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Berliner Abteilung de» Wiesbadener TagblattS: Berlin W„ P.tödamer Str. 12t K. Fernsprecher: Amt Lnvsw

5reitag 15. März 1918. KbeNd-KU§g(lbe. Nr. 126.. 66. Ialfvgang.

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hindenburg und Ludendorff über die militärpolitische Lage.

Berlin, 15. März, über Aindenbuvgs und Luden­dorffs Auffassung der militärpolitischen Lage bringen die Berliner Morgenblätter Mitteilungen, welche die Kriegsberichterstatter an der Westfront oon den beiden Heerführern kurz vor deren Abreise nach Berlin emp­fangen haben. Beide Männer waren erfüllt von den Ereignissen im Ollen.

„Die Kette, die uns erwürgen sollte'', sagte Hinden­burg, „ist gesprengt und wir können unsere ganze Kraft d e m W e st e n z u w e n d e n. Man wirft uns vor, daß wir im Osten als Gewaltmenschen aufgetreten sind, aber der Krieg ist keine iveiche Sacke. Es ist un­vermeidlich, daß man scharf zu greift. Wir muß­ten auch unbedingt Grenzsicherungen haben, damit das Elend des Jahres 1914, das Ostpreußen er- ' lebt hat, sich nicht nochmals wiederholt."

„Nicht wir", sagte Ludendorff „sondern die uner­hörten Zustände in Rußland selbst haben den Russen wehe getan." Als daraus hingewicsen wurde, daß die Heimat Wohl den Sieg im Osten noch nicht in seinem ganzen Umfange erfaßt habe, weil alle Blicke jetzt nach Westen gerichtet seien, stimmte Hinden­burg zu und meinte, es sei immer so, daß man die Be­gebenheiten der Gegenwart nicht nach Gebühr einschätze. Zu den Verhältnissen im Westen meinte Hindenburg, Frankreich habe sich s e l b st s ? i n G r a b ge­graben. Es habe sich ganz in Englands Hörig­keit begeben. Wenn die Franzosen unsere armen deutschen Gefangenen anständiger behandelten, so könne man mit dem Unglück dieses Volkes Mitleid haben.

Ludendorff sagte: „Jetzt können wir an den Angriff denken. Kommt er, so wird er eine schwere Aufgabe werden. Man bedenke, daß der Feind an der englisch-franzäsischen Front allein mne Menge Divisio­nen in Reserve hat, daß er ein großes, weit ausgebgutes Babnnetz besitzt, um diese Reseraen b»n und her zu schieben. Aber ouf die moralische Kra f t kommt es an. Wir sind voll Vertrauen, daß der Kampf, der entbrennt, auch glücken wir d."

Al? gemeint wurde, daß es ein Glück für uns sei, in Hindenburg den Mittelpunkt der Geschehnisse zu sehen, lehnte Generalfeldmarschall v. Hindenburg ab und sagte: „Der Mittelpunkt, das ist der g u t e G e i st der deutschen Soldaten. Dem ver­danken wir alles, ^ch bin überzeugt, daß dieser Geist auch in der Heimat überall lebt und kräftig bleibt. Wir brauchen ihn als unsere Rückendeckung."

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Tirpitz für die Sicherung der flandrischen Küste.

»r. Swineintindc, 14. März. (Eig. Drahkberickt. zb.) Grost<tdmiro>i v. Tirpitz bat an di« Swinemünder tuTirpife* Eckmk- ein« Droh du nq gerichtet, in der es heisst: Wenn wir den 11-B.o o t S k ri e g unbeirrt fortführen, so können wir mit Enalanid zu einem Frieden gelangen, der der deutschen Marine die Küste von Flandern für alle Zeit sichert. Wir gebrauchen sie lür unsere Seegeltung, v. Tirpitz, Großadmiral.

Oer Krieg gegen England.

vie neuen Luftangriffe auf London.

W. T.-B. Berlin, 14. März. (Amtlich.) Im Anschluß an eine Patrouillenfallrt in der Nordsee belegte eines unserer Marinrl'iftschiffe, Kommandant Kaviiönlrutnant Dietrich, in der Nacht vom 13. zum 14. März den Hafen und die In. dustrieanlagrn von Hartlepool erfolgreich mit Bomben. DaS Luftschiff hat trotz zeitweiser starker feindlicher Gegc»l- Wirkung keinerlei Beschädigungen erhalten.

