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Verlag Langgaffe 21

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S«»n,e-Sre>« fnr Mibe «usgavrir: TOI. 1.20 monalliUt. TOt 360 vierrelMrlich dur» den Lerlal r-n-,g-i>e 3t. «dne Bringerlobn. TOI « SL vierleliSdriich durch alle denrichen Poftonltolten. »n«:chliebli<l veHeOßel» — Bezug«-UeXellnngcn nehmen «ujerdem enlgkgen. in Wiesbaden die Zweigstelle Bi«. murstrin, t» lowie die AnSuadrstellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­ladestellen und in den benachbarten Landorten und im Rbeingau die betrefscuden Tagblatk-Träger.

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Samstag, 9. März 1918.

Morgen'klusgabe.

Nr. 113. . 66. Jahrgang.

Aci^ertelegramme an dar Herrenhaus.

W. T.-B. Berlin, 8. März. Die heutige Sitzung eröffnets Präsident v. Arnim-Boitzenburg um 2V 2 Uhr mit folgender

Ansprache:

Meine Herren! Stunden von weltgeschichtlicher Be­deutung liegen hinter uns, Stunden, deren Tragweite in bezug auf die Beendigung des Krieges, überhaupt unsere Zukunst, sich noch gar nicht übersehen läßt. In den Wal l, den unsere Feinde um uns aufgeworfen haben, ist Bresche gelegt, eine Tat­sache. die ihre Wirkung auf unsere wirtschaftliche und militärische Lage ausüben muß. Das gewaltige russi sche Reich ist innerlich zusammenge­brochen in seiner sittlichen, in seiner ethischen Krast und hat mit seinem Sturz den feigen Bundesgenossen Rumänien mit in die Tiefe gezogen. Dies verdanken wir nächst Gott lediqlichst unserem un­vergleichlichen Heer und seinen genialen Führern. (Lebhafter Beifall.) Jetzt haben wir den Rücken frei und können unsere Kraft im Westen konzentrieren zu einem, wie wir alle hoffen, vernichtenden irnd enr^cheidenden Schlag. (Lebhafter Beifall.) Angesichts dieser für uns so überaus günstigen Lage babe ich geglaubt, im Namen des Herrenhauses Seiner Majestät dem Kaiser die Glückwünsche zum Abschlüsse deZ Friedensver- ttages mit der Ukraine und auch des Friedensvertrages mit Rußland aussprechen zu Zollen. Auf meine Tele­gramme sind mir folgende Antworten zugegangen:

Die mir von dem Herrenhaus anläßlich des Frie­densschlusses mit der Ukraine gewidmeten Glück­wünsche habe ich mit bewegteni Herzen empfangen und spreche für die freundliche Anteilnahme an diesem Ergebnis meinen wärmsten Dank ans. Ist auch der Weg noch weit bis zu einem allgemeinen Frieden, so ist hier doch ein guter Anfang gemacht und der Ring unserer Feinde ist durchbrochen. Ich vertraue mit Zuvec- stcht, daß unser siegreiches Schwert und ein festes Zufam- . menbolten in ernster Arbeit uns bald einem Ziel näher bringen wird, das uns den großen Frieden gibt. Das walte Gott! Wilhelm R.

Das zweite Telegramm lautet:

Für di« mir im Namen des preußischen Herrenhauses ausgesprochenen Glückwünsche zu dem Friedensschlutz mit Rußland sage ich meinen wärmsten Dank. Mit dem Beistand des Allmächtigen ist es meinem tapferen Heer gelungen, den Ring unserer Feinde zu sprengen und den Weg zum Frieden zu bahnen. Möge der allgemeine Friede nicht mehr fern sein und möge mein Preu- ßcnvolk, das wie doS ganze deutsche Vaterland so herrliche Bereise von Tapferkeit und stiller Duldung gebracht hat, bald wieder die Früchte der .Friedensarbeit genießen können. Wilhelm.

