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„ragdlauhauS".

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12 Ausgaben.

Fernrnfr

„TagdlanlianS" «r. SsiüiZ.

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Berliner Abteilung deS Wieshadener TagblattS: Berlin W., Potsdamer Str. 121 L. Fernsprecher: Amt Lützaw 6202 und 6203.

Zreitag, I. März I4l8.

klbend-klusgabe.

Nr. 102. . 66. Jahrgang.

weiterer Vorrücken in der Ukraine.

Deutsche Hilfe für Sie polnischen Legionen. Auch die Gesterreicher und Ungarn nortlich des pruih nunmehr eingerückt.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 1. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschaupla^

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht

Nördlich von Poelkapelle scheiterten nächtliche nach starker Feuerwirkung unternommene Vorstöße englischer Infanterie. An der übrigen Front löste die Artillerictätig- t'eit vielfach in Verbindung kleinere Erkundungsge- fechte ans. Westlich von La Fere brachte eine Abteilung von einem Vorstoß über den Kanal einige Gefangene zurück.

Ein feindlicher Luftangriff ans Kortryk verur- sachte erhebliche Verluste unter der belgischen Bevöl­kerung.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Bei Chavignon drangen Sturmtruppen in die feind­lichen Gräben und nahmen 16 Amerikaner und einige Franzosen gefangen.

I« den frühen Morgenstunden lebte die Gefechtstätig, keil in einzelnen Abschnitten der Champagne auf.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Längs der ukrainischen Nordgrenze im Vordringen nach Osten haben unsere Truppen den D n j e p r erreicht. Bei R j e t s ch i k a stießen sie auf einen stark ausgebauten und vom Feind verteidigten Brückenkopf. Stadt und Bahn­hof wurden im Sturm genommen und einige hundert Ge- fangenr gemacht. — In M-syr haben wir die P r i p j e t - Flottille — 6 Panzerboote, 35 Motorboote nnd 6 Lazarettboote — erbeutet.

Bei Fostow und Kasaiin wurde die Bahnlinie Kiew- Shmerinka erreicht. Den südwestlich von Starekow- Ä t a n t i n o w im Kampf gegen feindliche Übermacht stehen­den polnischen Legionen eilten deutsche Truppen zu Hilfe. Gemeinsam wurde der Feind geschlagen.

Von der ukrainischen Regierung und Bevölkerung, zum Schutz gegen feindliche Banden gerufen» sind öster- 'r e i ch i s ch-u n g a r i s ch e Truppen in breiten Ab­schnitten nördlich vom Prurh in die Ukraine eingerückt.

Italienische Front.

Zu beiden Seiten der Brenta war die Kampftätig- keit tagsüber gesteigert.

Mazedonische Front.

Nichts NeneS.

Der Erste Gcneralquartirrmeister: Ludendorff.

Die Rdmiralstabsmeldung.

W. T.-B. Berlin, 28. Febr. (Amtlich.) Im Mtttelmeer wurden auf den Wegen nach Alexandren, Port Said und Saloniki sechs Dampfer und zwei Segler von zusammen,

22 600 Brultoregistcrtoirire»

versenkt. Die Dampfer waren tief beladen, zum Teil be­waffnet und stark gesichert.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Rußland.

Ein neuer russischer Generalissimus.

W.T.-B. Genf, 1. März. (Drahtbericht.) Nack, dem „Exchange Telegraph" soll gegen Krylenko ein Attentat verübt worden sein. Er iei durch einen Revolverschutz am Hals verletzt worden. An seiner Stelle sei General Brujewirtsch zum GeneralW. mus und gleichzeitig zum Diktator ernannt worden.

Die Lage tn Petersburg für die Max.maUften änderst ernst!

Berlin, 1. März. Über die ungeheure Verwirrung und Panik, die in Petersburg herrscht bringt der „Berl. Lokal-Anzeiger" Einzelhelten ° Die Maximalisten mach­ten die größten Anstrengungen, den allgemeinen Aus­bruch von Unruhen und Plünderungen zu verhindern. Beim Plündern betroffene Banden werden standrecht­lich erschossen. Wer fliehen kann, flieht, besonders viele Soldaten der Petersburger Garnison verließen die Stadt ungeachtet der rückgängig gemachten De- Mobilisierung. Die Maxiinalisten haben den Kopf der- loren. Die Lage ist ä u ß e r st e r n st. . t .

