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Verlag Sanggasse 21
„Xi „klatiliau*".
G«b»N»r-HaLk (tifttitt Mn » Ult m«cgrn< fct* 7 lldr nbmbi.
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Vr- gs-^reis inr beide Ausgaben: Mk. !.»> rnonaklich. Mk SSO vierteljährlich durch den Verlag l'miiuiaftf ii. ohne Bruigerlobn Mt 4 65 viertel jährlich durch alle deurichen Poslauttalten au4i«bl:e-lich vettußeld — Bezugs-VetteUungen nehmen augerdem enrgeaen. in SdieSvaven die Zweiqstelle Bis« «utänug 19. ioiutf die AuSqabeüellen in eNen T-ilen der Stadt: in Biebrich, die dortigen -luS- gadeilellen und in den benachbarten Landorten und im Rdeniqau die betretenden Tagblstt-Träger.
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Sonntag, 3. März 1918. MvrgeN-klUZgabe.
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Die Spannung cn der Westfront.
Die Entente zerbricht sich ansckfeinend den Kopf, was die deutsche Heeresleitung für Pläne on der Westfront hegt. Aber eins scheint ihr unweigerlich festzu- stehen, daß die Deutsäfsn jetzt nach deni Ausscheiden des russiichen Bundesgenossen die Offensive ergreifen werden. Sie wird zu dieser Annohnie zunächst durch die nicht wegznleugnende Tatsache geführt, daß die Teut- sckpen nunmehr ihre ganzen Kräfte und Anstrengungen im Westen vereinigen können, da sie durch den gänzlichen Zusammenbruch des russischen Reiches volle freie Hand gewonnen haben. Daniit haben sie ja auch reckt, denn der Zweifrontenkrieg ist beendet, ein russisches Heer besteht nickt mehr und nur noch auf der Westfront muß um die große Entscheidung des Weltkrieges gerungen werden. Unseren Gegnern ist es gar nicht zweifelhaft, daß die deutsche Heeresleitung diese günstige Lage zu einer strategischen O f f e n s i t/e größten Ma 8 stabes ausnutzen wird. Sie weist dabei aus dw großen in der letzten Zeit stattgefundenen T r ii p p e n v e r s ch i e b u n g c n und aus die umfangreichen Verstärkungen hin, die während des Winters auf dem westlichen Kriegsschauplatz eingetroffen sein tollen. Der Ententepresse ist es nur nach fraglich, wann und wo der eru.artete deutsche Boistoß tatsächlich erfolgen wird Wählend sich die Westmächte bisher aber lediglich auf eine Defensive eingerichtet und dafür die notwendigen Gegenmaßnahmen getroffen hatten, wird in der letzten Zeit vielfach die ssvsiaiiftkeif einer eigenen Offensive erörtert, um dadurch den deutschen Plänen zuvorzukommen. Es würde dies aiia eine Art P r ä r> e n t i n o f f e n l i v e sein. Es läßt sich noch nicht erkennen, ob die Entente tatsächlich derartige Pläne hegt, oder ob dies nur ein Mittel lein soll. i:m die Stimmung im eigenen» Lande zu beruhigen, den ktzieaerischen Geist im Hee','5 hph^n und Land und Volk über die nervenveriebrende Zeit des Abwar- tens binwegzubrinden. Würde aber tatsächlich ein französisch-englischer Angriff erfolgen, io würde er voraussichtlich nicht den Charakter eines großen strategischen Durchbruches baben, sondern üch in örtlich beschränkterem Rohmen bew°g?n »nd den Zweck baben. die eigene Stellung durch Gewinnung a ü n st i g e- r e r L i n i en zu verbessern und gleichzeitig Einblicke in die Verhältnisse beim Geaner zu gewinnen. Als vor- onssichtlickie Gegenden dafür kämen die Champagne und die Lothringer ^ ront in Betracht.
