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12 Ausgaben.
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Berlin» Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin A.. P-.sb°«e, Str. 121 «. Fernsprecher- Am. Lützow 6202 «nd 620^
Freitag, l. März 1918.
Der Kampf um die preußische Wahlreform.
Mit Genugtuung nimmt man wahr, daß dre -rationolliberaIe Reichstagsfraktron wre die weitaus überwiegende Mehrheit der natronallrde- ralen Presse einig sind in dem U y m u t darüber, aus welchen Irrweg sich die Mehrbelt der nanonallwe- ralen Landtagsfraktion in der Wahlresocmsrage hat Verleiten lassen. Scharsere Dinge, als ^ie jetzt Herrn L o h m a n n und seinen drei Mitschuldigen an dem rn der Kommission erfolgten Unglück von den Blattern seiner Partei gesagt werden, haben sie auch aus der nrchr- nntionall8>eralen Presse bisher nicht zu Horen bekommen. Übereinstimmend wird ihnen die unge- henrc Leichtfertigkeit bescheinigt, mrt der sre ledes Gefühl für die Tragweite ihrer Peran.- Wortung haben vermissen lassen, indessen glauben wir nicht, daß diese verrannten Herren reumutig m sich gehen und alsbald bekennen werden sie hätten ernen Fehler begangen und sie würden ihn der nacqster Gelegenheit wieder gutmache-n. Wenigstens aus sich heraus werden sie solches Bekenntnis weder mit Worten noch mit'der Tat ableqen, aber vi-lleicht wäre es ihnen nicht unwillkommen, wenn sie mnst oder nicht sanft dazu genötigt würden. Wie das zu geschehen hätte, braucht »ns. die wir nur Zuschauer der Vpr- gänge im nationalliberalen Lager find, im einzelnen nicht zu kümmerns es würde genügen, wenn es über- Haupt geschähe. Das aber wird wohl auch der Fall sein, einfach weil es so sein muß. Denn es gibt Dinge, die jenseits aller parteipolitischen Befangenheiten ihr un- widersteblich kräftiges Daseinsrechi geltend machen, und dazu gehört die Notwendigkeit, daß Preußen das allge- meine gleiche geheime Wahlrecht bekommt. So z w i n- gend ist diese Notwendigkeit, daß man sogar mit der Möglichkeit ihrer Anerkennung durch einen, Teil der Konservativen zu rechnen lernen wird. Heilte erklingt das erstaunlich, morgen kann es eine Tatsache sein Hat die preußische Jtaatsregrerunq in der Wahlrechtsfrage fo gründlich nmgelernt. wie
vor dem Kriege und noch in leinen Anfängen nie- mand für möglich gehalten hätte, warum soll Gleiches nicht aiich in konservativen Köpfen stattfinden können, wofern in ihnen politische Einsicht lebendig ist? Der berühmt? 4. August '789 brachte ia auch ein,vorbei nicht einmal von Phantasten erträumtes Schanstuel. der Verzicht de? französischen Adels auf seine Privilegien; also wie gesagt, derartiges kann sich wiederholen. Zwar von Herrn v. Heydebrand und seiner Ge- folgscbgft erwartet man solch? Entschlüsse nicht, aber die F r e i k o n s e r v a t i v e n sind klüger, und wenn wir zunächst aiich nicht glauben, daß sie schnell gefaßt in das Laaer der Wablreformfreundc ablchw'nken werden, so will es immerhin beachtet sein, daß Leute, die Herrn v. Zedlitz gut kennen, die Möglichkeit eines solchen Umschwiinas ernsthaft erwägen. Wirklich, wer weiß, was noch kommen mag! . o ., .,.
