WieMtm
Oerisg Langgasie 21
(etffaet mm 8 Q^c morgen» H* 7 Uhr «bmM.
wöchentlich
veznqs.peei» für teile «»»gaben: SW. 1J0 monatlich, Ml. IM oiertklitdrlich durch den Verlag Lau,-«ge *1. ohne »rin,er lohn Ml «.« vierteljährlich durch alle deutschen Boftanltalten. -urschließlich LesteSgeld — 8ej»*4-8efteBH»fle* nehmen uuüerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckrrilg ll>. sonne me «usaabehcllen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Au», gabeireüe» und ln den denachbatten Landort-n und nn Rheingau die betreffenden Ta,blrn - Träger.
12 Ausgaben.
f£en*ntf:
„T-gbl-tthauS" »I.6850-W. Bon 8 Uhr morgen» bi» 7 Uhr abend», «uhrr!
Anreiaen-Prei» für die Zeile: » Mg. für »rkliche »nzeigen; Sb Mg. für «ntm ärtig e, l 2 * Ml. für örtliche Reilamen: 2.50 Ml. für aurwtrkige Rellamen. — Bei ne, eher dotier A»lü«h«e «>»«. änderter Anteigen iu lurzeu Zwischenräumen ent'orechender N-chlah. - Anteiaml.RnnahM-: Kur die Abend-Ausgabe di» l2 Uhr mittag»: für die Morgen -«uizabe bi* S ttbt nadmtoatt- -JS*« Aufnahme von Anzeigen an vorgeschricdenen Tagen und Matze» wirb keine glemthr ubeanommen.
Berliner Abteil»«, »eS Wiesbadener Tagbkatts: Berli« W., Potsdamer Str. 121 K. Fernsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203.
Montag. 18. März 1918.
Kbenö-klusgabe.
Nr. 130.. 66. Jahrgang.
Ratifizierung des Zriedensvertrags von Rrest-Litowsk.
L. Berlin, 18. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wie wir hören, hat der Sowjet-Kongreß in Moskau am 16. März den Friedensvcrtraq von Brcst-Litowsk ratifiziert. Die Nachricht ist vom Sowjet-Kongreß durch Funksprnch an die deutsche Regierung mitgcteilt worden: ein Kurier befindet sich mit dem Dokument beiwits unterwegs nach Berlin.
Auch der deutsche Reichstag wird sich heute mit dem deutsch-russischen sowie dem deutsch-finnischen Friedensvertrag beschäftigen. Reichskanzler Gras H e r t I i n g wird die Sitzung, die um 2 Uhr beginnt, mit einer längeren Rede eröffnen, in der er versuchen wftd, darzustellen, daß der Friedensschluß im Osten kein Gewaltsrieden ist.
ver Kriedensvertrag mit Rußland »om vundesrat genehmigt.
W. T.-B. Berlin, 17. März. Die Vorlage, betreffend den Friedensvertrag zwischen Deuffchland, -Österreich- Ungarn, Bulgarien und der Türkei einerseits und Rußlands andererseits, sowie der deutsch-russische Zusatzvertrag zu dem Vertrag und die Vorlage, betreffend den Friedensvertrag zwischen Deuffchland und Finnland, fanden heute die Zustimmung des Bundesrats.
ver politische Umschwung in Rumänien.
Marghiloman mit der Uabinettsbildung betraut.
W.T.-B. Bukarest, 18. März. (Drahtbericht.) Der König von Rumänien ließ Marghiloman nach Jassy kommen und ersuchte ihn, ein neues Ministerium zu bilden. Marghiloman erbat sich Bedenkzeft, um, nach Bukarest zurückgekehrt, mrt den Vertretern der Mittelmächte Fühlung zu nehmen. Es Huben eingehende Besprechungen stattgefimden. Heure abend wird Marghiloman wieder nach Jassy reisen und nach nochmaligem Vorttag beim König seine Enffcheidung ttefsen.
