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Donnerstag» 14. Marz 1918. flbClt&sßtiSQClbC« Nr. 124. ♦ 66. Jahrgang.
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NO öoo den Heulen Befreiern Heießt.
Am Siel der Vormarsch;.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Feindliche Artillerie entwickelte in eiazelnen Abschnitte« zwischen der Lys und der Scarpe, beiderseits der Maas unlf im Snndgau in der Gegend von Altkirch rege Tätigkeit. Auch an der übrigen Front vielfach lebhafteres StörungS- fruer. Kleinere Jnfanteriegefechte im Borfeld der Stellungen.
Gestern wurden im Luftkampf und von der Erde aus 17 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone abgeschossen. Bon einem nach Freibnrg fliegenden feindlichen Geschwader wurden an der Front 3 Flugzeuge heruntergeholt Rittmeister Frhr. v. Nichthosen errang seineu 65. Luftsieg.
Osten.
Die im Einvernehmen mit der rumänischen Regierung von Braila über Galatz-Bendery auf Odessa angesetzten deutschen Truppen haben nach Bandenkampf bei Moldowanka Odessa besetzt. Ihnen sind von Shmerinka her öster- reichisch-ungarische Truppen gefolgt.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Vas Wiederaufleben der Gefechts- tätigkeit in Flandern.
ver 200. Luftsieg Ser Jagdstaffel voelcke.
W. T.-B. Berlin, 13. März. Aus Flandern wird uns geschrieben: Die trockene Witterung der letzten Tage hatte ein Aufleben der beiderseitigen Gefechtstätigkeit zur Folge. Die Artillerien benutzten die in Flandern so seltene Sicht um die feindlichen Anlagen und Batterien zu schädigen' und Bewegungen zu stören. Starke Feuerwellen, nicht selten bis zum Trommelfeuer gesteigert, kommen täglich vor. Auch die Infanterie ist durch daZ Abtrocknen des versumpften alten Schlachtfeldes von 1917 wieder bewegungsfähig geworden. Allnächtlich brechen starke Patrouillen oder Sturmtruppen in die feindliche Linie ein, holen Gefangene und Beute heraus und zerstören die feindlichen Betonbauten und .Hindernisse. Die Gegner sind nicht m ü st i g e r. Von der Küste bis an die Lys paschen sie die Front ab, um Einblick in unsere Verteidigung zu bekommen. Selbst die B e l g i e r haben sich entschließen müssen, mit Stoß- trupps unsere vorgeschobenen Bosten zu beunruhigen. Der Erfolg blieb ihnen meist versagt, während die Zahl der belgischen Gefangenen neuerdings wieder erheblich gestiegen ist. Die Engländer haben bei einzelnen Unternehmungen ganze Bataillone eingesetzt. Ihre Verluste waren dementsprech-md hoch, ihre Erfolge belanglos. Unsere Flieger haben eine lebbafle Tätigkeit entwickelt.- Obwohl in den oberen Luftschichten eine Temperatur von 30 bis 40 Grad Celsius unter Null herrschte, waren täglich stundenlange Flüge bis tief hinter die feindlichen Linien ansgeführt und feindliche Geschwader rücksichtslos angegriffen worden. So haben vier Flugzeuge der Jagdstaffel B o e l ck e fünfzehn feindliche Flugzeuge über die Linie zurückgedrückt und dabei durch Abschuß eines der Gegner den 200. Luftsieg der Staffel erfochten.
Die Feinde in Erwartung unserer Offensive.
Sr. Bafel, 14. März. (<§:$. Drahtbericht, zb.) Nach den „Baffer Nachr." berichtet Reuter aus Washington: Das Kri-sgsdepa-rtement teiUe mit, daß die amerikanischen Streit- kräfte fortwährend an den Kämpfen t-effnehmen. Ihr AktionS- feld wird täglich größer. Die Zahl ihrer in der Linie stehenden Abteilungen wächst >beständig. Gegenwärtig liegen an vier verschiedenen Punkten der Westfront amerikanische Truppen in den Schützengräben. Ferner teilt das Kriegsdeparteinent amüich mit, daß die Deutschen die Umgruppierung ihrer zur VerfÜWNg stehenden Kräfte vervollständigt, und daß der Feind seinen Plan einer großen Offensive, noch nicht ausgegeben 'habe. De Alliierten seien gegen die Offensive gerüstet und erwarteten sie in aller Ruhe. Im Lauf der letzten Woche hätten die Alliierten an allen Fronten zusammen 88FIugapparate verloren,
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Die Frage der Schuld am ttriege.
