ein Feind ersonnen hat. Aber dieses verbrecherische Vorgehen der Hüter des Völkerrechtes richtet sich gegen einen kleinen und schwachen Staat, der immer auis strengste seine Neutralitätspflichten beobachtet hat. Man erinnere sich nur, wie zart das Gefühlsleben Wilsons wird, wenn es sich darum handelt, Matznahmen zu be­urteilen, welche das deutsche Heer gegen hinterlistige Feinde ergreifen mutzte, .wie glühend sinne Menschheits- liebe, wenn es gilt. Deutschland in der Welt anzuschwär- ?en, wie erhaben seine Gerechtigkeit, wenn er daran gehen will, unter der Marke Selbstbestiminungsrecht der Völker 'Deutschland und Österreich-Ungarn zu schwächen. Dann schlägt sein Herz für dev schlechtesten tschechischen Verräter im Dreivierteltakt. Er naht dann allen Be­rn ängten und denen, di; er aus Grschäftsrücksick'ten dafür ausgibt wie ein milder Vater und weitz sich in frommen und scheinheiligen Reden gar nicht genug zu tun. Darum ist gerade dieser Mann wohl allen Deutsche eine der wrderlichsten Er­scheinungen des Weltkrieges und am allerwenig- sten dazu geschaffen. Zwist zwischen dem deutschen Volke und seinem Kaiser zu säen, wie er e4 auch in seiner unerforschlichen Liebe für das deutsche Volk vor hatte. Derselbe komische Heilige und Schönredner, der die Welt in einer Flut von salbungsvollen Reden erstickt, bringt es über sich, ein kleines neutrales Volk kaltherzig mit dem Hungertods zu bedrohen, falls es nicht unter Verletzung seiner Neviralitätspftichten seinen ganzen Reichtum als seefahrendes Volk willenlos seinen Er­pressern anSliefert. - Für alle- Zeiten wird das Ulti­matum ein Schandmal für die Kulturst raten Eng­land, Frankreich und Amerika bleiben! Den Deutschen sind ja schon längst die Auaen aufgegangen. Seit langem wissen sie. daß in der Entente ihr Tod­feind lebt, der jeden Augenblick bereit ist, jedes Volk für die geringsten eigenen Interessen zu opfern. Das haben wir bereits in Griechenland gesehen. Auch Rumänien ist mehr oder weniger deni Treiben der Entente zum Opfer gefallen. Aber auch die neueste Schandtat wird der Entente nicht zuni Sieg verhelfen, obwohl Holland in seiner Bedrängnis den Stolz, dessen man sich von ihm versehen hott--., verleugnend und zum Schaden seiner guten Beziehungen mit Deutschland nachgegeben hat. Ebenso sicher, wie daraus die e r- folgreiche Arbeit unserer U- Boote hervor­geht, ebenso sicher wird das Unglück Englands und der Entente durch nicht? in der Welt auf gehalten werden können. Das Schiff der Alliierten ist im Sinken. So greifen sie zu jedem Strohhalm. Sie werden aber ihre gerechte Strafe erhalten, denn solche Verbrecher können ihrem Geschick nicht entgehen.

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Vorwürfe geaen Me hovLnMsche Regtcrut:o».

Br. Haag, 19. März. Drahtbericht. zlb. Havn Nieuw Bureau.) Ausnahmslos sprechen sich die Preßorgane gegen di« Regierungserklärung aus. Man bedauert, datz die Relgieruiig nicht mehr Stolz gezeigt und nicht ver­sucht hat, mit ten heimischen Eetreidevorräten auszukommen. Außerdem wird behauptet, datz England gar nicht damit ge­rechnet habe, datz seine Bedingungen so glatt angenom­men werden sollten. Die Entente erhalte mehr, als sie selbst gehofft, sagt werNiemve 'Rotterd. Courant" und weist dar­aus hin, datz die in den holländischen Häfen liegenden briti­schen Dampfer zur Abfahrt bereit lagen offenbar, weck sie Repressalien fürchteten, falls die holländischen Schliffe in England und Amerika beschlagnahmt würden.

Die Regierungserklärung vor der Kammer,

Br. Haag, 19. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) Drs Nieuw Bureau meldet: Die heutige Kammersitzung wird

Lutzerordentüch lebhaft Verden, Der Führer der Rechte«

Staatsminister Sagorin-Lohman wird die Entschei­dung der Regierung an greifen. Bor allem soll darüber entschieden werden, was mit den in holländischen Häfen liegenden Schiffen geschieht. Nach einer Mitteilung Laudon? an die Zweite Kammer soll diese Frage in der Schwebe ge­laffen werden. Trotzdem spricht vieles dafür, datz Holland nicht beabsichtigt, seinen ganzen Schiffsraum den Alliierten zu übergeben. Nach Laudons Zahlenangaben braucht Holland für seine eigene Versorgung, di« aus Indien nicht ringe» schlossen, über 459000 Tonnen Schiffsraum, 199 900 Tonnen für di« europäische Fahrt, für die Ausfuhr aus Indien nach anderen Ländern 350 000 Tonnen. Darnach bleiben für die Abgabe an die Alliierten nur noch 500000 Tonnen. Diele Zahl muß für die Beurteilung des ganzen Falles im Auge be­halten werden.