Br. Bukarest, 18. März. (Eig. Drahtbericht. zb.) General Av eres cu hat den König Ferdinand um Enthebung von seinem Amt gebeten, weil er infolge der Intrigen im Parlament nicht auf die Annahme des Friedens rechnen konnte. Wie die Entente in Petersburg die ursprüngliche Friedenssehnsucht Kerenskis niederzukämpfen wußte, so hat sie auch in Bukarest ihren Einfluß erfolgreich ausgeübt, den Widerstand der K r i e g s p a r t e i, die auseinanderzufallen drohte, neu belebt und dadurch Averescu zur Demission gezwungen. Sie fft aber mit ihren Machenschaft vom Regen in die Traufe gekommen. Marghiloman hat sich dem König zur Verfiigung gestellt und dieser hat ihm die Bildung des neuen Ministeriums übertragen. Der Führer der konservattven Partei sieht sich damit vor eine sehr schwere Aufgabe gestellt, denn er hat im Parlament nickst mir die Auflösung der um B r a- tian u gescharten Mehrheit durchzusetzen, sondern er hat durch die Annahme des Mandats aus den Händen -eines Monarchen, mit dem ein großer und sehr einfluß- reicher Teil seiner eigenen Partei unter keinen Umstän- !den zusammenarbeiten will, somit eine Spaltung in die Rechen der Konservattven gebracht. Peter C a r p und mtt ihm zahlreiche Mitglieder der konservattven Partei, knüpfen ihre künftige Mitarbeit an die Bedingung, daß der Monarch und mit ihm seine ganze Dynastie beseitigt wftd.
Die Entente-Schurkerei gegen Holland.
Amerika sucht Deutschland als dar schwarze Schaf hinzustellen.
W. T.-B : . Amsterdam, 17. März. In dem jetzt vorliegenden ausführlichen Text der Erklärung des Kriegshandelsamts der Vereinigten Staaten über den deutschen B-Bootskrieg weist das KriegShandelsamt der Vereinigten Staaten darauf hin, daß die wiederholte Vernichtung neutraler dänischer Schiffe auf der Reise zwischen Dänemark und Island außerhalb der Kricgszone sowie die vielfachen ,,Irrtum er", denen niederländische und andeoe neutral« Schiffe in den engen Fahrrinne« durch das Sperrgebiet zum Opfer gefallen seien, die Richtigkeit seiner Erklärung über die Absichten, oie Deutschland mit dem U-Bootskrieg ver- fclge, erweise. Die Absicht ver Deutschen, die Lebensmittel- zufichrung zu den Neutralen, irie sie mit den Bereinigten Staaten- vereinbart sei, zu verhindern, werde deutlich an dem deutschen Einspruch dagegen, zu einem zeitweiligen nuxlus vivendi mit Holland zu kommen, um die Beschaffung von Lebensmitteln für dieses Land zu sichern. Zwei Schiff: mtt Lebensmitteln füc dir Niederlande und elf Schiffe für das holländische Hilfskomitee lägen seit Wochen in amerikanischen Häfen und könnten nicht ausscchren, weil Deutschland sich weigere, daß die entsprechende Zahl von Schissen «tt gleicher«. Schiffsraum den niederländischen Hafen ver
lassen. Der offensichtliche Plan der Deutschen sei, alle niederländischen Schiff? in den heimischen Häfen zu sammeln und die Ausfahrt niederländischer Schiffe durch die Drohung, sie zu torpedieren, zu verhindern.
Ter augenblickliche Feldzug, den die halboffrzielle „Nordd. Mg. Ztg." und andere Zettungen mtt Drohungen und Einschüchterungen gegen die neutralen skandinavischen Länder führten, habe offenbar den Zweck, die ncrdtschen Neutralen einznschüchtern, ihren Vereinbarungen, die ebenso in ihrem Interesse wie dem der Vereinigten Staaten und ihre: Assoziierten liegen, nachzukommen. Die ernsten Bemühungen der Regierung der -Vereinigten Staaten, Brotgetreide nach der Schweiz zu schicken, seien durch die Akte der deutschen U-Boote, welche nach gut beglaubigten Berichten aus der Schweiz rücksichtslos spanische DEpfer versenkten, -bedroht. Das Kriegs- handel-samt verweist auf die Versenkung des spanischen Dampfers „Savdinero". Deuffchland verfolge damit den Zw-eck, durch die Vernichtung von spanischem Schiffsraum den relativen Wert der deutschen Schiffe für die Zeit nach dem Krieg zu erhöhen. Das Kviegs- banidelsamt -verweist auf die Verttäge vom 6. Dezember sowie auf sein« erfolgreichen Bestrebungen, den abhängigen Neutta- len für den Transport des Getreides den Schiffsraum zu sichern. Das Kriegsamt hofft, daß die 'Schweiz und die anderen Neutralen den Unterschied in -der -Haltung Deutschlands und der Vereinigten Starten erkennen, und daß sie bemerken, daß Deutschlands Auftreten den Zweck habe, zu verhindern, daß die Neutralen Lebensmittel erhalten außer auf deuffche Bedingungen.