Ich habe anläßlich des Friedensschlusses mit der Ukraine auch Seiner Exzellenz dem Herrn Reichs­kanzler die Glückwünsche des Herrenhauses übermittelt und auch von diesem ein Danktelegramm erhalten. Zum Geburtstage Seiner Majestät habe ich namens des Herrenhauses die ehrfurchtvollsten Glückwünsche anssprechen dürfen. Seine Majestät hat darauf mit folgendem Telegramm zu antworten geruht:

Herzlichen Dank für die freundlichen Glückwünsche, mit denen Sie mich namens des Herrenhauses erfreut haben. Die innige Verbindung von Krone und Volk, die ich als heiliges Erbe von meinen Vätern übernommen habe, stammt aus harter Zeit, durch die Preußen zu seiner weltgeschichtlichen Mission erzogen werden mußte. Mögen diese schweren Jahre, deren Ernst ich kraft der mir von Gott auferlegtcn Verantwortung um so tiefer emp­finde, dieses Vertrauen aufrichtig stärken und vertiefen, damit es sich bewährt in den Kämpfen, die noch vor uns liegen, und bei den großen Aufgaben, die wir nach siegreichem Frieden in einer ver- änderten Welt zu lösen haben werden. Den Mit­gliedern des Herrenhauses meinen königlichen Gruß.

Oie Friedensschlüsse.

Lin vielsagendes Eingeständnis Lenins.

Berlin, 8. März, lzb.) Der „Voss. Ztg." zufolge 'fytbt Lenin gemeint, nur Schwätzer könnten von einer Fort- setzuna des Kriegs reden. Die ganze bürgerliche Welt Ruß-, kandS ersehnte di« Anwesenheit der Deutschen, und wenn sie erschienen, werden sie mit offenen Armen emp­fangen.

Die Nedeutnng des §riedens mit §innland.

Berlin, 8. März. Zum Frieden mit Jimckand heißt es m der ,.N o r d d. Allo. Z t g.": Der auf beiden Seiten vor­handene Wunsch, die Verhandlungen im Geist der Ver­söhnlichkeit und der Ve r st ä n d i g u n g zu führen, hatte ita Verhandlungen tn Berlin einen schnellen und fftatte« Verlaus -gesichert. Ms einzige rechtmäßige Aagre»

rung kam für Deutschland nur die in Betracht, di« durch den finnischen Landtag zustande gekommen war. Mit ihren Vertretern ist daher jetzt der Friedensvertrag abgeschlossen worden. In den politisch für -die Zukunst bedeutungsvollen Bestimmungen des Artikels 1 wird man die Grundlage zu einem neuen Ostseeabkommen zu sehen haben, das, ähnlich dem Al kommen von 1908, den Randstaaten der Ostsee ihren Besitz garantiert. Was Schweden beirifft, so hat die deutsche Regierung der schwedischen wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß Deutschland die schwedischen Interessen in der Frage des A a lau d- Servituts anerkennt und dementsprechend die Ange­legenheit in engem Einvernehmen mit Schweden zu lösen ge­denkt. Artikel 30 läßt besonders auch -erkennen, in welchem Geist die Lösung der alle Ostseestaaten gemeinsam betreffeu- den Fragen gefunden werden soll.

Mit ganz besonderer Genugtuung begrüßt die „Deutsche Tagesztg." die Unterzeichnung des deutsch-finnischen Friedens­vertrags in diesem Augenblick. Das Ostseegebiet ge­winne ein neues Gesicht, und Finnland könne sicher fein, daß das deutsche Volk mit aufrichtiger Freude die neue Verbin­dung mit einem Volk begrüße, dessen hartes Geschick von früher in Deutschland stets das grüßte Mitgefühl erweckt habe und dessen Bevölkerung den Deutschen immer besonders sym­pathisch gewesen sei.

Die Friedenskonferenz mit Rumänien.

W. T.-B. Wien, 8. März. (Wiener k. u. k. Korr.-Bur.) Aus Bukarest wird gemeldet» In der vorgestrigen und gestri­gen Sitzung der Fri«d«ns!onferenz im Schloß Bustea wurde im wesentlichen der Arbeitsplan der Konferenz festge­setzt. Es soll ein politischer, militärischer, rechts­politischer und' handelspolitischer Ausschuß gebilder kerden. Di« Vertreter der Verbandsmächte werden in alphak-eti scher Reihenfolge den Vorsitz führen. Die Sitzungen werden fortan nicht mehr aus Schloß Büsten dessen Entfernung vcn Bukarest immerhin beträchtlich ist, sondern in dem in der Nähe von Bukarest gelegenen königlichen Schloß Cotreceni stattstnden.

Französische Wut über den Friedensschluh im Dsten.