Bon den in den letzten Zeiten von der Entente getroffenen militärischen Maßnahmen ist zunächst die Verlängern na der englischen Front zn erwähnen. die bis in di? Geaend südlich St. O n e n t i n auf 180 Kilometer ausgedehnt wurde. Dadurch wurden zahlreiche französische Verbände frei, di? mit den in- zwilchen ausgestellten Neuformationen zur Bildung einer Reserve- und Manövrier -Armee be- nutzt wurden, die unmittelbar dem Befehle des perma- nenten Kriegsrates in Versailles unterstellt worden ist. Englische und frarnösiscbc Verbände sind vielfach miteinander vermischt, um auch äußerlich die Einheitlichkeit der Front zum Ausdruck zu bringen. Die Amerikaner, denen Stärke auf etwa 5 Armeekorps mit 70 000 bis 100 000 Mann anzunekunen ist. sind an zwei verschiedenen Stellen, und zwar am Damen- Wege und in Lotbringen in die vorderste Linie eingnückt. Neuerdings sollen auch italienische Truppen noch dem französischen Krieasschanvkatz aeschgfft Warden sein. Der General F o ch übt tatsächlich da? Amt eines G e n e r g l i s s i in u S ans. guch Wenn er nicht den Namen eine? solchen erholten Hot. Die Franzosen hoben sich noch einmal durch sorgfältiges Auskommen der Etoppe und des Heimotsgebictes. durch Einstellung der jüngsten Jahrgänge und durch stärkere Heranziehung der Kolonialtruppen zu einer großen militärischen Kraftleistung oiifgerafft. Auch England hat die Zahl seiner Mannschaften durch stärkere Inanspruchnahme seiner Benölkeriing noch weiter erhöht.
Die G e f e ch t s t ä t i g k e i t hat an der ganzen Front lebhaft zugenammen. Sie bewegt sich zwar immer noch im Rahmen örtlich beschränkter Erkun- d ii ngsvor stoße, aber die einzelnen Vorstöße bei- der Parteien haben bereits einen Umfang angenommen, daß man sie als selbständige Gefechte bezeichnen kann. Auch in der Luft ist beiß und erbittert gekämpft worden. Alles dies sind ganz entschieden Vorboten für neue groß? Kämpfe. Die Lage an der Westfront ist äußerst gespannt, die Krisis hat zugenommen, wir stehen dicht vor der Entspannung. Es kann nur noch fraglich sein, welche von den Parteien zuerst durch eine kühne und rücksichtslose Offensive die Ent- sclzeidung sichern wird oder sollt? die letz: Rede des deut- 1rl)cn Reichskanzlers, seine Erklärungen über Belgien «nd jein Hinweis auf die Möglichkeit von Verhmrdknn-
gen im engen Kreis unter Ausschluß der Öffentlichkeit doch auf fruchtbaren Boden gefallen fein und den Ausbruch der neuen Kämpfe verzögern?
Wilsons bevorstehende neue Antwort.
Berlin, 2. März. Dem „B. L.-A." wird aus dem Haag berichtet, baß nach einer Meldung der „Times" aus New Dock Präsident Wilscn G>af Hertlings Rede nicht beantworten wird, bevor auch Graf C z e r n > n gesprochen hat. Man er- wartet, txife der Präsident auf den augenfälligen Unterschied Hinweisen wird, der zwischen Deutschlands Worden und Taten klafft- _
Große französische Kundgebung in Sachen Elsatz-Loihringens.
W. T.-B. Paris, 2. März. (Drechtbericht.) Nach einer Meldung der Agence Havas feiert ganz Frankreich heute den Jahrestag des Prozesses der Vertreter El sa ß-Qothringens n der Nationalversammlung in Bordeaux am 1. März 1871. In Paris wohnte P o i n c a r e einer Feier in der Sorbonne bei, umgeben von Pichon, sämtlichen Mitgliedern der Regierung, zahlreichen Senatoren und Abgeordneten, ferner dem Kardinal Amette, den Abgeordneten Wetterle, Blumenthal und den Bürgermeistern der wiedereroberten clsatz-lothringischen-Dörfer. In zahlreichen Reden, besonders von Du'boft, Dechangel, Barres und Pichon, wurde erklärt, Elsaß-Lothringen müsse wieder an Frankreich fallen.
6us der Rede pkchons.
ZV. T.-B. Genf, 2. März. (Drahtbericht.) In seiner Rede in der Sorbonne wandte sich Pichon gegen die F e st - stellung de? Reichskanzlers, daß.Elsaß-Lothringen altes deutsches Land ist. AIS Beweis führte er' den zum Teil schon bekannten Brief Kaiser Wilhelms I. an die Kaiserin Eugenie an, den sie vor kurzem dem Nativ» nasirrchiv übergrb. In diesem vom AZ. Oktober 1870 datierten Brief werde Elsaß-Llkthriiigen nur zu der» Zweck verlangt, Deutschland gegen den nächsten Angriff Frankreichs, mit dem es rechnen müsse, sobald Frankreich gerüstet sei, und Bundesgenossen habe, zu schützen, nicht aber, weij diese Länder deutsch seien. Pichon behauptete ferner, Deutschland habe Frankreich bei Auslauch des Kriegs nicht nur mitschuldig an seinem Angriff auf Eurapn machen wollen, sondern es auch der Entehrung habe aussetzeu wollen. Er führte den erst jetzt be-kannt- geworkenen Schluß des Telegramms von Bethmann E o l l w e g vom 31. Juli 1914 on, in welchem Herr v. Dckfön beauftragt werde. Frankreich zu ers.uchen, n e u t ro I zu bleiben Nach diesem Telegramm soll angeblich Deutschland als Biirgsckaft für de Neutralität Frankreichs die Übergabe der Festungen T o u I und Verdun verlangt haben Daraus ersehe man, wie Deutschland den Frieden well!«, in dem Nngenblick^ bis es den Krieg erklärte. Zum Schluß betonte Pichon: Nicht nur das französisch« Volk, sondern der ganze große Bund der Entente verlange die Herausgabe Elf rß-Lothringens.
