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Zreitag 8. März 1918. klbeNd-klUZgab?. Nr. N4. . 66. Jahrgang.
ver Tagesbericht vom 8. März.
W. T.-B. ©rofsed Hauptquartier, 8. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ruvprecht.
Bei Durchführung erfolgreicher Erkundungen «nrden östlich von Meckern 8V Belgier, nordöstlich von Festubert 28 Engländer gefangen genommen. Der Artillerie- und Minenwerferkampf lebte am Abend in einzelnen Abschnitten auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Sturmabteilungen brachten von einem Borstoß östlich von La Neuville (südlich von Berry-a»-Bac> eine Anzahl gefangener Franzosen zurück. Im übrigen blieb die GefechtStätigkeit auf Störvugsfeuer beschränkt, das sich auf dem westlichen Nkaasnser vorübergehend steigerte.
Heeresgruppe Herzog Albrechr.
An der l o t h r i n g i s ch e n F r o n t entwickelte die französische Artillerie zwischen Srille und Plaiue rege Tätigkeit.
Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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(Eine Bewegung zur Unterstützung der ^rledensabstchten Lansdownes.
U. Rotterdam, 8. März. (Eig. Drahtbericht, zb.) In London wurde gestern eine Versammlung zur Unter- stützung von Lansdownes Herbeiführung eines Verständigungsfriedens abgehalten. Vorsitzender war Hearst. An der Versammlung nahmen teil die Unterhausmitglieder Lord Ashton. Jowett. Noel und Buxton. Lord Parnor gab sein schriftliches Einverständnis mit- Lansdownes letzten Ausführungen ab. Der Vorsitzende sagte, die Mehrheit des e n g l i- schen Volkes sei mit Lansöowne einver- st a n d e n Und hoffe, ihn demnächst auf großer öffentlicher Tribüne zu sehen. Das Unterhausmitglied Lesmith sagte, das große Hindernis des Friedens sei das, daß die A ll i i e r t e n keine gemeinsame Grundlage für Verhandlungen erreicht haben. Die höchsten Bedingungen seien unerfüllbar und demnach müßten sie weiterkämpfen, während Japans Eingreifen in Ostasien Verwicklungen mit sich bringen werde. Ähnliche VersammlungZU sollen in allen Landesteilen einberufen werden. Mnsdowne wurde aufgefordert, die Führung zu übernehnien.
Die „Nordd. Kllg. 31g." über eine vernünftige englifctie Stimme.
W. T.-B. Berlin, 7. März. Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Überschrift „Eine englische Stimme": Die „Daily News" veröffentlicht eine bemerkenswerte Zuschrift des Lord Buckmaster, worin dieser die letzte Rede des Grafen Hertling als die wichtigste Äußerung eines deutschen Staatsmannes seit dem Ausbruch des Krieges bezeichnet. Diese Rede, zu einem Zeitpunkt gehalten, als Rußland überwunden zu Deutschlands Fußen lieg:, während an des Westfront die Ruhe vor dem Orkan herrsche, sei bei weitem die gern äßig sie, die man bisher hörte. Sie enthalte keine verächtlichen oder ehrenrührigen Ausdrücke für England und seine Alliierten und bekunde mehr als ein oberflächliches Einverständnis mit Wilsons vier Grundbedingungen sich den bleibenden Friedeil, wobei Hertkiug begreiflicherweise verlange, daß auch die. Alliierten dies: Bedingungen annehmen. Nicht so vertrauenerweckend seien Hertlings Ausfiihrungen über Belgien. Zwar wiederhol: er, daß Belgien nicht ein Bestandteil des Deutschen Reiches werden Me, mache aber zum Vorbehalt, baß d,e künftig: Lage Belgiens eS nicht zur Basis feindlicher Machenschaften machen dürfe. Niemand in England Hab? je an Derartiges gedacht, aber der Vcrbebalt könne nur anqenomnien werden, wenn er mit einer völligen politischen Wiederherstellung vereinbar sei. Hectling bemerkte, daß Näheres bei einer Aussprache zu erfahren sei und cs sei schwer einzuseben. warum dieser Vorschlug abgelehnt werden solle. Auch die Richtigkeit des- Hinweises, saß eine Verständigung schwer d u r ch ö f f e n t l i ch e R e d e ii nt erzielen sei, laste sich nicht l.'streiten. Man könne natürlich die ganze Äußerung als unaufrichtig und vectrauensttnwürdig hiastelleli, aber werui mau jedes Angebot so behandle, werde der Friede n'r e kommen. Keine schwerere Pernnt »rtung liege auf den Staatsmännern als die, derartige Angebote unberücksichtigt und ungelesen zu lasien."