W. T.-B. Bern, 8. März. (Drahtbericht.) Der Friedens- schluß mit Rußland wird in den stanzösischen Blättern vom 3. und 4. März nur kurz besprochen und ruft die heftigsten Wutausbrüche hervor. Die Kapitulation übersteige alles Er­denkliche. Sie sei eine Schmach, Schande nnd Derrat. „Petit Puristen" erklärt, außer dem Dierbund werde der Ver­trag von keiner europäischen Macht anerkannt werden. — „Matin" sagt- Die Bolschewiki brachen zusammen; sie sind der allgemeinen Verachtung preisgegeben. Für das Heil Rußlands ist es die höchste Zeit, daß ander­weitige Hilfe kommt. — „Horn me Libre" schreibt, der Kampf zwischen Ordnung und Unordnung in Rußland werde noch -lange andanern. — „Temps" meint, Deutschland habe den Krieg begonnen, indem es die Verträge wie euren Papier­setzen zerrissen habe. Heute gelinge es ihm nur, die Papiersetzen einzuheimsen.

Ein Brief des Aaren. .

W. T.-B. Bern, 8. März. (Drabtbericht.) Die französische Presse veröfsentliait einen Brief des Zaren vom 30. April 1916 a. St., den der Zar dem damals in Rußland weilenden Viviani für den Präsidenten Poincare mitgab. Der Zar spricht darin in ausdrücklichster Weise den Wunsch aus, dotz alle Alliierten alle Mittel in den Dienst der gemein­samen Sache stellten. Rußland seinerseits scheue vor keinem Opfer zurück, am der Stiche der Alliierten zum Triumph zu verhelfen. Die reaktionären Zeitungen sehen tn diesen! Brief einen Beweis, daß der Zar der Entente stets Treue bewahrt habe. „Figaro" erklärt, die Idee eines Sonderfriedens sei maximalistisch, deren Ruhm man Lenin und Trotzky überlassen könnte. — „Gaulois" predigt ganz offen die Wiederaufrichtung des Zarentums. Frankreich habe nie einen solchen treuen Bundesgenossen wie den Zaren gehabt. Sein Sturz und die russische Revolution seien das unheilvollste Ereignis für die Entente gewesen. Man müsse heute wieder rufen- „Es lebe der Zar!" Die Bemühnnge». dem Zarismus in Frankreich wieder Anhänger zu verschaffen, werden von der sc ziolisti sitzen Presse in schärfster Weise zurückgewiesen. Herve erklärt, der Kommentar des „Figaro" sei geradezu von zynischer Gewissenlosigkeit. Wenn jemand die Entente verraten habe, so sei es der Zar gewesen. — „Verite" macht auf die Wankelmütiakeit der französischen Presse aufmerksam. Man dürke nicht denken, daß daS Zarentum wieder aufgerichtet ivecden könnte.

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> Rücktritt Nrqkenkios.

Br. Rotterdam, 8. Marz. (Eiq. Drahtbericht zb.) Reuter meldet aus Petersburgs Kry'enko ist als Obcrstkommandierender wegen Streitigkeiten mit den Volkskommissaren zurückgetrcten.

Eine Motdan-Bapubüü.

W. T.-B. Bern, 8. März. (Drahtbericht.) „Progres de Lyon" meldet aus Paris: Zwischen dem Dnejstr und dem Pruth hat sich eine Bloldau-Republik mit der Hauptstadt Lijchruew gebildet.

Japanische und chinesische Mobili­sierungen.

Br. Schweizer Grenze, 8. Marz. (Eig. Drahtberichi. zb.) Das „Petit Journal" meldet, die japanischen Kon­sulate in Frankreich geben seit Montag E i n b e- rufungsbefehleandie Angehörigen der I a h r e s- Hoffen 1893 bis 1897 aus. Tie „Daily Mail" meldet aus Peking: An drei chinesische Armeekorps ist der Mobilisierungsbefehl ausgegeben worden.

pie Pekinger Unterhandlungen über Sibirien.

W. T.-B. Amsterdam, 8. März (Drahtbelicht.) „Central Neins" erfährt aus Tokio, daß bei den Unterhandlungen m Peking die Errichtung einer unrbhäiigigen Regierung in Ostsibirren unter Fürst Lwow als ersten Minister beschlossen wurde. C h a r b i n wird Hauptstadt. In wohlunterrickstet:u Su bor-er Kreisen zweifelt man zwar an der Richtigkeit dieser Meldung, hält aber immerhin die Entwicklung der Verhält­nisse in dieser Richiung für möglich.

Sonar Law über den geforderten neue» Zwölf- Milliarden -kkredit.