Kur den Ku?fiihrunyen Tlemenceaur.
Br- Genf, 2. Mörz. (Gig. Drahtbericht, zb. Agence Havas.f P o i n c a r e und Clemenceau wurden bei ihrem Erscheinen auf der Kundgebung über Elsaß-Lothringen in der Sor- banne stürmisch begrüßt. Auf wiederholtes Drängen hielt Clemenceau eine Rede, in der er betonte, seine Aufgabe sei, z>l handeln, und die schönen Worte in Taten u.n- zusetzen. Er sei vor einigen Tagen an der Front gewesen und habe gefunden, da-ß dort nur ein Wort an allen Lippen schwebte: „Sie werden nicht durchkommen!"
C'emenceau erinnerte an di« schwere Prüfung Frankreichs, und meinte, di« Revanche sei jetzt wider den Willen Frankreichs gekommen. Der Feind selbst habe sie hkrvoraerufen. Alle Völker ständen jetzt für die große Idee der Herstellung einer besieren Gerechtigkeit unter den Men- '.ben ein. Zum Schluß forderte Clemenceau zum Vertrauen auf, denn die Stunde der Verwirklichung dieser Ziel« sei nahe. Bei der Kundgebung sprachen noch Abg. Siegfried im Namen der Elsässer und Maurice B a r r i t im Namen der Lothringer.
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Wieder französische Bomben aus Schweizer Grbiet!
W. T.-B. Bern, 1 März. Der Armeestab teilt mst: Am 20. Februar, etwa 11 Ubr 20 Min., wurde ein Flieger über Merishaufen im Kanton Schrffhausen gehört. Etwa um II Uhr 25 Min. abends erfolgten mehrere heftige Detonationen. Nach längerem Sichen wurden am 26. Februar, noch- mittags, im Löngerterswald zwischen Schaffbausen und Merisbausen zwei große Löcher, Schäden an Bäumen und eine Anzahl Splitter gefunden. Die Splitter sind genau de-» selben Art wie die bei den letzten Bombenabwürfen in Muttewz »nd Menziken und Kell gefundenen, also zweifellos französischen Ursprung».
W T.- ?>. Bern. 2. März. (Drohtbericht. zb.) Amtliche Schwci-cr Meldung Am 26. Februar, 11 Uhr abends, warf ei» kranzösisä-es Flugzeug über dem Walt von Laugcubcrg zwischcu Mcreslausen und Schasshausen Bomben ab. Das politisch- Departement hat ciue 9! c J c an die französische Regierung g-richtet, in welcher aus das srrmcüstc und energischste gegen diese Berletzung schweizerische» Bode»» Protest erhöbe» wird.
Nr. 105. ♦ 66. Jahrgang.
weitere große Kortschritte in podelien.
Der öjterrefchi D»ungcrrijche Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 2. März. (Dvahlberrcht.) Amtlich ver. lautet vom 2. März, mittags: An der italienischen
Front keine besonderen Ereigniffe.
In P o d o l i c n verlaufen die Operationen planmäßig. Unsere Truppcn haben Lach owe y, Prosturow und L i p k a u erreicht.
Bci der Besetzung von Chatinamirnjec und Podo ergaben sich zwei russische KorpS und drei Jnfan- teric-Divisionskommandos.
An Beute fielen bisher über 300 Geschütze, 200 Fohrküchen, mehrere hundert Fuhrwerke, eine komplette gtadiostation sowie ein großes Munitionslager, sonstiges Kriegsmaterial und Bcrpflcgnngsvorräte in unsere Hand.
Der Chef deS GeneralstabS.