Mer die Nächsten dazu, wieder ins Gleichgewicht von Perstand und politischer Umsicht zu gelangen, sind jedenfalls die Nation allibera len. Die Ent- r ü si u n g über ihre hartnäckige Störung eines Re- formwerks. von dem si? doch wissen mü'sen daß es unter gar keinen Umständen verhindert iverden kann, verbindet sich mit dem gewisiermaßen ganz privateii und persönlichen Äraer darüber.,daß Männer, die da- zu berufen sind, bei großen Entscheidungen mitzuwlrken, so verrannt und verwirrt sein können, wie Herr Labmann imd seine näheren Freunde. Steht man was sie angerichtet haben, so möchte man es ihnen in die Obren schreien, daß si? aefällimt Vernunft an nehmen mögen. Dies wird zuletzt auch das ein- ,ia? und boffenUich wirksame Mittel sein, um eine durch ihre Schuld verfahrene Sachlage wieder in Ordnung zu bringen. Es gibt ja eine zweite Lesung lm Ausschuß und es gibt dann immer noch die Möglichkeit zur nützlichen Besinnung im Plenum, alio wollen wir nicht vor der Zeit verzweifeln, wir wollen überhaupt nicht verzweifeln sondern der unumstößlichen Gewißheit leben, daß w - n i a Dmae m der We't so sicher sind wie die Unwiderstehlichkeit, rmt der sich drepreußischeWahlreform durchsetzen wird.
DK »stK'-'"'«v-'-ha''dlungtN
In Vreft-Lltowrk.
vis russische Kr e>ensdeleaa1son.
L. Berlin, 28. Febr. (Eig Drabtbericht. zb.) Die russische- Friedensdelegation, die zur, Unterzeichnung des Friedensvertrages heute nachmittag in Brest-Litowsk eintiifft. wird nicht von Trotzkp, sondern,.von S o k o l n i k o w geführt. Mitglieder der Delegation ju»d- Lost«. Lschitschtrül. Karachcm, der Munster des
Morgen-klusgabe.
Nr. 101. ♦ 66. Jahrgang.
Innern Petrowsk. der Gehilfe des Landwirtschafts. Ministers Alexejew. als Vertreter des, Admrralstabs Altvater, vom Generalstab Llpskr. sowie eine Reihe von Sekretären. Ein Funkspruch kündigte in Brest-Litowsk an. daß eine Delegation der ukrainischen bollchewi kischen Regierung r« Charkow sich cbensalls zu den Friedensverhandlungen begeben will, um den mit der Ukraine geschlossenen -.-.ertrag auch ihrerseits zu unterzeichnen.»
Im Eiltempo vorwärts.
L. Berlin, 28. Febr. (Eig. Drahtbericht zb.) Don der Ostfront erfahren wir. daß der Vormarsch unserer Truppen sich planmäßig und in großer Eile vollzieht. Überall werden die deutschen Truppen mrt Jubel begrüßt und ausgenommen. Vielfach kommen ihnen die ersten Beamten der Dörfer und Städte mit Brot und Fleisch entgegen. Vor ihrem Ab- zug haben die Bolschewik,: unter den Balten
Greuel verübt. So wurden m R e v a l vor der Em- nähme der Stadt noch 250 angesehene baltische Burger nach Petersburg verschleppt, f uni von dort nach Sibirien verschickt zu werden. Abnlrches wrrd auch aus anderen Bezirken der noch,in russisch-n H.mden befind- lichen Teile der Ostseeprovlnzen gemeldet. Auch in der Ukraine wurden einrückende deutsche Truppen von der Bevölkerung mit Iiwel begrüßt. Zum Lewer der Operationen in der Ukraine wurde der kommandierende General Gröner. der frühere Chef des Knegsamtes,
^Militärisches Eingreifen Defterrelch-Ungarns in der Ukraine?
Ni. Wien, 28. Febr. (Eig. Drahtbericht, zb.) Ter Gouverneur von Podolien hat an das Koimnamo der an der dortiaen Front stehenden c"t e r r e r ch « 1 ch- nnaarischen Truppen emen vilferur, gerichtet, in dem er dringend um eine Intervention der österreichisch-ungarischen Nation bittet, um dem Mo r- den und Plü n d ern der Roten Garde Einhalt zu tun Die österreichifch-ungarische Heeresleitung dürfte dieser Bits-' Folge leisten, um ein Übergreifen der bolschewistischen Herrscher über unsere Grenzen zu ver- bindern und andererseits für den Transport von Getreide aus Odessa den Landweg frei zu machen. Auch binsichtlich der Haltung Rumäniens, erwartet man von der Intervention in der Ukraine einen günstigen
Einstnß .
Eine polnische Note an die ukrainische Regierung.