— Berlin, I. März. (zb.i Di? Berichte italiemscyer Blättcr aus Petersburg melden steigende Pan'k. Der „Corriere della Sera" meldet vom 25. 2.: Die Lage ist sehr be- uniMigend. Der deutsche Vormarsch dauert an, es herrschen Angst und Verwirrung. Doch hat die nach Brest- Litowsk gesandte rassische Abordung keinen Bericht gesandt; tie Regierung wird darüber unruhig und verbirgt ihre Be­sorgnis gar nicht mehr. Die verschiedensten Ansichten wer­den öffentlich vorgetragen und diskutiert. Die noch in Peters- bürg befindlichen Diplomaten bereiten sich zur Abreise vor. Die deutschen Vorposten sieben nur noch 100 Kilometer von Heterlburg entfernt,

Rücktritt von Lenin und Trotzky?

W. T.-B. Genf, 1. März. (Drahtbericht.) Nach Petersburger Depeschen der Balkan - Agentur soll „Prawda" das Gerücht» das? Leniu nnd Trotzky abzu- dankeu beabsichtigten, bestätigt haben. Der Demission beider wird die Wiedercinbcrufnng der Konstituante vvrausgchen, die mit der offiziellen Vertretung des russischen Volkes gegenüber den Mittelmächten betraut werden müsie. In der „Prawda" wird erklärt, Lenin und Trotzky hätten den ersten Teil ihrer Aufgabe als Apostel des internationalen Sozia- l i s m u s erfüllt, sie würden daher ihre amtliche Funk­tionen niederlegen und sich ganz der u n v e r s ö h u» lichen Bekämpfung des deutschen Impe­rial i s m n s (!) widmen. Nach einer anderen Peters­burger Depesche setzt der Rat der Bolkskommisiare ein Direktorium ein, dem ausserordentliche Vollmachten ver­liehen wurden. Das Direktorium, dem Lenin und - Trotzky angehören, beschloß die Gencralmobilisa- tion und Verteidigung Petersburgs.

Die Unabhängigkeit tz-'ftlanvs.

Berlin, 1. März. Laut „Täglicher Rundschau" er- klärte eine Kundgebung des Stadtrnts von Reval die Unabhängigkeit Estlands und die Bildung einer provi­sorischen Regierung. Kein estländischer Bürger solle an dem russisch-deutschen Krrege teilnehmen.

Die Kampfunsähigkeit halbverhungerter Truppen.

Berlin, 1. März (zb.) Dem „B. 2.-21." wird aus Lugano berichtet, daß nach einer Meldung des „Corriere della Sera" einige Abteilungen des Preobatschenski-RegimentS, die von Petersburg abfahren sollten, auf einem Petersburger Bahnbof eine Versammlung abgehalten haben, in der festge­stellt wurde, daß das halbverhungerte Heer sich g a r nicht mehr schlagen könne. Man beschloß, nicht a b z u - reisen, sondern in die K a, s e r n e zurückzukehren.

Der Hilferuf aus podolien.

W. T.-B. Wien, 1. März. (Drahtbericht.) Aus dem Krieosprcsseguartier wird gemeldet: Am 25. Februar erschienen der Kommissar für das Gouvernement Podo- lien Dr. S i c u r a und der Stabsoffizier des Ober­befehlshabers der Südlvestfrant Nikolajew beim 24. Divisionskommando mit der Erklärung, daß sie mangels jeder Verbindung mit der Zentralrada ge- kcmmen seien, um namens des ukrainischen Volkes zur Hilfe gegen die Gewalttätigkeiten und das verbrecherische Räuberwesen der B o I s ch e w i k i den Einmarsch der österreichisch-ungarischen Truppen in die Ukraine zu erbitten. Beide Abgesandte legitimierten sich vollkommen entsprechend und betonten ausdrücklich, daß sie ihre Bitte im Namen des ganzen ukrainischen Volkes vorgebracht hätten.