W. T.-B. Amsterdam, 19. März. (Drahtbericht.) Wie aus dem Haag gemeldet wird, bat die heutige Kammersihung keine Klarheit darüber ergeben, ob die holländischen Schisse in holländischen Fahrten aus- fahren können oder ob der deutsche Vorschlag des Pendelverkehrs angenommen würde.

Die Erörterung iu Washington.

W.T.-B. Washington, 19. März. (Drahtbericht.) Die Erörterung über die Verwendung der hol­ländischen Schiffe durch eine lreiwillige Über­einkunft dauert fort, während die Regierung die holländische Antwort abwartet. 'Die Wegnahme ist je­doch aufgeschoben, bis die Antwort eingegangen sein wird, was nicht vor Dienstag der Fall sein wird.

Die deutsche Rohlenlieferung an Holland.

Br. Berlin, l£f. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) Ein hollän­disches Blatt bringt die Meldung, Deutschland habe bereits vom gestrigen Tage ab tue Lieferung von Kohlen an Holland eingestellt. Auf Grund von Erkundigungen an amtlicher Stelle, die über eine solche Maßnahme unterrichtet lein müßte, können wir diese Mitteilung als irrtümlich erklären. _

Der Umschwung in Rumänien.

Marghiloman rumänischer Ministerpräsident.

W.T.-B. Bukarest, 19. März. (Drahtbcricht.)

Marghiloman ist zum Ministerpräsidenren ernannt worden.

W. T.-B. Bukarest, 19. März. (Drahtbcricht.)

Alexander Marghiloman bat bekanntlich, als die Frie­densverhandlungen mit Rußland in Brest-Litowsk begannen, an die damalige Iaffyer Regierung Bratianu- Take Jonescu eine Denkschrift gerichtet, in der er in dringlicher Weise darauf binwies, daß der ge eig. neteste Augenblick gekommen lei, um Friedens­verhandlungen mit den Mittelmächten zu beginnen. Die Bevölkerung der Moldau hat erst durch die kürzlich ver­öffentlichte Unterredung Marghilomans mit dem Ver- treter einer Iassyer Zeitung von diei'r Denkschrift Kenntnis erhalten. Die Äutzerunaen Marghilomans haben wie ans Iassher Blättern ersichtlich ist. in allen Kreisen der Moldau tiefsten Eindruck gemacht und haben die Erbitterung gegen die früheren Macht­haber ins grenzenlose gesteigert.

Marghiloman als Retter der Dlmastie?

Köln, 19. März, (zb.) Der Bukarester Vertreter der ..Köln. Ztg." drahtet: Margbiloman möchte offenbar zugleich mit dem Friedensschluß mich die Dynastie retten. Seine Stellungnahme werde sehr ernste innere Kämpfe ent- feffeln.

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vie Verhandlungen mit Rumänien.

Br. Wien, 19. März. (Eig. Dräh Gericht. zb.) Aus poli­tischen Kreisen wird gemeldet: Bekanntlich hat die rumänische Regierung in dem am 6. abgeschlossenen Präliminorvorschlag sie von Österreich-Ungarn geforderte Grenz- berichtigung grundsätzlich angenommen. Di« Forderung der Monarchie konnte jedoch bisher der rumänischen Regie­rung nn einzelnen noch nicht bekanntgegoben werden, da der bisherige Delegierte Arcetojanu infolge des Rücktritts Averescus seinen Auftrag zurückgegeben hat, und der neue Ministerpräsident Marghiloman die Kabinettsbildung noch nicht durchgeführt hat. Die Verhandlungen werden nach der Rückkehr Marghiloman« nach Bukarest, die morgen er­folgen dürfte, wieder ausgenommen werden. Morgen läuft tfie Waffenruhe mit Rumänien ab. Man zweifelt nicht daran, daß ihre Verlängerung erfolgen wird.

Rußland.

Die Abstimmung auf dem Sowjetkongreh.

Br. Haag, 19. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) DieDimes" meldet aus Petersburg: Aus einer vorläufigen Zählung der Stimmen der Provinzräte auf dem Sowjetkongreß geht herber, datz 109 Räte für den unmittelbaren Frieden waren und 83 sich dagegen erklärten. 13 Prozent der Bauern­räte, 27 Prozent der Avbeiterräte und 36 Prozent der Sol- datenräte waren gegen den Frieden um jeden Preis.

Die Gefahr einer Gegenrevolution.