Sr. Warschau, 28. Febr. E'q. Drabtbericht. zb.) Pol, nisck»c Blätter berichten- Der Regierungsrat richtete an die ukrainische Regierung eine Note, in der er auf die durch den Breiter Friedensbertvag unter den Polen bervorgerufene Aufregung und auf Die historischen Rechte der Volm- schen Nation verwies und betonr. daß die Polen e,n einträchtiges Zusammenleben mH der ukrainischen Nachbarnation anstreben und auch wünschen, daß die Feststellung der Landesgcenzen durch eine polmsch-urvarnische Grenzkommisston geregelt wird.
JapanN-bes Einareifen in Rußland?
L Berlin, 28. Febr. (Eig. Drabtbericht. zb.) Neuer- dinak- sind wieder Nachrichten eincielaustm. die mvanische Reaiernng beabsichtige, in die inneren russischen Der- hältnisie einznareifen, und zwar sei,, wie wir Horen, bereits mit der Landung iapanttcher Truppen in Wladiwostok begonnen worden. Das bevorstchenoe Einareifen Japans in Rußland ioll sogar durch den javanischen Ministerpräsidenten eme offizielle Ankun- digung erfabren haben.
Interpellationen im schwedischen Reichstag über Finnland.
w T-B. Stockholm, 28. Febr. lDnahtvericht.) SvenSka Telearom-Byran meldet- In der Ersten Kammer -de? Reichstags fragte der Führer der Rechten T r h g g e r den Mmister- prästdent Eden ob fick die Regierung noch fortwährend ver- bindert finde. die Abiendung von Waffen und Munition und von staatlichen und privaten Vorräten nach Finnland zu erlauben. In der Zweiten Kammer fragte der Abg Tbore cm, ob die Regierung die sofortige Absen- dü ng einer militärischen H ilfsexpedition nach Wylandschcren beabsichtigte.
Derreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W T.-B Dien, 28. Febr. (Drohtberrcht.) Amtlich verlautet vom 28 Fcbniar. mittags:
An einzelnen Abschnitten der Piavelinie «chöhte Artillerre-
tatig^tt ^ b ^ g c l i n n g für den italienilchen Fliegers,, grris aus die cfsene Siadt Innsbruck belegten eigene Flugzeugge- liüwader in der Nach, znm 27. Februar Bahnhöfe und miliiariiche Anlagen des Kriegebastns VenedigmitBomoen und erziettea zcchlrciche deutlich beobachtete rreffcr mit Brandwirkung.
Der Chef de» Lenerai stabt.
Die Zriedensverhandlungen mit Rumänien.
TL. Berlin, 28. Febr. (Eig. Drahtbericht. zb.) Über die Frietensverhandlungen mit Rumänien wird uns mitget«il>.
Laß ei fraglich erscheint, ob sie überhaupt zu einem guten Ai schluß gebracht wer-den können. Die deutschen und österrerchrßn ungarischen Friedensbeding.untzen, die allein w i ri scha f > l i ch e r Natur sind» dürsten kaum besondere Schwierig leiten bieten. Dagegen scheint die rumänische Regierung die bulgarischen Wünsche auf Abtretung des gesamte: Gebiets ter Dobrudscha nicht erfüll«, zu wollen. Die deutsche Regieru ng wird sich indes u n b e d , n g t fu- die Forderungen Bulgariens einfehen und den jetzt schon bemerkbaren Perschlcppungsversuchen Rumäniens entschieden entgegentreten. Sollte die Regierung in Iaffy trotzdem ver suchen, die Besprechungen in die Länge zu Stehen» so besteht, wie wir hören» die Wbsicht, nach Ablauf des Waffenstillstands» wenn bis dahin nicht die Grundlagen für Verhandlungen geschaffen sind, die Operationen w l e d e ■ aufzunehmen. Die Vorbereitungen hierzu sind bereit- im Gange.
Englands Schmerz über den Frieden im Dsten.
Br. Haag, 28. Febr. (Eig. Dreihtbvricht. M Im Unterhaus erklärte B a l f o u r über das Schimvl Rumäniens. Armeniens und der besetzten Gebiete Rußlands, die durch die jetzwr Lage gezwungen find, den Friedensvertraq zu unterzeichnen, werde
erst ans der allgemeinen Fr iedenskonferenz
endgültig entschieden werden.