XV. T.-B. Wien, 28. Febr. Hu der Meldung, daß der Gouverneur von Podolien die Unterstützung Österreich- Ungarns zur Bekämpfung 8er inneren Unruhen erbeten hat, betonen mehrere Blätter, Österreich-Ungarn habe sich bisher des Eingreifens in Podolien enthalten, allein der Hilferuf aus der Ukraine schaffe eine neue Lage, die unter Umständen auch neue Entschlüffe notwendig machen könnte. Das Ein­greifen Österreich-Ungarns könne um so mehr auf das Ver­ständnis weiter Volkskreise rechnen, als durch die Herstellung von Ruhe und Ordnung in der westlichen Ukraine vor allem gesicherte Verhältniffe an unsere:: Grenzen geschaffen würden. Liber auch die Einfuhr von Lebensmitteln nach Österreich-Ungarn würde erheblich erleichtert und gefördert werden. Es sei nicht zu überseben, daß die Friedensverhand­lungen mit Rumänien durch Klärung der Verhältniffe in dem benachbarten Podolien eine wünschenswerte Beschleu­nigung erfahren könnten.

Lin offizielle« finnifibes Hilfeqesuch kn Berlin.

W. T.-B. Berlin, 28. Febr. Wie wir hären, haben die hiesigen Bevollmächtigten iwr finnischen Regierung ein offizielles Gesuch der finnischen Negierung um Hilfe an die deutsche Regierung übermittelt.

»

Die Stimmung tu polen.

Br. Berlin, 28. Febr. Ein Rückblick auf die Be­wegung in Polen wegen der Eholmer Frage ergibt, baß es in ganz Polen und vor allem in Warschau viel ruht- ger zugegangen ist, als man ursprünglich in der deut­schen Presse geglaubt hat. Das gegenwärtige Ministerium ist nur ein Arbeitsministerium. Das vielleicht schon in einigen Tagen zu erwartende neue politische Kabinett wird vor allem ein Programm aufstellen, das ein enges Zusammengehen mit Deutschland fordert.

Japan und der Kriedensfchlutz mit Üutzland.

W. T.-B. Tokio, 24. Febr. (Meldung der Agencc Hivas.) Bei Beantwortung einer Interpellation in der Kammer er- klärte Vicomte Motono, eS sei schwer, sich eine scharf um­grenzte Vorstellung über die Tragweite des russisch- deutschen Friedensvertrages zu machen. Redner , fügte hinzu, sob-rld der Friede wirklich geschloffen sch, werde

Japan sehr durchgreifende angemeffene Maßnahmen er­greifen, um zu der Lage Stellung zu nehmen. Die Abreise des Vicomte Uehida aus Petersburg sei durch die gefährliche Lage veranlaßt worden, die dort herrsche. Ader die Lage bedeute keinen' Bruch mit Rußland. Mit England, Amerika und den anderen Alliierten bestehe ein völliges Ein­vernehmen über die Fragen des russischen Sonderfriedens.

Reutersche Hirngespinste.

XV. T.-B. London, 27. Febr. (Meldung des Reuterschcu Bureaus.) In einflußreichen ausländischen Kreisen ist über erne französische Llnregung "iner etwaigen Aktion Japans angesichts deS ruffischen Zusammenbruchs nichts bekannt. Die jüngsten Ereignisse in Rußland entgingen jedoch der Aufmerksamkeit Japans nicht. Der deutsche Vor­marsch in Rußland schuf für alle Verbündeten, die sich irr Osten zu äußern haben, eine völlig neue Lage. Die neueste Entwicklung in Rußland und d>e östliche LluSbrcitung Deutschlands nach Rußland und Ilsien (!) enthält für Japan eine büchst ernste Gefahr. Die Lage erheischt ernstliche Be­achtung stitens der Behörden in Tokio und des allgemeinen Publikum- in Japan. Eine Besetzung Petersburgs, das nur einen Monat von Wladiwostok entfernt ist, bedeute unter den jetzigen Umständen, daß die deutsche Macht sich in 3 bis 6 Wochen über ganz Sibirien samt seinem Reichtum au Lebens­mitteln und anderen Vorräten und Munifion und der sibiri­schen Bahn erstrecken würde. Die neue Lage sei also von dem denkbar größten Jntereffe für Japan.