Der Chef des Admiralstabs der Mariae.

Amtliche Reuter-Meldungen.

W. T.-B. London, 14. März. DaS Reutersche Bureau meldet amtlich: N u r e i n L u f t s ch i f f hat di« Küste passiert und vier Bomben auf Hartlepool abgeworfen. DaS Luftschiff flog in großer Höhe und blieb nur einige Minuten über dem Lande. Die übrigen Bomben scheinen in die See gefallen zu sein. Sechs Wohnhäuser wurden zerstört und ungefähr 39 beschädigt. Nach den letzten Berichten wurden ein Mann, eine Frau und drei Kinder getötet und drei Männer, eine Frau und fünf Kinder verwundet.

IV. T.-B. London, 14. März. (Reuter. Amtliche Meldung.) Ein oder zwei Luftschiffe griffen die N o r v o st - K ü st e kurz nach 8.3V Uhr abends an. Etwa 20 Bomben wurden nach ter Küste zu abgeworfen. Meldungen über Todesfälle oder Sachschäden liegen bis jetzt nicht vor.

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Wenn es nach dem willen der Alliierten ginge ....

IV. T.-B. London, 14. März. Der Arbeitsminister er­klärte am 13. März in einer Versammlung in Manchester, daß nacti dem Kriege die Rohstoffe, über die die Alliierten verfügten, den Mittelmächten nicht zu. gänglich gemacht werden würden.

weitere Säuberung der Ukraine.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 15. März. (Amtlich.)

Westlicher KriegsschanPlaiU

Heeresgruppe Kronprinz Ruvprccht.

Dir tagsüber schwache A r t i l l er i et ät i gkeit ver­stärkte sich vor Einbruch der Dunkrlheit in wenigen Ab­schnitten. Während der Nacht lebte sie in Verbindung mit eigenen und feindlichen ErkundungSvorstößen vor­übergehend auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Die B l i n k st r l l e der Franzosen aus der Kathedrale von ReimS wurde erneut in Tätigkeit beobachtet. Hef­tiges Zerstörungsfeuer lag von Mittags an auf unse­ren Stellungen nördlich und nordöstlich von P r o S n e S. Starke französische Abteilungen, die am Abend in breiter Front vorstirßen, konnten nur westlich von der Straße Thuiztz-Rauroy in unserem vorderen Graben Faß fassen; im übrigen wurden sie im Nahlampf abgewiesen.

Auf dem östlichen Maasufer hielt tagsüber gesteigerte Fruertütigkeit an.

Osten.

Feindliche Banden, die in der Ukraine die von Gomel und Kiew nach B a ch m a t f ch führenden Bahnen be­drohten, wurden in mehrfachen Kämpfen zerstreut. Bachmatsch wurde besetzt.

Bon den Anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister: Ludendorff.

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Die erfolgreiche Tätigkeit unserer Luft» streitkräfte an der Westfront.

W. T.-B. Berlin, 14. Mürz. Günstige Witterung ließ un­sere Luftstreitkräfte am 12. am >der W e st f r o n t wiederum besondere Erfolge erzielen. Kräftiger feindsicher Gegenwehr zum Trotz wurde di« Erkundung an allen Teilen der Front erfolgreich durchgofichrt. Die Bahn­höfe von SoisfonS und di« des fast 100 Kilometer Hinte: der Front gelegenen von B o u l o g n e wurden wiederum mü zusammen 4500 Kilogramm Bomben angegriffen. 18 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballon« fielen unseren Luftkämpfern zum Opfer, während wir nur drei Flugzeuge im Luftkampf verloren und drei weitere vermissen. Mit drei Abschüssen sind an diesen Erfolgen die beiden Brüder R i ch t h o f e n beteiligt.

vie Kntwortßües Kaisers an den kurländischen Lgndesrat.

W. T.-B. Berlin, 14. März, Der Kaiser und König haben dem Baron v. Rahden-Maihof in Mitau als Vorsitzenden des kurländischen LandesrateS folgendes Tele­gramm zugehen lassen:

„Mit herzlicher Freude habe ich die mir im Namen des kurlänvischen LandesrateS übersandten treuen Grüße empfangen. Mein Herz ist tief bewegt und von Dank gegen Gott erfüllt, daß es mir vergönnt gewesen ist, deutsches Blut und deutsche Kultur vor dem Untergang zu erretten. Gott segne Ihr Land, dem deutsche Treue, deutscher Mut und Ausdauer das Gepräge gegeben haben."