Der Widerhall der Ranzlerrede.
Ablehnende Haltung Balsonrs.
W. T.-B. London, 28. Febr. (Drahtbsricht. Reuter.) cIm Unterhaus wurde durch den Liberalen, Holt die Erörterung über die Rede Graf .Hertlmgs w> Reichstag herbeigeführt. Balfonr sagte: Dl?
Divlomatieweij was die Verhandlungen unter den Krieafübrenden betrifft, ausachchaltet. brs , sich etn solches Maß möglicher ttberemstlmmung qebrldet habe zwischen den Kriegführenden daß man von drplomat, scheu ilntenrednnaen gut? Ergebnrne erwarten könne Er sprach mit tiefem Bedauern, aus. daß nach allen Anzeichen dieses orfrenliche Stadium uoch , nicht er : c i ch t sei. Wie könnten Besprechungen fetzt stattsw - den w"nn Hertlina? Rede das Höchstmaß denkbar. - Znaeständnisse darstellen würde. B a l s o n r spottete über Hertlings angebliche Annahme d e r G r u n o- v i n zi pien Wilsons und soote. er werde an dcr Sack'e des Friedens das größte Unrecht tun, wenn rr i zu der Hoffnung ermutigen würde, daß es irgend, eme-, Zlveck hätte, mit mündlichen Unterredungen zu beginnen.
1 ehe etwas wie eine allgemeine Überemstrmmung m dcr Fetne sichtbar sei.
Eine k-emsrsienswert« enqUsch« Krfedenvst mm--.
zv W B Amsterdam. 28. Febr. (DrabG-v-icht.) Der Standard" schreibt über di- Rede d°S Reichskanzlers . In der Hauvttache ist also H e r t l i n g rn 1 1 Wilso n in den allgemeinen Friedensgrnndsatzen eine^ Meinung. Wenn nur die Hindernisse nick, wären, die die Entente auf den Weg wirft (!>., Selbst Sozialisten wollen erst an Frankreich ein Unreck - wieder ant machen, d. b. si» wollen Denttchland dm- Bestimmnnasrecht über das Elsaß "».awen., Österreich he« Trentino berauben, der Tü'-ker Piffastina rinn Deutschland seine Kalanieu weanebmen. Das laut stcl, in »ebn ausaevutzten VresiePbrusen aut sagen, aber die harte Tattache wird dadurch nicht verändert.
Der Eindrnck in Amerika.
■nr T R New stink. 28. Febr. 'Drall,bericht.) Die Morgen- blätt^ lapeii über .ber'ling: Seine Rede laß, die Lage unver- öndert Wie es "ack: dem r»llifchen Zulammenoruch zu er warten war. nimmt D""lchlm>d die Maske der Versöhnung an. Die Zeitnnaen baiten e? für eine »i,nutze Bemubung. zwischen England und Amerika einen Keil zu treiben. »New Verk Herald faat- Serv'ino? Kesck'wätz ,f unwirksam. Seme Absi-bt rst so hondareiflich, das sie zu Fall kommt. Das Blatt regt sich über di. Annabme der vier Wilscnschen Grundsätze aus «nd ver sucht die N n a u s r i ch , i g k e i t der Erklärung zu vewellen Wenn man die Rede se üi-erietze. iah alle Amerikaner sie versleh-n könnten so spreche tzertlina wie «,n Mann, der alles Geld vor srck Mt dem Dilck, hat und nur eine glückliche Gelegenheit sucht, das Sp>^ zu beenden. ___
Die Torpedierung eines angeblichen enqiifchen kjolpitalschiff-s.
WT-B London, 28. Febr. (Drahtbericht. Reuter.) Das Hospitalschiss ,.Glanart Ca st l eF das unge- fahr 6000 Tonnen groß war. wurde 20 Meilen sudlrch der Insel L u n d y torpediert Es war zur, Zert om Torpedierung vorschriftsmäßig beleuchtet. Eines der Rettungsboote mit 22 Überlebenden wurde von dem französischen Dampfer - »Foon" uujüeuommM «W »