Diese Äußernng verdient nach Ton und Inhalt Beachtung. Es handelt sich zwar um eine vereinzelte Stimme. Immerhin aber ist es erfreulich, ein ''ernünftiges Urteil zu verzeichnen, das dem Reichskanzler Gerechtigkeit widerfahren läßt und seinem Gedanke.iigung: ganz ohne Voresirgc- noMMLnheit zu folgen sucht,
Ttrisenstirnmung in England.
17. Rotterdam, 8. März. (Eig-, Drohtbericht. zb.) Zu den letzten Vorgängen im englischen Unterhaus bemerkt „Daily News", in England herrsckse keine Regierung, sondern eine Pressediktatur. Die „Morning Post" sagt: Die Entlassung Jellicoes und Robertsons seien vorbereitet worden durch zahllose Intrigen. „Manchester Guardian" behauptet, die Stellung der Regierung fei stark erschüttert, doch ertoarte das Blatt keine Krise, da keine geschlossene Partei bestehe, die die Regierung übernehmen wolle. Der parlamentarische Mitarbeiter der „Daily News" sagst, daß im Unterhaus die Angelegenheit heute abermals werde erörtert werden. Die konservative Partei sei über Jellicoes Entlassung entrüstet.
Unstimmigkeiten über Zell coe§ Entlassung.
W T. B Rotterdam, 7. März. Der „Nieuwr Notterdamsche Courant" weidet aus London: Im Untcrhause ftagte
George Lambert den Ersten Lord der Admiralität Eric Geddes, ob seine Resorrn der Admiralität nur ein Vorwand dafür gewesen sei. Jcüicoe entlasten zu können. Außerdem fragte er Sir Edv ard Carlo», ob er als Mitglied des Kriegskabinetts ber der Entlassung Jkllicces zu Rate gezogen worden sei.
C a r s r n antmorrcte, daß man ihn nicht um Rat gefragt habe. Er lobte ini Anschluß bieran die Tüchtigkeit Jellicoes. Er erklärte ferner, daß auf ihn iilange er Erster Lord der Admiralität war, wiederholt ein Druck ansgcübt worden sei, damit er bekannte, hochgestellte Personen, tat unter auch Jellicoc, entlaste. Er habe diesem Drucke nicht nachgegcben. Soviel er Wiste, sei das Kriegs- kabinetr wegen Jellicoe überhaupt nicht um seine Meinung gefragt v'orden Cr beschwer das Land, cs möge doch emsehcn, daß Angriffe der Presse aus hochgestellte Personen, die ihre Pflicht erfüllt haben, die Regierung schwächen mußten. Jede Regierung sollte in Zukunft zu den drastischsten Maßregeln greisen, um zu verhindern, daß amtliche Personen in dieser Leise verleumdet würden. Die Entlassung Jellicoes sei ein Unglück für die Nation. Es wäre eine Schande, wenn die Talente eines bedeutenden Flotten- suhrers Englands auch nur einen Tag länger nnoenützt blieben. G e d d e s stimmte in einer kurze» Rede den Ausführungen Carions über die Angriffe der Presse bei und teilte mit, was für Maßregeln ergriffen werden seien, um einer Wiederholung vorzubeugen. Er nahm die Verantwortung für die Entlastung Jellicoes aus sich und sagte, er habe sich vorher mit einigen Mitgliedern des Kriegskabinetts beraten. Es bestehe die Absicht, sich der großen Talente Jellicoes wieder zu ledieucn, sobald sich dazu eine Gelegenheit ergeben 'würde. Zum Schluffe erklärte Bonar Law, daß die Regierung darüber entscheiden müßte, wer ein Amt zu bekleiden habe, das für die Sicherheit des Landes von der allergrößten Bedeutung sei. Cr stellte in Abrede, daß das Kriegskabinett als Ganzes die Veroiitwortung für solche ■ Entscheidungen tragen müsse. Es habe immer al« Ziegel gegolten, baß jeder Minister für die ihm unter- stehendenvcrfme» verantwortlich sei. In Fällen wie den hier be- handelten ziehe der betreffende Minister stets den Premier» minister zu Rate. Sowrhl Geddes als auch Bonar Law erklärten, daß auf sie von seiten der Presse kein Druck ausgeübt worden sei.