Line finnische Gesandtschaft in Berlin.

W. T.-B. Berlin» 13. März. Nachdem in der Voraus­setzung der Bestätigung des abgeschlossenen Friedensver- traget die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Deut­schen Reich und der Republik Finnland ausgenommen sind, ist in Berlin eine finnisch Gesandtschaft eingerichtet worden, die unter der Leitung des Gesandten Wirklichen StacrtSvates Dr. Hielt ihre Tätigkeit begonnen hat. Die Geschäftsräume der Gesandtschaft befinden sich Wichmannstraße 28.

Die Kdiniralstabsmeldung.

W. T.-B. Berlin, 14. März. (Amtlich.) Im Sperrgebiet um England, vorwiegend im Ärmelkanal, fügten unsere Unterseeboote dem Gegner neuerdings einen Verlust von 20 800 Bruttoregisteetonnen

Handelsschiffsoaumes zu. Alle versenkten Dampfer, darunter drei wertvolle Schiffe von 4000 bis 5000 Brt., waren bewaffnet und größtenteils itark gesichert. Namentlich fest- gestellt wurden der tiefbeladene französische Dampfer «Sene- gambic" (1828 Bruttoregistertonnen).

Der Chef des AdmiralstabeS der Marine.

U-Bootsangriff auf ein angebliches Hvspitalschiff.

W. T.-B. London, 14. März. Amtlich meldet d«S Reuter- sche Bureau: DaS Hospitalschiff „Guildford

Castle" wurde auf der Heimreise am Ängang des Kanals von Bristol am 10. März, 5 Udr 35 Min. nachmittags, von einem feindlichen Unterseeboot ohne Erfolg angegriffen. Das Schiff führte die Rote-Kreuz-Flugge und hatte all« für Hospiialschiffe vorgeschriebenen Lichter angezündet.

Nach einer anderen Meldung des Reuterfchen Bureaus wurden auf das Hospitalschifs zwei Torpedos abge­feuert. Der erste ging fehl, aber der zweite traf den Bug des Schiffes, Das Schiff wurde schwer beschädigt, vermochte

aber den Hafen zu erreichen, wo die zahlreichen Kranken und Verwundeten, die sich an Bord befanden, ohne Unfall an/ Land und inS Hospital verbracht wurden.

Die Türken erfolgreich in Palästina.

W. T.-B. Konsianlinopel, 13. März, Der amtliche Tages« bericht meldet u. a.: An der Palästinafront lebte am 12. März di« Kampsläligkeit wieder ans. Starke feindlich, Kräfte griffen um 6 Uhr 30 Minute» vormittags die Linie Kefr-Kosun-Medschel Jaba» Ter Ballut-Der Pisane an. In dem slankierendcn Feuer unierer Artillerie er!!« der Feind schwer« Verluste. Alle Angriff« d«s Gegners scheiterten. Nur bei Medschel Jaba und bei Der Ballul kennte er nach einem blutigen Nahkanips etwas Gelände gewinnen. Uber dies« O>te hinaus konnte er nicht Vordringen. Weiter östlich worden seindliche Vorstöße bei Cham A m u r i «, an der Slraß» von Yervsalem nach Nablus, gegen die Hohen bei Kaser Mali!, Tell Miltera und gegen den Brückenkopf östlich von Jericho abge« wiesen. Gcsangcne und seindliche Maschinengewehre blieben in m strer Hand. Von dem am 8. März bei Agwaliman ver­senkten stanzösilche», mit drei Geschützen bewafsneten Schiff „Alexandre" sind LI Mann gefangen genommen. In Erzerurn worden zahlreiche Geschütze und viel Munition erbeutet. Di« Ar­menier verloren etwa 2000 Mann. An der Küste nähern sich unser, Truppe» der btsherigrn Laude», grenze.

