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Dienstag, 19. Mürz 1918. Nr. 132. . 66. Jahrgang.
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Der Tagesbericht vom 19. März.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heerrsqruppe Kronprinz Rupprccht
Sturmtruppen preußischer, bayerischer und sächsischer Divisionen führten in Flandern erfolgreiche Erkundungen aus und nahmen dabei mehr als 360 Belgier gefangen.
Bon der Küste bis zum La-Bass6e-Kanal war der Feuerkampf am Abend gesteigert. An der übrigen Front blieb er in mäßigen Grenze«.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Gallwitz.
Bei Juvincourt holten Brandenburger Stoßtrupps nach hartem Kampf 26 Gefangene nuS den feindlichen Gräben. Das Artilleriekeuer lebte beiderseits von Reims und in der Champagne zeitweilig nuf. An der Nordfront vou Berdun nahm es an Stärke zu.. Wir setzen unsere Erkundungen fort. Sächsische Abteilungen brachten von dem Ostufer der Maas 56 Gefangene rin.
Hrrressiruppe Herzost Albrecht.
An vielen Stellen der lothringischen Front» in den Vogesen und im Sundgau rege Tätigkeit der Franzosen.
Wir schosien gestern im Luftkampf und von der Erde 23 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab.
Bo» den andere« Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludrndorfs.
Die Unterwerfung Hollands.
W. T.-B. Haag, 18. März. Wie das Korrespondenz- Brrreau erfährt, erklärte der Minister Laudon ln der Zweiten Kammer, daß di? niederländische Regierung sich gezwungen sah, die Forderung der alliierten Regierungen, di« niederländischen Schiffe durch die gefährdete Zone fahren zu lassen, an deren Annahme diese die Lieferung von 190 000 Tonnen Weizen am 15. April knüpften, anzunehmen, da Deutschland auf eine dahingehende Frage jetzt erklärte, unmöglich innerhalb zweier Monate 100 000 Tonnrn Weizen liefern zu können. Sie machte jedoch ihre Zustimmung von folgenden Bedingungen abhängig: Holland muß aui die Verteilung des niederländischen Schiffsraums und auf die Versorgung des Landes nach dem in tsis London Basi« of Agreement gegebenen Maßstobe rechnen können. Dunkerkohle muß für die Anfuhr nach den Niederlanden und für die dazu anwesenden niederländischen Schiffe gewährt werden. Was di« Fahrten der niederländi- fchen Schifte durch die gefährdete Zone angeht, so müssen die alliierten Negierungen dafür sorgen, daß die Schifte keine Truppen und kein Kriegsmaterial tranSvortieren und nicht bewaffnet werden, daß eS den Besatzungen freigestellt wird, cm dtzn Fahrten teilzunehmen oder nicht, und endlich daß die eventuell vernichteten Schiffe sofort nach dem Kriege durch andere erseht werden. Die Regierung kann und darf nicht weiter gehen. Der Minister fügte noch xu den Mitteilungen hinzu, daß er, sowie die Antwort de: alliierten Regierungen ihn erreicht habe, auch diese der Kammer mitteilen werde. Die Kammer beschloß, in der morgigen Sitzung die Erklärung des Ministers zu besprechen.
DaS Parlament wenig befriedigt.
— Berlin, 19. Mäaz. (zb.) Die Erklärungen des holländischen Ministers haben, .o»e eine eigene Meldung der „Nordd Allo Ztg." au? dem Haag besagt, sichtlich die Mitglieder der Zweiten Kammer wenig befriedigt.
CFttt Protest in der Kammer. *
W. T.-B. Haag, 18. März. Das Korrespondenz-Bureau teilt noch mit: Nach der Erklärung vom Minister Laudon schlug der Vorsitzende vor, die DiSkuflion bis nach Empfang der Antwort zu verschieben. Der Abg. Lohmann wollte nur Aufschub bis morgen, da, wenn das niederländische Volk anders denke als die^ Regierung, eS von Dichtigkeit sein könne, daß die alliierten Regierungen das erfahren. Nolons war derselben Meinung Er protestierte heute bereits in einigen Worten gegen die Handlungsweise der sogenannten Beschützer der kleinen Rationen. EL wurde beschloffen, die Diskuffion bis morgen nach der Pause zu verschieben.