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W.T.-B Wien, 2. März. (Drahtbericht.) Aus dem Kriegs-
piesiequarticr und gcmeldct: Die bereits geslecn in die Llnre Nowosielcü-.Kauieuier-Pcdol-ki vorgerückten Truppen des Feldmar- schalls v B ö h m - E r m o l l i haben nördlich letzteren Octes bereits in dem Abschnitt Cmolrycz und die Gegend von Gorodok und Kuzmin erreicht. Außer LolomotiUen, Waggons, zahlreichen Fuhrwerken sowie Geschützen konnten auch Vorräte an Artillecienlunrtion und Lebensmitteln geborgen werden. Die Beoöckerung konwit den Truppe» überall freudig entgegen in der Hoffnung, daß durch ihr Vorgehen die boldigr Wiede,Herstellung von Ruhe und Ordnung im Lande gewährleistet wird
verterdsgunqsmagnapmen ver volsS>ewiki.
W. T.-B. Petersburg, 2. März. (Drahtbericht. Telegea» phenaaentur.) In Petersburg sind Sonderabtcilungen von Matrosen aus Kronstadt eingetrofsen, um die Hauptstadck gegen die Deut'chen zu verteidigen. Aus Helsingfors werden mehrere freiwillige Matrosenabteilungen erwarteh Nach einem Beschluß des boVchewistischen Komitees in M c S- kau sind di« Partermiiglieder verpflichtet, sich unverzüglich in die rote Armee einschrciben zu lassen und sofort an di« F r o w't ab-» u g e h e n. Das maxim alistische Komitee hat die glcicke Entsclließu»-, gefaßt Das Moskauer Komitee der Hrndwerkewerbände schlägt ^en nicht m:t der Ausführung von Perteidigungsar^eiten beschäftigten Mitgliedern vor, in die Reche der Roten Garde einzutreten. Die Gewerkschaft de: Textilarbeiter in Moskau befclüoß, alle ihre Mitglieder zum Eintritt in die Rote Armee aufzuzordcrn.
Ein rusiischrr Bericht über die deukiche Offensive.
W. 1 -B. Pciciobnrg. 28. Fibr. (Drathericht. T-legraphen- agentnr.l Bericht von der deutschen Front: Lingcgangenen Berichten zufolge ist die dcniiche Offensive zum Stillstand gekommen, was sich au? den, er» st basten Widerstand der revolutionären Truppen erklärt Es sind keine neuen Nachrichten über die seiudlich» Offensive eiiigegangen.
Zur Befreiung Dorpats.
ZV. T.-B. Freiburg i. B., 2. März. (Dr-ahtbericht.) Dt« medizinische Fakultät der Universität Freiburg hat den Gene- vrlquartiermeister Ludendorff anläßlich der Wiedergewinnung der Umversität Dorpat zu-m Ehrendoktor ernannt.
ZV. T.-B. Freiburg i. B., 2. März (Drahtbericht.)- Der Rektor .der Universität Freiburg hat folgendes Glückwunschtelegramm an Gen-ra-lfeldmarschall v. Eichhorn gesandt: Die s.'idwestilichste Universität Deutschlands beglückwünscht Ew. Exzellenz zur Befreiung der östlichsten Universität Dorpat und brfft. daß diese Hoch?schule nun wieder eine Stätte deutscher Wissenschaft wird und bleiben wird. ,
Die Sowjets wünschen Zrievsn mit der ustrainischett Nada.
Er- Basel, 2. März. (Eig. Drabtocricht. zb.) Die „Morning- post" nicldci aus Pcrcrikurg: Der Rat der Balksöeauft'ragien beantragt im Sowjet tu sosorlige kinieitung von FriedcnSver- h o n d l ü n g r n mit der ulramischen Zentralrada.
vie Botschafter der westmächte tatsächlich abgereist.
ZV. T.-B. Prtk 7burg, 2. März. (Reuter.) Der englisch« und ftanzösrscke Boischafder such mit ihrem Personal aust Petersburg abgereist.
Die Hrrrschaft der Noten Garde in Finnland vor dem Zusammenbruch.
W.T.-B Stockholm. 2. Mcirz. sDrahtbericht.) Wie „Dagens Nyheter" aus Narwa erfahrt, beginnt die Herrschaft der Roten Gardisten in Zinnland langsam zusammenznstürzen. Die Leitung in Helsingfors soll allen von dori ansgesandten Truppen enipfohlen hohen, wieder znriickzilkehren. Nach dein gleichen schwedischen Blatte versuchte eine große nissische Trupp«.nmasje an der K a r e l i e n - Z r o n t zwischen Ranjuil und Hiituf die Weißen Gardisten zu um-z-chen, wurde aber nach blutigem Kampf zurückgetrieben. Mehrere Biottep melden, daß der schwedische Generalkonsuk Ahlsrroön in Helsingsors mit seinem Personal von den Roten Gardisten gefangen genominen, aber zwei Stunden wieder frcigeiasjen wurde«