Verwerfung eines illusorischen Teileinlenkens der Niederlande.
W. T.-B ; . London, 17. März. Reuter erfährt, es sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß sich die holländische Regierung bereit ecklären würde, ein Abkommen etwa auf der Grundlage deS modus vivendi anzunehmen, Latz die holländischen Schiffe nicht in die Sperrzone gffwacht würden. Natürlich würden die Verbündeten nicht in der Lage sein, daraus einzugehen.
Die mit Blindheit geschlagene Entente.
W. T.-B. Amsterdam, 17. März. „Nieuwe van den Dag" schreibt: Die Alliierten haben es gewollt, wir werden in die Arme Deutschlands getrieben, wir haben nicht so Getreide notwendig, gebrauchen aber notwendig Steinkohle, andere Rohstoffe und Ar- ttkel. Wenn uns die Westmächte in einer so kränkenden Weffe die Tür vor der Nase zuschlagen, müssen wir uns nach Osten wenden. Dort ist man jetzt außerdem in der Lage, uns allerhand anbieten zu können. Nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich stehen die Zentralmächte viel günstiger dar -als vor einem Jahre. Das ist für jeden deutlich und man muß sich nur fragen, ob die Entente mit Blindheit geschlagen ist, daß sie nicht einsieht, wozu ihre Methode der Absperrung und der Rechtsschändung die Niederländer vertreiben muß. Wenn es aber wahr ist. was Minister Posthoma sagte, daß Holland vom Auslande abhängig ist, dann lege man doch vor allem auf das Wort „Wirt- schastlich" den Nachdruck. Wir mMen bis zu einem gewissen Grade vom Auslande abhängig sein, wir sind jedoch keineswegs hilflos.
Die Rdmiralstabsrneldrnrg.
W.T.-B. Berlin, 17. März. (Amtlich.) Im mittleren Mittelmeer versenkten unsere Unterseeboote sechs Dampfer und einen Segler von zusammen * 25 000 Bruttoregistertonnen.
Die Dampfer wurden teilweise bei schwerem Wetter ausstarkgesichertenGeleitzngenheraus- geschossen. Unter den versenkten Fahrzeugen befinden sich der englische Dampfer „Maltby" (3977 Br.< T.-R.), „Machaen" (6738 Br.-R.-T.), „Clan", „Mac Pierson" (4779 Br.-R.-R.) und „Ayr" (3030 Br.-R.-T.). Die Dampfer waren anscheinend alle beladen. „Ayr" hatte eine Baumwolladung.
Der Chef des Admftalstabs der Marine,
verschärfte Gefahr für die Schiffahrt in der deutschen Bucht.
W. T.-B. Berlin, 17. März. (Amtlich.) Die deuffche Regierung sieht sich infolge des Verhaltens de: englischen Seesivettkräste in dem von England erklärten Sperrgebiet in der deutschen Bucht zu Maßnahmen gezwungen, die das Befahren dieses Gebietes für die Neutra leSchiff-ahrt äußerst gefährlich machen. Die neutrale Schiffahrt wird deshalb hiermit eindringlichst vor den Ge» fahren tes Gebietes gewarnt unter Hinweis darauf, daß die deuffche Regierung für, die Folgen keinerlei Gewähr übernimmt, es sei denn, daß das Befahren in Übereinstimmung nrtt besonderen Anweisungen geschieht, die in jedem Einzelfall von der deutschen Seekriegsleitung einzuholen sind. Die Grerne du: in Frage stehenden Seegebiete verläuft vom Schnittpunkt des Breitengrades 57 Grad 8 Min. mtt der dänischen Hoheitsgrenze über die Punkte 57 Grad 8 Min. n., 6 Grad 0,0 itin., 56 Grad 0 Min. n., 6 Grad 10,0 Min.,
54 Gvad 45 Min. n., 4 Grad 17 Min., 53 Grad 29 Min. n„ 4 Grad 4 Min. 53 Grad 0 Min. n., 4. Grad 10,0 Min. nach dem Schnittpunkt des Breitengrades des 53. Grades 0 Min. !$, mit der holländischen HoheitLgrenze.
Englands Rngst vor der Katastrophe durch den U-Bootskriey.