Explosion einer Londoner Regicrungswerkstättc.
W. T.-B. London, 8. März. (Drahtbericht.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: In einer kleinen Werkstätte der Regierung im Süden Londons ereignete sich eine Explosion. Vier Personen wurden getötet, eine verletzt. Die, Werkstäite wurde zerstört.
Starker Tabakmangcl auch in England.
W- T.-B. Rotterdam, 7. März. (Drahtbericht.) Dem „Maasbode" zufolge schreibt „kveuing News": Die Raucher in England werden es für die weitere Dauer des Krieges ohne Zigarre», Zigaretten oder Pfeifen au-halten müssen. Es sei zwar rwch für drei Monate Tabak vorhanden, dieser werde aber für die Soldaten und die Arbeiter in den Kriex-letrieben reserviert bleiben.
Generalgouverneur von Salkenhausen über die Zukunft Flanderns.
W. T.-B. Brüssel, 8. Marz. (Drohtbericht.) General- gouverirenx v. F a l kenh a iri e n empfing am Nachmittag tie Bevollmächtigten des Rates von Flandern und nahm die Mitteilung von der Neubildung des Rates entgegen. Der Generalgouvecneur erwiderte darauf mit folgender Ansprache: „Meine Herren! Ich danke Ihnen für ihre Mitteilung wie Sic mir soeben das Ergebnis der Nen- wabicn zum Rat von Flandern gemacht haben und »beglückwünsche Sie zu ihrem Erfolg. Ich nehme die Gelegenheit wahr, ihnen folgendes zu sagen' Ten vielbeachteten Beschluß des Rates von Flandecn voni 22. Dezember 1817 faßte ich dahin auf, daß Sie erneut den unerschütterlichen Willen lekundet haben, das flämische Volk vom Druck der Vertue lschung zu befreien. Im Einvernehmen mit der Reicbsleitung kann ich ihnen veesichern, oaß der ReichAinzlec und ich nach wie vor auf dem Boden der Erklärung des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg vom 3. März 1917 stehen, der seinerzeit ihre: Abordnung versichert hat. da- Deutsche Reich würde bei den FriedenSverhandlun- g e n und über den Frieden hinaus alles tun, was dazu tiev.en kann, die freie Entwicklung des flämischen Volkes zu fördern und sicherzastellen. Im Verfolg der Erklärung des Reichskanzlers vom 3. Marz 1817 wurde die V e r w a l t u n g s t r e n n u n g durch.zefährt, um mit klarem politischen Ziel dem flämischen Volk zur Selbständigkeit zu verhelfen, wie sie seiner Volkszahl, seiner besonder» Kultur
und seiner ruhmvollen Geschichte entspricht. So, wie es vor dem Kriege in Belgien um di: flämische Sache bestellt war, darf es nicht wieder werden. Darum müssen für di? Errichtung eines freien, von welschem Druck befreiten Flandern, dem alten Ziel der gaoßen flämischen Bewegung auch weiterhin alle Bestrebungen gewidmet werden. Der warmen Sympathie des deutschen Volkes und der Unterstützung seiner Regierung dürfen Sie sich dabei versichert halten. Die Mittel, durch die Flandern seiner Selbständigkeit nach dem Krieg gesichert Weeden soll, jetzt schon zu bestimmen, wäre verfrüht. Das inaß den Friedensverhand- lungen Vorbehalten bleiben. Di:>e Selbständigkeit grundlegend zu beeinflussen, wird vor allen Dingen auch Sache des flämischen Volkes sein. Fland-rns Volk wird erkennen müssen, laß jetzt cder nie sich diese Möglichkeit bietet, eine Gri.ndlaae für jene Selbständigkeit zu schaffen, auf die es einen unversehrbaren Anspruch hat. Ihre Aufgabe in den nächsten Monaten wird darin bestehen, das flämische Volk, einerlei, ob einzelne ihrer politischen Richtung angehören oder nicht, aus diese große Enticheidung vorzubereiten, die ihnen der Friedensschluß bringen soll.