Berlin, 14. März. Aus Paris kommen dunkle Andeutungen, als ob man jetzt neue und unwiderlegliche Beweise dafür bringen könne, daß Frau k- xLrch durch Deutschland in diesen Krieg hinein.
gezogen worden sei. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt' Man kann in Deutschland allen Enthüllungen über die Vorgeschichte dös Krieges mit um so größerer Ruhe entgegensehen, als noch manches Schriftstück vorhanden ist, das der Öffentlichkeit noch nicht bekannt ist und durch das die Frage nach dem Verschulden nicht nur am Ausbruch des Krieges, sondern auch am Kriege selbst so deutlich beantwortet wird, daß hüben und . drüben alle Verdrehungskünste eitel bleiben müssen. Gerade die Rolle Frankreichs als Einpeitschers Rußlands wird dadurch immer deutlicher. . Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" teilt Auszüge aus belgischen Gesandtschaftsberich ten mit, welche diese Feststellung berühren, und sagt, die von ihr mit- geteilten Zeugnisse stellten auch die bündigste Rechtfertigung des Inhalts der Friedensverträge mit Rußland dar. Wenn durch die Bestimmungen des Brest-Litowsker Vertrages die Bedrohung des Weltfriedens ans absehbare Zeit verbannt sei, so müßten die ihre größten Lobredner sein, die heute ihre kritischen Messer ausgiebig daran wetzen.
Amerikanische Kredite für die Kriegführung Kubas und Englands.
W. T.-B. Washington, 14. März, (Reuter.) Die Regierung der Vereinigten Staaten bewilligte der kubanischen Regierung einen Kredit von 15 Millionen Dollar, um Kuba in seinen Kriegs- vorbereiffmgen zu unterstützen. Ferner ein neues Darlehen von 200MillionenDollar an England.
Eine neue Bedrohung Hollands durch die Entente.
Br. Rotterdam, 14. Mörz. (Eig. Drähtbericht. zb.) Sicherem Vernehme,« nach haben hie Regierungen der Entente von Holland die Zustimmung zu dem von ihnen in den -Schiffsramnverho-ndlungen gemachten Vorschläge -bis 18. März verlangt. Sollte «in Einverständnis bis dahin nicht -erzielt sein, so würden die ist den Ententshäfen liegenden holländischen Sch-isfe beschlagnahmt werden. Die Schiffs-rcrumknappheit bei den Ententemächten ist angeblich im schnellen Steigen.
Ein Marineluftschiffgeschwader über England.
W. T.-B : . Berlin, 13. März. (Amtlich.) In der Nacht vom 12. zum 13. März hat eine? unserer Marineluftschiffgeschwader mit gutem Erfolg befestigte Plätze und militärische Anlagen am Humber und in der Grafschaft Dark angegriffen. Die Schiffe stießen auf starke artilleristische Gegenwehr, die den A.i griff jedoch nicht aufhalten konnte. Alle Schiffe sind unbeschädigt xurückgekehrt Die Führung hatte auch diesmal wieder Fregattenkapitän Straffer. Aus der Zahl der Kommandanten verdienen als- altbewährte Englandfahre-' erwähnt zu werden: Korvettenkapitän d. R. Proelhs, Kapitänleutnant Frhr. Treusch v. Buttlar-Brande n f e l 8, Kapitänleutnant Ehrlich (Herbert), Hnupt- mann Manger und Kapitänleutnant v. Fr enden reich.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Amtliche englische Meldung.
W. T.-B. London, 14. März. (Dvahtbericht.) Reuter meldet amtlich: Nach inzwischen eingel-cmsenen Berichten flogen drei feindliche Luftschiffe gestern abend zwischen 8.30 und 10 Uhr über die Küste von Uorkshire. Nur eins wagte, sich der befestigten Stadt Hüll zu nähern, und wcmf dort vier Bomben ab. Die beiden anderen Luftschiffe kreuzten während einiger Stunden in großer Höhe -über den verschiedenen Distrikten und nahmen -beim wieder Kurs nach dem SKe-er.
Die Opfer des letzten Luftangriffs auf London.
W. T.-B. London, 13. März. Das Reutersche Bureau meldet amtlich: De Verluste bei dem Luftangriff belaufen sich jetzt auf insgesamt 20 Tote und 40 Verletzte. Man be- ff-rchtet, daß noch eine Leiche unter den Trümmern l-egraben liegt.
Eine englische Stimme gegen eine Wiedervergeltung.
W. T.-B. Haag, 14. März. (Drahtbevicht.) Wie der „Nieuwe Courant" aus'London erfährt, wandte sich die „Daily Mail" gegen eine Wiedervergeltung eines Luftangriffs auf deutsche Städte. Die ausgeftihrten Angriffe bewirkten nur, daß die Luftangriffe aus London zahlreicher würden, anstatt daß ihnen ein 'Ende gemacht würde. Das Blatt schreibt, das -einzige Kennzeichen aller dieser Angriffe sei, daß nichts dabei herauSkomine. was von militärischer Bedeutung sein 3 »swk*
Der deutsche Luftangriff auf Neapel.