Br. Stockholm, 19. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) W>.' aus Petersburg gemeldet wird, erwartet man täg­lich den Ausbruch der Gegenrevolution. Es soll kürz- lich den bürgerlichen Parteien gelungen sein, ein ganzes Regiment Soldaten zu kaufen, das mit Waffen und Munition vollkommen versehen worden sei. Diesem Regiment sollen sich in letzter Woche zwei weitere Regi­menter angeschlossen haben. Überall in Petersburg hört man, daß etwas in Gärung ist. Die Bolsche- w i k i - Regierung ließ bei ihrer Abreise aus Peters­burg auf dem Weg zinn Bahnhof Doppelreihen Maschinengewehre aufstellen. Sie bereitet sich auch gegen die Gegenrevolution vor und b e f e st i g t alle öffentlichen Gebäude.

Entwaffnung des Prevbraschenskn-Gardcregiments.

W. T.-B. Petersburg, 18. März. (Reuter.) Das Preobrafchensky-Garderegiment ist wegen dsS Verdachts revolutionärer Bestrebungen von den Roten Truppen entwaffnet und fe st genommen worden.

Zur rechten Zeit in Ode"«.

W-Tu-B. Petersburg, 19. Mürz. (Drahtbericht. Reuter.) Es ist fcfirtficDf. daß die Russen Odefla vor der R-mnuu, üt Brand zu setzen stichten, aber infolge zu schnellen Nachdringens der Deutschen ihren Zweck nicht erreichen konnten.

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England und die Annullierung der russischen Anleihen.

Br. Haag, 19. März. (Eig. Drähtbericht. zb.

Bureau.) Aus London wird gemeldet: Im Unterhaus wurde eine Interpellation über die Annullierung der auswärtigen russischen Anleihen besprochen. Balfour «t- klärte, daß die Vertreter aller auswärtigen Mächte in Peters­burg eine formell« Erklärung dem Kommissar für Auswärtige Angelegenheiten zustellten, worin sie mitterlten, daß ihre R»- gierurgen die Proklamation bezüglich Annullierung d« russiscken Staatsschuld bezüglich Beschlagnahme von Eigentum und anderen ähnlichen Maßnahmen als unberechtigt an- sehen, und daß sie sich daS Recht Vorbehalten, die russische Re- giernng für sämtliche Verluste, welche dieler Beschluß zur Folge haben könnte, verantwortlich zu machen. Bis jetzt f« auf diesen Protest keine Antwort eingetroffen.

Das deutsch-franzSsische Rriegsgefangenen. Abkommen.

ZV. T.-B Berlin, 19. März. (Drahtbericht.) Mit-der Rote vom 16. März laben der ftavzösischc Botschafter und der kaiserlich Kutsche Gesandte in Bern dem schweizerischen Bundespräsidenten mitgeteilt, das, ü-re Regierungen den im Berlanse der in Genf ge- pflogcne» Verhandlungen ausgestellten Entwurf einer Vereinbarung zwischen der defitschen und ftenzSstschen Regierung über die Kriegt- gefangenen genehmigt Diese Vereinbarung ist demnach in Kraft getreten.

Anwachsende Bewegung gegen Elemente««?

Genf, 19. März, (zb.) Die gegen das Kabinett eieinea- cectu gerichtete, von der republikanischen Aktion-Liga Dakbi«, geführte Bewegung gewinnt, wie derPayS" mitteilt, st«r I an Ausdehnung. _

5lus den verbündeten Staaten.

Die ungarische Wahlreform.

ZV. T.-B. Budapest. 18. März. Der WahlrechtSauSschatz hat die Reformvorlag« im allgemeinen mit allen Stimm«! gegen eine Stimme angenommen.

Deutscher Reichstag.

(Eigener Drahtbcricht desWiesbadener Tagblatt»".)

# Berlin, 19. März.

Am Bundesratstisch: Untecftratssekcetär v. d. Bussche und Staatssekretär Wall ras. Vizepräsident Dr. Paaschr eröffnet die Sitzung um 11,20 Uhr.

Rkeine Knfragen.

Abg. Müller-Mriningen (Vpt.) beschwert sich darüber daß beim Armeekorps in Hannover Land sturm leute nötig wären, die sich einverstanden erklären, ihren Dienst nach der Demobilmachung mindestens noch um vier Monate zu verlängern. Wer nicht dazu bereit ist, hat die sofortige Zuführung zum Frontdienst zu gewärtigen.

Oberst v. Braun: Es ist für die Übergangszeit erforder­lich, daß cingearbettete Leute in den Bureaus zurückbletben. Ein Druck soll nicht ausgeübt werden.

Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vpt.): Ein Druck wirj, aber doch ausgeübt. Es sind noch genügend kriegsverwendringS- fähige Leute in den Bureaus beschäftigt.

Oberst v. Braun: Die Beschäftigung kriegsverwendnnzA- fähiger Leute würde gegen die Bestimmung verstoßen. (Lachen.) Die Zurückhaltung von Arbeitskräften ist un­bedingt erforderlich.

Auf die Anfrage des Abg. Keinath (natl.), betreffend dre Ausdehnung des Auslands-Rachrichten- Dienstes Deutschlands, erwidert ein Vertreter de» ReichS- wirtschastSamtes, daß diese Frage von der R«-ich»regierung eifrig verfolgt werde. Die Vorarbeiten sind Je weit -ejöx»