Oie Einigung Japans mit den Alliierten über ©ftfibtrien.
W. T.-B. New Jork, 8. März. Nack, einer halbamtlichen Meldung der „Associated Preß" aus Washington haben sich Japan und seine Verbündeten aus den Grundsatz geeinigt, daß, wenn sich deutscher Einfluß in Sibirien (!) in schädlicher Weise geltend mache und Gefahr für den Verlust an Krieg svorräten bestehe, Japan berechtigt sein solle, militärische Maßnahmen zu ergreifen, um seinen Verpflichtungen gemäß den Frieden im fernen Osten für die Dauer des Krieges zu erhalten. Die Vereinigten Staaten erteilen keine formelle Zustimmung zu dem Plane Japans, aber die Lage Japans findet volles Verständnis.
W. T.-B. London? 7. März. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die „Daily Mail" erfährt von maßgebender Seite, laß die endgültige Vereinbarung über die Intervention Japans in Sibirien fehl grundsätzlich entschieden sei, ober so lange aufgeschoben werde, bis der Bericht des britischen Botschafters eintricft, der den Auftrag bekommen hat, sich von der japanischen Regierung über die folgmden beiden Punkte Gewißheit zik verschaffen: 1. über welche Strecke der transsibirischen Buhn will Japan seinen militärischen Schutz und seine Polizeimaßnahmen anSdehnen? 2 Will China Japan unterstützen und in welchem Um» fang?
Nur noch gerittae Verschleierung des arnerikaniteben Mißtrauens gegen Japan«
W. T.-B. Washington, 6. März. (Reuter-Meldung.) Von maßgebender Seite wird erklärt, daß die Unionstaaten keine Mitteilungen an Japan über dessen Vorschlag in Sibirien vorzuqehen, gesandt haben. Aber auch ohne schriftliche Mitteilungen kennt Japan die freundschaftliche Haltung der Vereinigten Staaten. Es weiß auch, daß die Vereinigten Staaten das Vertrauen zu Japan haben, daß die Unternehmung in Sibirien i n s e I b st l o s e r Absicht (!) geschehen würde. Aber mit Rücksicht auf eine mögliche moralische Wirkung auf Rußland sind die Vereinigten Staaten der Ansicht, daß, wenn die Aktion eintritt, ihre absolute Notwendigkeit deutlich geworden sein müsse. Diese Ansicht wurde England gegenüber ausgesprochen, durch dessen Vermittlung die Vereiniaten Staaten von der Haltung Japans in Kenntnis gesetzt worden sind.
Ein holländisches Urteil.
W. T.-B : . Amsterdam, 3. März „Algenioen Handelsblad" schreibt zu den Meldungen über das Vorgehen Japans in Sibirien: Alles Hin- und Hergerede dient nur dazu, um so schonend wie möglich auszusprechen. daß man in den Vereinigten Staaten die weitere .Ausbreitung der Macht Japans in Ostasien sehr ungern sieht. Das ist, obwohl man es in geschraubten Erklärungen in Abrede stellt, jedermann deut- sich. Das neue Javan, sagt: de: „New '.York American" kürzlich, erhebt sich unheilverkündend und drohend im Rücken der Vereinigten Staaten.
Die Kdmiralstabsmel-una.
W. T.-B. Berlin, 7. März. lDrahtbericht.) Neue U-Bootserfolge im Sperrgebiet um England:
18 500 Bruttoreqistertonnrn.
Von den versenkten Schiffen wtirden tiefbeladene Dampfer im Ärmelkanal aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen.
Der Chefs des Admiralstabs der Marine. Die eigenartige dänische Neutralität.
„Jgotz Mcndi" und „Kong Inge".
W. T.-B. Berlin, 7. März. Im Falle des „Jgotz Mendi" verbot Dänemark einer dänischeii Bergungs- gesellschast, der deutschen Prise Hilfe zu leisten. Sollte dieses Verbot der Erwägung entsprungen sein, daß es einem neutralen Staat verwehrt sei, Handlungen in