Heftige Kritik der holländischen Preste.
W. T.-B. Amsterdam, 18. März. Wie wir aus dem Haag erfahren, sind sich die leitenden Kreise deS Parlaments im unklaren darüber, ob Laudon in seiner Rede die ganze holländische Tonnage den Alliierten zur Verfügung stellte oder nur den in Amerika befindlichen Teil. Der Schlußsatz der Rede, in dem Laudon darauf hinweist, daß durch obige Antwort Holland sich einen großen Teil seiner Flotte sichert, läßt auf eine nur te i l w e i s e Überweisung schließen. Die gesamte Abendpresse, insbesondere der „Nieuwe Courant", greift dre Regierung lebh.rft an. Savormin Lohma, n will Laudon morgen in der Kammer enftprechend zu: Rede stellen.
vergebliche holländische Bemühungen bei Wilson.
IV. T.-B. Amsterdam, 18. März. Di« „Times" meldet aus
jDashington. Präsident Wilson empfing de« nüederlä«»
d i s ch e n Gesandten, der eine Änderung des Beschlusses über die Benutzung der niederländischen Schiffe befürwortete, in Audienz. Der Präsident weigerte sich, unter den gegebenen Verhältnissen seine Haltung zu ändern. 460 000 Tonnen niederländischen Schiffsraums sind unmittelbar für den transatlantischen Verkehr verfügbar. Der niederländische Dampfer „Nieuwe Amsterdam" wird trotzdem ausfahren können, da er unter der Bedingung freier Riiftahrt nach Amerika gekommen ist.
Eine für uns befrembliche INatznahme Hollands.
Br. Rotterdam, 19. März. (Eiq. Drahtbericht, zb.) Das holländische Ackerbauminftterium hat angeordnet, 1 daß alle ReederZhre in der Rheins.hiffahrt tätige Tonnage aus Deutschland zurückziehen müßten. Diese eigenartige Maßnahme wird damit begründet, daß in der letzten Zeit trotz des Schifssausfuhrverbots mehrere holländische Flußschiffe in deutschen Besitz über- gegangen seien. Durch die Zurückziehung dieser Schisse aus der Rheinschiffahrt soll eine Kontrolle ausgeübt werden.
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Lin ähnliches Vorgehen Englands gegenüber Schweden?
Br. Stockholm, 19. März. i.Eig. Drahtbericht, zb.) Wie „Stockholms Tidningen" mitteilt, soll die schwedische Regierung den Reedern auf Verlangen Englands eine Lizenz bewilligen, die 4 0 090 0 Tonnen schwedischen Schiffsraums, die gegenwärtig in den Häfen der Verbündeten festliegen, mit ihrer Mannschaft der Entente zur Benutzung zu überlassen und dafür die Einfnhrerlaubnis für eine Reihe von Waren zu erhalten, darunter auch 250 000 Tonnen Getreide, was allerdings, wie es heißt, nicht vor dem Herbst geliefert werden kann. Außerdem soll Schweden einen Teil seiner Erzausbeme, die jetzt noch Der^schland geht, an England verkaufen. Selbst die Regierungspresse, die im allgemeinen ein Abkommen auf solcher Grundlage verteidigt, halt es für bedenklich, daß Schweden durch einen Druck von außen her verhindert werden solle, über einen Teil seiner Erzproduktion frei zu verfügen._
Näheres vom Sowje<»N«nyretz.
Br. Berlin, 19. März. (Eig. Trahtbericht. zb.) Der Moskauer Mitarbeiter der „Daily News" berichtet, daß er der Sitzung des Kongresses, welcher den Friedensvertrag bestätigte, beiwohnte. Es waren 1094 Abgeordnete anwesend, wovon 732 Bolschewikisund 238 Sozialrevolutionäre vom linken Flügel. Dei'aLvr- sitzende S w e r d l o f las Begrüßungsbrahtungen vor. darunter auch die Botschaft des Präsidenten Wilson. Die Lenin dargebrachten Huldigungen bewiesen, daß seine Stellung, unerschütterlich ist. Während der Sitzung brach unter dem Podium des Vorsitzenden Feuer aus. Es gab nickt die geringste Verwirrung trotz aller Gerüchte über anarchistische Anschläge. Das Feuer wurde mit einem Löschapparat unterdrückt.