114 Geschütze von den Türken erobert!

IV. T.-B. Konstirntinovrl, 15. März. (Drahtbericht.) Der Etliche TogeSbericbr meldet u. a.: Ein feindlicher Zug, der im Jordantole auf Mask-ra vorgeben wollte, wurde Verlust- «ich abgewiesen. In Trapezunt fielen 82, in Erzerum bi» jetzt 32 Geschütze, in Manahotum 18 Minenwerser in unser« Hand. Armenier in Stärke von 2600 Mann. 6 Maschinen­gewehren und 42 Restern griffen am li. März unsere ü> Achlat unb Karcntsch befindlichen Truppen an. Sie wurde» vorlustcerch abgeschtzMn.

Dar §ntente-U!t'inatum an Holland.

Eine zutreffende holländische Stimme W. T.-B. Rotterdam, 14. März. „Nieuwe Rotzterdamschl Courant" schreibt zu der Mitteilung de« Ministers bei Äußern, daß die Alliierten ihre tatsächliche Macht über eine» großen Teil der niederländischen Flotte auSbceiten: .I»

London und wo man hinhört. macht man große Wort« iiber den Neubau von Schiffen und redet geringschätzig über die geringen Erfolge der Unterseeboote; doch mittler­weile setzt man uns Daumschcauben an, um uns so viel witz möglich von unserer Flott; wegzunehmen. Wenn von allen schönen Worten, die auf der anderen Seite de» Ozean? ge» f et et werden, auch nur die Hälfte ernst gemeint war, würde» wir noch einiges Vertrauen in das Gelingen der Unterhand­lungen haben können, aber di? Taten enttäuschten uns so oft. daß wir gegenüber den drüben gesprochenen Worten sehr skeptisch geworden sind."

«eine befristete Forderung. Die Annahme wenig wahrschelirlich.

kr. Haag, 15. März. (Erg. Dmhtbericht. zb.) An­gesichts der im Haag verbreiteten Gerückte, nach denen der englische Gesandte der niederländischen Ne­gierung eine Art Ultimatum bezüglich der Über­lassung von Schiffsraum für Fohrien iml Sperrgebiet überreicht haben soll, wird auf eine An- frage vom Ministerium des Äußern mitgeteilt, daß van einem Ultimatum nicht die Rede sein könne. Wohl habe England den Anspruch auf Überlassung von, holländi­schem Laderaum im Sperrgebiet erhoben, und eS scheint auch, wie angedeutet wird, der britische Gesandte Schritte unternommen zu baben, wodurch er zum Aus­druck brachte, daß die britische Regierung eine baldige Antwort der bolländischen Regierung auf die Vor­schläge" der britischen Negierung angenehm wäre. Je­doch wird die Mitteilung von d<>r b e f r i st e t e n For­derung einer Antwort a b g e st r i t i. . 1 . Wie in diplo­matischen Kreisen versickert wird, ist die Annahme der enalisch-amerikanischen Forderungen wenig wahrscheinlich.

Berliner vresseftfmmen.

Berks», 15, März Zu dem Entente-vktimatnm a» H v l l o t: 1 schreibt die „Freisinnige Zeitung": Mied«: haben wir einen greirbaren und durch keine Heuchelei zu ver­tuschenden Beweis dafür, wie England und die Entente den Schutz der kleinen Mächte miffassen. Ein solcher Beweis ist schon Griechenlanl gepenstber geführt worden. Da England nicht striwillig den Schiffsraum erhält, raubt es ihn sogar von den Neu­tralen.

Die .Germanin" fast' DaS erste, waS für uns in di« Augen spiingt, ist die EagenmniS, daß der U-Bostkrieg di« vereinigte Schiffahrt nnstrer Femd« derartig geschädigt hat, daß ste mindestens den wackssenden Änstrderungen nicht mehr gerecht zu werden ver­mag, die die Berrflegunp der eigenen Völker »nd die Vorbereitung des Frnhjadrtfelkznges an ste stellen. Holland g°genüber hat England lang« gewaltet, che es zum äußersten schritt. Darum darf man mmedmcn, daß ibm die Not allmählich an Leib und Seele zu gebe» beginnt. Die holländische Regie­rung hat alle? geian, die Neutralität ehrlich durchzuführen. DaS letzte Ende wird sein, daß Holland völlig den englischen Krieag rd eckeiz dienükor oemach» m».rdan ,,«»ußte. Nstm Wirb e» irr