IV. T.-B. Christian;«, 17. März. „Verdensgang" veröffentlicht ein Londoner Telegramm, nach welchem die vermehrten Versenkungen der letzten Wochen in Verbindung mtt den Aufschlüssen über die kritische Lage des englischen Schiffbaues größtes öffentliches Aufsehen erregen. Die b-rttischen Werftbesitzer kritisieren die englische Regierung wegen Zeitvergeudung durch den Bau der E-in- heitsschiffe, durch welche der englische Schiffsbau von einer vollständigen Katastrophe bedroht werde.
Untergang eines englischen 12000 Tonucu-Darupffrs.
Bern, 17. März. Der „Temps" meldet -aus London: Einer Lloydmeldung zufolge stieß ein ungenannter englischer Dampter mit -dem englischen Dampfer „PrinceCharles Beliqui", 12 770 Tonnen, zusammen, weicher sofort sank. Ferner sffeß der spanische Dampfer „I d a -l a M e n d i", 2844 Tonnen, am 9. März mit einem englischen Dampfer zusammen u nd sank. _
Die Kbruar-Bilanz der Lustkämpse wiederum für nur sehr günstig.
W. T.-R Großes Hauptauartier, 18. März. (AmSich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heerrsgruppe Kronprinz Rupprecht
In Flandern, nördlich von ArmrntiZreS, sowie in Verbindung mit englischen Vorstößen zu beiden Seiten des La Basföe-Kanals war die Artillerietätigkeit vielfach gesteigert. An der übrigen Front blieb sie in mäßigen Grenzen.
Heeresgrnppen Deuffcher Kronprinz und Gollwitz.
Zwischen Oise und Aisnr, nördlich von ReimS und hr einzelnen Abschnitten der Champagne lebte daS Artilleriefener ans; in größerer Stärke hielt eS tagsüber ans beiden Maasufern an.
Heeresgrirppe Herzog Albrechf.
An der lothringischen Front und in den mittle- ren Vogesen zeitweilige Tätigkeit der Artillerien.
An der ganzen Front sehr rege Tätigkeit. Französische Flieger warfen Bomben auf die als solche deutlich erkennbaren Lazarettanlagen von Le Theur.
Wir schossen gfftern 22 Flugzeuge und 2 Fessel- baklone ab. Leutnant Kröll errang seinen 21. Luftsieg.
I« Februar betrug der Verlust der feindlichen Lnftstreitkräste an den deutschen Fronten: 18
Fesselballone und 138 Flugzeuge, von denen 59 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir haben im Kampf 61 Flugzeuge und 3 Fesselballone »erkoren.
Osten.
In der Südnkraine wurd^ Nikolajew besetzt.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalqnartiermeister: Ludendorff.
«
W. rr.-B. Großes Hauptquartier, 17. März. (AmWch.) Westlicher Kriegsschanplaltz
Heeresgruppe Kronprinz Ruvprecht.
In Flandern war von Mittag an die ArttllerietLttg- kstt gesteigert. An der übrigen Front beschränkte sie sich aus Störnngsseuer. Es Id&i-e am Abend vielfach aus.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Gollwitz.
An der Ailleite, südwestlich von Berry a« Bae sowie in Verbindung mtt einer -erfolgreich dumchgefiihrtsn Un- ternehmumg btzi T ah ure zeitweilig erhöhte GesechtStäkigkeit. Nach zehnstündiger Feuervcrbeveitung stießen ftarizIfische Abteilungen westlich von Avocourt auf breiter Front vor, Terls hielt unser Feuer sie nieder, teils warf unsere Infanterie sie im Nechkamps zurück.
Starker Artil-Ieriekamps hielt tagsüber -und vielfach <n-ch wä-hrend der Nacht auf dem Ostuser dar Maas an. Unsere Infanterie bra<h a-n mehreren Stellen zu Erkundnuyem vor. Kurhessische und waldeckische Stoßtrupps drangen bei Samogneux. badische Kompanien bei Be«n» mont, sächsische Sturmtvuppen bei Gezonvanx ttef in die feindlichen Stellungen ein und brachten mehr als 200 Franzosen, darunter einen Bataillonsstab, gefangen zurück. Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Im Parroywald sowie in der Gegend von Bik«M«»nG und B ado-nsillers rege Tätigtest Feindes.
Hm Lnftkampf und von der Eide ans wurden gestern 17 ^feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone abgeschosstn.
Bon den arrdewn Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquarttsrmeister: LndendmK *