Der neue russische Botschafter in Berlin.
Berli», 19. März, (zb.) Die „Kreuzztq." schreibt: Soweit bekannt geworden, hat sich der zum ruffischen Botschafter in Berlin bestimmte Joffe durch seme ruht,ge sachliche Haltung in Brest-LitowSk vorteilhaft von den Trotzky, Stabe! und Genossen unterschieden.
Die revolutionären Sozialisten der Linken wollen trotz der Ratifizierung weiterkämpscn!
Basel, 19. März, (zb.) Aus Moskau wird dem Exchange Telegraph gemeldet: Am Samstagabend haben die revo
lutionären Sozialisten der Linken, die der Regierung ange- Höven, demissroniert. Sie gaben dabei die Erklärung ab, sie würden die Waffen nicht niederlegen trotz der Ratifizierung des FriedönSvertrages und würden mit einer unabhängigen Armee den Widerstand organisieren.
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Wilsons „feierlicher" Einspruch gegen ein japanisches Vorgehen in Sibirien.
Berlin, 19. März, (zb.) Nach New Dorker Telegrammen Pariser Zeitungen ist laut „Poff. Ztg." die Ncte Wilsons cm den Kongreß fertiggestellt. Die Note erklärt feierlich, die Vereinigten Staaten könnten eine japanische Aktion in Sibirien nicht zulassen.
vie letzte kllliiertensionferenz.
IV. T.-B. London, 19. Mürz. (Drahtbericht.) Das Reuterschc Durreu meldet amtlich: Zuswmnwnkünftr des Obersten Kriegsrnts ebenso wie wichtige politische Besprechungen unter dem Vorsitz des Premierminffters wurden abgehalten; die letzteren in London am 14., 15. und 16. März. Sie fanden im Beisein der Premierminister Englands, Frankreichs und Italiens und im Gegenwart anderer Ministe: nebst ihren militärischen und Mistigen Sachverständigen statt.
W. T.-B. London, 19. März. (Drahtbericht.) In der letzten Woche wurden Clemenceau und Orlando von dem König und der Königin empfangen.
Elemencrau mit vem Londoner Ergebnis j zufrieden!
W. T.-B. Paris, 18. März. (Meldung der Agenre Havasch „Echo de Paris" meldet: Auf der Reise nach England war Clemenceau begleitet von P i ch o n und den Generalen F » ch und Nygand als Vertreter Frankreichs, Orlando, Bissolatti und Bi anchy als Vertreter Italiens undi General Bliß als Vertreter der Vereinigten Staaten; di« Minister Loucheur, Leygues und Elavella waren ebenfalls in London. Von Donnerstag bis Freitag fanden wichtige Besprechungen unter dem Vorsitz von Lloyd George statt. B« seiner Rückkehr nach Paris sagte Clemenceau, er habe eine gute Reise gehabt; das Einvernehmen wäre vollkommen.
Oie Admiralstabsmelduna.
W. T.-B. Berlin, 18. Marz. (Amtlich.) Im Svsrrgrbiqk um England vernichteten unsere Unterseeboote 19 6ÜV Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffsraums.
Der Chef des Wmiralstabes der Main«-
Der württembergikchr Ministerpräsident zur Lage.
IV. T.-B. Stuttgart, 19. März. (Drahtbericht.) In d« heutigen Sitzung der Ersten Kammer hielt Ministerpräsident Dr. v. Weizsäcker «ine Red«, in der er zunächst aus de» Abschluß des F ri ede n s i m O st« n hinwies und u. a. «u»- führte: Nun liegt unter den Großen der größte «m vade«. Die Summe unserer Siege hat gewirft. Wir im Sude, Deutschlands beglückwünschen die Deutschen im Oste«, denen die so bitter notwendige Sicherstellung nunmehr zuteil werden muß. Das- Schwert Deutschlands und seiner Devbündo- ten hat im Osten entschieden und daß Kommen etnet neuen Geschichtsperiode ermöglicht, An Pa«s verfolgt man unentwegt die Freunde des Friedens, nicht wenig« in dem archeren angeblichen Freistaat über dem Atlantisch«« Ozean. Es nützt nicbtS, über Abstufungen des Tons und da« jeweils terwcndkte Maß von Zweideutigkeiten und Heuchelei nachzvsinnen. Es fehlt daS Wort: Wir stutz
zum V«: hanteln bereit. So rüstet Deuffchland zum E n t - scheidungskampsim Westen. Unseren Tapferen auf der langen Linie im Kampfeck im Oberelsaß bis zum Me« werden leisten, was ihre Feldherren verlangen. Die werdrrt auch an der Westfront den endgültigen Erfolg uvS bring«Nr Der Charakter der Naticn im Feld ist auch di« beste Stütze b<» dem Gedanken an die Schwierigkeiten, di« der Wiedernusbau im kommenden Frieden bringen wird. Die Nation daheim hat jetzt nicht bloß das Durchhalten zu lersten. &e l>at auch jenen Wiederaufbau vorzubereiten. Sr wird nutz muß uns gelingen, wenn wir selbst, meine hohe« Herren, wie unsere Soldaten sind. Wir grüßen sie und ihre Führer.