W. T.-B. London, 8. März. (Drahtberichi.) Im Unter­haus bracht« Donar Law einen Gesetzentwurf über einen Kredit von 600 Pfund Sterling ein und führt« dabei aus, dies wäre die größte einzelne Kredit- Vorlage. die vor das Haus gebracht worden sei. Im Dezember hätte er «ine solche von 650 Millionen eingebracht und dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das die letzte bis zrm Ende des Finanzjahres sein werde.

Der Durchschnitt der täglichen Kriegsausgaben seit Bo ginn des Finanzjahres vom 1. 2. ab betrage 6 657 000. Mit Bezug auf die den Alliier» t e n gegebenen Anleihen sagte er, er erkenne an, daß da?, was sich in Rußland ereignet habe, es zweifelhaft mache, ob das ganze an Rußland vorgeftreckte Geld z u r Ück­er stattet werde. Die gegenwärtige Überschreitung der Ausgaben über den Haushaltsvoranschlag werde.auf 154 250 Pfund geschätzt. Die Haupt st eigerung sei durch das Heer veranlaßt. Eine der Ursachen sei die Ausdehnung der Kriegshaudlungen in Mesopotamien und in Palästina, was große Eisenbahnbauten und Vorlehrungen für den Flußverketzr -bedingte. Dazu trete die größere Stärke des Heeres und der Sold für eine größere Anzahl von Sol­daten außer England. Auch die Ausdehnung des Programms für den Flugdienst verlange einen Zuschuß von mehreren Millionen. Die Mehrausgaben für die Flotte von rund 13 Millionen sei verursacht durch- das Anwachsen des Manrr- schaftsl-estonds, die Löhnung und den Unterhalt. Mehr als 17 Millionen seien nötig, um den Brotpreis nicht steigen zu lassem

Die Anleihen an die Alliierte«

erreichten 1264 Millionen, an die Dominions 800 Millionen. Diese stellen eine Zunahme von 437 Millionen an die Alliier­ten dar und von nur 33 Millionen an die Dominions. Nach Schätzungen werden -die Staatsschulden Ende d«S lau­fenden EtatSjähres 5900 Millionen nicht übersteigen, ein- schließlich 1600 Millionen Darlehen an die Verbündeten und Dcminions.

Bonar Law sprach sodann über die militärische Lage. Das ganze deutsche Kolrnialreich sei verschwunden. Der militärische Erfolg Rumänien« sei völlig von der Mitwirkung Rußlands abhängig gewesen Für England wäre es den Um­ständen nach auch völlig unmöglich gewesen, Rumänien zu Hilfe zu kommen. Gegenwärtig fanden Friedensverhandlungen zwischen Riimäuien und den Mittelmächten statt und man könne nur noch einmal seine Sympathie für ienes Land ausdrücken und sein Bedauern darüber, daß außerhalb der Macht Englands liegende Vediiiguiipeii es uuniöglich geniacht hätten, den Berbün« desen zu Hilfe zu kommen In bezug auf

Mesopotamien und Palästina

bemerkte Bonar Law, daß er während des ganzen Krieges sehr für die Thecrie eingenommen gewesen sei, daß. da die Zentralmächt« genieiusani kämpsei:, nie eme Gliederkette man die Kette zerbreche« würde, wenn man ein Glied zerbreche. Die ganze Walt war tief bewegt, als die Palast macxpcdition in der Einnahme von Jerusalem ihren Höbepunkt erreichte. Aber der Höhepunkt rst nicht zu Ende. Man dar, den Erfolg nicht nur als einen politischen und viorclischcii ansebcn Mas wäre beute die englische Stellung im Osten, wenn nach der erzwungenen Ausgabe der Dardan eilen ex red'tion die Expedition nach Meso- pctamün, roch der Einnahme Kuts und nach dem vergebliche« Versuch. Gaza zu ncbinen. dieExpedition in Palästina oufgehör« hätte? England kann rsicndar Ägypten nicht ausgeben, außer wenn da» britische Reich rdllrg besiegt wäre Um Ägypten vor einer In­vasion zu schützen, bedarf cs nach Kitcheners Ansicht einer viel größeren Trnppenmachr als der in Mesopotamien und Palästina operierenden.

Die Lpcratioueu i» Saloniki

find oft kritisiert worden. Aber die Lage wird schwerlich recht der- standen. Wir hätten niemals erwartet, daß diese Truppen sich rei» defensiv verhalten würden, ober die Ereignisse t» Rußland ver­eitelten unsere Pläne. W,r geben zu, daß Hst .dortige gejährliL S-erde» kann- '