W. T.-B. Bern, 13. März. Nach einer Meldung der Agenzia Stefan: schlugen die Bomben in Neapel in dir Bia Roma, den Piazza Mumzipio, die Bia Sperazella, die Via Eonte Mola und den Piazza Coneortia. Auch die beiden Kirchen Saitta Brigida und San Nicola Tcleniino find getrosten. Die genannten Straßen und Kirchen befinden sich in der nächsten Umgebung der militärischen Hafenanlagen.
Englische Flieger über ttoblenz.
Englischer Bericht vom 12. März, abends.
Am 12. März wurde eine neue Tagesstreife noch Deutschland hinein unternommen. die d r i t t e in den letzten vier Tagen. Bei dieser Gelegenheit wurden Fabrikanlagen, der Bahnhof und die Schuppen 'von Koblenz an der Ein- mündung der Mosel in den Rhein angegrfffen. Es wurde über eine Tonne Bomben abg-eworfen. An allen Zielen wurden Explosionen beobachtet, durch -die zwei Brände hervorge- rusen wurden. Ein Treffer aus ein Gebäude im Südwester der Stadt bewirkte eine sehr starke -Explosion. Es wurden einige feindliche Flugzeuge angetroffen, aber alle unsere Maschrnen kehrten unbeschädigt zurück.
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Der amerikanische Krieqssekrrtär und der General Miß während des Bombardements im Keller!
— Berlin, 14. März, (zb.i Der amerikanische Kriegs- sekretär Baker und der amerikanische Vertreter im Kriegsrat von Versailles, General B l i ß, hatten grade in Paris eine Konferenz, als der Luftangriff erfolgte. Der Hotel- direkter drang darauf, daß sie sich in den Keller begebe» sollten, wo die Konferenz fortgesetzt wurde. Aber bevor dos Signal gegeben war, daß eS wieder sicher sei, verließen beid- den Keller und suchten ihr Zimmer wieder auf. Baker er- klärte nach dem „B. L.-A." einem Journalisten gegenüber: ..Wir schicken unsere Truppen nach Europa, um die Welt von diesen Schreckniffen zu befreien."
U-Sootserfolge bei den Azoren und im östlichen Mitlelmeer.
W. T.-B. Berlin, 18. März. (Amtlich.) 1. Eines unserer N-Boote, Kommandant Kapitänleutnant Ganher, hat im Sperrgebiet um die Azoren feindlichen und für den Feind fahrenden Frachtraum von insgesamt
22 000 Bruttoregistertonnen
vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Tankdampfer „Artvfia" von 2767 Brt. und der englische Schoner „McKay" von 145 Brt., die beiden griechffchen Dampfer „Jvsmnina" von 4181 Brt. und „Chariten" von 3300 Brt., der italienische bewaffnete Dampfer „Atlantide" von 5437 Brt. und die italienische Bark „Francisco" von 1003 Brt. Die Ladung der Schiffe bestand aus Messing, Zink, Gummi, Tabak, Opium, Fellen, Lebensmitteln, Erdnüffru und Kopra und war nach Frankreich, Italien oder Häfrn der Vereinigten Staate« bestimmt. Außer den 7,6-Zentimeter-Gefchützen der beiden bewaffneten Dampfer wurde ans den Ladungen der Schiffe Messing, Zink und Gummi eingebracht.
2. Im ö st l i ch e n M i t t e l m e e r hat ein U-Boot, Kom- Mandant Oberleutnant zur Ser SPren g r r, sechs Dampfer und zwei Segler mit zusammen etwa
26 000 Brnttoregistertonnen
versenkt. Insbesondere wurde der Transportverkehr vor Alexandria und Port Said gefaßt. Die Dampfer waren bewaffnet, ihre starke Sicherung ließ auf wertvolle Laduitg schließen. Ein an der syrischen Küste torpedierter Dampfer, der Kurs auf Jaffa hatte, führte, a«S der auffallend starken Detonation zu schließen, Munition. Das Boot hat ferner auf einen als Sicherung fahrenden K r eu z er der „Arabia"-«lasse einen Torpedotreffer er- zielt. Der Chef des Admirakstabs der Marine.
vie Friedensschlüsse.
Die französische presse knirscht.
W- T.-B. Bern, 13 März. Die französische Preffe vom 0. Mär, betrachtet ten Friedcnffchluß Rumäniens mit den Mittelmächten als ein Z a i s ck e n f p i e l. Erst die allgemeine Friedenskonferenz werde di- Verhältnisse im Osten regeln.
„Hrmmc libre" l et ent, die Entente könne ans dem Friedensvertrag mit Rumänien ersehen, aus welche Art Preußen dir Alliierten zu bebandeln beabsichtige.
Zablreiche Blätter Wersen die Frage auf, wie die Be- Ziehungen ztvischcn der Entente und Rußland jetzt sich gestalten werden.
„Echo de Paris" verlangt die B-rdoppelung der Tätigkeit der Diplomatie und Enleittevertrcter in Rußland auf der Grundlage völliger Verleugnung der Bolschewrki und enger Fühlungnahme mit den ententefteundlicheu Rupen, Bor sfüm