Unsere marine aus Aaland.
übe: die Fahrt unterer Seestreitkräfte nach den Arlandsststod« erfahren wir van zuständiger Stelle folgende Einzelheiten:
Am Canic-tag, den 23. Februar, lagen unsere sür die Unten-« nehmniipeii aus Aaland und in Finnland bestimmten Streitkräst» klar zun, Auelansen in einem Badeort der Ostsee. Auf den Tinien- schifsen waren Teile der Armee, norddeutsche Jäger, eit* geschifft, die während der am nächsten Tage angetr«tenen Reise infolge des schlechten Wetters Gilegenheit hatten, sich an die Seefahrt zu gewöhnen In einem Hasen der östlichen Ostsee »ing». trosien, wurden dann die lehren Borbereitungen für das geplant« Unternchmei. terrolllländigt und am Nachnnttag des 28. Februao bei herzlichstem Sonnenschein die Fahrt nordwärts angetrcten, vorauf fuhren die Minensucher, dann eine Gruppe von Sper». brechern nnd an, Scdlui folgten die Linienschisie mit den Hils». schifsen. Mit einer der geringeren 'Leschwindrgkeit der kleinere« Schiffe angepasten niähigen Durchfchnittssahrt ging »S über di« rubige Ostsee zwischen Öland und Gotland hindurch. Am S. Mang fuhr der Verband in die Enge zwischen den großen Minenfekdern ein. Mittags wurden mitgenommene Wasserflugzeug« ausgesetzt. Bald stiegen die großen Motorvögel Himmeln« und schten sich aufklärend wett voraus. Nachmittags wurde aus bee Höhe von Grcnaskar das erste Eis angetvsieu, das «ne immer größere Tichte annahm, so daß die Schiffe gegen Abend zu Ank« gebracht weiden mußten. Ter nächste Morgen sah bei Heklwerveen die dcodscheii Cck'iffe wieder in Fahrr. Mit vieler Mühe konnte « dem festen Packeis die Marfchformation hergestellt werden. Bold aber hatte das Eis e,ne derartige Dicke erreicht, daß die Etshrech« und Mincnsiicher nicht mehr vorwärts kamen. Wohl oder übel mußten sich die L i n i c n s ck i f s e an die Spitze setzen. Ihr panzerte: Bug konnte, gettieben von 28 000 PS., anfänglich mühelos die Eisfelder durchbrechen. Bald aber stillten sich auch ihre« Vordringen größere Schwierigkeiten entgegen. Die gewaltig«, Pai jinit-fcn erzitterten in allen Fugen, da« Steuern wued« gegen die krnidakieu Eismasfcn immer schwieriger. Selbst m vec aufgebrrchenen Rinne konnten die kleineren Fahrzeuge nur met größter Mühe folgen. Soweit da? Auge reichte, war dt« Oberfläche der See init einem ungeheuren Eisfeld bedeckt. Rur im Osten lugte t-ereinzelt sietes Fahrwasser aus der Eiswüste hervor. Dort aber lagen große Minenfelder, die ein Heransahre» ausschlosien. Tie zumhmcnde Stärke des Eises zwang jetzt zu neuem Ausirchalt. Er N.urte benutzt, um das Hcrankviirmen der zweit« Staffel des Verbarrdes, m dem sich Kvhlmdampjer, TruppmüMtS-
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