Das Wolffsche Telegraphen-Bureau bemerkt hierzu: ES ist unverständlich, wie Japan sich in seinen Interessen durch uifferen Vormarsch in Rußland sollte bedroht fühlen; in Wirk­lichkeit handelt es sich um den Versuch der Eiitentc. Japan zu beunruhigen und aufzuheben. Mit besoiiderem Eifer liegt Frankreich diesen Bestrebungen ob, wofiir seit einiger Zeit gewisse Anzeichen zu beobachten sind.

Balfoiir und der japanische Botschafter.

W. T.-B. London, 28. Fsbr. (Reuter-MelKung.)

Balfour hat heute abend mit dem japanischen Botschafter beraten. ^

Keifte fcchweLifche!waffsnau-futzr nach Siftniand.

W. T.-B. Stockholm, 28. Febr. Svenska Telegrambyran meldet: Ministerpräsident Eden beantwortete die Jnter- pclation Trygger, betreffend dir Waffenausfuhr nach Finn­land. Die Regierung, erklärte er, habe ihrer Meinung, die sie kürzlich in der Zweiten Kammer über die Hütung Schwedens gegenüber der KcisiS in Finnland ausgesprochen habe, nichts hiuzuzu.fügen. Sie werde also das geltende Ver­bot der Durchfuhr und Ausfuhr von Waffen und Munition durch eine derartige prinzipielle Einwilligung, wie sie der Interpellant vorqe>'chlagrn habe, nicht auf heben. Etwa eingehende Erlaubnisgcsuche würden den schon bekannt ge­gebenen Grundsätzen gemäß geprüft werden. Die Negierung glaube wie bisher, daß Waffen und Munifion für die finnische . Regierung nicht aus den schwedischen Staatsvorräten ge­liefert werden dürfen. ^Trygger kritisierte.diese Antwort ziemlich scharf. Er sagte: „Was werden die Völker über uns denken, da wir unsere Brüder enttäuschen?"

Ein schwedisches Freiwilligcnbataillon rür Finnland.'

W. T.-B. Kopenhagen, 28 Febr. „Rational Tidende" meldet aus Stockholm: Ein sch^oedisches Jägerbataillon, be­stehend aus schwedischen Freiwilligen unter schwedischer Leitung, ist nach Finnland abgegangen, um dort am Kampfe teilzunebmen. ES wird zu den finnischen Elitetruppen ge­hören, da eS aus auSerwäblten Le.lten besteht, gut geleitet nnd mit vorzüglichen Waffen ausgerüstet ist.

Stockbolm, 28. Febr. (zbö De: finnische Gesandte be­schwert sich in der Presse, daß er am Abschluß der Aaland- Vereinbarang nicht teilnahm und über die Vorgänge un- genügend unterrichtet wurde.

Der Widerhall der Ranzlerrede.

Pariser Stimmen.

W". T.-B. Bern, 28. Febr. „Temps' führt aus: Auf die Ausführungen über Elsaß-Lothringen habe Wilson bereits geantwortet. Die Frage über Elsaß-Lothringen sei international. Hectling täusche sich, wenn er glaub«, daß man Probleme aus der Welt schaffen könne, indem in««: einfach ihre Existenz bestreite. Hertling spiele ferner Eng­lands und Amerikas Interessen für die Wiederherstellung Belgiens gegen Fc-rnkreichS Interessen an Elsaß-Loth­ringen aus. Durch die ganze Darstellung der Frage solle wohl nur Unstimmigkeit in Belgien erzeugt werden. — Da? „Journal des Debats" entnimmt auS dem Ton der Rede, daß Graf Hectling seirre Stellung für _ sehr gefestigt halte. Wenn er Vorschläge von der belgischen Regierung erwarte, könne ec lange warten. Weder Belgien noch die Alliierten würden die geringste Beschränkung in der politi­schen und wirtschaftlichen Wiederherstellung Belgiens zn- lassen. Der Reichskanzler habe nur eine unbestreitbare Wahr­heit ausgesprochen, nämlich, daß die ganze Welt Frieden wünsche. Hectling habe wohl nur deshalb so gemäßigt ge­sprochen, um die Stimmung im Innern m beschwich­tige:!. — „Petit Journal" meint, daß der Kanzler die Lllliierten gegeneinander aufzuhetzen versuche und lehnt im übrigen die Rede glatt ab. Sie richte sich hauptsächlich an. diK Neutrale«, urq Szw v a chr M 3* exx pedaj. -- Rach hm